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Kiss 'n' run...

von alegna70
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Romance / P18 / Het
OC (Own Character) Riku Rajamaa Samu Haber
06.12.2014
15.06.2022
467
586.616
48
Alle Kapitel
1.284 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
21.08.2015 1.912
 
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89

Samu stand unter der Dusche. Er hatte versucht zu schlafen, aber sein Gehirn hatte dieses nicht zugelassen.  Seine Gedanken waren immer weiter um Marie gekreist. Das sie ihren Arm nicht bewegen konnte und auch ihr Bein nur ganz minimal, das hatte ihn geschockt, so wie alle anderen auch.
Maries Eltern hatten ihm noch gesagt, das gute Hoffnung bestand, dass sich die Lähmungen zurückbilden würden, als er nochmal bei ihr drinnen gewesen war.  Als er  zurück in der Pension gewesen war, hatte er erst mal das weltweite Netz nach Informationen durchsucht. Er hatte Mut machendes aber auch frustrierendes gefunden.  Irgendwann hatte er seinen Laptop ausgemacht gehabt. Egal was er lesen würde, es würde nichts an der Situation ändern und er hielt sich an der Aussage des behandelnden Arztes fest, es sollte nur vorübergehend sein ...  
Es würde mit Sicherheit ein anstrengender Weg für Marie werden, aber für ihn war klar, er wollte ihr dabei zur Seite stehen, soweit er es konnte.  Am liebsten hätte er in der Klinik gewartet, bis sie wieder wach gewesen wäre, um ihr das zu sagen, aber er war wirklich ko gewesen und Riku hatte ihn dazu verdonnert schlafen zu gehen. Er  war froh, das Riku auch noch in Kiel war, auch wenn er sich natürlich die meiste Zeit um Yes kümmerte, was er aber wirklich sehr gut machte.  Samu hoffte das die beiden wieder zueinander finden würden. Die Situation jetzt war aber nicht gerade die förderlichste dafür.
Und was war er mit Marie? Wenn er das nur wüsste...
Er liebte sie, das war ihm sehr bewusst geworden die vergangenen Tage, aber ob sie wirklich schon ein Paar waren? Er konnte es nicht wirklich sagen.. Die Nacht in London  und ihr Treffen danach waren einfach wunderschön gewesen. Er war ihr auch dankbar, dass sie ihm direkt erzählt hatte, dass sie schon länger gewusst hatte, wer er war, auch wenn es sich für ihn im ersten Augenblick befremdlich angehört hatte. Er hatte viel Zeit zum Nachdenken gehabt und er konnte sie inzwischen verstehen. Er war ja schließlich auch sehr überrascht gewesen, mit wem er da eine Affaire gehabt hatte. Sie waren beide keine Unbekannten, nur hatte sie als Sportlerin einfach den besseren Ruf, als er als Rockstar.  Rockstar
...  
Das war so ein Wort, das so überhaupt nicht zu ihn passte. Klar, er liebte und machte Rockmusik, unter anderem. Auch hatte er Affairen ab einem bestimmten Punkt einfach passender gefunden, als eine normale Beziehung, aber das kam aus der Erfahrung heraus, die er gemacht hatte. Sein Leben war hektisch und kurzweilig zwischen drinnen. Er war viel unterwegs, welche Frau wollte schon immer auf ihren Mann warten, dass er auch irgendwann mal Heim kommen würde? Marie war die erste Frau seit Jahren, mit der er sich vorstellen konnte, doch dieses Kunststück Beziehung  zu probieren ... auch jetzt noch ...
Samu machte das Wasser aus, trocknete sich ab. Schnell rasierte er sich noch, das erste mal seit Tagen. Er wollte  Marie nicht mit einem pickendem Gesicht näher kommen. Als letztes  zog er sich frische Klamotten über.  Auf den Weg ins Krankenhaus hielt er wieder beim Bäcker an, er brauchte dringend einen vernünftigen Kaffee und der war dort wirklich gut.   Gerade als er bezahlen wollte, fiel sein Blick auf eine Rumkugel, so stand es da zumindest.  Die lachte ihn förmlich an, mit ihren Schokostreuseln. Er nahm sich eine mit und probierte sie dann im Auto.  So richtig erkennen, woraus sie war, konnte er nicht, aber es schmeckte und das war die Hauptsache.  Kurz darauf parkte er dann den Wagen auf dem Klinikparkplatz und ging den für ihn gewohnten Weg zur Intensivstation, zu Marie.
Im Treppenhaus lief er dann Yes und Riku über den Weg. Sie wollten gerade Heim gehen.  Riku hatte beschützend den Arm um Yes gelegt, ein Bild, was Samu Hoffnung machte. Kurz unterhielten sie sich. Yes erzählte Samu das Marie im Augenblick wach war, worüber er sich direkt freute. Sie verabschiedeten sich voneinander, Riku und Samu wollten später nochmal telefonieren.
Mit schnellen Schritten nahm Samu die letzten Stufen und war dann auch schon auf der richtigen Etage. Er klingelte und kurz darauf betrat er schon die Intensivstation. Mit geübten Griffen zog er sich die Schutzkleidung über und ging zu Maries Zimmer. Durch das Sichtfenster sah er, dass sie noch immer wach war, worüber er sich  richtig freute. Ihre Eltern waren bei ihr und sie schienen sich zu unterhalten. Leise klopfte er an die Tür und betrat dann das Zimmer.  Sofort ging ihr Kopf zu ihm und er registrierte erst in dem Moment, dass sie mal wieder am weinen war. Schnell war er bei ihr am Bett, beugte sich zu ihr runter und küsste zärtlich ihre Wange: “Kaunis, du musst nicht weinen!“
Maries Eltern erhoben sich, ihre Mutter sah sie beide an: “Wir gehen mal einen Kaffee trinken, dann bist du ja nicht alleine, wenn Samu nun da ist!“ Dankbar lächelte Samu sie an.  Obwohl sie ihn nicht wirklich kannten, respektierten sie das was zwischen ihm und Marie war, gaben ihnen ihre Zeit.  Sie verließen das Zimmer und Samu setzte sich richtig zu Marie: “Hei Kaunis!“
Unsicher suchte ihr Blick ihn: “Du bist wieder gekommen ...“
Sofort nickte er: “Klar, das hatte ich doch deinen Eltern gesagt! Haben die dir das nicht weitergegeben?“
Kaum sichtbar nickte sie, wisperte leise: “Doch .., aber warum bist du da? Ich bin gelähmt ...“
Sie hatte tatsächlich gedacht, er würde nicht mehr kommen .. Leise seufzte Samu auf: “Ich weiß, aber warum sollte ich nicht mehr kommen?“
Wieder liefen ihr die Tränen übers Gesicht. Zärtlich wischte Samu diese weg. Leise wisperte sie: “Darum, abrasierte Haare, ich kann meinen Arm nicht bewegen und laufen auch nicht mehr.. Das taugt doch alles nichts mehr ...“
Samu nahm ihre gelähmte Hand in seine, strich sanft darüber, auch wenn sie dieses wohl nicht spüren würde: “Marie ... Meinst du, ich hab dich solange gesucht, weil ich mich in dich verliebt habe um dich jetzt abzuservieren? Kaunis, du bist noch immer du, leider schwerkrank ..  Noch ist gar nicht zusehen, dass du keine Haare hast ... Es wird mich vielleicht leicht schocken das zu sehen, aber Haare haben eine tolle Eigenschaft, sie wachsen nach ...  Dann das mit den Lähmungen ... Der Arzt hat gesagt, es ist vorübergehend ... Die Frage ist, was das bei ihm heißt ... Ich habe gelesen, es kann länger dauern, vielleicht auch nicht ganz zurück gehen, aber du bist dann immer noch die Frau, die mich fasziniert hat ... Ich möchte für dich da sein, wenn ich kann, dir helfen ...“
Leise schniefte sie: „Das sagst du nur so jetzt, um lieb zu sein zu mir ...“
Er suchte ihren Blick, ahnte das die nächste Zeit auch für sie beide nicht leicht werden würde, aber er würde um sie kämpfen, ihr zeigen, dass er sie liebte: “Marie, sieh mich bitte an ... Ich bin nicht hier, weil ich lieb bin ... Da ist mehr, viel mehr, ganz tief hier drinnen!“ Samu legte seine Hand auf sein Herz, um zu verdeutlichen, was er meinte. Marie sah ihn stumm am. Leise sprach er weiter: “Ich kann jetzt nicht nach Hause fahren und dich hier alleine lassen! Wir müssen nur zu einem Konzert in ein paar Tagen, aber bis dahin lass mich für dich da sein!“
Leicht nickte Marie, würde zu gern glauben, was Samu ihr erzählte, aber sie hatte eine andere Erfahrung gemacht beim letzten mal. Sobald sie ihrem damaligen Freund von der Diagnose erzählt hatte, war er weg gewesen ... Sie fühlte sich absolut erschlagen und schloss die Augen. Es war alles richtig anstrengend für Marie und sie schlief wieder ein. Samu saß an ihrem Bett, sein Blick ruhte auf ihr. Er ahnte, dass er um ihre Liebe kämpfen müsste. Er würde ihr zeigen, dass er nicht nur so daher geredet hatte. Er liebte Marie!
Ihre Eltern kamen zurück.  Als sie sahen, das Marie eingeschlafen war, beschlossen sie ins Hotel zu fahren. Maries Mutter sah man an, wie sehr auch sie die vergangenen Tage angestrengt hatten.  Sie sprachen ab, dass er noch bleiben würde, bis sie nochmal wach werden würde, aber dann forderte ihn ihre Mutter auf, dass auch er mal wieder nachts schlafen sollte.  So richtig gefiel Samu der Gedanke nicht, Marie alleine zulassen. Anderseits, er war doch ziemlich am Ende, mal wieder richtig schlafen war mit Sicherheit nicht verkehrt ...
Gegen zweiundzwanzig Uhr war er dann auch wieder in seinem Zimmer zurück. Marie war nochmal aufgewacht und  er hatte ihr noch Gute Nacht gesagt. Ihm war es wichtig, dass sie wusste, das keiner mehr in der Nacht bei ihr bleiben würde.  Zärtlich hatte er sie zum Abschied auf ihre Wange geküsst und er hatte gemerkt, dass es ihr wohl gefallen hatte.  Er hatte das die ganze Zeit über gemacht und würde dieses auch weiterhin so machen ...
Die nächsten Tage verliefen dann alle vollkommen gleich.  Samu war  zum Schlafen in der Pension und über Tag  bei Marie in der Klinik. Er munterte sie auf, machte ihr Mut und war einfach für sie da, wenn sie Hilfe brauchte.  Sie ließ das alles nur schwer zu, kämpfte jedes mal mit sich selber, wenn sie um Hilfe bitten musste.
Langsam begriff er, was die ältere Schwester in der einen Nacht gesagt hatte. Marie resignierte sehr schnell, ihr fehlte die Motivation, ein Ziel, warum sie sich anstrengen sollte. Trotzdem ging es ihr jeden Tag ein wenig besser. Zwei  Tage bevor Samu und Riku nach Berlin mussten zum Festival wurde sie dann auf die normale Station verlegt in ein  Einzelzimmer.  Während es für Marie keinen großen Unterschied machte, beruhigte es Samu doch sehr und er fuhr mit einem besseren Gefühl nach Berlin. Auch dass er wusste, das schon die Reha für sie stand, tat ihm gut. Noch saß Marie im Rollstuhl, konnte nur mit Hilfe  stehen, ihr Bein knickte immer weg und Gehstützen konnte sie nicht benutzen, weil sie ihren Arm nicht benutzen konnte. Er hatte Marie schon geholfen, gemeinsam mit einer Therapeutin, sie hinzustellen, aber das war wirklich sehr schwierig für sie gewesen. Samu war sich aber sicher, dass die Reha das  hinbekommen würde. Eigentlich wusste Marie genau was Sache war, schließlich studierte sie Sport auf Lehramt, wollte  Sporttherapeutin in der Neurologischen Reha werden. Das hatte sie Samu erzählt, wobei sie da auch grad alle Felle davon schwimmen sah ... Sein heftigster Knackpunkt war dann wirklich gewesen, als sie Marie den Kopfverband abgenommen hatten und er ihren abrasierten Kopf mit der großen Narbe gesehen hatte. Er hatte sich wirklich vor Augen halten müssen, dass die Haare wieder nachwachsen würden.  Zu wissen, dass es so ist und es tatsächlich zu sehen, das waren dann doch zweierlei Sachen gewesen. Marie hatte bitterlich geweint. Samu hatte sie in seinen Arm gezogen. Zuerst hatte sie ihn abgewehrt, aber dann doch seinen Trost zugelassen. Einfach war irgendwie anders, aber er liebte sie und das änderte auch kein abrasierter Kopf ...  
Bevor die Jungs aus Helsinki gekommen waren, hatte er seine Mutter gebeten, ihm noch eine Tasche zupacken. Er hatte nicht vor, so schnell nach Helsinki zurück zu kehren. Die nächsten Termine, die er hatte waren alle in Deutschland und die konnte er so  mit einem Leihwagen alle gut erreichen. Bis Mitte September konnte er, wenn es sein musste so agieren ...

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