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Kiss 'n' run...

von alegna70
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Romance / P18 / Het
OC (Own Character) Riku Rajamaa Samu Haber
06.12.2014
15.06.2022
467
586.616
48
Alle Kapitel
1.284 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
05.07.2015 1.481
 
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78

"D-Du weißt schon seit Monaten, wer ich bin?! Und du unternimmst nichts? Ich suche seit Wochen nach irgendeinem Hinweis, wie ich dich finden kann ...!"
Riku konnte und wollte es nicht glauben. Bedeutete er ihr wirklich so wenig? War er ihr so unwichtig?
"Riku, ich ..."
"Du wolltest keinen Kontakt, ich verstehe", seufzend fuhr er sich übers Gesicht und stand auf.
Panisch sah sie ihn an: "Wo gehst du hin?"
"Beine vertreten."
Reflexartig griff sie nach seiner Hand: "Nein, bitte, bleib."
"Yes ... Ich komme wieder. Lass mir nur kurz Zeit."
Sie ließ ihn los und spielte nervös an ihrem T-Shirt Saum. Das hatte sie nicht gewollt. Wieder flossen Tränen. Ja, sie liebte Riku, aber Marie war erst mal wichtiger. Leise schluchzend drehte Yes sich zur Seite. Wie Riku einige Minuten später wiederkam, bekam sie gar nicht mit. Geknickt betrachtete er sie. Das war's dann wohl mit der Liebe des Lebens.
Kurz darauf kam die Durchsage, dass sie sich anschnallen sollten, da der Landeanflug beginnen sollte. Yes schnallte sich an und setzte sich wieder ordentlich hin. Wieder musste ihr T-Shirt leiden. Kurzerhand griff Riku nah ihrer Hand. Sie sah ihn an.
"Du solltest nicht so viel weinen, das verunstaltet bloß dein hübsches Gesicht."
"Wenn du wüsstest, wie oft ich in den letzten Wochen geweint habe", nuschelte sie leise.
"Was?"
"Nichts."
Doch Riku hatte es genau verstanden. Wieder war es einige Minuten still.
"Darf ich dich noch etwas fragen?"
"Mach."
"Wenn ich dir so egal bin, warum trägst du dann die Kette von mir?"
Eine weitere Flut Tränen verließ Yessicas Augen, aber sie antwortete nichts. Riku seufzte.
"Rumheulen hilft auch nicht."
Sie entzog ihm ihre Hand und sah zur Seite. Verzweifelt fuhr sich Riku durchs Haar. Die Landung begann und Riku bekam mit, wie Yes neben ihm immer angespannter wurde.
"Yes ...", er sah sie an, "Yes, komm, gib deine Hand her."
Doch sie weigerte sich weiter und hielt sich stattdessen krampfhaft an der Armlehne fest.
"Yes, hör auf zu bocken, dass ist sinnlos."
Zitternd holte sie Luft: "Du hast kein Recht über meine Gefühle zu urteilen oder darüber ob ich dich kontaktiere oder nicht und erst recht nicht darüber, wann ich weine oder nicht."
"Das stimmt, du hast recht, ich darf das nicht beurteilen. Aber ich kann dir meine Meinung sagen und die ist, dass ich mir wochenlang den Arsch aufgerissen habe, um dich zu finden und du offensichtlich gar nicht daran interessiert bist, mit mir Kontakt aufzunehmen. Das sehe ich doch auch daran, dass du dich nicht mit mir getroffen hast. Marie hat sich gleich mit Samu getroffen..."
Sie unterbrach ihn: "Ich bin nicht Marie! Ich kann das nicht wie sie! Ich konnte das auch schon auf den Malediven nicht! Ich bin kein Typ für Affären, Riku. Ich habe keine Lust darauf, die günstige Gelegenheit für dich zu sein, wenn ihr mit eurer Band mal in der Nähe seid! Was weiß ich, mit wievielen Mädchen du dasselbe Spielchen abziehst? Mag sein, dass es Frauen gibt, die das nicht stört, aber ich gehöre nicht dazu. Ich möchte eine wirkliche Beziehung und solange ich die nicht habe, will ich gar nichts. Aber ich werde mich sicherlich nicht mit dir auf eine weitere Affaire einlassen."
Geschockt über diese plötzliche Ansage sah er sie an. Was dachte sie denn von ihm?! Dass er von einem Bett ins nächste hüpfte?! Still sah er sie an. Am liebsten hätte er sie in den Arm genommen. Sie sah so fertig aus.
Sie waren kurz davor, auf dem Boden aufzusetzen, als Riku nochmal nach ihrer Hand griff. Yes schloss einfach die Augen und ließ es über sich ergehen. Kaum durften sie sich abschnallen und aufstehen, stand Yes auch schon. Sie wollte einfach nur noch raus. Schnell nahm sie ihr Handgepäck und verließ das Flugzeug. Erst bei der Gepäckannahme sahen Samu und Riku sie wieder.
"Wie kommst du nach Kiel?", sprach Samu sie an.
Leicht zuckte sie mit den Schultern: "Ich fahre zum Bahnhof und suche die günstigste Verbindung."
"Dann brauchst du doch ewig! Nein, du kommst mit uns mit. Wir haben einen Mietwagen."
"Sicher?"
Energisch nickte er. Schwach lächelte sie: "Danke."
Zu dritt liefen sie dann mit ihrem Gepäck zum Autoverleih, Samu regelte alles und kurz darauf konnte es schon losgehen. Samu fuhr, Riku war der Beifahrer und Yes saß hinter ihm. Die erste Zeit war es still im Wagen. Nicht einmal das Radio lief.
"Yes?"
"Ja?"
"Erzählst du bitte etwas, wie es das erste Mal war, als Marie krank war?"
Tief holte sie Luft: "Scheiße. Das war es. Wir waren so froh, als sie geheilt war und jetzt das ..."
Wieder kamen ihr Tränen. Riku sagte gar nichts dazu. Yes erzählte noch etwas mehr. Nach einer halben Stunde war es aber wieder ruhig.
Als sie Stunden später vor dem Krankenhaus in Kiel ankamen, entdeckte Yes Maries Eltern vor dem Gebäude. Schnell stieg sie aus und rief sie. Maries Mutter hatte geweint, das sah man deutlich. Sie und Yes fielen sich um die Arme und drückten sich fest. Dann drückte sie auch Maries Vater kurz. Als sie sich lösten, betrachtete er sie.
Er rang sich ein schwaches Lächeln ab: "Sahst auch schon mal besser aus."
Yes schmunzelte leicht und nickte. Da hatte Thomas, so hieß er, wohl recht. Elke musterte sie von der Seite. Die Beiden waren wie zwei weitere Eltern für sie.
"Wie war der Flug?"
"Frag lieber nicht ... Wart ihr schon bei Marie?", wechselte sie das Thema.
Sofort stiegen noch mehr Tränen in Elkes Augen. Thomas nickte.
"Ja, waren wir. Möchtest du zu ihr?"
Eifrig nickte Yes. Die beiden erzählten ihr noch, wie sie im Fernsehen alles verfolgt hatten. In Yessica zog sich alles zusammen. Die Vorstellung wie man im Fernsehen sein eigenes Kind plötzlich zusammenbrechen sieht ... Dann fiel Thomas' Blick auf Samu und Riku.
"Sag mal, bist du mit den beiden Männern gekommen?"
"Ja, ich ... Der Blonde heißt Samu und naja ... also Marie und er ... Sie ... Sie ist ein wenig verliebt in ihn. Ich weiß aber nicht, ob er das weiß. Auf jeden Fall scheint sie ihm auch etwas zu bedeuten. Ich glaube, es wäre für beide gut, wenn er sie besuchen dürfte."
Sie sah zwischen Maries Eltern hin und her. Diese beäugten Samu, welcher einige Meter entfernt nervös wartete. Schließlich nickten sie: "Ist okay."
"Danke. Wir gehen dann mal rein."
Yes drehte sich um und ging zu Samu und Riku, ignorierte letzteren der beiden dabei völlig: "Ich habe mit Maries Eltern geredet, Samu. Du darfst Marie besuchen."
Ein kleiner Stein fiel Samu vom Herzen und er drückte Yes leicht, bedankte sich. Der große Steinbrocken jedoch lag noch immer da.
Gemeinsam betraten sie das Gebäude und wurden von Maries Eltern zu Maries Zimmer geführt. Während Yes dieses betrat und Riku Kaffee holen war, stellte Samu sich ihnen noch einmal ordentlich vor. Er gab sich besonders Mühe mit seinem Deutsch, erklärte aber auch gleich, dass er Finne war.
"Oh Gott", leicht lachte Thomas, auch wenn ihm eigentlich gar nicht danach zu mute war, "Hat Yes dich angeschleppt?"
Schwach lächelte Samu: "Nein."
Als Yes wieder raus kam, betraten erst einmal Elke und Thomas das Zimmer ihrer Tochter. Samu und Yes saßen nebeneinander auf zwei Wartestühlen, einer zwischen ihnen war frei. Riku war noch immer Kaffee holen.
"Es tut mir leid."
Verwirrt sah Yes ihn an: "Was?"
"Die Sache auf den Malediven ... Dir und Riku vorzuschreiben, wie ihr euch zu verhalten habt, war nicht richtig ... Er hat gelitten, nachdem du weg warst und ich befürchte, dass du das auch hast."
Sie sah wieder auf den eintönigen Linoleumboden: "Ach, was. Was soll ich mit einem Star, der an jedem Finger fünf Mädchen haben kann?"
"Ich glaube, du hast eine völlig falsche Vorstellung von uns."
Wieder bildeten sich Tränen in den Augen.
"Ich weiß nur, dass er alles daran gesetzt hat, dass ich mich ja auf die Affaire mit ihm einlasse ... Woher soll ich bitte wissen, dass er das nicht bei jeder dritten macht?", mit feuchten Augen sah sie Samu wieder an, "Und wenn du sagst, das stimmt nicht ... Dann deckst du ihn vielleicht nur."
Bevor er antworten konnte, kam Riku wieder.
Schnell meinte er noch: "Falsche Spur, Sherlock."
"Ich bin halt nicht gut, Watson."

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