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Kiss 'n' run...

von alegna70
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Romance / P18 / Het
OC (Own Character) Riku Rajamaa Samu Haber
06.12.2014
15.06.2022
467
586.616
48
Alle Kapitel
1.284 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
03.07.2015 1.050
 
Danke für den Kommi und die Favoriteneinträge!
Viel Vergnügen!

77

Sofort wurde Riku noch besorgter. Die ersten Tränen verließen Yes' Augen und das wollte und konnte er nicht nochmal mit ansehen.
"Shh, bleib ruhig, Yes. Soll ich mich zu dir setzen?"
Es dauerte eine Sekunde, dann nickte sie leicht. Riku nickte ebenfalls und stand auf, tippte Yessicas Sitznachbarn an.
"Entschuldigung, reisen Sie alleine?"
Der Mann nickte. Er trug einen Anzug und Riku schätzte, dass er wohl auf Dienstreise war. Schnell erklärte er ihm die Situation. Behauptete dabei, dass Yes seine Freundin wäre und etwas wohl mit der Sitzplatzbuchung schief gegangen war.
"Sie hat schreckliche Flugangst", fügte er noch hinzu.
Der Mann sah zu Yes und bemerkte ihre Tränen.
"Stimmt das?"
Sie nickte und er bekam Mitleid. Also stand er auf, nahm sein Handgepäck und tauschte mit Riku den Sitz. Dieser bedankte sich noch und warf Samu einen Blick zu. Dieser aber nickte nur. Riku hatte das richtige getan und er war mit den Gedanken sowieso nur bei Marie.
Schnell verstaute Riku sein Handgepäck, setzte sich und schnallte sich an. Gleich würde es losgehen. Er griff nach Yes' Hand und drückte sie fest. Mit ihren blauen Augen sah sie ihn an, mittlerweile waren sie allerdings schon gerötet vom Weinen. Sanft strich er ihr Tränen von den Wangen.
"Oh Yes, du brauchst nicht weinen. Ich verspreche dir, dass alles gut geht."
Sie schluckte hart und strich sich über die Augen. Eine Stewardess begann, mit den Sicherheitseinweisungen und Yes wurde nicht gerade besser bei der Vorstellung, was alles passieren könnte. Riku drückte wieder beruhigend ihre Hand. Sie tat ihm so sehr leid. Er hatte absolut kein Problem mit dem Fliegen, aber für sie schien das ein kleiner Weltuntergang zu sein. Und dass, wo sie doch sowieso schon so sensibel war.
"Yes, hast du deine Tropfen vorhin genommen?"
Sie nickte. Mittlerweile zitterte sie etwas. Riku hielt eine Stewardess auf.
"Könnten Sie uns noch schnell eine Decke geben?"
Ihr Blick fiel auf Yes: "Ist alles in Ordnung mit ihr?"
"Ja, sie hat nur Flugangst."
Die Frau nickte und kam kurz darauf mit der Decke wieder. Dann musste auch sie sich für den Start setzen. Riku legte die Decke über Yessicas Schultern. Dankbar sah sie ihn an.
"Wenn wir gestartet sind, trinkst und isst du erst mal was. Wann hast du das letzte Mal gegessen?"
Er bekam keine Antwort mehr, da sie nun starteten. Yes saß mit geschlossenen Augen blass da, drückte sich soweit es ging in den Sitz und zerquetschte Rikus Hand fast. Als dann endlich die Meldung kam, dass sie sich abschnallen durften, öffnete sie zum ersten Mal die Augen. Riku lächelte sie an.
"Den Start hast du überstanden ... Könntest du bitte kurz meine Hand los lassen?"
Zögerlich ließ sie ihn los. Leicht massierte er seine schmerzende Hand und sorgte dafür, dass sie wieder richtig durchblutet wurde.
"Entschuldige", nuschelte Yes leise.
"Nicht so schlimm. Also ... Was möchtest du?"
"Ich habe keinen Hunger."
"Okay, also suche ich etwas aus. Kaffee, Tee oder Kakao? Ich glaube, ein warmes Getränk tut dir gut."
"Kakao bitte."
Riku nickte und sprach die nächste Stewardess gleich an. Dann würde er halt drauf zahlen, das war ihm egal. Yes schnallte sich ab und zog die Decke enger um sich. Als das Getränk da war, reichte er es Yes. Sie klammerte sich an die Tasse und nippte an der heißen Flüssigkeit. Auch Riku hatte sich etwas bestellt.
"Danke, dass du dich zu mir gesetzt hast", kam es irgendwann leise von ihr.
"Hey, kein Problem ... Dir ging es nicht gut. Da hilft man."
"Ich weiß auch nicht, die Tropfen helfen sonst immer ...", sie strich sich ein paar Haare zur Seite.
"Du hast seit gestern ganz schön viel um die Ohren, vielleicht einfach etwas zu viel ..."
Sie sah ihn an. Ganz unrecht hatte er ja nicht. Zumal er auch immer noch in ihrem Kopf umher schwirrte. Nach einigen Minuten rutschte sie noch etwas näher an die Armlehne zwischen ihnen.
"Darf ich?", leicht deutete sie auf seine Schulter.
Er nickte und sie legte ihren Kopf ab. Riku schloss die Augen, in ihm kribbelte es. Vorsichtig legte er einen Arm um Yes. Als das Essen kam, spürte er, dass sie eineschlafen war, wahrscheinlich vor Erschöpfung. Liebevoll drückte er einen Kuss auf ihren Scheitel. Leicht bewegte sie sich, wachte aber nicht auf. Er hob ihr etwas von dem mageren Mittagessen auf. Kurz sah er nach hinten zu Samu. Dieser hatte sein Essen erst gar nicht angerührt und starrte aus dem Fenster. Nach einer weiteren halben Stunde weckte er dann Yes. Blinzelnd setzte sie sich auf.
"Was ist?"
"Ich wollte nicht, dass du dich total verrenkst. Außerdem musst du langsam mal essen, bevor mich die Stewardess zum fünften Mal fragt, ob das weg kann", er schmunzelte.
Noch vollkommen verschlafen nickte sie. Riku kam nicht umhin, er fand sie einfach unglaublich süß.
"Wie lange müssen wir noch fliegen?", fragte sie ihn, als sie auf einer Kartoffel rumkaute.
"Noch eine gute halbe Stunde dann geht es in den Landeanflug."
Sie schluckte und nickte. Als sie fast alles gegessen hatte, lehnte sie sich zurück und sah Riku nachdenklich an.
"Was ist?", schmunzelnd, aber nervös fuhr er sich durch seine kurzen Haare.
Yes konnte es sich nicht verkneifen: "Du hast deine Locken abgeschnitten."
Riku nickte leicht und sah nach unten. Auch sie sah zur Seite. Die Stimmung war plötzlich merkwürdig geworden.
"Ich ...", er räusperte sich, "Ich hatte wirklich Liebeskummer, nachdem du weg warst. Das habe ich auch ziemlich schnell erkannt ... erkennen müssen, aber es war trotzdem zu spät. Ich hätte auf den Malediven merken müssen, dass ich mich in dich verliebt habe ... Du weißt nicht, wie oft ich geglaubt habe, dass ich dich nie wiedersehen werde. Wir haben versucht, herauszufinden, wer ihr seid ... aber das war nicht so einfach."
Sie sahen sich wieder an. Unsicher biss sich Yes auf ihre Unterlippe.
"Ich ... weiß schon seit mehreren Monaten, wer du bist."

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