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Kiss 'n' run...

von alegna70
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Romance / P18 / Het
OC (Own Character) Riku Rajamaa Samu Haber
06.12.2014
15.06.2022
467
586.616
48
Alle Kapitel
1.284 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
25.06.2015 1.483
 
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75                                                                                                      

Fassungslos sahen Samu und Riku auf das Spielfeld, immer wieder hatte Marie Probleme den Ball zu treffen, davon abgesehen, dass sie alles andere als gut aussah. Auch blieben ihnen die besorgten Blicke von Yes nicht verborgen und auch der Trainer der Mädels saß etwas fassungslos am Rand des Spielfeldes aus. Riku sah zu Samu rüber: “Mit ihr stimmt doch was nicht, dass ist doch nicht normal! Meinst du, ihr gehen die Nerven durch, weil es das Halbfinale ist?“
Sofort schüttelte Samu seinen Kopf: “Im Leben nicht! Ich kenne sie zwar nicht lange, aber ich denke, dass hat sie voll unter Kontrolle, sie weiß was sie will! Da stimmt irgendwas anders nicht!“  In dem Moment wurde eine Auszeit für Yes und Marie angezeigt. Yes redete mit Marie, die aber nur mit dem Kopf schüttelte. Yes legte ihre Hände auf Maries Schultern, sah sie an. Marie nickte und dann ging es auch schon weiter.  Ein ungutes Gefühl machte sich in Samu bemerkbar, ganz tief in ihm drinnen, irgendwas stimmte nicht und das ganz gewaltig ...  
Er ahnte, dass sie am Vortag schon so blass ausgesehen hatte, hatte auch was damit zu tun gehabt. Ihm fiel ein, was er über ihre Erkrankung gelesen hatte, sie galt als geheilt, es war ein gutartiger Tumor in ihrem Gehirn gewesen, aber irgendwie sah es so aus, als ob sie Probleme mit ihrem Kopf hatte ....
In dem Augenblick fing Marie leicht an zu taumeln und sackte zusammen. Ein Aufschrei ging durch das Publikum, Samu wurde kreidebleich: „Oh Gott ... Marie, steh auf Kaunis!“ Sie aber blieb liegen, stattdessen saß Yes schon neben ihr und alle Betreuer rannten auf den Platz. Samu wurde es eiskalt, noch nie hatte er so ein Gefühl in sich gehabt, Angst, pure Angst, das da irgendwas ganz schlimmes passierte. Er war regungslos, registrierte, wie Riku seinen Arm um ihn legte. Samus Herz schlug bis zum Hals, er beobachtete wie Marie auf die Seite gedreht wurde, sie musste bewustlos sein. Es war totenstille im Stadion, ein unertragbarer Zustand für Samu, leise murmelte er vor sich hin: „Kaunis, steh auf, bitte, steh auf, verdammt nochmal, du sollst aufstehen ...“ Leicht bebte seine Stimme, Riku registrierte, wie Samu die Tränen in die Augen schossen. Auch er musste immer wieder auf den Platz schauen, registrierte, wie Yes ihr Ex sie im Arm hielt und die an ihren Kopf an seiner Brust vergraben hatte. Das war sein Job, Yes zu trösten, zu halten, für sie da sein, aber nicht der von dem Typen ... Inzwischen waren Sanitäter auf dem Platz, legten Marie vorsichtig auf die Trage, schnallten sie an und sie wurde in die Kabine gebracht. Samu sah ihr hinterher, sprang auf. Riku zog ihn runter auf seinen Platz: “Vergiss es, die lassen dich nicht zu ihr! Du hast gar keinen Chance, Samu!“
Leise wisperte er: „Aber ich muss wissen, was mit ihr ist ...“
Riku sah ihn an: „Dann schreib sie nachher an, oder ich Yes, aber im Augenblick ist das keine gute Idee! Die müssen sich jetzt erst mal um sie kümmern und hoffentlich ist es nur ein Schwächeanfall!“
Samu nickte wie in Zeitlupe, er hoffte es auch, aber dieses Gefühl in ihm, das verhieß nichts gutes..
Rikus Blick folgte Yes, wie sie das Spielfeld verließ, im Arm des anderen Typen. Auf einmal sah sie hoch zu ihm, ihre Blicke trafen sich und Riku erschrak, in ihrem Gesicht war die pure Verzweiflung zusehen ...
Yes wandte ihren Blick von Riku ab, und folgte den anderen in die Kabinen. Sie hatte Angst, Angst um ihre beste Freundin, ärgerte sich gleichzeitig, dass sie überhaupt zu spielen begonnen hatten, Marie mit ihrem Sturrkopf ... Sie hätte es wissen müssen, dass es ihr nicht gut ging, aber stattdessen war sie viel zu sehr mit sich beschäftigt gewesen, mit ihren Gefühlen zu Riku. Hätte sie mehr auf Marie geachtet, hätte sie gemerkt, wie es wirklich um sie gestanden hätte, die ganzen Schwindelattacken, das daneben Schlagen, bestimmt war in ihrem Gehirn was nicht in Ordnung. Leicht schauderte es ihr, helle Aufregung herrschte. Die Ärzte waren alle Marie rum, die immer noch ohne Bewusstsein war. Kälte kroch in Yes hoch, Tränen schossen ihr in die Augen, sie fühlte sich so hilflos ... Tim führt sie in eine ruhige Ecke, drückte sie auf einen Stuhl und hockte sich vor sie ihn: “Soll ich dir was holen, Yessica? Ein Wasser, oder Kaffee?“
Sie schüttelte ihren Kopf: „Nein, danke, lass mich einfach in Ruhe, bitte!“
Eindringlich sah Tim sie an: “Bist du sicher? Ich hol dir alles was du willst!“
“Verdammt, hast du nicht gehört? Lass mich in ruhe, verdammt!“, Yes konnte nicht mehr, fing an zu weinen. Sie schlug ihre Hände vor ihr Gesicht, die Tränen liefen .... Tim zog sich klugerweise etwas zurück, beobachtete Yes aber die ganze Zeit. Hektik kam auf, Marie sollte in die Klinik gebracht werden, sie wurde auf eine andere Trage umgebettet, man hatte sie mit Sauerstoff versorgt, ihr eine Infusion angeschlossen. Paul kam zu Yes rüber: “Willst du mitfahren? Ich weiß zwar nicht, ob wir irgendwas machen können, aber so wie ich dich kenne, lässt du Marie nicht alleine, oder?“
Yes sah auf, ihren Trainer an,  nickte sofort, sie war immer an der Seite ihrer Freundin gewesen und das würde sich jetzt nicht ändern. Paul reichte ihr ein Taschentuch, welches sie dankend annahm. Sie wischte sich die Tränen ab, auch wenn immer weiter welche liefen. Schnell zog sie sich was über, schnappte sich ihre und Maries Tasche, die ihr Paul abnahm. Inzwischen war Marie schon im Rettungswagen, begleitet von ihrem Teamarzt und dem Notarzt und  wurde in die Klinik gebracht. Erschrocken sah sie Paul an: “Wohin bringen sie sie, die haben gar nichts gesagt!“
Beruhigend legte er den Arm um sie: „Ich weiß es, wir fahren mit dem Taxi nach, soll Tim mitkommen?“ Fürsorglich lag sein  Blick auf ihr. Sofort schüttelte sie den Kopf: „Bloß, nicht, der macht mich wahnsinnig!“
Überrascht sah Paul sie an: „Ich dachte, weil eben ...“
Sie sah ihn an: “Lass uns fahren, ich will zu Marie!“ Er nickte und sie gingen raus, wo schon ein Taxi auf sie wartete. Auf einmal sah Yes Paul an: “Maries Eltern, ich muss sie anrufen!“ Schon holte sie das  Handy raus, Paul sah sie an: “Das wird schon erledigt, Nina hat hat das übernommen!“
Yes steckte ihr Handy weg, ohne auf die eingegangene SMS zusehen: „Gut, oh Gott, bitte lass es nicht wieder ein Tumor sein ...“
Überrascht von ihren Worten sah Paul sie an: “Wieso meinst du das? Hat sie Probleme gehabt? Warum sagt ihr nichts, sie hätte gar nicht starten dürfen!“
Yes sah ihn an: “Verdammt, sie sagt doch nichts! Ich hab nur gesehen, dass sie immer mal wieder Kopfschmerzen hatte, was man ihr jawohl zugestehen darf, kann ich ahnen, dass das mehr ist?!“
“Schon gut, vielleicht hat es ja auch einen ganz anderen Grund!“  Yes nickte, befürchtete, aber, dass sie wohl recht behalten würde. In der Klinik angekommen, fragten sie sich zur Notaufnahme durch, wo sie dann auch auf den Teamarzt trafen, der sie auf den neusten Stand brachte. Marie war im Rettungswagen mal kurz zu Bewusstsein gelangt,  aber nur für einen kurzen Augenblick. Paul erzählte ihm von Yes´Verdacht, den er direkt den englischen Ärzten weiter gab und so wurde direkt eine Kernspintomografie von ihrem Kopf gemacht, der Yes Verdacht leider bestätigte. Der Tumor war nach gewachsen, und verhältnismäßig groß wohl, lag zudem in einen ungünstigen Bereich, was die Schwindelattacken erklärte. Sie wurden gefragt, ob sie Sehstörungen gehabt hatte, sofort nickte Yes, das Marie so neben den Ball geschlagen hatte, nur dass würde das erklären. Marie wurde auf die Intensivstation verlegt und dann glühten die Drähte zwischen der Insel und dem Kontinent heiß. Die englischen Ärzte telefonierten mit Maries Ärzten in Kiel, schickten ihnen die Bilder und es wurde beschlossen, Marie, sobald sie transportfähig war, nach Kiel in die Uniklinik zu verlegen, damit die Behandlung in einer Hand blieb. Yes durfte mal kurz zu Marie rein gehen.  Sie zog sich die Schutzkleidung über, setzte sich an ihr Bett, nahm ihre Hand, strich leicht über sie rüber. Leise sagte sie: „Süße, was machst du denn für Sachen! Warum bist du nur so verdammt stolz, dass hätte nicht passieren müssen!“
Leicht flackerte Maries Augen, ihre Lippen zuckten. Sofort beugte sich Yes zu ihrer Freundin runter, die mühsam ein paar Worte sagten. “Yes, bleib bei mir..“
Sanft strich sie ihrer Freundin über die blasse Wange: “Keinen  Angst Marie, ich bleibe, so lange man mich lässt! Ich bin immer für dich da!“

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