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7 - Flying Doctors - Erschütterungen

von mops1980
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Dr. Chris Randall Dr. Tom Callaghan OC (Own Character)
03.12.2014
01.01.2015
24
15.877
1
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03.12.2014 851
 
„Wie war das, als du Coopers Crossing verlassen hast? Was hat schließlich dazu geführt, dass du einfach verschwunden bist?“, fragte Kelly plötzlich.
Tom seufzte auf. Jetzt kam wohl das Gespräch, was sie eigentlich schon längst hätten führen sollen.
„Weißt du, an dem Abend vor dieser Kliniktour, stand Tanya plötzlich vor meiner Tür. An diesem Abend hat sie mir eröffnet, dass sie meine Halbschwester ist. Mich traf damals der Schlag. Mein Vater hatte meine Mutter betrogen? Ich konnte es mir einfach nicht vorstellen. Bei mir ist damals eine Sicherung durchgebrannt und ich wollte nur noch weg. Ich hab dann Geoff angerufen und ihn gebeten, die Kliniktour für mich zu übernehmen. Die ganze Nacht hab ich mit packen verbracht und habe Chris am nächsten Tag vor vollendete Tatsachen gestellt. Mit Engelszungen hat sie auf mich eingeredet, dass ich bleiben sollte, zumindest solange bis du von der Kliniktour zurück bist. Heute weiß ich, dass sie recht hatte. Aber ich konnte dir damals einfach nicht unter die Augen treten. Ich wollte einfach nur weg. Mein Weg führte mich direkt nach Sydney, zu Mom.“
„Wie hat sie reagiert, als du plötzlich bei ihr vor der Tür standest?“, fragte Kelly. Ihre Stimme bebte.
„Zuerst hat sie sich gefreut, dass ich da bin. Aber als meine Mutter hat sie natürlich ganz feine Antennen und hat gemerkt, dass etwas nicht stimmt. Als ich ihr alles erzählt habe und sie erfuhr, dass ich dich im Unklaren lassen wollte, war sie sehr aufgebracht. Wie Chris hat sie mit Engelszungen auf mich eingeredet, dass ich dich anrufen sollte.“
„Aber trotzdem hat sie dich immer wieder verleugnet, wenn ich angerufen habe.“, warf Kelly ein.
„Ja, das hat sie, weil ich es von ihr verlangt habe. Aber ihr war nie wohl dabei, das hab ich gemerkt. Ich hatte sogar damit gerechnet, dass sie dir irgendwann einfach sagt, dass ich bei ihr bin und du irgendwann einfach vor der Tür stehst. Machst du ihr Vorwürfe deswegen?“, wollte er wissen.
„Nein, das mache ich nicht. Sie ist deine Mutter und hat das getan, was jede Mutter für ihr Kind tun würde. Wie könnte ich ihr da einen Vorwurf machen? Zwischendurch hab ich tatsächlich mal überlegt, einfach ins nächste Flugzeug nach Sydney zu steigen. Aber dann musste ich wieder an deinen Brief denken, wo du mich gebeten hast, nicht nach dir zu suchen. Es ist mir sehr schwer gefallen, aber ich habe das respektiert. Hättest du dich gemeldet, wenn wir uns im Krankenhaus nicht begegnet wären?“, fragte Kelly.
„Ich denke schon irgendwann, aber unser Zusammentreffen im Krankenhaus hat definitiv dazu beigetragen, dass ich jetzt schon in Coopers Crossing bin. Ohne unser zufälliges Treffen, wäre ich jetzt wahrscheinlich noch in Sydney.“, erklärte Tom.
„Wann kam der Entschluss, nach Afrika zu gehen?“, wollte Kelly wissen.
Tom seufzte.
„Ich war völlig in Selbstmitleid versunken und saß im Wohnzimmer meiner Mutter. Der Fernseher lief mit einer Reportage über die Hungersnot in Eritrea. Da hab ich dann entschieden dorthin zu gehen. Für mich war es in dem Moment das einzig richtige, was ich tun konnte. Es war so viel passiert in den Wochen und Monaten zuvor. Und damit meine ich nicht nur Tanya oder Bills Tod. Der Angriff von Al Hewson hat auch irgendwo seine Spuren hinterlassen. Ich kam mit mir selber nicht klar und hatte das Gefühl, ein Versager zu sein.“
„Aber du bist doch kein Versager…“, erwiderte Kelly.
„Ich fühlte mich aber so. Ich hatte das Gefühl, jeder in Coopers Crossing würde mich anstarren und mit dem Finger auf mich zeigen. ‚Seht mal, da ist Dr. Callaghan, der Arzt, der großes Unglück über die Familie Hennessy gebracht hat.‘ Meine eigenen Probleme konnte ich nicht lösen, aber durch die Arbeit in Afrika konnte ich wenigstens anderen Leuten helfen, dachte ich zumindest. Ich brauchte einfach die Bestätigung, dass ich wenigstens dort etwas bewirken konnte. Aber das ist total nach hinten los gegangen. Ich bin fast daran kaputt gegangen, dass ich dort noch weniger helfen konnte. Eritrea war ein großes Wartezimmer und die Leute, die im Lager ankamen, waren schon sehr krank. Es war aussichtlos.“
„So aussichtslos wie unsere Situation?“, fragte Kelly vorsichtig und mit Tränen in den Augen.
„Ist sie denn aussichtslos?“, wollte Tom wissen und nahm Kellys Hand.
„Tom“, begann Kelly seufzend „ich liebe dich und werde dich wohl immer lieben. Aber wer garantiert mir, dass du beim nächsten Problem nicht wieder in einer Nacht- und Nebelaktion verschwindest?“
„Das war der größte Fehler, den ich je gemacht habe, dir nicht zu vertrauen und dich im Stich zu lassen. Du bist das Beste, was mir je passieren konnte und ich habe dich einfach fallen gelassen. Ich habe nur an mich gedacht und nicht daran, was ich dir mit meiner Flucht antue. Wenn ich könnte, würde ich die Zeit zurückdrehen, um dir das Leid zu ersparen, welches ich dir zugefügt habe. Es tut mir leid und ich kann nur hoffen, dass du mir diesen Fehler irgendwann verzeihen wirst.“
„Ich verzeihe dir. Wahrscheinlich hatte ich dir schon verziehen, als du vor ein paar Wochen vor meinem Haus standest. Nur hab ich es erst jetzt gemerkt.“, erwiderte Kelly lächelnd und drückte Toms Hand.
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