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7 - Flying Doctors - Erschütterungen

von mops1980
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Dr. Chris Randall Dr. Tom Callaghan OC (Own Character)
03.12.2014
01.01.2015
24
15.877
1
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03.12.2014 543
 
Kelly zögerte keine Sekunde und folgte Tom nach draußen. Inzwischen regnete es sehr stark und ein heftiger Wind wehte.
Der Wind zerrte an ihrer ausgebeulten OP-Kleidung und zerzauste ihr Haar. Der Regen peitschte ihr ins Gesicht und in der Dunkelheit konnte sie kaum etwas erkennen. Wo war Tom? Wo könnte er hingegangen sein? Einer Intuition folgend verließ Kelly das Krankenhausgelände.
Sie stand an der Straße vor der Zentrale und überlegte, in welche Richtung sie gehen sollte. Einer weiteren Intuition folgend ging sie an Emmas Garage vorbei.
Als ein Blitz die Nacht erhellte, sah sie ihn. Er saß im Pavillon, die Hände auf die Knie gestützt und starrte mit leerem Blick in die Dunkelheit. Mit klopfendem Herzen setzte Kelly sich zu ihm.
„Tom?“
„Verschwinde Kelly! Lass mich in Ruhe.“
„Nein, das werde ich nicht!“ Sie saß so dicht neben ihm, dass sie ihn hätte berühren können. Doch Kelly wusste, dass dies nicht der richtige Zeitpunkt war. Noch nicht. Tom war zu verletzlich. Eine einzige falsche Bewegung konnte alles verderben. Tom war sehr aufgewühlt. Und so saß sie einfach nur neben ihm.
Bewegungslos. Eine Minute verging, dann noch eine. Am liebsten hätte Kelly geweint. Sie hatte keine Ahnung, wie sie ihm helfen konnte.
Doch dann hörte sie ein Geräusch. Eine Art unterdrücktes Lachen? Unmöglich! Zu Kellys Entsetzen entpuppte sich das Geräusch als was ganz anderes.
Tom weinte. Es war ein schreckliches, quälendes Schluchzen, das aus seiner Kehle drang. Kelly konnte sich nicht erinnern, dass sie ihn jemals hatte weinen sehen. Nicht mal, als Bill damals gestorben war.
Auch Kelly liefen jetzt die Tränen über die Wangen. Sie konnte sich nicht länger zurückhalten. Wortlos schlang sie die Arme um Tom und zog ihn so dicht wie möglich an sich. Er ließ es geschehen. Kelly hatte das Gefühl, er würde sich an sie klammern, als wenn er ihren Halt suchte. Sie wünschte, sie könnte ihm ein wenig von der furchtbaren Trauer abnehmen, die ihn quälte. Ihn so leiden zu sehen, war für Kelly schier unerträglich. Es gab wirklich keinen Zweifel daran, sie liebte ihn noch immer über alles.
Sie konnte sich später nicht mehr daran erinnern, wie lange sie so eng umschlungen dort gesessen hatten. Inzwischen waren sie völlig durchnässt vom Regen, der seitlich in den Pavillon reinkam.

Tom löste sich irgendwann von ihr. Er fühlte sich plötzlich merkwürdig befreit, als wenn eine große Last von ihm gefallen war.
„Danke!“, sagte er einfach nur.
„Wofür?“, fragte Kelly.
„Dafür, dass du hier bist, mir Halt gibst.“
„Schon okay. Es tut mir leid, dass wir Chloe nicht retten konnten.“
„Wir hätten es gekonnt, wenn wir die Verletzung früh genug bemerkt hätten.“ Tom spürte, wie ihn die Traurigkeit wieder überfiel. Doch er wollte nicht noch einmal darin versinken. „Es hätte nicht passieren dürfen.“, seufzte er.
„Nein, natürlich nicht. Unter normalen Umständen hätte man sie viel gründlicher untersucht. Aber bei den vielen Verletzten war dafür keine Zeit. Und sie klagte nun einmal nur über Schmerzen im Arm. Wir können es nicht mehr ändern.“, meinte Kelly.
„Ich weiß, aber trotzdem hat mich ihr Tod sehr mitgenommen. Weißt du, in Afrika hatten wir oft nicht die richtigen Mittel zur Verfügung, um zu helfen. Aber hier, in Coopers Crossing, gibt es die richtigen Mittel.“, erklärte Tom.
Eine Weile saßen sie schweigend nebeneinander.
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