Love is a fickle thing - One day it's roses, another day it's thorns

GeschichteDrama, Romanze / P12 Slash
Oliver Sabel
02.12.2014
06.12.2015
100
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02.12.2014 675
 
Olli sah ihn an. „Das tut mir leid.“ Er füllte das Glas neu. Danach sah er sich im No Limits um. Drei Tische waren noch belegt: einer von einem einzelnen Mann, einer von einem turtelnden Pärchen, und einer von drei Mädels. Das Pärchen und die gruppe wollten zahlen. Olli kassierte die beiden Tische ab, und kam dann wieder hinter die Theke. Sebastian sah gedankenverloren auf den Boden des leeren Schnapsglases, während Olli sich daran machte, Gläser abzutrocknen. „Wie konnte sie mir das nur antun?“, seufzte Sebastian nach ein paar Minuten. „Ich verstehe das einfach nicht.“ Olli sah ihn an. „Das tut man nie.“ „Weißt du, ich dachte, trotz aller Intrigen, aller Boshaftigkeit liebt sie mich und würde mich nie betrügen.“ Sebastian schüttelte den Kopf. „Wir haben eine Tochter zusammen! Wieso wirft sie das alles einfach so weg für eine Affäre?“ Olli wusste keine Antwort darauf. Er ließ seinen Blick noch einmal durchs No Limits wandern. Bis auf den Kerl dahinten war die Bar leer. Er nahm sich ein Schnapsglas, und schenkte sich und Sebastian ein. „Liebeskummer ist scheiße.“, seufzte Olli. Sebastian sah ihn überrascht an. „Das klingt, als ob du auch Liebeskummer hättest.“ Olli winkte ab. „Nicht so wichtig.“ Er nahm sich das Glas, stieß mit Sebastian an, und die beiden kippten den Wodka runter. Olli verzog das Gesicht und musste husten. „Aber was verschlägt dich hierher? Ich dachte, der Weinkeller derer von Lahnsteins ist unerschöpflich. Wieso besäufst du dich nicht zu Hause?“, wollte Olli wissen. Sebastian sah ihn an. „Erstens, weil „es“ dort passiert ist – in unserem Bett!“ Sebastian schloss kurz die Augen, um den Stich ertragen zu können. „Und zweitens, weil ich heute keine Lust auf die ständigen Intrigen meiner Familie habe. Ich brauch einfach mal ein bisschen Zeit für mich. Und drittens…“ Sebastian sah über die Schulter. „Erinnerungen.“ Olli nickte. „Ich weiß was du meinst. Ich hab hier auch total viel erlebt.“

Die beiden unterhielten sich lange. Sebastian wurde zusehends betrunkener, und auch Olli merkte den Wodka langsam, auch, wenn er nicht so schnell trank, wie Sebastian. „Un‘ wassis bei dir inner Liebe so los?“ Sebastian fing langsam an, zu lallen. Olli sah ihn an. „Ach, mein Kerl ist irgendwie unerreichbar. Bei ihm ist in der Vergangenheit was passiert, was ihn daran hindert, ohne Wenn und Aber lieben zu können. Er kann einfach nicht loslassen.“ Sebastian nahm sich die Wodkaflasche und prostete Olli zu. „Auf unerreichbare Partner!“

Die beiden schwelgten ein wenig in Erinnerungen. Christian, Lydia, Gregor, das alte No Limits. Schließlich kamen sie auf ein Thema, von dem sie sich geschworen hatten, dass sie nie ein Wort darüber verlieren würden. Sebastian fiel es plötzlich ein. „Erinnerst du dich, damals, in der Stadt, als wir uns zufällig getroffen haben?“ Olli musste kurz nachdenken, dann fiel es ihm wieder ein. „Ja, klar, wir haben uns doch diesen Amarena Eisbecher geteilt. Und dann…“ Sebastian nickte. Olli grinste ihn an.

Der letzte Gast, der bis eben noch an einem Tisch etwas entfernt gesessen hatte, kam zur Theke. „Ich würde gerne zahlen.“ Olli wand sich ihm zu, und bemühte sich, möglichst nüchtern zu klingen. „Klar. Sekunde.“ Olli drehte sich kurz zur Kasse, und ließ den Bon raus. „Ein Kaffee und ein Wasser, das macht dann 5,80.“ Der Mann holte einen 10 Euro Schein heraus, legte ihn auf den Tisch, und schob ihn zu Olli rüber. Olli nahm in entgegen, als der Typ seine Hand streifte. Olli sah dem Mann in die Augen. Er sah gut aus. Der Mann blinzelte ihm zu. Sebastian, trotz der Tatsache, dass er ziemlich voll war, bemerkte die Flirterei der beiden. Sebastian legte einen 50 Euro Schein auf den Tresen, stand auf, und schwankte langsam Richtung Ausgang.

Am nächsten Tag wachte Olli mit einem schlimmen Kater auf. Als er die Augen aufschlug, machte er sie gleich wieder zu. Meine Güte, war das hell. Sein Schädel brummte. Ganz langsam und vorsichtig öffnete er die Augen leicht, und sah sich um. Er lag in seinem Bett. Er drehte den Kopf und erschrak. Da schlief jemand neben ihm.

Und es war nicht Jo!
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