Love is a fickle thing - One day it's roses, another day it's thorns

GeschichteDrama, Romanze / P12 Slash
Oliver Sabel
02.12.2014
06.12.2015
100
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02.12.2014 519
 
Olli ging traurig durch die Straßen Richtung WG. Das, was gerade passiert war, hatte ihm einiges abverlangt. Aber er musste einfach so handeln. Er musste Jo klar verständlich machen, dass der nicht so mit ihm umspringen konnte. In einem Moment war er der beste Mann, den man sich als Partner wünschen konnte, im nächsten Moment war er dieser emotionelle Eisblock, und Olli stand da wie ein Kind vor einer verschlossenen Tür. Olli machte sich ganz klein, und setzte seine Kapuze auf. Es war kalt. Als er sich schließlich seinem Zuhause näherte, wurden seine Schritte langsamer. Er konnte da jetzt nicht hochgehen. In der WG waren jetzt Bella und Sascha, denen er nur wieder sein Herz ausschütten und alle Schuld bei sich suchen würde, und die ihn dann mit gut gemeinten Ratschlägen zu Seite stehen würden. Er konnte sie schon hören. „Jo muss man einfach zu seinem Glück zwingen.“ Sie hatten ja keine Ahnung. Er hatte Jo versprochen, niemanden von dessen trauriger Geschichte rund um seinen Exfreund Sam zu erzählen; das war Jo zu privat und beschäftigte ihn immer noch sehr, und Jo war nicht der Typ, der sein Innerstes nach außen kehrte; solche Dinge machte er lieber mit sich selber aus.

Außerdem musste Olli jetzt standhaft bleiben. Jo musste den nächsten Schritt auf ihn zu machen, so schwer er auch war. Da konnte Olli ihm keinen Millimeter entgegenkommen. Aber wohin dann? Plötzlich senkte sich sein Blick: Im No Limits war gerade Hochbetrieb. Das war genau das, was er jetzt brauchte: Ablenkung. Die Angestellten waren ziemlich am Rotieren. Prima, da konnte er ja gut aushelfen. Gesagt, getan. Olli betrat das No Limits, trat hinter den Tresen zu Leni, die ihn dankbar ansah, legte seine Jacke ab, und machte sich daran, die Bestellungen zu bearbeiten.

Es stimmte, die Arbeit lenkte ihn von seinen Sorgen um Jo ab. Er wusste, warum er durch und durch Barkeeper war. So langsam ebbte das Abendgeschäft ab, das volle No Limits leerte sich langsam. Er schickte Leni und die anderen beiden nach Hause. „Den Rest schaff ich alleine.“, sagte Olli mit einem Lachen im Gesicht. Er staunte nicht schlecht, als jemand zur Tür reinkam, mit dem er gerade so gar nicht gerechnet hatte. „Ich glaube es nicht! Es muss doch Jahre her sein, dass du in diesen vier Wänden warst!“ Es war Sebastian von Lahnstein. Er sah mitgenommen und niedergeschlagen aus. „Hallo Olli. Bekomm ich bei dir noch was zu trinken?“, fragte er matt, während er sich auf einen der Hocker setzte. „Na klar, was darf’s denn sein?“, fragte Olli und sah Sebastian einladend an. „Einen Wodka. Halt. Einen doppelten!“ Olli stellte ein Schnapsglas vor Sebastian und füllte es. Sebastian kippte es sofort runter. Er verzog das Gesicht. „Noch einen!“ Olli goss nach, und wieder kippte Sebastian den Wodka runter wie Wasser. „Noch einen!“ Nun klangen bei Olli sämtliche Alarmglocken. Dieses Szenario hatte er in seinen vielen Jahren als Barkeeper schon zu oft erlebt. „Was ist los?“, fragte er Sebastian. Als Barkeeper war er immer auch ein wenig Kummerkastentante. Sebastian atmete durch, und fuhr sich mit den Händen durchs Gesicht. „Tanja hat mich betrogen!“
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