Love is a fickle thing - One day it's roses, another day it's thorns

GeschichteDrama, Romanze / P12 Slash
Oliver Sabel
02.12.2014
06.12.2015
100
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„Ich kann das nicht mehr!“, presste Olli heraus. „Ich halte es nicht mehr aus. Immer wieder wirfst du mir ein Häppchen hin, nur, um es dann wieder wegzunehmen, wenn ich irgendetwas Falsches tue oder sage.“ Jo stand da und hörte sich Ollis Beschwerde an. Innerlich verstand er ihn, und er hasste sich dafür, dass er es schon wieder getan hatte, aber er konnte Sam nicht so einfach von heute auf Morgen loslassen. „Olli!“, sagte er sanft und schaute ihn wieder mit diesen sehnsüchtigen Augen an. „Lass es, Jo!“, erwiderte Olli energisch. Immer, wenn Jo diesen Blick aufsetzte, wurde Olli schwach; da konnte er nichts dagegen tun. Dann war er wieder Wachs in Jos Händen. Olli wand sich von Jo ab. „Ich hab es satt, ständig auf Rasierklingen zu tanzen, nur, um deine Gefühle nicht zu verletzten.“ Jo kam zu Olli, schlang die Hände um seine Hüften, und legte seinen Kopf auf Ollis Schulter. „Ich bin dir dafür auch unendlich dankbar, dass du mir die Zeit gibst, die ich brauche, Olli!“ Jo gab Olli einen zärtlichen Kuss auf die Wange. Olli schloss die Augen. „Bleib stark, Olli, du musst jetzt stark bleiben, sonst kommt eure Beziehung nie auf die nächste Stufe!“, meldete sich Ollis Kopf. „Nur noch eine Sekunde mehr, nur noch eine klitzekleine Sekunde mehr!“, antwortete Ollis Herz darauf. Schließlich löste Olli Jos Griff und drehte sich herum. „Jo, ich respektiere deine Trauer um Sam. Aber bitte, vergiss nicht, dass ich auch noch da bin. Ich habe dir schon einmal gesagt, eine Affäre reicht mir nicht. Ich will mehr. Ich will alles. Ich will dich!“ „Ich weiß nicht, ob ich das schon kann, Olli, wieder jemanden in mein Herz zu lassen.“, sagte Jo und klang dabei etwas hilflos. „Aber irgendwann musst du doch wieder anfangen, zu leben, Jo. Und zwar im Hier und Jetzt.“ „Das weiß ich, Olli, aber es ist so verdammt schwer.“ Olli fuhr sich mit einer Hand durchs Haar. „Ich sollte jetzt besser gehen.“ „Nein, Olli, bitte, bleib!“ „Es tut mir Leid, Jo, aber wenn ich jetzt bleibe, verlier ich mich. Und das will ich nicht. Ich muss stark bleiben! Ich brauch jetzt erst einmal etwas Abstand von uns.“ Mit diesem Worten ging er die Stufen hinauf zur Wohnungstür, öffnete sie, und trat hinaus. Drinnen stand Jo da. Hilflos. Einsam. Verlassen. Die Tür fiel hinter Olli ins Schloss. Olli atmete durch. Das hatte wehgetan. Aber es war wichtig. Für sie beide. Er hatte das Richtige getan, oder? Olli drehte sich um und streckte die Hand aus, um an die Tür zu klopfen. Zur gleichen Zeit streckte Jo innen die Hand aus, um die Tür zu öffnen, und Olli hinterher zu rennen, und ihn zurückzuholen. Aber beide ließen ihre Hand sinken. Während Olli ging, ging Jo die Treppen hinunter, nahm sich Sams Bild, und ließ sich aufs Bett fallen. Mit den Fingerspitzen strich er über das kalte Glas. „Sam“, flüsterte Jo. Dann dachte er an Olli, der es doch irgendwie geschafft hatte, sich den Weg in sein Herz zu erkämpfen. Er wollte seine Gefühle für Olli zulassen, aber es fühlte sich an, als würde er dadurch Sam verraten. In diesem Zwiespalt drohte Jo, den Verstand zu verlieren. Er schaute an die Decke, und eine Träne rann ihm seitlich das Gesicht hinunter.
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