Daddy...

von Ketsu
KurzgeschichteDrama, Schmerz/Trost / P12
02.12.2014
02.12.2014
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(Big Daddy)
Mein Leben lang, hatte ich sie beschützt. All die Zeit, hatte ich sie vor allen Gefahren Raptures bewahrt. Kein Splicer hatte sie je berührt, sie Alle hatten einen grausamen Tod durch meinen Bohrer erfahren. Immer sorgte ich dafür, dass sie ungestört das ADAM von den Leichen die sie „Engel“ nannte,sammeln konnte. Immer war sie fröhlich, tanzte, sang und hüpfte unbekümmert durch die kaputten, dunklen Gänge dieser trostlosen, chaotischen Unterwasserwelt, die sich Stadt schimpfte. Mir konnte es egal sein, ich habe sie immer nur beschützt. Das war meine Aufgabe. Mein Lebenszweck. Nie hatte ich etwas anderes getan. Doch nun, hatte ich versagt. Ich hatte gegen einen Gegner verloren, der mich einfach mit seiner Vielzahl an Waffen und Plasmiden überwältigt hatte. Ich war geschlagen. Ich würde sie nicht mehr beschützen können, nie mehr... Warum? Warum musste ich sie hier alleine lassen, in dieser Welt voller Wahnsinn und Gewalt? Ich konnte sehen, wie sie sich weinend zu mir herunterbeugte und rief: „Nein! Steh auf, Mister Bubbles! Steh auf!“ Am liebsten hätte ich ihr geantwortet, doch anstatt Worten, verließ nur ein tiefer, wehklagender Seufzer meinen Helm. Ich wollte aufstehen, ich wollte sie hier nicht alleine lassen! Doch ging es nicht. Ich war eingesperrt in diesem Tauchanzug, der sich jetzt tonnenschwer anfühlte. Ich bin schuld. Sie würde nun sterben, nur weil ich sie nicht beschützen konnte. Hätte ich weinen können, hätte ich es jetzt getan. Ich wollte bei ihr bleiben, sie weiterhin vor Alles und Jeden beschützen. ICH WILL SIE NICHT VERLASSEN! Doch konnte ich nicht verhindern, dass ich langsam das Bewusstsein verlor.
Ich sah noch, wie der Fremde sie hochhob und sie am Kopf berührte. Dann begann das Leuchten. Das hatte ich schon einmal gesehen: So hatte jemand eine andere Little Sister zurück in einen Menschen verwandelt. Jetzt wünschte ich mir, lächeln zu können. Sie würde zwar ihren Daddy verlieren, bekam aber dafür das, was ich erst jetzt in meinem Tod erfuhr: Freiheit... Dann wurde es endgültig schwarz in meinem Verstand...
(Little Sister)
Ich war gerettet. Der Mann, der ihn besiegt hatte, hatte mich gerettet. Eine Ewigkeit hatte ich mich in einem Lüftungsschacht versteckt, so wie es mir der Mann geraten hatte. Doch nun, wo Stille herrschte, kletterte ich hinaus und sah ihn mir an: Den Big Daddy, der mich über all die Zeit beschützt hatte. Mehrere seiner Bullaugen an seinem Kugelkopf, waren zerschossen und er saß da, als würde er schlafen. Doch konnte man nicht den Bohrer übersehen, mit dem er mich die gesamte Zeit über beschützt hatte. Er war zwar ein Monster und sah auch so aus, aber war er böse, nur weil er mich verteidigte? Musste er sterben, damit ich befreit werden konnte? Ich war zwar froh frei zu sein, doch fehlte er mir. Sein Geruch, den die Meisten als abscheulich bezeichnen würden. Das grüne Leuchten hinter dem Glas, wenn er mich ansah. Seine tiefe „Stimme“, wenn er nach mir rief. Sogar das Geräusch seines Bohrers, fehlte mir so sehr. Er war fort. Die einzige Person, die sich um mich gekümmert hatte, war fort. Ich weinte. Eine Stunde stand ich da vor der Leiche des Big Daddys und weinte um ihn. Da sah ich etwas auf dem Boden: Eine Puppe. Sie war aus Draht gefertigt, und sah aus, wie ein Big Daddy: Der Kopf, war ein Baseball in dem man eine Menge Nägel geschlagen hatte und auf dem Rücken, trug er eine kleine Dose als Sauerstofftank. Sogar der Bohrer war mit einem Korkenzieher dargestellt. Ich hob die Puppe auf und eine letzte Träne rann mir über die Wange als ich flüsterte: „Daddy...“
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