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[Adventskalender] Remember

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Mystery / P12 / Gen
Castiel Lysander Nathaniel
01.12.2014
24.12.2014
24
15.044
2
Alle Kapitel
12 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
01.12.2014 516
 
Alles beginnt mit einer Geschichte, die dir ihren Atem entgegen haucht. Sie streckt ihre Arme nach dir aus und greift nach dir, bis sie sich schließlich in dein Herz schleicht und dich behutsam berührt. Es ist ganz egal, was für eine Geschichte es ist. Eine jede tut das, manche mehr, manche weniger. Doch sie alle ergreifen dich irgendwann. Diese Geschichte wird lange nicht zu Ende gehen. Sie ist wie ein Märchen. Eine lange Geschichte.

Leicht zitterte ich, während ich ihr hinterher sah, als sie um die Ecke bog. Ich wusste, dass sie genau in diesem Moment Tränen unterdrückte und all ihre Gefühle in einen Kasten sperrte, damit sie nicht an die Oberfläche kamen.
Und ich wusste, dass es meine Schuld war. Ich war schuld an ihrem Schmerz. Aber ich hatte keine andere Wahl gehabt. Ich hatte Melody abweisen müssen, da war keine andere Möglichkeit gewesen. Leicht schluckte ich und sah in ihre Richtung, wo sie wie immer gedankenverloren saß und zeichnete. Sie war es. Es war immer nur sie gewesen. Und während ich so da stand und jede ihrer kleinsten Bewegungen beobachtete, wollte ich sie berühren und in meine Arme schließen. Doch ich tat es nicht, blieb wo ich war und sah zu ihr hinüber. Neben ihr stand er und sah ihr über die Schulter. Wenn man genauer hinsah, bemerkte man den leichten Rotschimmer auf ihren Wangen und das verlegene Lächeln auf ihren Lippen. Eifersucht kalt wie der eisige Winter, in dem wir uns befanden, packte mich und ich wollte weinen, doch ich tat es nicht. Stattdessen lächelte ich, weil sie lächelte. Solange sie lächelte, war alles in Ordnung. Ich hätte es niemals ertragen, sie traurig zu sehen.
Er war das komplette Gegenteil von mir, der ihr nun so nahe war, während ich so weit weg stand. Er war neu an die Schule gekommen und hatte sie mir gestohlen, die ich sie immer wieder beobachtete. Viola Perkes war meine erste große Liebe und sie war so schön. So still, dass niemand sie bemerkte. Sie war unsichtbar und doch sah ich sie. Aber auch er sah sie und das war gut so. Je mehr die außergewöhnliche Viola Perkes sahen, desto besser. Je mehr sie liebten, desto besser. Denn ich kannte das Gefühl, unsichtbar zu sein und niemals hätte ich dieses Schicksal für sie gewählt. Aber man kann sich nicht aussuchen, wie die Dinge stehen. Viola Perkes Herz gehörte Alexy Nelton. Aber sie würde niemals ihm gehören, doch es machte mich traurig. Wenigstens sie sollte glücklich sein. Auch wenn es ihr vielleicht nicht einmal etwas ausmachte, dass er nichts für sie empfand. Ich hätte sie gerne zum Lachen gebracht. Ich war sicher, dass ihr Lachen wunderschön war, doch ich hatte es nie gehört. Ich musste es einfach glauben. Alexy Nelton konnte es, dessen war ich mir sicher. Doch jener Junge interessierte sich nicht für Mädchen, nicht für sie. Er war es nicht, der ihr das Lächeln ins Gesicht zaubern konnte. Ich jedoch musste einen Weg finden.
Ich, Nathaniel Dutch, würde Viola zum lachen bringen.
Das war es, wie diese Geschichte begann. Mit dem Wunsch nach einem Lachen.
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