Wünsche

von Thainwyn
DrabbleAllgemein / P12
Eboshi
01.12.2014
01.12.2014
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Disclaimer: Mir gehört nichts, alles gehört Hayao Miyazaki. Ich leihe mir die Charaktere nur aus und habe auch nicht vor, Geld hiermit zu verdienen.
Hauptpersonen: Eboshi-sama, Jigo
Anmerkungen: Dies hier ist mein Beitrag zum „Film Drabbles“ von AuctrixMundi. Mein Wichtelkind ist Arzani92, und meine Vorgaben waren, den kleinen Dialog „Und was tust du, wenn sich all deine Wünsche erfüllt haben?" "Alte Rechnungen begleichen!" in einem 300er Drabble einzubringen.
Ich habe hier Herrin Eboshi und Jigo gewählt, und bin mir bewusst, dass man eigentlich nicht so viel über ihre Hintergründe weiß; ebenso nicht, was Jigo eigentlich genau will. Er ist für mich ein sehr faszinierender Charakter, eine Art Joker-Charakter – man kann ihn nicht durchschauen, dafür durchschaut er alle anderen und ist sehr gerissen. Dies hier spielt natürlich vor den eigentlichen Geschehnissen in Prinzessin Mononoke.
Ich wüsche viel Spaß beim Drabble, und an Arzani92 – ich hoffe, dass es dir (trotz vielleicht ungewöhnlicher Charaktere) gefällt! :)




Wünsche





Sie saßen beide auf den tatami-Matten, zwischen sich ein kleines Tischchen mit Sake. Sie hatten gerade einen Handel abgeschlossen, und Eboshi würde behaupten, dass dieser Handel außerordentlich erfolgreich war. Sie hatte Feuerwaffen bekommen; Gewehre, mit denen sie endlich den wilden Tieren des Waldes, die die Produktion ihrer Schmelzöfen bedrohten, Herr werden konnte.
Sie betrachtete den Mann vor sich. Eine große, rote Nase und ein beachtlicher Leibesumfang – ein Mönch, seinen anfänglichen Worten nach.
Eine Lüge, wie sie nun wusste. Ein einfacher Mönch verkaufte keine Feuerwaffen an die Herrin der Stadt.
Sie hatte es schon am Anfang geahnt und deshalb den Sake herausgeholt. Manche Männer redeten freier und leichter, wenn sie nur genug Alkohol vor sich stehen hatten.
Jigo war sein Name, obgleich sie daran zweifelte. Ein Mann, der sich als Mönch ausgab, konnte alle möglichen Namen tragen – er könnte sogar ein Spion der Samurai sein.

„Herrin Eboshi“, sprach er sie in diesem Moment an, und seine Stimme klang leicht verwaschen. Seine Augen jedoch zeigten keinerlei Anzeichen von Alkoholeinfluss; sie waren klar und aufmerksam. Wachsam, beinahe. „Darf ich fragen, wozu Ihr diese Waffen braucht?“
„Verteidigung gegen die Tiere des Waldes“, antwortete sie. „Und gegen Jene, die dieser Stadt Schaden zufügen wollen.“
Jigo neigte den Kopf. „Edle Gründe“, bemerkte er und zuckte dann beiläufig mit den Schultern. „Es heißt, dass man sich diese auch erfüllen kann, wenn man den Kopf des Waldgottes haben soll.“
Für einen Moment erstarrte sie, lächelte dann jedoch gezwungen. Womöglich hatte er irgendwo Gerede aufgeschnappt. Das konnte sie ihren Mädchen schließlich nicht verbieten.
„Der Waldgott“, wiederholte sie langsam, innerlich angespannt. „Er soll ewiges Leben bringen.“
„Was Zeit genug wäre, alle Wünsche zu erfüllen.“
Sie blickte ihn an, die Augen verengt. „Und was würdet Ihr tun, wenn sich all Eure Wünsche erfüllt hätten?“
Und Jigo lächelte schief.

„Alte Rechnungen begleichen.“


ENDE


Nachwort: Ich weiß nicht recht, was genau Jigo von Beruf ist – Kopfjäger (im wahrsten Sinne des Wortes), Spion der Samurai oder gar des Kaisers – klar ist jedoch, dass er auf keiner richtigen Seite steht und für sich selbst kämpft... und auch noch unglaubliches Glück hat. Die Aktion mit dem Stehlen des Kopfes ist doch unglaublich knapp für ihn ausgegangen.
Nun ja, noch ein Grund mehr, weshalb er interessant ist. *g*
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