Sag mal, was hast du genommen? Ambrosia Version

GeschichteHumor, Fantasy / P12
Annabeth Chase Jason Grace Leo Valdez Nico di Angelo Piper McLean Thalia Grace
30.11.2014
28.05.2020
10
20.944
3
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Dieses Kapitel
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23.05.2020 1.641
 
Heute kommt doch tasächlich wieder ein Kapitel - nicht nach einem Jahr, nicht nach einem Monat, nicht nach einer Woche - nein, nach einem schlappen Tag. Ziemlich stark von mir, meiner Meinung nach. Ist ein bisschen ein Zwischenkapitel, lässt das letzte auslaufen und bildet die Prämisse fürs nächste aber irgendwie hab ich es geschafft, dass sich zwischen den Aufgaben eine Art roter Faden bildet. Weiß noch nicht so wo er hinführt aber ich hangel mich lang. Und nun, fühlt euch unterhalten!

*****

Aufgabe: Nico und Jason treffen sich bei McDonalds. Jason hasst McDonalds. Warum ist er trotzdem dort?

Ein Autofahrer machte eine unflätige Geste gen Jason, der immer noch auf dem Autobahn-McDonalds Parkplatz herumhing und nicht wusste, wohin mit sich. Aber nach dem Mittelfinger-Zwischenfall waren ihm die Gesten dahergelaufener Autofahrer auch herzlich egal.
Was ihm dagegen ganz und gar nicht egal war, war die folgende Situation:
Er war allein bei einem McDonalds mitten in einem Nirgendwo, was er nicht ansatzweise benennen konnte.
Er war noch immer vollkommen kaputt von seiner Zeit bei den Jägerinnen und hatte immer noch ein fleckiges Hemd an.
Es war eine Weile her, dass er etwas gegessen hatte, es wurde langsam spät und dämmerte und zu allem Überfluss hatte er weder Drachmen noch Sterblichengeld bei sich.
Und noch dazu hasste er McDonalds eigentlich einfach. Das Essen war schlecht, die Stimmung auch und er war misstrauisch gegenüber Fastfood-Ketten seit Percy ihm von seinem Hydra-Zwischenfall erzählt hatte, der ihm mit dreizehn passiert war.

Was mochte McDonalds wohl für ein Monster ausspucken, wenn es bei Monster Doughnut die Hydra gewesen war?, fragte sich Jason und kniff misstrauisch die Augen zusammen.
Es bewegte sich etwas in einem Schatten. Sofort riss er seine Augen wieder auf!
Würde er jetzt wohl erfahren müssen, welches Monster zu McDonalds gehörte? Was erwartete ihn?
Routiniert und alarmbereit zog er seinen Gladius und trat einen wackeren Schritt auf die Bewegung im Schatten zu, die sich jetzt manifestierte, er stürzte mit erhobenem Schwert auf sie zu, bereit, sie zu empfangen – und hielt Nico di Angelo das Schwert an die Kehle.
„Sind das jetzt also die neuen Sitten?“, erkundigte sich dieser interessiert und schielte nach unten in Richtung Schwert. Jason kam sich unglaublich dumm und sprunghaft vor. Es würde noch so weit kommen, dass er ein Reh abmurkste, was sich anmaßen würde, aus dem Wald heraus zu treten.
Was war selbstverständlicher für Nico di Angelo als aus dem Schatten eines McDonalds Parkplatz zu schreiten?

„Nein, das ist -“, setzte Jason an und suchte fieberhaft nach Worten, die diese Situation auch nur ansatzweise hätten erklären können. Leider fand er sie nicht. Vermutlich versteckten sie sich in den Schatten von irgendeinem Burger King in seinem Gehirn.
Stattdessen senkte er einfach lahm sein Schwert und ließ Nico lässig weiter ins Licht kommen. Obwohl er noch ein bisschen schattig aussah.
„Sag mal-“, begannen sie gleichzeitig und brachen gleichzeitig wieder ab und starrten sich kurz an, bis durch gute Augenkommunikation geklärt werden konnte, dass Nico zuerst reden sollte.
„Sag mal, was machst du überhaupt hier?“, beendete der seine durchaus sehr berechtigte Frage erfolgreich. Tja. Was machte er hier? Eis essen?
„Ich, ähm. Okay hör zu, ich mach es kurz“, beschloss Jason kurzerhand, die Sache abzukürzen, aber Nico hob die Hände, um ihn abermals zu unterbrechen.
„Nee, nee, nee, ich will die ganze Geschichte hören, aber ich hab Hunger. Lass uns reingehen.“
Gemeinsam schlenderten sie über den Parkplatz auf das erleuchtete Restaurant zu. Mit Nico fühlte es sich sehr viel natürlicher an, über McDonalds-Parkplätze zu schlendern. Er passte in das Ambiente, auch wenn Jason nicht genau hätte sagen können, woran das eigentlich lag.

„Ich hab auch Hunger“, bemerkte Jason ein wenig beschämt an, als sie drinnen vor der Kasse standen. Zum Glück waren sie nicht ins McCafé gegangen, er hätte die Verkäuferin nur ungern wieder gesehen.
Ein kleines Grinsen huschte über Nicos Gesicht und er nickte kurz.
„Bitte kein Happy Meal“, bat Jason kurz vor der Kasse und erntete eine hochgezogene Augenbraue: „Jetzt auch noch Ansprüche stellen, hm? Keine Sorge, aus dem Happy Meal bin ich rausgewachsen. Weißt du was, du bist ein großer Junge, du darfst dir dein McMenü selbst zusammen stellen.“
Jason tat so, als würde er Nicos übertriebenes Augenrollen nicht bemerken, als er artig Chicken Wrap, Salat und Orangensaft bestellte, gefolgt von Nicos Big Mac, Nuggets, Pommes und Milchshake. Auch Nico tat so, als würde er Jasons strafende Blicke nicht bemerken – kurz jedenfalls, dann wurde er schwach.
„Die Nuggets und die Pommes sind für die Geister, du Fitnessboy!“, rechtfertigte er mit vorgeschobenen Kinn, „Die mögen keinen Salat!“

Laut lachte Jason auf und die Bedienung schaute ein wenig irritiert, als sie ihnen die Bestellungen zuschob und sie sich in Richtung Tische bewegten.
„Ich hab wirklich keine Lust zu sterben, wenn es mir dann attraktiv erscheint für Pommes und Nuggets zu erscheinen, aber so sind die Geschmäcker eben verschieden.“
„Das sind sie offensichtlich.“ Herzhaft riss Nico mit seinen Zähnen ein Loch in den Burger, Jason schaute den schmächtigen Jungen an und fragte sich, wohin sich das eigentlich alles verflüchtigte.

„Und jetzt erzähl, wie kommt es, dass du dich, mit deinem offensichtlich sehr viel besseren und distinguiertem Geschmack dich hierher verirrt hast!“

Und Jason erzählte. Von hinten bis vorne, von seinem Versagen bei den Jägerinnen (hervorgerufen von einem blöden Justin-Bieber-Konzert, bei dem Nico als lustige Anekdote einwarf, dass er da auch hatte hingehen müssen), von dem misslungenen Versuch, ein wenig nette Familienzeit zu haben, inklusive Chiones Fluch und seiner Misere, von Thalia zurück gelassen zu werden.
Mit Bravour brachte er die Geschichte zuende mit Nico, der aus den Schatten erschien.

„So. Nun. Und kannst du mir sagen, wo wir hier sind und vielleicht auch, warum du selber hier bist?“, gab Jason den imaginären Redestab weiter. Unter anderem auch deswegen, um sich gepflegt seinem Essen widmen zu können, in welches er reinhaute wie nichts Gutes.
Nico ließ langsam Luft zwischen seinen Lippen entweichen. Blies die Backen auf. Trommelte auf dem Tisch. Wich Jasons Blick aus. Er schien sichtlich zu überlegen, wie er anfangen sollte. Und das, wobei Nico bei McDonalds an sich kein besonderes Ereignis war.
„Also die Sache ist die – Leo ist bei mir in die Hadeshütte eingezogen“, erklärte er schließlich betont sachlich. Jason verschluckte sich trotzdem an seinem Orangensaft und hustete ein konsterniertes „Was? Warum?“quer über den Tisch, aber Nico hatte schon sehr schnell angefangen zu erklären.

„Die Situation ist nämlich jene. Folgende Gründe hat der Herr Feuerkind für seinen Einzug genannt: Erstens, es sei unfair, dass ich die ganze Hütte für mich allein hätte, in der Hephaistoshütte herrsche viel zu viel Betrieb und überall stolpert man über Sachen und er sei genervt. Zweitens findet er, ich solle soziales Zusammenleben trainieren und er sei da genau der richtige Trainingspartner. Spoiler, ist er nicht. Ich hab irgendwie so gar keine Lust mehr auf soziales Zusammenleben. Drittens, und das streitet er ab, aber eigentlich hätte ich die ersten beiden Gründe gar nicht nennen müssen, denn eigentlich ist das hier der Einzige: Irgendwie hat er wohl rausgefunden, dass ich bei mir damals eine Küche eingebaut habe. Also verrat's bitte nicht weiter, aber wenn ich nicht beim Camp-Essen bin, dann bin ich meistens nicht auf irgendeiner geheimen Mission sondern nur kein Bock aufs Camp-Essen. Das Blöde ist nur – hat Leo auch nicht.“

Diese Geschichte schien jetzt auf ihren Höhepunkt zuzulaufen. Nico verstand sich wirklich unglaublich gut darauf, Spannung aufzubauen – Jason hätte sich wirklich Popcorn anstatt Salat ausgeben lassen sollen! Gespannt lauschte er, wie Nico nach einer kurzen Pause jetzt anscheinend zum finalen Punkt der Geschichte ansetzte.
„Jetzt wohnt er bei mir. Und kocht bei mir – Tacos, Chili Con Carne, Quesadillas...schmeckt auch echt gut. Ich habe eine Küche, Jason, aber weißt du, was ich nicht habe?! Eine verdammte Spülmaschine! Und das war okay, als noch nur ich in der Hütte gelebt hab, ich hab mir ne Suppe gekocht und dann den Topf und die Schüssel abgewaschen aber Leo?! Weißt du vielleicht, was der für ein Chaos anrichtet, wenn man den in eine Küche lässt? Dios mio, was der für ein einziges gericht an Schälchen und Löffeln verbraucht! Und wer soll das abwaschen? Er scheinbar nicht!“

Seelenruhig verschlang Jason den letzten Happen seines Wraps und erfreute sich an der beispiellosen Entrüstung dieses kleinen Sohn des Todesgottes. Erregt hatte dieser sich durch die Haare gefahren, mit den Händen gefuchtelt und ein Minenspiel sondergleichen abgespielt, während er seine Meinung über die furchtbaren Unarten des Leo Valdez kundgetan hatte. Offenbar wahrlich empörend, wie übel dem armen Jungen da mitgespielt wurde! Sein sonst so bleiches Gesicht war ein wenig gerötet und seine Augen hatte er weit aufgerissen, angesichts dessen, was Leo sich angemaßt hatte.
Ordentlich putzte Jason seinen Mund mit der Serviette ab und spülte der Mahlzeit mit ein wenig Orangensaft hinterher.
„Und du bist jetzt weswegen hier?“, trieb er den Konversationsfluss wieder ein wenig in die richtige Richtung, „Willst du ihm entkommen?“

„Primär wollte ich in einem Restaurant essen, um nicht selber abwaschen zu müssen“, gab Nico zu, „Aber ich wollte ja eben auch ein paar Pommes und Nuggets für die Geister besorgen. Denn ich sag dir was, so wie das jetzt ist, lasse ich mir das nicht gefallen. Und ich habe einen Plan. Schließlich bin ich immer noch der Geisterkönig, auch wenn ein Chaoskönig versucht, mein Territorium einzunehmen. Dabei verrat ich dir noch was: Wenn ich dich zurück ins Camp bringen soll, dann wirst du mir auch bei dem helfen, was ich vorhabe!“
Was blieb Jason nun anderes übrig? Es war Zeit, sich mit noch ein wenig mehr Ruhm zu bekleckern. Ein Held hatte schließlich niemals Ferien.


*****

Soo, ich hoffe natürlich wie immer, dass es euch gefallen hat, wenn ja, lasst mir ne Rückmeldung da und wenn nicht, dann bitte erst recht. Freue mich über jede Person, die ich mit meinem Schreien in die tiefen Leeren des Internets erreiche, bis morgen vielleicht,
Sarile
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