Pure love

GeschichteRomanze, Fantasy / P12
30.11.2014
30.11.2014
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So da bin ich wieder
Das ist mein Beitrag zum Wettbewerb "Legend of the Seeker"
Ich hoffe es gefällt euch am Ende ist es allerdings ein klein bisschen kitschig
Daisy♥


~ ~ ~


Die Sonne strahlte hell durch das rauschende Blätterdach und warf tanzende Lichtflecken auf den Waldboden. Irgendwo aus den Tiefen des Waldes konnte man einen Kuckuck rufen hören, ein verschrecktes Reh huschte schnell durch den lichtdurchfluteten Frühlingswald, nichts erinnerte mehr an den harten Winter.
Der Sucher lief gut gelaunt neben seinen zwei Gefährten her und genoss die ersten wärmenden Sonnenstrahlen. Immer wieder musste er schmunzeln und sich verkneifen, nicht lauthals loszulachen, da Kahlan und Zedd sich schon seit dem frühen Morgen darüber stritten, ob sie auch wirklich in die richtige Richtung gingen.
„Aber wenn ich es dir doch sage, ich war hier bereits zwei Mal und weiß noch genau wo wir langmüssen“, erklärte Zedd zwischen zwei Bissen von seinem Apfel.
„Mag ja sein, aber wir sind schon viel zu weit Richtung Norden gegangen“, erwiderte Kahlan genervt.
Richard hatte schon lange beschlossen, nicht mehr zuzuhören, vor allem, weil sich dasselbe Gespräch immer wieder wiederholte. Kaum dachte er, es wäre nun zu Ende, fing einer von beiden wieder an. Kahlan hatte keine Aussichten darauf, diese Auseinandersetzung zu gewinnen. Es war völlig sinnlos, mit dem sturen Zauberer zu streiten, weil dieser immer Recht behielt, ob er nun Recht hatte oder nicht.
Wie er das anstellte, war Richard schleierhaft, er wusste nur, dass es funktionierte.
An dieser Stelle allerdings hatte er es endgültig satt, diesem immerwährenden Streit zu lauschen.
Beschwichtigend nahm er Kahlans Hand in seine, lächelte sie an und versuchte, sie mit seinem Blick daran zu erinnern, warum sie besser aufgeben sollte.
Sie erwiderte sein Lächeln warf Zedd aber noch einen bösen Blick zu, der diesen überhaupt nicht zu stören schien, bevor sie mit Richard ein Gespräch begann.
Zeddicus folgte ihnen, seinen Apfel essend.


Irgendwann, als die Sonne beinahe ihren höchsten Stand erreicht hatte, kamen sie an einem kleinen Häuschen vorbei. Es stand vollkommen einsam mitten im Wald, weit entfernt von sämtlichen Dörfern. Trotzdem waren  von innerhalb geschäftige Geräusche zu hören. Ein Baby schrie, jemand lief schnell durch den Raum und wenn man genau hinhörte, konnte man sogar das Wispern des Feuers im Herd erahnen.
„Vielleicht können wir hier kurz nach dem richtigen Weg fragen“, schlug Kahlan vor.
Aber wie nicht anders zu erwarten, widersprach Zedd ihr auf der Stelle.
„Das wird nicht nötig sein. Nur wenige Meilen entfernt befindet sich eine Taverne, dort können wir etwas essen und nach dem Weg fragen.“
„Falls dort wirklich eine Taverne ist. Ich finde, wir sollten kein Risiko eingehen“, versuchte Kahlan ihren Vorschlag zu verteidigen. Sofort öffnete der Zauberer seinen Mund, aber bevor dieses Gespräch ausarten konnte, unterbrach Richard ihn.
„Kahlan, ich finde Zedd hat Recht“, wandte er sich an seine Geliebte, „unsere Vorräte neigen sich dem Ende zu und wer weiß, ob wir diesen Menschen wirklich vertrauen können“, er sah ihr tief in die Augen. Schließlich seufzte sie und folgte Zedd ohne ein weiteres Wort zu sagen.

Sie waren noch nicht weit gekommen, gerade erst hatten sie das Häuschen aus ihrer Sichtweite verloren, als plötzlich ein markerschütternder Schrei ertönte.
Vor Schreck erstarrten die drei Gefährten in der Bewegung. Der Sucher hatte sich als erster wieder gefasst und rannte in die Richtung, aus der der Schrei kam. Kurz darauf waren die anderen beiden ihm schon gefolgt.
Der Wald flog an ihnen vorbei wie ein Sturm aus grünen Blättern und der Wind rauschte laut in ihren Ohren, während der  Schrei sich in ein, immer leiser werdendes Schluchzen verwandelte.
Nicht lange und sie kamen wieder an der Hütte an, wo sich ihnen ein schreckliches Bild bot.
Das Hausdach stand in grünen Flammen, die sich bedrohlich ins Innere vorfraßen. Davor saß eine Frau gekrümmt, mit einem schreienden Baby auf den Armen  auf dem Boden und schluchzte herzzerreißend vor sich hin, neben ihr stand  kleines  Mädchen, das ebenfalls ein  Baby, das jedoch älter war als das erste, an der Hand hielt. Auch ihnen flossen Tränen über die Wangen.
Am Rande der Lichtung, auf der sie sich befanden, konnte man drei rote Punkte, die verdächtig nach d’haranischen Uniformen aussahen, im Wald verschwinden sehen.
Sofort stürzte Richard auf die Frau zu, während Kahlan versuchte die völlig aufgelösten Kinder zu beruhigen.
„Geht es ihnen gut? Sind sie verletzt?“, fragte der Sucher die Frau zugleich, weil sie mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Boden kauerte.
„Mir geht es gut, aber mein Sohn ist nach dort drin“, brachte sie mühsam zwischen zwei Schluchzern hervor, „Er hatte nicht herauskommen können, die Tür klemmte und da sagte er uns wir sollen verschwinden. Er wird sterben!“
Kahlan, die ebenfalls zugehört hatte, wandte sich an Zedd.
„Zedd, warum ist das Feuer grün?“
„Es ist vergiftet. Die Pfeilspitzen wurden wahrscheinlich in Gift getunkt,  bevor sie angezündet wurden. Nicht das Feuer ist gefährlich, sondern der Rauch, wer ihm zu lange ausgesetzt ist, stirbt an der Vergiftung“, erklärte der Zauberer mit besorgter Stimme.
Verzweifelt schluchzte die Frau auf.
„Wir werden ihren Sohn wieder heil hinausbringen“, beruhigte der Sucher sie, wobei keinerlei Zweifel in seiner Stimme mitschwangen, nur wilde Entschlossenheit.
„Kannst du das Feuer nicht irgendwie löschen?“, versuchte Kahlan alle Möglichkeiten durchzugehen, denn die Entschlossenheit, die in Richards Augen funkelte, machte ihr Angst.
Angst ihn zu verlieren.
„Nein, das ist leider nicht möglich, denn  sobald ich es lösche, breitet sich der Ruch nur noch schneller aus. Das kann ich erst machen, sobald niemand mehr im Haus und alle außer Reichweite sind.“
Das Bedauern in Zedds Stimme war nicht zu überhören.
Kaum war der Satz beendet, hatte der Sucher schon seine Entscheidung getroffen.
„Ihr Junge wird nicht sterben“, versprach er noch, bevor er auf das brennende Häuschen zu rannte. Ohne auf Kahlans verzweifelte Rufe und ihre Versuche ihm zu folgen, welche  von Zedd vereitelt wurden zu achten lief er weiter. Kurz bevor er eintrat, drehte er sich um und warf Kahlan noch einen Blick zu, welchen  sie mit, vor Schreck geweiteten  Augen erwiderte.
Im Inneren des Häuschens war es furchtbar heiß, sodass Richard kaum noch atmen konnte. Orientierungslos versuchte er, in dem giftigen Rauch eine verschlossene Tür zu finden. Langsam tastete er die Wände ab und musste dabei aufpassen, dass er nicht ins Feuer griff.
Mit jeder Sekunde wusste er, je länger er brauchte, desto mehr Rauch, desto ehr Tod atmete er ein.
Als er endlich die Tür gefunden hatte,  fühlte er sich als hätte er eine Ewigkeit gesucht und es wunderte ihn, dass er noch nicht tot war und hoffte gleichzeitig, dass der Junge noch lebte.
Zuerst rüttelte er vergeblich an der morschen Tür, dann warf er sich immer wieder mit aller Kraft dagegen, bis sie endlich nachgab und aus ihren Angeln flog.
Es dauerte eine Weile bis er in dem Rauch etwas erkennen konnte, aber schließlich sah er in dem fensterlosen Raum in dem nur ein Bett stand, einen etwa vierzehnjährigen Jungen in der Ecke kauern. Er zuckte leicht zusammen, als er Richard bemerkte.
„Keine Sorge, ich tue dir nichts, ich hole dich hier raus“, versuchte der Sucher sein Vertrauen zu gewinnen.
Hoffnungsvoll sah er hoch und erhob sich schließlich vom Boden. Schnell beeilte er sich, zur, bis eben noch verschlossenen Tür zu kommen und das Haus zu verlassen.
Richard wollte es ihm gerade gleichtun, als plötzlich über seinem Kopf ein Knacken ertönte. Kurz hob er den Kopf, um nachzusehen, als schon ein, vom Feuer gelöster Balken auf ihn zuflog. Schnell versuchte er in letzter Sekunde auszuweichen aber es war bereits zu spät.
„Lauf!“
Gerade noch so konnte er den Jungen warnen, als er schon einen stechenden Schmerz an seinem Kopf verspürte. Das Letzte, das er sagen konnte war: „Ich liebe dich, Kahlan.“
Dann wurde alles schwarz.


Vorsichtig blinzelte der Sucher, versuchte zu erkennen, wo er war. Aber das Licht, das ihm entgegenstrahlte, war so hell, dass er die Augen sogleich wieder zukneifen musste.
Nach einer Weile jedoch hatte er sich an die Helligkeit gewöhnt. Erst jetzt bemerkte er, dass etwas falsch war.
Er müsste eigentlich in der Unterwelt sein, schließlich war er in der Hütte an dem Gift gestorben. Verwirrt sprang er auf.
Richard befand sich in einem endlosen Raum aus Licht. Es waren kein Anfang und kein Ende zu erkennen. Jedoch stand nicht weit von ihm entfernt eine Frau, die ihn freundlich anlächelte.
„Wo sind wir hier?“, rief Richard ihr zu während er sich ihr immer weiter näherte, „Wer seid ihr? Warum bin ich hier? Ich bin tot!“
„Ja, du bist in der Tat gestorben, Sucher“, beantwortete sie nur seine letzte Frage, „aber die Schöpferin ist bereit dir eine zweite Chance zu geben.“
„Wie…?“, setzte Richard an, wurde jedoch unterbrochen.
„Du musst mir lediglich folgende Fragen beantworten. Von deinen Antworten hängt dein Überleben ab, also überlege dir gut was du sagst. Antworte aus tiefstem Herzen.“
Verwirrt betrachtete Richard diese Frau, sagte jedoch nichts.

„Weshalb willst du am Leben bleiben? Was hält dich in der Welt der Lebenden?“
Der Sucher überlegte nicht lange. Er setzte bereits an zu sagen, dass er für die Menschen am Leben bleiben musste, die Menschen, die ihn brauchten und die ohne ihn unter Darken Rahls Herrschaft litten, aber im letzten Moment hielt er inne, weil ihm die Worte der Frau in den Sinn kamen.
Antworte aus tiefstem Herzen.
„Was ist mir im Leben am wichtigsten?“, fragte er sich selbst.
Kaum hatte er den Gedanken zu Ende gedacht, da schoss ihm schon ein Name durch den Kopf.
„Kahlan“, flüsterte er, „für sie muss ich, will ich am Leben bleiben.“
Es fiel ihm schwer, den Namen der Konfessor auszusprechen. Sein Herz schmerzte bei dem Gedanken, sie, wenn er diesen Test nicht bestand, nie wieder sehen oder geschweige denn anfassen zu können.
Die Frau nickte, ohne dass man erkennen konnte ob sie eine solche Antwort erhofft hatte oder nicht.

„Liebst du Kahlan, wirklich und aufrichtig? Ist dir nichts wichtiger als sie?“, fuhr sie ohne zu zögern fort.
„Ja, ich liebe sie aus ganzem Herzen, so sehr wie man einen Menschen nur lieben kann“, wieder musste Richard nicht nachdenken, es war als lägen ihm die Worte bereits auf der Zunge und warteten nur noch darauf ausgesprochen zu werden.

„Könntest du Kahlan töten, wenn du müsstest, Richard?“
„Nein, ich könnte sie niemals töten“, entrüstete sich der Sucher, „selbst, wenn das Leben aller auf dem Spiel stünde und sie mich anflehen würde, könnte ich sie nicht umbringen.“

„Nun nur noch eine letzte Frage, Sucher. Würdest du sterben, wenn sie dafür leben könnte?“, fragte die Frau mit ihrer sanften und geduldigen Stimme.
„Jederzeit.“ Der Sucher wusste, dass sie dasselbe für ihn täte, wenn er es zuließe.

Die Frau nickte und ein zufriedener Ausdruck breitete sich auf ihrem Gesicht aus.
„Gratulation, Sucher, du hast die Prüfung bestanden. Du empfindest wahre, aufrichtige  Liebe für deine Konfessor. Nur wenige sind dazu fähig. Pass gut auf diese Eigenschaft auf“, mit diesen Worten löste sie sich vor seinen Augen in Luft auf.
Gerade wollte der Sucher noch fragen, wie er zurückkomme, als er auch schon wieder in dem brennenden, mit giftigem Rauch gefüllten Haus stand.
Erleichtert, dass er noch lebte versuchte er sich einen Weg durch den dichten Rauch zu bahnen wobei er darauf achten musste, dass er nicht wieder von einem brennenden Balken getroffen wurde.
Endlich erblickte er die Öffnung der Tür, durch die die wunderbare Frühlingssonne schien. Schnell verließ er das Haus, das immer mehr in seine Einzelteile zerfiel.
Außen strahlte ihm sofort die Sonne entgegen und für einen kurzen Moment schloss er die Augen, um die Wärme in seinem Gesicht zu genießen. Er hatte gedacht dass er sie nie wieder spüren dürfte.
Als er die Lider wieder öffnete sah er, wie die Familie sich glücklich weinend in den Armen lag. Aber er beobachtete ihr Glück nicht lange, seine Augen suchten nach Kahlan.
Sie hockte nicht weit entfernt von ihm auf dem Boden und starrte ihn mit großen Augen  und tränenüberströmtem Gesicht an.
Zedd saß hinter ihr und hielt sie an den Handgelenken fest, da er sie anscheinend bis vor kurzem noch daran gehindert hatte, Richard in die Flammen zu folgen. Auch er sah ihn ungläubig, jedoch mit einem Lächeln auf den Lippen an.
Beinahe gleichzeitig liefen Richard und Kahlan aufeinander zu, sie wurden immer schneller  bis Kahlan sich schließlich in seine Arme warf und ihn leidenschaftlich küsste. In diesem Moment war es ihm egal, dass sie von allen auf der Lichtung beobachtet wurden, er fühlte nur Kahlans in seinen Armen und ihre weichen Lippen auf seinen. Im Stillen dankte er der Schöpferin, dass  er noch eine Möglichkeit bekommen hatte, sie zu lieben, zu küssen und anzufassen.
Schließlich ließ die Konfessor ihren Kopf auf seine Schulter sinken. Er spürte, wie Tränen auf sein Hemd tropften.
„Ich dachte, du bist tot“, hauche sie und sah ihm dabei in die Augen.
„Ich auch.“
Tausend Fragen konnte er in Kahlans Augen lesen und sie stellte keine einzige von ihnen, weil sie wusste, dass er noch nicht bereit war, sie zu beantworten. Dafür war er ihr dankbar und dafür, dass sie seine Hand mit ihrer umfasste, ihm mit dieser kleinen Geste ewige Liebe, ewige Treue und ewige Sicherheit versprach.
Die Frau hatte Recht gehabt. Ihre Liebe war etwas Besonderes, ein Geschenk und er musste gut darauf aufpassen.
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