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You're not perfect. You're awesome! [MMFF]

GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P16 Slash
Akashi Seijūro Aomine Daiki Kagami Taiga Kiyoshi Teppei Midorima Shintarō
29.11.2014
29.07.2017
50
97.385
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Dieses Kapitel
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05.06.2015 1.987
 
Mittwoch, 10. Dezember 2014


Point of view: Skylar-Blue Jhonnson

Obwohl ich gestern allen den qualvollsten Tod, den man sich vorstellen konnte, an den Hals gedroht hatte, dass man mich heute bloss in Ruhe lassen sollte, wollte man seinen Kopf gerne am Hals befestigt behalten, so fand ich heute in meiner Schultasche, die ich unbeaufsichtigt im Klassenzimmer gelassen hatte, als ich wie mittlerweile gewohnt zur Mittagspause zu Sasha ins Klassenzimmer geplatzt war, ein Haufen an Schokolade, Glückwunschkarten und eine einzelne Packung meiner liebsten Cookies vor. Ich konnte mir zwar trotz allerlei mathematischer Fähigkeiten nicht ausdenken, dass die gut fünfzehn Tafeln Schokolade, die dreissig Karten an Glückwünschen und die einsame Cookieschachtel in meiner Tasche Platz gefunden hätten, doch dies kümmerte mich auch nicht gross. Viel mehr taten sich einige Fragen in mir auf, die ich nicht zu beantworten vermochte.

Wer wagte es, mir Schokolade und primitive Kärtchen ungebeten und sogar noch von mir persönlich verbotenerweise in die Tasche zu stecken? Wer war so mutig? Woher wussten die Verfasser dieser kitschigen Stück Papiere, dass ich heute meinen sechzehnten Geburtstag feiern durfte? Wer hatte mir Cookies geschenkt? Immerhin wusste nur mein kleiner Freundeskreis von meiner Vernarrtheit in diese Dinger. Aber alle meinten strikt, sie hätten nichts damit zu tun, so wären sie doch nicht lebensmüde, ja, sogar Sasha und Ken hatten sich partout geweigert, eine solche Geste ausgeführt zu haben. Sie wären ja nicht so sozial, was sie denn für Beweggründe gehabt hätten, und so weiter. Und ich wollte ihnen glauben, konnte gar nicht anders, immerhin hätten sie mir mit Sicherheit gesagt, wer es gewesen war. So hatte mir Ken mittels ihrer Erfahrung auch jeden aufgezählt, der mir Glückwünsche mit einer Karte ausgeschrieben hatte. Diese saumässigen gekrakelten Worte würde sie sowieso nicht vergessen, hatte sie mit einem verzogenen Gesicht gemeint. Obwohl sie nicht besonders nach Scherzen aufgelegt war heute Morgen, so hatte ich deutlich das Amüsement aus ihrer Stimme hören können.

Sasha hatte gemeint, dass sie ihre Schokolade niemals teilen würde, mir sowieso nichts zu schenken gedachte, weil sie auch gar nicht wisse, dass ich heute Geburtstag hatte. Und bei ihrem unverzogenen, glatten, ernsten Gesicht, wie hätte ich ihr widersprechen können? Sie war wohl zu sagen genauso kalt und gleichermassen ehrlich, wie ich es schon immer gewesen war, sie hätte es mir gesagt, hätte sie etwas mit der Attacke an Nettigkeiten zu tun gehabt.

Yin gestand, eine Karte und eine Tafel Schokolade in meine Tasche gesteckt zu haben – und die Schokolade, die von ihr stammt war die mit Abstand hübscheste, die sich in weitem Umkreis wohl finden lassen würde –, da sie sie mir nicht persönlich überreichen wollte, aber dass sie es wohl besser getan hätte. Daraufhin hatte sie sich bei mir entschuldigt und wenn es einen Menschen gab, der ihren grossen Augen und ihrem süssen Lächeln widerstehen konnte, dann wollte ich ihn unbedingt kennenlernen, weil der wohl einfach kein Herz besitzen konnte.

Amaya hatte ebenfalls zugegeben, mir eine Karte geschrieben zu haben, weil sie es einfach für höflich und anständig hielt, jemandem Glückwünsche zum Geburtstag auszusprechen. Schreiben, was auch immer. Und wie ich erst später merkte, hatte sie ihre sehr hübsch verzierte Karte auch unterschrieben und sich dafür entschuldigt, dass sie sich nicht dafür entschuldigen würde, weil es gegen ihre Erziehung sprach, nicht mindestens eine Karte zu schreiben. Ich hatte tatsächlich leicht geschmunzelt. Amaya mochte kalt und abweisend wirken, doch eigentlich war sie ein sehr netter Mensch. Man musste diesen nur ein bisschen aus ihr heraus kitzeln.

Izzy hatte mir – über Brillenschlange – mitgeteilt, dass sie eine Tafel Schokolade in meine Tasche gesteckt hatte. Diese wäre genauso schön blau eingepackt gewesen wie meine Augen. Und als sie dabei noch so freudig gestikuliert und gestrahlt hatte, konnte ich förmlich die süss-schmollende Stimme eines Mädchens in meinen Ohren widerhallen hören, das sich einfach nur für ihre Freundin freute, dass diese sechzehn wurde. Natürlich konnte ich nicht mehr tun, als ihr einen strengen Blick zuzuwerfen und der Brillenschlange für das Übersetzen zu danken. Seit der da war, war es um einiges leichter, sich mit Izzy zu verständigen, ohne, dass man immer zu raten hatte, was die Braunhaarige nun zu sagen hatte.

Zuletzt blieb nur noch jemand, ein rothaariger, viel zu gross geratener, tollpatschiger Junge, den ich fragen konnte, ob die Cookies von ihm waren. Und der lief während seiner stockenden Antwort auf meine streng gestellte Forderung, die Wahrheit zu sagen, so rot wie seine Haare an, wich meinem Blick aus, knetete seine Hände. Und da ich nur körperlich behindert war, aber keinesfalls an Intelligenzschwund litt, konnte ich mit Sicherheit sagen, dass das einzige Geschenk, über das ich mich heute gefreut hatte, von der Person kam, die ich momentan auf meiner ‚Zu schlagende Personen, wenn meine Prothese mal nicht spinnt‘-Liste ganz oben stand. Oh Ironie, mein ewiger Feind.

Da die Schule heut recht kurz ausfiel – Lehrerkonferenz oder etwas in der Art, jedenfalls wirkte Kenny gestresster als gestern, ihr schüchternes Schosshündchen brach daher beinah in Hysterie aus –, war ich dementsprechend auch früher zu Hause. Und nun, nach knapp einer Woche des Einrichtens, konnte ich das kleine blaue Haus sogar als ein Zuhause betiteln. Es entsprach nun vollkommen meinen Vorstellungen, es wurde zwar nicht viel an der Innenausstattung verändert, aber die Wände trugen nun nicht mehr dieses scheussliche altrosa, waren nun in ein sachtes himmelblau getaucht, die Küche mit einigen Bildern vollgekleistert, die nebenbei alle von mir gemalt wurden und auf die ich eigentlich doch recht stolz war.
Auch mein Zimmer war nun neu gestrichen, meine Gitarre fand ihren Platz, mein Kleiderschrank war von mir neu verziert und tapeziert worden, meine liebsten CDs waren auch schon in ein Regal eingeräumt. Obwohl es noch ungewohnt war, seit vielen Jahren nicht mehr alleine zu wohnen – und dass dann auch noch mit einem Jungen –, so fühlte ich mich ziemlich wohl hier. Wenigstens befand ich mich ausserhalb der Reichweite meiner Eltern.

Und nun sass ich in der Küche, ass abwechselnd einen Cookie, überflog die Zeilen der vielen Karten. Einige konnte ich nicht einmal entziffern, als wären es Hieroglyphen, die ich erst noch entschlüsseln müsste. Schrecklich, so eine unordentliche Schrift. Sogar der Tollpatsch, der sich mit einer Schürze am Herd zu schaffen machte, besass eine sauberere Handschrift als der Vollidiot, der mir den momentanen Brief zukommen gelassen hatte. Klar, ich stand nicht für Vorurteile ein, so verabscheute ich solche schon immer, dennoch würde ich nichts gegen einen Schönschreibkurs einwenden, würde ein solcher bei manchen meiner Mitmenschen verlangt werden.

„Woher wusstest du, dass ich die Sorte am liebsten mag?“, stellte ich die Frage in den Raum, die mir seit heute Morgen im Kopf herum schwirrte, mich wie eine lästige Fliege einfach nicht in Ruhe lassen wollte, woraufhin Kagami beinah die Pfanne fallen gelassen hätte, die er gerade auf eine andere Herdplatte stellen wollte. Ohne mich dabei anzusehen zuckte er nur gleichgültig mit den Schultern und liess etwas verlauten, das wie ‚War nur geraten…‘ klang. Was natürlich vollkommener Mist war, immerhin stopfte ich tagtäglich die verschiedensten Variationen von dieser Süssigkeit in mich hinein, in voller Absicht ass ich meine Lieblinge nur selten, um auch ja nicht aus dem Genuss zu kommen. Daher konnte ich Sasha nicht nachvollziehen, die sich jeden Tag drei Tafeln Schokolade reinzog, ohne dieser überdrüssig zu werden. Aber ich bohrte nicht nach, wollte nicht allzu interessiert und neugierig wirken, ein solches Verhalten passte nicht in mein Schema, das ich wie meine Prinzipien immer einzuhalten versuchte.

„Und wieso hast du sie mir nicht einfach direkt gegeben?“, stellte ich die zweite Frage nach einer angemessenen Spanne an Minuten, um auch ja nicht gesprächiger zu wirken, als ich eigentlich war. Vor allem mit Jungen vermied ich in der Regel längere und ausschweifendere Konversationen.

„Hättest du mir dann nicht den Kopf abgerissen?“, und der belustigte Tonfall in seiner Stimme liess mich kurz zusammenzucken. Machte der Typ sich lustig über mich? Denn sollte dies der Fall sein, dann würde ich ihm zeigen, was für Foltermethoden ich im Geschichtsunterricht erlernt hatte. Und das waren recht viele, die Leute im Mittelalter waren ganz schön kreativ. Sowieso hier in Japan und in den mittleren Ländern Europas.

„Nein, ich wäre wohl etwas kreativer gewesen“, meinte ich nur gleichgültig mit einem Hauch des Überlegens in der Stimme, als würde ich ernsthaft darüber nachdenken, was ich ihm alles angetan hätte, hätte er tatsächlich die Eier dazu gehabt, mir direkt etwas zum Geburtstag zu schenken. Dass er es so gesehen doch getan hatte, verdrängte ich in den Hintergrund. „Ich hätte dich auf einen Tisch festbinden können und dir im Sekundentakt Wassertropfen auf deine Stirn träufeln lassen können. Dann wärst du vielleicht nicht dran gestorben, aber wahnsinnig wärst du tatsächlich geworden.“

„Ach, du hast also solche Fetische? Ich habe mir schon gedacht, welche Macken du hast“, überlegte Kagami gewagt laut, schüttete dabei eine halbe Tonne Gewürze in die Brühe, die er gerade fabrizierte und ich musste mich unwillkürlich fragen, ob er überhaupt wusste, was er da tat.

„Was meinst du mit ‚Macken‘?“, entgegnete ich, liess die Hieroglyphen vor mir auf den Tisch fallen und drehte mich, an einem Cookie knabbernd, zu dem Möchtegernchefkoch um, sass nun umgekehrt im Schneidersitz auf meinem Stuhl, bemerkte gar nicht, wie es draussen bereits dämmerte.

„Nun, wie perfekt ein Mensch auch sein mag, jeder hat Macken und Angewohnheiten aufzuweisen, die er nicht einfach ablegen kann“, erklärte Kagami, rührte in dem eintopfartigen Gebräu und schnupperte kurz daran.

„Also denkst du, ich bin perfekt?“, ich konnte mir diese Frage nicht verkneifen, ich hatte nicht einmal Zeit, sie mir durch den Kopf gehen zu lassen und die Chancen auf eine mögliche Belustigung abzuschätzen, sie schoss einfach aus meinem Mund, ehe ich überhaupt Gelegenheit gehabt hätte, mich selbst aufzuhalten. Doch wann hatte ich mich jemals zurückgehalten, wenn es darum ging, mich auf anderer Kosten zu amüsieren. Aber immer auf einem gewissen Niveau. Und natürlich war ich mir bewusst, dass ich ihm seine Worte gerade schrecklich im Munde verdrehte, aber ich erzielte damit die Wirkung, die ich mir insgeheim erhofft hatte; Der Tollpatsch stoppte in seinen Bewegungen, hielt die Pfanne wie erstarrt in der Hand, rührte sich nicht und ich konnte sogar von meinem Platz am Küchentisch aus sehen, wie sein Gesicht die Farbe seiner Haare annahm. Zu meinem Erfreuen fing er sogar an zu stottern.

„I-Ich habe nichts in die Richtung e-erwähnt!“, rechtfertigte er sich sogleicht, stellte die Pfanne wieder ab und drehte sich zu mir, noch immer hochrot im Gesicht. „Ich wollte damit nur sagen, dass niemand vollkommen perfekt sein kann! Auch du nicht, die doch so unantastbar wirkt!“

„Wenn du meinst“, damit stand ich auf, büschelte meinen Haufen an Geburtstagsglückwünschen, deren Verfasser ich grösstenteils nicht einmal kannte, mich nicht einmal an einen einzelnen Namen erinnern konnte, so gut es mit einem Arm eben gelingen konnte, „Ruf mich, wenn das Zeug da fertig ist.“ Mit einer Deutung auf die Pfanne und die nebenbei köchelnde Brühe wollte ich eigentlich einen coolen Abgang machen. Die Betonung sollte auf ‚eigentlich‘ liegen.

Denn kaum war ich aufgestanden und zur Tür gegangen, die hinaus in den Eingangsbereich des Hauses führte, stolperte ich über irgendwas – wahrscheinlich waren es noch meine eigenen Füsse, diese Verräter – und ich lief Gefahr, meine Nase mit dem harten Fliesenboden Bekannt zu machen und das auf eine unangenehme, schmerzhafte Art und Weise. Und der erwartete Schmerz blieb auch nicht aus, keineswegs, wieso sollte er auch?
Jedoch hörte ich ein lautes Scheppern, ein platschendes Geräusch, das kaum von mir stammen konnte und spürte daraufhin ein recht betragendes Gewicht direkt auf mir.

Wie sich herausstellte hatte Kagami wohl versucht, heroisch meinen Sturz zu verhindern, wollte mich wahrscheinlich kühn vor dem Schmerz bewahren und mich auffangen – oder sich wenigsten unter mich werfen –, hatte sich dabei aber selbst nicht ganz so galant wie ich auf die Fresse gelegt. Und nun war eine Pfanne auf der anderen Seite der Küche, ein See aus brauner Brühe verteilte sich auf dem Boden, ein sich entschuldigender Kagami Taiga lag halb auf mir drauf, einen Kochlöffel in der Hand und ich konnte nicht anders, als zu lachen
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