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You're not perfect. You're awesome! [MMFF]

GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P16 Slash
Akashi Seijūro Aomine Daiki Kagami Taiga Kiyoshi Teppei Midorima Shintarō
29.11.2014
29.07.2017
50
97.385
11
Alle Kapitel
46 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
14.03.2015 1.368
 
Donnerstag, 4. Dezember 2015


„Ach, nerv‘ nicht“, wurde ein gewisser Rothaariger, der den Namen des Tigers trug, von ihr vielleicht etwas zu barsch zusammengestaucht. Aber dies hatte er sich selbst aufzubürden. Anscheinend dachte er, er müsse sie bevormunden, nur weil man ihn als ihren Pfleger betitelte. Doch solange sie ihn nicht als solchen ansah, würde sie auch keine Befehle von ihm entgegennehmen. Also niemals.
Entnervt und provokativ zugleich steckte sie sich einen weiteren Cookie in den Mund, kaute ihn genüsslich. Sie war vielleicht knapp anderthalb Jahre jünger als er, ja, vielleicht war er ab gestern auch ihr persönlicher Pfleger und musste dafür sorgen, dass es ihr gut ging. Doch dies bezog sich ihrer Meinung nach nicht auf Essen, das sie einnehmen wollte. Immerhin ass sie, was sie wollte, hatte das schon immer getan und würde auch nicht damit aufhören. Schon gar nicht, wenn ihr irgendein dahergelaufener Junge vor die Füsse schmiss, sie solle nicht so viel Süsses essen, das würde sich nur negativ auf ihren Körper auswirken. Wieso hatte er ihr nicht sofort gesagt, dass er sie zu fett fand? Oder dass er Angst hatte, sie könnte zu fett werden? Offensichtlich hatte er überhaupt keine Ahnung über sie und ihren Lebensstil. Sie war sehr sportlich, daher würden die kleinen Naschereien nicht schnell Wirkung zeigen, auch wenn sie schon lange keine sportlichen Aktivitäten mehr ausübte. Jedenfalls nicht so viel, wie es früher Gewohnheit war. Dies hatte sie ihm auch schon gesagt, doch er hatte sie scheinbar nicht ernst genommen. Wie sie es doch hasste, reduziert zu werden. Ob aufgrund ihrer Grösse, ihres Geschlechts oder sonst etwas, sie mochte es nicht.

„Du solltest zum Mittagessen dennoch etwas Gesünderes essen“, bemerkte Kagami, nippte an seiner Wasserflasche und begutachtete die offene Tüte Cookies mit diversen Schokoladenstückchen, das Einzige, was sie bis jetzt eingenommen hatte. Daraufhin zog sie nur eine Augenbraue nach oben, nickte in seine Richtung: „Wenigstens esse ich keine fünfzig Hamburger jeden Tag.“

„Lass‘ ihn doch so viel essen, wie er will“, mischte sich plötzlich Yin ein, die bis vor einigen Sekunden nur still daneben gesessen und stumm die Diskussion verfolgt hatte. Neben der Weisshaarigen sass ebenso ruhig Akashi Seijuro, neben diesem lehnte ein mürrisch dreinblickender Midorima Irgendwas und Izzy. Natürlich sassen auch Amaya und dieser grosse Braunhaarige mit dabei, doch die beiden redeten nicht wirklich. Oder Amaya ignorierte ihren Begleiter, der sie vollquasselte und ihr überhaupt keine Gelegenheit liess, zu antworten, auch wenn sie es wohl sowieso nicht tun würde.
Kenneth und Sasha waren nicht dabei, die beiden waren, nachdem sie knappe drei Stunden zu spät in der Schule ankamen, sofort von ihren Pflegern geflüchtet und hatten wohl gerade keine Zeit, zu Mittag zu essen. Vielleicht hatten sie ja ein geeignetes Versteck gefunden, um ihre restliche Mittagspause in Ruhe zu verbringen. Skylar konnte die beiden verstehen, wünschte sich momentan ebenfalls, nicht hier neben ihrem ‚Aufpasser‘ sitzen zu müssen. Morgen würde sie sich erkundigen, wo genau die beiden sich versteckt hielten.

„Aber Kagami-kun, du musst beachten, dass du Sky lieber keine Vorschriften machen solltest, schliesslich ist sie gut mit Kenneth befreundet“, schob das Mädchen aus Alaska noch nach. Sky verkniff sich ein Lächeln. Yin wusste, wie man unschuldig und hinterlistig zugleich sein konnte. Das Mädel hatte es einfach raus. Ihr Blick fiel zu eben genanntem Tiger, der etwas rot angelaufen war und verstehend nickte. Anscheinend hatte so ziemlich jeder hier die Hosen voll, wechselte das Thema auf Ken, obschon sie selbst nicht genau wusste, weshalb. Natürlich, die Kleine war boshaft, sadistisch, forsch und ein totales Arschloch – so ziemlich genau wie Sash –, doch als so furchteinflössend empfand sie den Earl nicht.

„So, apropos Kenny, wo steckt… er eigentlich?“, warf Amaya offen in die Runde, rutschte ein wenig in ihrem Rollstuhl herum und blickte fragend in die Runde. Sky musste sich das Lachen stark verkneifen, hatte doch sehr wohl bemerkt, wie es der Blauhaarigen beinah entwichen war, dass Ken ein Mädchen war. Wahrscheinlich hätte das Gesprächsthema der Runde Amaya auf qualvollste Weise um die Ecke gebracht, so dass man die Leiche kaum mehr identifizieren können würde, würde diese überhaupt gefunden werden. Das wäre so ziemlich das Gleiche Szenario, wie wenn man Sasha ihre Schokolade verweigern würde. Die absolute Katastrophe.

„Wahrscheinlich versteckt er sich zusammen mit Sasha irgendwo auf dem Dach vor ihren Pflegern“, meinte die weisshaarige Yin achselzuckend und deutete auf zwei Jungen, die sich suchend zusammen im Raum umsahen und diesen dann wieder verliessen. Sie erkannte die beiden jungen Männer, waren doch die jeweiligen Pfleger ihrer Freundinnen, hatte ihre Namen jedoch aufgrund ihrer Nichtigkeit schon wieder vergessen.
Statt sich über solche unwichtigen Details Gedanken zu machen, stopfte sie sich lieber einen weiteren Keks in den Mund und linste fast schon provokativ zu Kagami hinüber, der nur genervt die Augen verdrehte und sich in seinem Stuhl zurück lehnte, lässig einen Arm über die Rückenlehne legte. Wäre er kein solcher Vollidiot, würde nicht so tölpelhaft daherkommen und nicht so überdrüssig heftig auf alles Mögliche reagieren, wäre er wohl das Idealbild eines jeden Mädchens. Schon allein diese Pose, die er wohl eher unabsichtlich eingenommen hatte, stand ihm ausgesprochen gut, auch wenn sie es niemals laut aussprechen würde. Sie würde ihm höchsten ihre tiefgründige Verachtung ihm gegenüber aussprechen. Doch dass er manchmal ziemlich gut aussah, in diversen Posen, Momenten mit wenig Lichteinfall, würde sie ihm niemals sagen. Eher würde sie sich die Zunge rausreissen. Dennoch musste sie sich selbst eingestehen, dass er wohl wirklich viele Verehrerinnen haben musste.
Lässig, cool, gutaussehend, sportlich. Alles Eigenschaften, die sich in ihm versammelten. Doch da er zugleich tollpatschig war, dümmlich, überhaupt kein Blitzdenker, keine lange Konzentrationsspanne besass und wie ein Elefant im Porzellanladen wirkte, wenn es um Mädchen und Gefühle ging, konnte man sich das Bild des Traumprinzen sogleich aus dem Kopf wischen. Denn welcher Prinz würde sich schon so taktlos geben, würde sich die Schmach erlauben, immer und überall den Kopf zu verlieren und die Stimme viel zu oft anzuheben. Und da sie dies alles schon bemerkt und mental gespeichert hatte, obwohl sie ihn erst knappe zwei Tage kannte, sollte es ihre innerliche Theorie schon genügend ausreichend beweisen.

Die absolut lächerlichen Gedankengänge wanden und räkelten sich in ihrem Kopf, spannen sich zu einem vollkommenen Irrsinn zusammen und wurden erst dann unterbrochen, als sie angesprochen wurde. Vielleicht war es weniger sprechen als stottern, doch sie war mal so gütig und wertete es als dasselbe.
Recht gelangweilt hob sie den Kopf ein Stück, um in das Gesicht des Nervenfaktors blicken zu können und blinzelte. Hatte sie diesen Typen vorhin nicht schon einmal gesehen?

„Eh, entschuldige die Störung, a-aber… Wüsstest du vielleicht, wo Eltringham-sama sich aufhält?“, ein braunhaariger Junge, der wohl an chronischem Stottern und Selbstbewusstseinsmangel litt, sich nervös die Hände verknotete, sprach sie an, stand in angemessenem Abstand von ihr entfernt und liess den Blick auf dem Boden gesenkt. Sie musterte ihn von oben bis unten, blickte dann zu Yin, Izzy und Amaya, die nur unwissend den Kopf schüttelten, mit den Schultern zuckten und sich wahrscheinlich das Lachen über das Suffix verkneifen mussten.

„Leider weiss ich nicht, wo er sich befindet, aber ich würde es mal auf dem Dach versuchen“, vermutete Sky, senkte den Blick wieder, beendete die kurze Konversation damit. Sie hörte, wie sich der Braunhaarige noch einige Male für die Unterbrechung und die Störung entschuldigte, entschuldigte sich einmal sogar dafür, geboren worden zu sein, bevor er von dem grösseren Blauhaarigen weggezerrt wurde, wofür sie diesem sehr dankbar war. Sie hatte gar nicht gewusst, dass eine einzelne Person sie so nerven konnte. Durch seine blosse Anwesenheit. Das hatte bis jetzt noch niemand geschafft.

„Meint ihr, wenn wir Ken erzählen würden, dass sich hier alle vor Schiss in die Hosen machen, wird über sie gesprochen, würde sie dann lächeln?“, fragte Yin, hatte eben Genannte doch noch nie lächeln gesehen. Wahrscheinlich setzte sie es sich in dem Moment als Ziel, ihren Gastgeber einmal zum Lächeln zu bringen. Die anderen wohl auch, so wie sich die Gesichtsausdrücke der anderen veränderten. Da sie alleine waren, ihre Pfleger den entstandenen Müll vom Mittagessen entsorgten, konnte man getrost das weibliche Pronomen verwenden, immerhin sass auch niemand in ihrem Hörfeld.
Sky antwortete ihr ohne zu Zögern und mit einer unumstrittenen Sicherheit in der Stimme: „Wahrscheinlich würde sie nur boshaft und zufrieden grinsen.“
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