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You're not perfect. You're awesome! [MMFF]

GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P16 Slash
Akashi Seijūro Aomine Daiki Kagami Taiga Kiyoshi Teppei Midorima Shintarō
29.11.2014
29.07.2017
50
97.385
11
Alle Kapitel
46 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
13.02.2015 1.623
 
Mittwoch, 3. Dezember 2014


Nachdem auch Maya mit diesem braunhaarigen Lulatsch, der ihr beinahe einen Heiratsantrag gemacht hatte, aus der grossen Halle verschwunden war, stand Izzy alleine dem einzig zurückgebliebenen Pfleger, einer Lehrkraft, die sie später im Verlauf ihres Schulalltages wohl noch kennen lernen würde, und den zwei stetig kichernden Mädchen gegenüber - unwillkürlich fragte sich der Braunhaarige, wie es wohl klingen würde, wenn er noch kichern könnte. Schliesslich war er noch sehr jung gewesen, als ihm die Fähigkeit zu sprechen quasi ausoperiert wurde. So konnte er also nie ausmachen, wie er heute klingen würde. Da er schliesslich und endlich doch dem männlichen Geschlecht angehörte, würde der Stimmbruch wohl zu dieser Zeit auch ihn erlangen und unterwerfen. Dann wäre wohl Schluss mit dem Switchen zwischen den Geschlechtern.
So gesehen hatte es also sogar einen Vorteil, nicht sprechen zu können.

Er schüttelte den Kopf, einige seiner braunen Haarsträhnen fielen ihm ins Gesicht. Er strich sie nicht zurück, so wusste er doch, dass es nicht viel nützen würde, seine Haare taten immer ein bisschen das, wozu sie aufgelegt waren. Stattdessen musterte er den Grünhaarigen, der ihm vor einigen Minuten - es kam ihm vor wie Stunden, doch mit einem Blick auf sein Handy war ihm aufgefallen, dass er sich erst seit knappen fünfzehn Minuten in dieser Halle befand - gerettet hatte. Und dies war nicht einmal eine Übertreibung. Er wäre vollkommen aufgeschmissen gewesen, hätte der Brillenträger ihn nicht gefunden. Sein Orientierungssinn liess halt schon zu wünschen übrig.
Wahrscheinlich wäre er solange in der Schule herumgeirrt, bis der Hausmeister oder eine anderweitige Arbeits- oder Lehrkraft ihn gefunden hätte. So etwas war ihm schon einmal passiert und es war weitaus schlimmer gewesen, als dass man es mit dem Wort 'peinlich' abstempeln könnte.

Eigentlich hatte Izzy nicht viel zu gestikulieren oder zu tippen, schliesslich kannten sie sich einigermassen, waren sich zuvor schon begegnet, auch wenn er noch nicht schlüssig darüber war, wie er den Grünhaarigen anzusprechen hatte. Dieser sah nicht sehr fröhlich aus, vielleicht war er ein recht mürrischer Zeitgenosse. Auch hatte er nicht sehr erfreut ausgesehen, als Kenneth ihn zu Anfang einmal und sehr undeutlich 'Shin-chan' genannt hatte. Aber Ken hatte halt auch so ihre Methoden, mit ihren Mitmenschen umzugehen. Onwohl Izzy viel Wert darauf legte, wie er in den Augen anderer aussah, und dennoch Freude dabei empfand, andere etwas zu necken, beschloss er einfach, den Vornamen seines künftigen Pflegers ebenfalls mit dem Suffix '-chan' auszustatten. Wenn er merkte, dass es dem Grünhaarigen gänzlich gegen den Strich ging, würde er selbstredend damit aufhören. Schliesslich wollte er ihn nur etwas aufziehen und nicht provozieren.

Da der Braunhaarige schon Bekanntschaft mit der Gebärdensprache des anderen gemacht hatte, hatte er also nicht wie befürchtet mit seinem Handy Texte zu verfassen, die durch eine spezielle App auch hörbar gemacht wurden. Insgeheim war er froh darüber, denn er hatte bemerkt, wie es gewissen Leuten eine Gänsehaut über den Rücken fahren liess, wenn sie die computerisierte Stimme hörten. Er selbst hatte sich an diese Stimme gewöhnt, störte sich nicht daran. Aber er war gutmütig, sorgte sich um das Befinden anderer Leute. Daher benutzte er die App auch nur in den nötigsten Fällen. Zum Glück brauchte er diese nicht immer, so beherrschte sein Onkel, Kenneth und nun auch sein Pfleger die Gebärdensprache, also hatte er niemand mit dieser furchtbar falschen Stimme zu erschrecken. Er könnte von nun auch Shin-chan dazu benutzen, seine Gedanken der Aussenwelt mitzuteilen.

Er formte mit seinen Fingern die Worte 'Können wir gehen, Shin-chan?' - und bevor unnötige Fragen aufgeworfen werden, ja, er kannte die Zeichen für die verschiedenen Anhängsel in der japanischen Sprache. Er hatte sie extra noch erlernt, da sie ihm doch recht nützlich erschienen.
Eben Genannter schaute ihn nur etwas erstaunt an, hatte wohl nicht erwartet, so genannt zu werden, verdrehte jedoch nur die Augen. Durch eine Reflektion in den Gläsern seiner Brille bemerkte Izzy jedoch davon nicht viel und machte schon Andeutungen, in Richtung Tür zu gehen. Der Grünhaarige folgte ihm selbstverständlich und hielt ihm zu aller Verwunderung sogar die Tür auf. Ein echter Gentleman, so viel musste man ihm lassen. Auch wenn man ihm vielleicht beibringen sollte, in Gegenwart eines Mädchens nicht ein derart mürrisches Gesicht zu Tage zu bringen. Auch wenn Izzy rein biologisch gesehen kein Mädchen war, so fand er es doch recht unhöflich. Schliesslich dachte Midorima, dass er weiblichen Geschlechtes war und sollte sich dementsprechend auch ein wenig zu benehmen wissen. Doch er warf ihm nichts vor, er würde es dem Grösseren im Laufe ihres Zusammenlebens schon breibringen können, da war ee sich sicher. Auch wenn er nicht sprechen konnte, konnte er sehr überzeugend sein. Ausserdem besass der Grünhaarige die gröbsten Grundsätze schon. Er musste nur seine Mimik in den Griff bekommen, aus seiner ach so coolen Schale brechen.

Während sie aus dem Schulgebäude traten, überschüttete er Midorima mit gestikulierten Worten. Immer wieder schob der Grünhaarige seine sowieso perfekt sitzende Brille auf die Nase, seufzte recht genervt und stand trotzdem Rede und Antwort. Anscheinend ignorierte er Izzy nur deswegen nicht, weil ihm bewusst war, dass der Braunhaarige in einem guten Verhältnis zu seinem Schulleiter stand. Oder wohl eher Schulleiterin, doch das schien niemand zu wissen.

Eigentlich war Izzy froh, dass er nicht die einzige Person war, die ihr Geschlecht vertuschte und nach Belieben abänderte. Auch wenn sich  zwischen seinen Gründen und den, die Ken sicher hatte, wahrscheinlich viele Kilometer Distanz befanden, so war er doch nicht alleine und dies gab ihm wiederum Mut.
Erst bei näherem Nachdenken fiel ihm auf, dass er die Motive des bunthaarigen Mädchens noch nie hinterfragt hatte, sie überhaupt nicht kannte. In ihren Briefen hatten sie meistens nur über ihn, sein Leben und seine eigenen Probleme geschrieben, sie hatte ihm geholfen. Dadurch war vollkommen in Vergessenheit geraten, dass sie sicher auch einige Schwierigkeiten besass, weshalb sie sich auch als Mann ausgab.
Er würde sich bei Gelegenheit nach ihren Gründen erkundigen. Und sich beiläufig entschuldigen, dass er nur über sich gesprochen hatte.

Durch ein plötzliches Antippen auf seiner rechten Schulter zuckte er stark zusammen, hätte wohl geschrien, wenn er seine Stimmbänder noch besessen hätte.
Er wandte seinen Blick zu Midorima, zuvor war er noch auf dem Boden verweilt, und sah, wie der Verursacher seines beinahe Herzinfarktes ihm einige Worte gestikulierte. Er würde ihm noch einprägen müssen, dass er zwar stumm, aber bei Weitem nicht taub war.
Jedenfalls konnte er nur die Hälfte der Worte entziffern, der Grünhaarige hatte zu früh mit seinen Gestukulationen begonnen. Er verstand nur vereinzelte Wortgruppen, die für ihn keinen Sinn ergaben und zwischen denen kein rechter Zusammenhang entstehen wollte. Doch als er den Kopf in die Richtung drehte, in der auch Midorimas Blick lag, verstand er. Wie hatte er sie auch nicht bemerken können?

Vor dem Schultor standen doch tatsächlich all seine Begleiterinnen samt Pfleger, abgetrennt in zwei Gruppen. Die Jungen standen etwas abseits und trotzdem in der Nähe ihrer Pflegefälle und unterhielten sich, warfen ab und an einen Blick zu den Mädchen. Diese standen dem Tor näher, Amaya und Yin unterhielten sich ausgelassen, während Sky, Sash und Ken eine Tafel Schokolade nach der anderen vernichteten.
Es war ein lustig anzusehender Anblick. Ein Haufen durcheinandergewürfelte Charaktere, genauso verschieden wie die Schneefflocken im Winter, relativ nah beieinander und waren einfach unübersehbar. Vor allen Dingen Ken, aber auch wenn sie mit ihrem bunten Haarschopf, ihren Piercings und ausgefallenen Klamotten nicht anwesend gewesen wäre, so hätte man sich trotzdem gefragt, was diese Leute miteinander zu handeln hatten.
Zum einen war da Yin, die lachte, ab und zu vielleicht auch kicherte - jedenfalls nicht so bekloppt wie die Mädchen in der Halle vorhin. Im Allgemeinen auch recht elegant und erwachsen angezogen, wirkte gleichermassen verantwortungsvoll und doch wie ein ganz normaler Teenager.
Dann war da Maya, schüchtern, zurückhaltend und doch lächelnd.
Sky, der Hipster unter den Mädchen - die Blond-Weisshaarige würde ihn umbringen, würde sie erfahren, dass er so von ihr gedacht hatte -, immer sehr stilvoll angezogen, die Haare ebenfalls immer perfekt.
Und dann kamen Sash und Ken. Beide desinteressiert, gelangweilt, frech, provokativ und auffallend. Vor allem mit ihrem Aussehen.
Hinter dem Haufen Hühner die Jungen, die teilweise erfreut und ausgelassen plauderten, andere wirkten wiederum, als wollten sie die Schule abfackeln - sein Blick fiel auf einen rothaarigen Jungen mit zwei verschiedenfarbige Augen.

Izzy hätte ab diesem Anblick lauthals gelacht. Doch da er dies nicht konnte, erlitt er einfach einem stummen Lachanfall. Wahrscheinlich hatte Midorima gefragt, was sie alle hier sollten. Jetzt ergaben seine Wortfetzen auch einigermassen Sinn.

"Da bist du ja!", wurde der Braunhaarige erfreut von Yin begrüsst, ein gemurrtes "Hat auch lang genug gedauert" wurde von Kenny hinterher geschoben. Izzy verdrehte nur die Augen.

Bevor er jedoch die Frage gestikulieren oder tippen konnte, weswegen sie alle hier waren, setzte Kenneth sich an der Spitze der Meute mit Sasha und Sky in Bewegung, Maya und Yin folgten ihnen und die Jungen dackelten ebenfalls hinterher. Izzy machte sich daran, einfach aufzuholen, hinterfragte das Ganze nicht, so vertraute er ihren Begleiterinnen, warf ab und an einen Blick über die Schulter zurück, um zu überprüfen, ob der Grünhaarige ihm auch folgte. Dieser war selbstverständlich immer da, lief mit einem gesunden Masse Abstand hinter ihm her, die Hände in den Hosentaschen und schweigend.
Er war wirklich ein Gentleman.
Doch er würde noch lernen müssen, zu lachen und ein freundlicheres Gesicht zu Tage zu bringen.

°-°-°-°-°


Ui, ein Nachwort. Überraschung! (Ich werde bald damkt aufhören, ich schwör's!)
So, es ist halb vier morgens, ich bin knapp 35 Stunden auf den Beinen und hatte keine Gelegenheit an den PC zu kommen. Daher entschuldigt, dies ist mit dem Handy geschrieben, enthält zu hundert Prozent Schreibfehler. Aber ich bin zu müde, um alles noch einmal zu überarbeiten.
Eure Kenneth E.
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