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You're not perfect. You're awesome! [MMFF]

GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P16 Slash
Akashi Seijūro Aomine Daiki Kagami Taiga Kiyoshi Teppei Midorima Shintarō
29.11.2014
29.07.2017
50
97.385
11
Alle Kapitel
46 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
11.02.2015 1.644
 
(Noch immer...) Mittwoch, 3. Dezember 2014


Sie war noch nie ein von Selbstbewusstsein strotzedner Mensch gewesen. Wirklich nicht. Eigentlich war sie sogar so schüchtern, sich dafür zu schämen, dass auf öffentlichen Strassen stets alle zur Seite gingen, um ihr und ihrem Rollstuhl auch ja genügend Platz zu machen. Solche Situationen waren ihr immer wieder unangenehm, recht peinlich, auch wenn sie des Öfteren auftraten. Sie merkte dann, wie sie rot anlief und den Kopf senkte, damit sie sich hinter ihrem Pony verstecken konnte. Nicht, dass sie jemals wirklich ängstlich war, viel mehr wirkte sie etwas kühl, doch es war zur Gewohnheit geworden, den Kopf minim zu senken, damit man ihre auftretende Röte nicht bemerken konnte.

Auch wenn sie ihre Schüchternheit zu verbergen versuchte, indem sie einfach jegliches Vertrauen aus ihrem Leben verbannte, stets tollpatschige Aktionen zu vermeiden wusste und einfach auf Abstand ging, um sich keiner Peinlichkeit zu unterziehen, so war sie doch schüchtern und daran konnte man nicht wirklich viel ändern. Seit ihrer Kindheit besass sie diese Eigenschaft, hatte auch niemals etwas dagegen tun können, auch wenn sie es gewollt hätte. Es störte sie aber auch nicht, etwas unsicher zu sein. So würde sie auf keinen Fall unüberlegte Dummheiten begehen, die sie nicht vorher skeptisch betrachtet hatte. So gesehen war ihre schüchterne Seite wie ein Beschützer, der sie vor Peinlichkeit, Nähe und unangenehmen Situationen wahrte.
So gesehen. Doch andersrum betrachtet, war es doch wieder so, dass ihre Schüchternheit sie immer in eben solche dumme Situationen versetzte, da ihr die geläufigste Kleinigkeit schon die Röte ins Gesicht trieb. Auch ihre Distanz zu ihren Mitmenschen sorgte dafür, dass sie sich gar nicht mehr gewohnt war, mit diesen umzugehen. Dies führte wiederum dazu, sich noch mehr zurückzuziehen.

Wie gesagt, sie war schüchtern. Sie mochte es nicht, im Mittelpunkt aller Aufmerksamkeit zu sein, es war ihr unangenehm, angestarrt zu werden. Auch unüberlegte Worte konnten sie erstarren lassen. Und genau das war gerade passiert.

Eigentlich war sie ja recht froh, dass Yin schlussendlich doch noch mit dem Rothaarigen aus der Halle verschwunden war. Zuerst waren die beide in eine kleine Diskussion verwickelt gewesen, dass er eigentlich gar nicht als Pfleger zuständig sein wolle, sie hatte ihm freundlich und doch aufsässig geantwortet, er hätte sich halt nicht in diese Reihe stellen sollen. Dieses Gespräch, wie Amaya es gutmütig nannte, dauerte noch eine ganze Weile, bis dieser Akashi Seijuro, wie er dann doch noch angemerkt hatte, endlich nachgegeben hatte und sich aus der Halle führen liess. Er schien nicht gerade mit Begeisterung um sich geschmissen zu haben, würde es wohl auch in diesem Moment nicht, doch er war weg und das beruhigte sie schon ein wenig. Sie mochte Yin und alle anderen natürlich, doch je weniger Leute sich in diesem Saal befanden, desto besser. Nicht auszumalen, welche Rotstufe sie noch erreicht hätte, wäre noch mehr Personen anwesend gewesen.

Aber welcher Idiot kam denn auch auf die Idee, wie in einem kitschigen Liebesfilm lauthals zu verkünden, dass er ihr gerne als Pfleger zur Seite stehen würden wolle und gut auf sie Acht geben würde. Ganz ehrlich, sie befanden sich im einundzwanzigsten Jahrhundert, solche Ansprachen machte heutzutage niemand mehr. Vor allem nicht, wenn sich mehr als zwei Personen im Raum befanden und wenn sie nicht mehr den Kindergarten besuchten.

Anscheinend fühlte sich ein bestimmter Braunhaariger, der es auch schon gewesen war, der sie früher am Tag aus dem schwarzen Wagen gehoben hatte, dazu verpflichtet, jedem Anwesenden im Raum unüberhörbar mitzuteilen, dass er gerne als Pfleger strammstehen würde. Dabei lächelte er gutmütig vor sich hin und sah sie direkt an, so dass auch ja keine Missverständnisse möglich waren. Es schien ihn auch nicht zu kümmern, dass Izzy einem stummen Lachanfall erlag, an dem sie möglicherweise noch ersticken würde, würde sie nicht bald damit aufhören und dass die zwei sowieso schon viel zu offensichtlich kichernden Mädchen, die neben der Lehrperson standen, quitschten und leise kreischten. Er stand einfach da und lächelte. Er verkörperte genau den Idioten, den Amaya in ihm sah.

Sie schaute zur Seite, konnte diesem Trottel einfach nicht in die Augen sehen. Erneut hatte er sie in Verlegenheit gebracht, das zweite Mal an diesem Tag. Machte er das mit Absicht?

Gerade, als sie anfing, mit dem Gedanken zu spielen, dass sie wohl oder übel den Grünhaarigen als Pfleger wählen würde, da dieser nicht danach aussah, häufig peinliche Sachen von sich zu geben. Doch noch im selben Moment fiel ihr ein, dass er die Gebärdensprache beherrschte, somit wohl auch der Einzige war, der wirklich für Izzy gemacht war. Ausserdem erschien er der Blauhaarigen recht unsympathisch. Sie wollte keine voreiligen Schlüsse ziehen, schliesslich kannte sie ihn nicht. Doch er wirkte nicht sehr einfühlsam und nett. Und bei aller Liebe, sie war niemand, der gut und gerne Konter geben konnte - oder wollte -, diesen Part überliess sie Ken, Sash und Sky.

Der Braunhaarige erschien ihr recht lieb, wenn auch recht dämlich, wie er so unbesonnen lächelte. Doch vielleicht war er ja genauso nett, wie er aussah. Ausserdem hatte sie beinah keine andere offene Option, sie wollte Izzy nicht beschränken, indem sie den einzig fähigen Pfleger belegte. Und wie schon erwähnt, sie mochte ihn auf den ersten Blick nicht.

Also seufzte sie etwas widerwillig, hob den Kopf und schaute den Braunhaarigen an. Somit war ihr wenigstens erspart geblieben, dass sie sich jemanden aussuchen musste. Das wäre ihr vermutlich um einiges unangenehmer gewesen, als einfach zu bestätigen, was ein anderer schon gesagt hatte.

"Wenn du unbedingt willst, will ich deinem Willen nicht im Wege stehen", sagte sie recht bedacht und versuchte ihre Stimme nicht unsicher klingen zu lassen. Vielleicht war sie so sogar etwas zu kalt und klang etwas spöttisch, aber es war ihr recht gleichgültig. Wieso sollte sie sich grosse Mühe machen, wenn sie ihn als Pfleger sowieso nicht benötigte. Schliesslich konnte sie auf sich selber aufpassen, brauchte keinen Babysitter, der sie behütete. Das wurde sie früher zu Genüge und wollte so eine Phase nicht noch einmal durchleben müssen. Daher war sie sogar recht froh, Sash und Ken persönlich kennen gelernt zu haben. Die beiden scheuten sich nicht davor, auch etwas gröber mit ihren Mitmenschen umzugehen, somit bemitleideten sie auch sie nicht. Das gefiel ihr.

"Vielen Dank! Ich bin übrigens Kyoshi. Kyoshi Teppei", liess der grosse Braunhaarige verlauten, ehe er auch zu einem kurzen Sprint ansetzte und in Null Komma nichts hinter ihr stand. Anscheinend wollt er sogleich mit dem Job als Pfleger beginnen. Schon jetzt war sie genervt von ihm.

"Sag mal, denkst du nicht, dass ich in den Jahren, in denen ich im Rollstuhl sitze, nicht gelernt habe, mit eben diesem umzugehen?", fragte sie ihn und rollte ein Stück von ihm weg, Richtung Ausgang. Sie hörte, wie er ihr hinterher dackelte und sich dabei entschuldigte, schneller lief, als sie rollen konnte, um ihr die Tür aufzuhalten. Ein Gentleman, musste sie schon zugeben.
Sie legte die Hände an die Speichen der Räder ihres persönichen Sitzplatzes und beförderte sich sehr schnell aus dem Raum. So konnte sie wenigstens dem lautlosen Gekicher Izzys und das um einiges lautere Gekreische der beiden Kichererbsen entziehen. Erleichterung durchströmte sie, als sich die Tür zur Halle schloss und sie schon einige Meter zwischen sich und den Raum gebracht hatte. Erst jetzt merkte sie, dass sie doch recht nervös gewesen war.

"Bist du sicher, dass ich dich nicht schieben soll?", erklang neben ihr die unsichere und doch sehr freundliche Stimme Kyoshis. Sie schüttelte nur den Kopf, bedankte sich jedoch höflich. Was wäre die Welt, wenn niemand mehr freundlich war. Und leider, so musste jeder zugeben, hatten die Menschen an Freundlichkeit abgenommen.
Sie war froh, dass ihre Begleiterinnen und der Braunhaarige so höflich waren. Von Kenneth wollte sie nicht anfangen, da es sie mit ihrer Freundlichkeit nicht gerade Hopps nahm.

Obwohl die Schule und ihr dazugehörendes Gelände so gross war, so waren sie doch schnell aus dem Gebäude getreten - oder gerollt - und befanden sich ebenso schnell beim Schultor. An diesem erwartete sie eine milde Überraschung, die ihr doch sehr zusprach. Leicht lächelnd rollte sie schneller auf den offiziellen Ein- und Ausgang des Schulgeländes zu.
An diesem standen nämlich die ganze Truppe, bestehend aus ihren Begleiterinnen samt Kenneth und ihren neu erkorenen Pflegern.
Die Frage, weshalb sie alle denn eigentlich hier waren, wurde sogleich von Kenneth beantwortet, die sich mit Sasha und Sky eine Tafel Schokolade teilte, sich dabei beiläufig durch die bunten Haare fuhr: "Keiner von den hier Anwesenden hat den Weg zu eurem neuen Zuhause gefunden." Dabei zuckte die Kleinste unter ihnen mit den Schultern und steckte sich ein Stück der herumgereichten Schokolade in den Mund.

Amayas Blick wanderte zu Sasha und Sky, die nur unbeteiligt ebenfalls an ihrer Schokolade nagten und zu Yin, die sich durch ihre lange Haarpracht fuhr, der es aber offenbar ein wenig unangenehm war, den Web ebenfalls nicht gefunden zu haben.
Es überraschte sie nicht. Die Strasse, in der sie künftig wohnen würden, lag zwar nicht weit von der Schule entfernt, doch sie lag in verschlungenen Seitenstrassen. Dies schien auch Ken zu denken, denn sie wirkte weder genervt noch erstaunt. Viel eher belustigt. Und doch war ihr Gesicht sehr entspannt, kein Muskel regte sich. Erstaunlich, wie viel die Augen eines Menschen preisgeben konnten.

"Vielleicht ist dies auch besser. Nicht auszudenken, was mit Izzy passiert wäre", gab sie von sich, fuhr sich durch ihre knapp schulterlangen Haare und lächelte leicht.

°-°-°-°-°


Hallöchen, meine Lieben!
Ja, hat seine Zeit in Anspruch genommen, hier jedoch das nächste Kapitel.
Hoffe, es hat euch zugesprochen.
Wie vielleicht einigen aufgefallen ist, dies wurde direkt in dieses 'Neue-Kapitel-veröffentlichen-Fenster' geschrieben, daher sind die Anführungs-/Schlusszeichen anders. Stört hoffentlich niemanden, wenn doch, klärt das mit meinem nicht vorhandenen Assistenten, ja?
Geniesst die nächste Zeit, in der wohl nicht regelmässig von mir zu hören ist (aber wann war ich schon zu festen Uploadzeiten aktiv?),
Eure Kenneth Eltringham
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