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You're not perfect. You're awesome! [MMFF]

GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P16 Slash
Akashi Seijūro Aomine Daiki Kagami Taiga Kiyoshi Teppei Midorima Shintarō
29.11.2014
29.07.2017
50
97.385
11
Alle Kapitel
46 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
06.02.2015 1.455
 
Haha, ich überrasche immer wieder, ne?
Heutige nerve ich mit einem Vorwort!
Aber nun, erwartet nicht zu viel. Es ist drei Uhr morgens, ich bin das Kapitel jetzt nicht mehr durchgegangen, verzeiht. Aber irgendwann wird auch eine Yumi Chocolate müde.
Ich hoffe trotzdem, dass euch das Kapitel gefallen wird.

Eure Yumi C.

°-°-°-°-°


Mittwoch, 3. Dezember 2014


Ken war weg, Sash ebenfalls, Blue hatte sich ihnen angeschlossen.
Jetzt war sie an der Reihe, sie wusste das. Amaya und Izzy standen hinter ihr, liessen ihr den Platz und den Freiraum, den sie eigentlich nicht brauchte und doch dankbar war, ihn zu haben. So sahen die beiden Mädchen wenigstens nicht, dass sie kein Lächeln mehr im Gesicht trug.

Yin war es sich gewohnt, stets ein Lächeln im Gesicht zu tragen, manchmal auch ein Grinsen, je nachdem was die entsprechende Situation verlangte. Sie war ein fröhlicher Mensch und wollte es auch sein, es gefiel ihr, alle mit ihrer guten Laune und ihrer Art anstecken zu können. Schliesslich bemerkte sie heutzutage noch genügend Menschen, die Aufheiterung gut gebrauchen konnten, auch wenn sie es nicht zugeben würden. Sie würde selbst natürlich niemals zugeben, dass es ihr schlecht ging, wenn es ihr denn wirklich mal schlecht ging. Kam zwar selten vor, doch auch sie hatte Stimmungstiefe.
Für einige Zeit hatte Yin sogar vermutet, dass sie nur dafür auf Erden wandelte, dass ihr Schicksal daraus bestand, Friede und Freude zu verbreiten. Schliesslich erhellten sich so einige Mienen, wenn sie sich in der Nähe befand, es freute sie, wenn die Menschen um sie herum fröhlich und glücklich waren. Auch nachdem sie begriffen hatte, dass es nicht ihre Bestimmung war, dafür zu sorgen, dass in ihrer direkten Umgebung Frieden herrschen sollte, so hatte sie damit aufgehört, andere mit Worten und Gesten zu erfreuen.

Aber sie hatte erst aufgehört an ihre selbsternannte Lebensaufgabe zu glauben, als sie diese Augen gesehen hatte.

Ihr Lächeln, das inzwischen nicht nur als ihr Markenzeichen, sondern auch als stetiger Begleiter galt, wurde ihr aus dem Gesicht gewischt. Wortwörtlich. Ihr entgleisten alle Gesichtszüge, ihre Augen weiteten sich minimal, wirkten sogar noch ein wenig dunkler, als sie es sowieso schon waren. Jeglicher Muskel in ihrem Körper war angespannt, zog sich schmerzhaft zusammen und bereitete ihr in den ersten Sekunden sogar Schwierigkeiten beim Atmen. Hätte sie einen Hang zum Dramatischen, so hätte sie sich wahrscheinlich beide Hände vor den Mund geschlagen, auch wenn sie ihren einen Arm ohnehin kaum bewegen konnte.
Sie presste den Unterkiefer gegen seinen zugehörigen Partner, biss sich gleichzeitig eher unfreiwillig auf die Innenseite ihrer Wangen. Ihre noch funktionstüchtige Hand spielte mit einem Riemen ihrer schwarzen Handtasche, die sie sich über die Schulter gehängt hatte.

Sie zwang sich dazu, sich zu entspannen, ihre zuvor angezogenen Schultern wieder locker hängen zu lassen und nach alter Manier zu lächeln. Ob es ihr auch so gut gelang, wie sie es sich wünschte, sei dahingestellt. Aber sie sah es optimistisch, versuchte es jedenfalls.

Sie hatte sich zuvor nicht darauf geachtet, hatte nur nachzuvollziehen versucht, weshalb Sash, Sky und Ken gerade die Pfleger ausgesucht hatten, die sie eben gewählt hatten. Sie wollte ihre Wahlen in Frage stellen, sie analysieren und wollte einfach verstehen. Dies gelang ihr nach ihren ersten Eindrücken auch sehr gut, nur hatte sie sich zu wenig auf ihre Umgebung geachtet. Umso mehr hatte sie sich erschrocken.

Eigentlich hatte sie sich nur die übrig gebliebenen Typen ansehen wollen, um sich auf einen festzulegen und sich dementsprechend auch schnell entscheiden zu können. Schliesslich wollte sie ihre Begleiterinnen nicht lange warten lassen, wollte eine ebenso schnelle Wahl wie ihre drei Vorgänger treffen. Natürlich hatte sie sich erst umsehen müssen, wollte zuerst alle abchecken, bevor sie sich entschied. Eine gewisse Sympathie musste schliesslich schon vorhanden sein.

So hatte sie mit ihrem gewohnten Lächeln angefangen, die übrigen Typen zu mustern. Es waren nur noch drei vorhanden und insgeheim hat es sie gefreut, nicht die Letzte zu sein, die wählen konnte, da man da auch nicht mehr viel zu wählen hatte. So hatte sie noch drei Optionen offen und darüber war sie froh. Natürlich hätte sie es akzeptiert, wenn die anderen nicht als Letzte wählen wollten, hätte sich mit dem Ergebnis zufrieden gegeben und hätte keine Flasche aufgetan. Doch da Iz und Maya scheinbar keine Probleme damit hatten, sie wählen zu lassen, schweifte ihr Blick von einem Braunhaarigen zu dem Grünhaarigen weiter, der noch recht am Anfang Iz in die Halle geführt hatte.

Es wäre alles tiptop gewesen, wenn dieser Junge nicht solche Augen gehabt hätte. Aber nein, natürlich besass er genau solch stechende Augen, die so schienen, als würden sie sich in einen hineinzubohren versuchen und jemandem durch ihre blosse Anwesenheit die Gänsehaut über den Rücken jagte. Der Besitzer des Augenpaares schien an dem gleichen Gen-Defekt der Iris zu leiden, wie auch Sash ihn hatte. Das eine Auge war in ein Gelb getaucht, das fast schon so hell war wie die Sonne selbst, das andere neigte sich eher ins Orange. An sich wäre das etwas weniger Aussergewöhnliches gewesen, schliesslich war das gleiche Phänomen an Sash zu sehen.
Was Yin irritierte, war der Ausdruck, die seine Augen trugen.
So herablassend, arrogant und selbstsicher, wie sie es bisher noch nie gesehen hatte. Nicht einmal bei Kenny, und das mochte schon was heissen. Auch Sasha hatte keinen solchen Blick im Petto, das wusste sie.
Umso mehr wurde sie von diesen Augen in den Bann gezogen.

Sie wusste gar nicht, ob sie von diesen Augen Angst haben oder fasziniert sein sollte. So viel Ausdruck, so viel Autorität und Präsenz auf einmal und hervorgerufen von seinem blossen Blick. Dieser haftete, wie sie bemerkte, und gleichermassen erstaunte, auf ihr selbst. Ja, er starrte sie beinah krankhaft an. Sie wusste nicht damit umzugehen. Wenigstens hatte sie so freien Ausblick in diese vielsagenden und doch so verschlossenen Augen.

Sie kamen ihr bekannt vor. Ihr schien, als hätte sie die Augen dieses Typen schon einmal gesehen. Sie wusste nicht woher oder weshalb, sie wusste nur, dass das etwas zu bedeuten hatte. Vielleicht reagierte sie auch viel zu krass auf dieses Gefühl in der Magengegend, das durch diese Augen verursacht wurde. Es konnte auch nur Übelkeit sein. Schliesslich war sie erst gerade von Alaska nach England und ohne Stopp nach Japan geflogen. Das war schon etwas viel für knapp zwei Tage. Sie hatte noch viel Schlaf nachzuholen, das war ihr klar.

Natürlich konnte dieses drängende Gefühl in ihr auch daher rühren, dass sie seit ihrer traditionellen Feier, bei der ihr ihre blaue Bemalung in Form einer hübschen Schneeflocke auf die rechte Wange gegeben wurde, auf der krankhaften Suche nach ihrem Schicksal war. Sie war nicht naiv, aber sie musste zugeben, dass sie schon oft die fälschliche Vorstellung ihres Schicksals gefunden zu haben glaubte. Viele hatten in ihrem Alter schon ihre Bestimmung gefunden. Vielleicht fühlte sie sich auch nur unter Druck gesetzt.

Doch noch nie fühlte sie sich so stark zu jemandem hingezogen, wobei sie für diesen Jungen nicht die geringste Sympathie empfand. Im Gegenteil. Wäre sie ihm auf offener Strasse begegnet, hätte sie wohl schnell das Weite gesucht. So wie der aussah, verständlich.
Doch sie konnte ihren Blick nicht von ihm abwenden. Alles an ihm schrie förmliche und beinah greifbare Autorität und Respekt aus. Seine Haltung, die Art, wie er verächtlich den Blick durch den Raum schweifen liess, sogar seine Haare strahlten eine solche Stärke aus, dass man sofort das Gefühl verspürte, man hatte sich vor ihm zu verbeugen. Was sie natürlich niemals tun würde. Aber es kam ihr so vor.

Sie schob all diese auf einmal einstürzenden Gedanken auf ihre Schlaflosigkeit – obschon sie im Flugzeug nach Japan und allem Anschein nach auch im Auto zu ihrer Wohnstrasse ein wenig geschlafen hatte – und ihrer beinah schon verzweifelten Suche nach ihrer Bestimmung.

Sie vernahm ein künstliches Hüsteln und darauf eine computerisierte Stimme, die eindeutig von Iz‘ Handy kommen musste, die ihr sagte, sie solle aufhören, Fernflirting zu betreiben und hinne machen. Spätestens jetzt bemerkte Yin, dass sie länger als nötig zu dem Rothaarigen gestarrt hatte. Es war ihr nicht peinlich, aber unangenehm.

Sie gab sich einen Ruck.
Vielleicht war dieser arrogant dreinblickende Typ ja wirklich ihr Schicksal, ihre langersehnte Bestimmung, der sie folgen würde. Und wenn nicht, was hatte sie schon zu verlieren? Wahrscheinlich würden sie und alle anderen nach einigen Monaten wieder nach Hause gehen. Je nachdem, wie es ihnen gefiel. So hatte Ken es ihnen mitgeteilt.
Also, egal welche Entscheidung sie treffen würde, sie konnte nicht falsch sein. Ja, der alte Optimist kehrte zurück.

Yins Mundwinkel glitten wie von selbst nach oben, sie verschränkte die Arme hinter dem Rücken und sprach den Rothaarigen ganz offen an: „Willst du mein Pfleger sein?“

Wenn sie nur vorher gewusst hätte, dass sie mit diesen Worten bei Akashi Seijuro völlig falsch am Platz war…
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