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You're not perfect. You're awesome! [MMFF]

GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P16 Slash
Akashi Seijūro Aomine Daiki Kagami Taiga Kiyoshi Teppei Midorima Shintarō
29.11.2014
29.07.2017
50
97.385
11
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
1 Review
 
09.01.2015 1.746
 
Mittwoch, 3. Dezember 2014


„So, jetzt könnt ihr euch einen aussuchen!“

Verdutzte Gesichter, ungläubige und verständnislose Ausdrücke, erschrecktes Hüsteln – Wahrscheinlich Sash, die sich an ihrer Schokolade verschluckt hatte.
Kenneth musste ihrer Selbstbeherrschung alles abverlangen, um nicht lauthals loszulachen, zu kichern und vermutlich von allen Anwesenden zur Verrückten erklärt zu werden. Stattdessen verzogen sich ihre beidseits gepiercten Lippen nur minimal, bevor sie beschloss, ihre werten Gäste von der Starre zu erlösen und ein bisschen zu erklären.
Und gerade als sie den Mund geöffnet hatte, um zu einer Erläuterung anzusetzen, wurde sie unterbrochen. Und dies konnte sie überhaupt nicht leiden.
„Du bist spät, mein Lieber“, erklang hinter ihr eine männliche Stimme, die sie zu ihrem eigenen Bedauern sehr gut kannte.
„Ach, diese drei Tage. Sei kein Arschloch, Shoja“, erwiderte Kenneth nur, zuckte mit den Schultern und wandte sich dem schwarzhaarigen Psychologielehrer dieser Schule zu. Er schien in dieser kurzen Zeit, die sie ihn nicht mehr gesehen hatte, enorm gealtert zu sein. Dies teilte sie ihm selbstredend unverzüglich mit.
„Nur weil du hier das Sagen hast, kannst du noch lange nicht ganze drei Tage zu spät kommen!“, fuhr Shoja seinen – zugegebenen – Lieblingsschüler an, ignorierte die Anspielung auf sein Alter. Natürlich wurde er dabei keineswegs laut. Das wurde er nie.
„Was willst du machen? Mich zum Rektor schicken?“, jetzt konnte Kenny sich kein Grinsen mehr verkneifen, blickte die Reihe der zur Verfügung gestellten Studenten ab, ihr Blick blieb bei den beiden Mädchen hängen, die kichernd zu ihr herüber sahen und tuschelten. Ach, sie hielten Kenneth für einen Jungen. So wie jeder hier im Raum. Ausser natürlich ihre Begleiter. Das würde garantiert spassig werden.
„Nun, bevor mich der werte Herr unterbrochen hat“, wenn Blicke töten könnten, „wollte ich anmerken, dass diese jungen Herren euch als Pfleger zur Verfügung stehen und ihr euch frei aussuchen könnt, wer der Glückliche sein soll“, endete Kenneth, strich sich eine blaue Strähne aus dem Gesicht, diese wurde sogleich durch eine Grüne ersetzt. Man hatte kurz Gelegenheit, ihr rechtes Auge zu sehen, das deutlich heller war, als das andere. Natürlich, sie trug heute auch keine Kontaktlinsen, die normalerweise eine völlig grelle Farbe besassen und somit auch die Verfärbung im rechten Auge überdeckte.
Zutiefst belustigt bemerkte sie, dass ihre Begleiter allesamt recht hilflos aussahen. Sogar Sasha und das musste etwas bedeuten. Oder vielleicht sah sie eher verständnislos aus. Doch dies beachtete Ken nicht weiter, wandte sich von ihren Gästen zu den in Reih und Glied stehenden Pflegern. Sie musterte jeden von oben bis unten, schätzte ihre Persönlichkeiten ab und stellte diese und jene Berechnungen auf. Dieses analytische und strategische Denken hatte sie von ihrem Vater übernommen. Obwohl sie recht chaotisch war, so musste doch jede Situation überdacht und sorgfältig abgewägt werden. Natürlich auch hier. Schliesslich ging es hier um ihr nächstes Opfer, um die Person, der sie demnächst das Leben schwer machen würde.
Alle hielten ihrem Blick stand, entgegneten ihr teilweise sogar ein freches Funkeln – Nun, eigentlich wagte nur jemand, sie frech anzusehen. Dieser jemand hatte gebräunte Haut und dunkelblaues Haar. Er wirkte gelangweilt und sie wusste, mit ihm hätte sie viel Spass. Doch bemerkte sie seinen Blick, der auf Sasha lag. Kenneth grinste. Sie wusste, dass Sash garantiert diesen Typen aussuchen würde. Denn die Blauhaarige hasste langweilige Menschen genauso wie sie selbst auch.
Ihr Blick wanderte über Shin-chan weiter zu einem grossen Braunhaarigen, der treu-doof aus der Wäsche schaute, dann weiter zu einem Rothaarigen, der solche eine Präsenz ausstrahlte, dass er ihr beinah Konkurrenz gemacht hätte, wäre sie nicht Kenneth Ciel Eltringham.
Im allgemeinen Mustern entging Kenneth nicht, wie ein unsicher dreinblickender Braunhaariger jedes Mal zusammenzuckte, als sie ihren Blick auf ihn legte. Er hielt den Blick gesenkt, schien ihr wohl nicht in die Augen sehen zu wollen. Oder nicht zu können.
Kenneth saugte ihr Unterlippenpiercing ein und grinste.
„Du!“, zusammen mit dem plötzlichen Ausruf zeigte sie mit ihrer behandschuhten Hand auf den Braunhaarigen, der unverzüglich heftig zusammenzuckte. Er hatte den Kopf eingezogen und sah noch kleiner aus, als er es zwischen all den monströsen Jungen um ihn herum sowieso schon tat.
„Wie ist dein Name?“, verlangte Kenneth zu wissen, kaute erneut an ihrem Piercing herum. Dabei wanderte ihr Blick über sein Gesicht, das vor Anspannung beinah zu zerreissen drohte. Seine braunen Strähnen fielen ihm ins Gesicht, das, wie Kenny zugeben musste, gar nicht schlecht aussah. Er hatte diesen niedlichen Touch, den sie nur von Izzy kannte. Seine Augen waren ungewöhnlich gross, weiteten sich sogar noch ein Stück, in ihnen spiegelten sich Unsicherheit.
„S-Sakurai Ryo“, antwortete er ihr ein Stück zu laut, hatte dabei die Augen fest zusammengekniffen, die Schultern hochgezogen. Er wirkte unsicher und ängstlich, wie ein verschrecktes Reh. Vollkommen hilflos. Also das perfekte Opfer.
„Mitkommen“, befahl Kenneth, ihre Tonlage liess keinen Widerspruch zu, blieb trotzdem monoton und ausdruckslos. Sie wandte sich ab und machte sich auf den Weg nach draussen. Sie spürte die Blicke hinter sich, drehte sich jedoch nicht um. Viel zu amüsant war die Verständnislosigkeit, die ihr beinah hinterher geschmissen wurde.
Sie hörte, wie Sakurai hinter ihr her stolperte.
An der Tür angekommen, drehte sie sich noch einmal um, blickte ihre Begleiter an und nickte ihnen zu. Sie gestikulierte Izzy zu, dass sie nach Hause gehen würde und dass sie alle später nachkommen sollten und verschwand anschliessend aus der Tür. Am Rande bemerkte sie Sakurai, der hinter ihr herdackelte und dabei kein Wort sprach. Was sie als ausgesprochen angenehm und gleichermassen nervend befand. Normalerweise wurde sie mit Fragen gelöchert, musste einen Herzinfarkt vortäuschen, um den Menschenmengen wieder zu entkommen. Und ja, das hatte sie tatsächlich schon einmal getan.
„Wie alt bist du?“, hörte sie sich selbst fragen. Wieso sie den Drang verspürte, sich mit diesem Jungen zu unterhalten, wusste sie nicht. Sie hatte ganz bewusst diesen schüchtern wirkenden Typen ausgesucht, liess sich ein solcher doch leichter zurechtweisen. Doch dass er gar nicht sprach, ging ihr gegen den Strich.
„S-Siebzehn…“, antwortete ihr Sakurai, schien sich unbehaglich zu fühlen. Seine Stimme zitterte leicht. Kenneth glaubte, dass er bald in Tränen ausbrechen würde. Was sie natürlich gerne gesehen hätte, doch darum ging es momentan nicht.
„U-und Sie?“, wurde sie vorsichtig gefragt. Sie zog eine ihrer geschwungenen Augenbrauen hoch, dabei spürte sie ganz deutlich die beiden Ringe, die sich darin befanden. Kurzzeitig fragte sie sich, wo sie denn keine Piercings hatte.
„Fünfzehn. Daher hast du mich auch nicht zu duzen“, bestimmte Kenneth, strich sich eine pinke Strähne aus dem Gesicht, richtete ihre silberne Krone – Oder doch eher ein Diadem? -. Wie man sie mitsamt diesem glitzernden Stück Metall noch immer für einen Jungen halten konnte, liess Kenneth an dieser hochwertig teuren Schule und ihren Lehrmitteln zweifeln.
„Entschuldige! Es tut mir leid, ich wusste nicht -“
Er wurde durch eine unwirsche Handbewegung seitens Kennys unterbrochen. Er war ihrer Meinung eine Spur zu laut geworden und sie war bekanntlich kein Befürworter lauter Geräusche. Er verstummte augenblicklich.
Eine kurze Weile, während sie das Schulgelände verliessen und den Weg zu Kenneths Wohnviertel ansteuerten, schwiegen sie beide. Natürlich, der Junge hatte auch kaum die Eier, neben ihr zu laufen.
„Sag mal… Bist du nicht etwas jung, um schon Medizinstudent zu sein?“, brach Kenneth das Schweigen, welches noch unerträglicher als laute Geräusche auf sie wirkten. Der Junge, der es mittlerweile geschafft hatte, neben ihr zu laufen, ohne zu kollabieren, zuckte kurz zusammen.
„N-nun, in unserer Klasse sind alle hochbegabt“, er schien es für eine ausreichende Erklärung zu halten.
„Davon wurde ich in Kenntnis gesetzt. Sonst hätte ich mir nicht genau eure Klasse ausgesucht, um den Mangel an Pflegern auszugleichen“, murrte Kenneth.
„Entschuldige, natürlich hast d-du recht“, das ‚du‘ wurde mit solch einer Sorgfalt ausgesprochen, als würde das Wort aufhören zu existieren, würde er es mit Selbstvertrauen aussprechen.
„Natürlich habe ich recht. Ich bin Kenneth Ciel Eltringham“, meinte Kenny, ihr war durchaus bewusst, wie arrogant sie klang. Das war die Standarteinstellung ihrerseits, wenn sie jemand neues kennenlernte.
„Aber… bist du nicht ebenfalls etwas jung, um schon Schul- und Firmenleiter zu sein?“, stellte Sakurai nun die Gegenfrage, hielt den Kopf noch immer gesenkt. Kenny winkte nur ab und sie gingen schweigend ihres Weges.
Nach einigen weiteren Schritten knickte Kenneth ein. Ihre Prothese schien etwas überfordert zu sein und tat nicht mehr das, was sie sollte. Ihr rechtes Knie, das noch halb aus ihren echten Knochen bestand, gab nach und sie kippte oskarverdächtig zur Seite hin weg. Dies war ihr seit gut drei Wochen nicht mehr passiert und da war sie bei ihr zu Hause gewesen, also hatte niemand diese Peinlichkeit gesehen. Auch jetzt befand sie sich in einer kleinen, menschenleeren Seitenstrasse, doch nun war jemand bei ihr.
Und gerade, als sie sich mit der Vorstellung angefreundet hatte, Bekanntschaft mit dem harten Boden und der mitwirkenden Scham zu machen, schob sich ein Arm unter ihren Rücken. Sie öffnete die Augen, die sie aus reinem Reflex heraus geschlossen hatte und blickte geradewegs in das Gesicht ihres neu erwählten Opfers. Seine Wangen hatten einen rötlichen Ton angenommen, doch er schien es zu ignorieren, sorgte sich doch viel eher um seine Patientin. Diese Sorge war es vielleicht auch, die Sakurai veranlasste, sie nicht mehr loslassen. Sie standen da, in einer Gasse, und sahen aus, als wären sie in der Endposition eines hervorragenden Walzers. Kurz: Die Situation war absurd.
Abrupt schubste Kenny ihren Pfleger, den sie noch nicht als solchen sah, von sich. Sie atmete etwas schneller, ihr nicht mehr vorhandenes Bein schmerzte. Sie starrte den Braunhaarigen an, dieser sah leicht beängstigt zurück.
„Regel Nummer eins: Du fasst mich nicht an. Niemals. Und du musst auch dafür sorgen, dass mir niemand anderes zu nahe kommt. Hast du verstanden?“, murrte Kenneth, noch ein wenig geschockt davon, dass sie angefasst wurde. Die Stelle, an der sie berührt wurde, brannte und ihr lief es kalt den Rücken hinab. Wie sehr sie es doch hasste, angefasst zu werden.
Den Rest des Weges legten sie stillschweigend zurück, Kenneth humpelte ganz fürchterlich, unterband es sich jedoch, nach Hilfe zu bitten.

°-°-°-°-°


Ich überspringe den üblichen Smalltalk.
Gründe für meine künftig mögliche Abstinenz:
1. Ich stecke mitten im Umzug, daher werde ich demnächst eher unwahrscheinlich regelmässig uploaden können - Ausser Acht lassend, dass ich niemals regelmässig war.
2. Ich stecke auch mitten in einer Prüfungsphrase. Muss ich mehr dazu sagen?
3. Ich starte demnächst eine neue Geschichte (Keine MMFF, daher wird diese auch auf meinem anderen Account eröffnet. Wahrscheinlich Slash).
4. Ich mache bei einem faszinierenden Projekt mit, und dabei muss ich viel Zeit investieren.
Nun, ich hoffe, euch wird es gut ergehen,
Eure Kenneth C. E.
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