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You're not perfect. You're awesome! [MMFF]

GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P16 Slash
Akashi Seijūro Aomine Daiki Kagami Taiga Kiyoshi Teppei Midorima Shintarō
29.11.2014
29.07.2017
50
97.385
11
Alle Kapitel
46 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
06.01.2015 1.412
 
Mittwoch, 3. Dezember 2014


Frustriert und vollkommen genervt über sich selbst trat Izzy einen Stein aus dem Weg. Er hätte ja geseufzt, um seiner bodenlosen Frustration Ausdruck zu verleihen, doch dies ging ohne Stimmbänder leider nur sehr schlecht – dies war einer dieser Momente, in denen er zu gerne sprechen wollte. Einfach, um genervt aufzustöhnen, zu seufzen und sich lautstark über diese absurde Situation zu empören. Vielleicht wollte er auch nur seine Beschämung über sein jämmerliches Selbst mit unfeinen Worten überspielen. Obwohl er, selbst wenn er die Fähigkeit zu sprechen noch besässe, noch nie zu solch primitiven Mitteln zurückgegriffen hatte. Und es auch nicht wollte. Als Junge konnte er das vielleicht, aber da er zwischenzeitlich auch als Mädchen unterwegs war, kam das sehr unweiblich und unattraktiv rüber.
Aber in diesem Moment hätten wüste Flüche mehr als nur passend gewirkt. Wer verlief sich denn auch auf einem Schulgelände? Genau, niemand.
Niemand ausser Izzy Leonardo, im Netz auch allgemein bekannt als SilenceIzzy, dem wohl orientierungslosesten Jungen, der jemals auf Erden wandelte. Er raufte sich die kurz geschnittenen braunen Haare, brachte sie dabei wahrscheinlich aus der mühsam errichteten Frisur. Doch dies war gerade sein kleinstes Problem. Um das kam von jemandem, der sehr auf sein Äusseres achtete.
Kaum hatte er mit den Mädels das Schulgelände betreten – wobei ihm der prunkvoll verzierte Schulbogen, der gleichzeitig das Tor zur Schule bildete, ins Auge gesprungen war -, so hatte er sich sogleich verlaufen. Er wusste nicht, wie dies hatte passieren können. Er war ihnen hinterhergelaufen, hatte einmal weggeschaut und schon waren sie ausser Sichtweite.
Ihm war bewusst, wie orientierungslos er war, dass er kaum wusste, wo die Sonne auf- und unterging, sowieso wenn es sich um neue Orte handelte, doch dass er keine fünf Meter weit gekommen war, ohne sich zu verlaufen, war dann doch etwas stupide.
Natürlich, das Gelände, auf dem er sich befand, war um einiges grösser und weitläufiger als das weisse Haus - eine leichte Übertreibung, um seine Lage zu verdeutlichen – und die dreifach unterteilten Schulgebäude schienen auch mehr als fünf Stockwerke zu betragen. Und trotzdem hatte er sich verlaufen, obwohl er sich allem Anschein nach noch immer auf dem Vorhof befand. Jedenfalls konnte er das Schultor noch sehen, wenn er sich umdrehte, und die Schulgebäude schienen ebenfalls noch in der Vorderansicht zu sehen sein. Und obwohl er sich sicher war, dass die anderen nicht weit gekommen sein konnten, konnte er sie nirgends erblicken, renkte er sich noch so den Hals auf. Auch konnte er Ken nicht einmal anrufen. Nun, er hätte schon gekonnt, nur hätte es wohl nicht besonders viel gebracht.
Also machte er sich auf, um seinen Weg in die neue Schule selbst anzutreten. Er hatte noch im Hinterkopf, dass Kenny etwas von einer Aula erwähnt hatte, in der man sie mit einer Überraschung empfangen würde. Aber Kenneth Ciel wäre nicht Kenneth Ciel, wenn sie die Überraschung preisgegeben hätte. Schmunzelnd schüttelte Izzy den Kopf. Dabei fielen ihm einige Strähnen ins Gesicht, bei denen er sich nicht die Mühe machte, sie zurückzustreichen. Also musste er nur die Aula dieser Schule zu finden. Angesichts der Tatsache, dass die Schule aus drei Gebäuden bestand, würde es nicht einfach werden. Aber aufgeben würde er sicher nicht. Schliesslich war sein männliches Ego ebenfalls noch vorhanden, daher würde er es auch alleine schaffen.
Und kaum hatte er das erste Gebäude betreten, stiess er mit jemandem zusammen. Er hätte sich gerne empört, auch wenn dies eigentlich nicht seine Art war. Heute war einfach nicht sein Tag und dies würde sich wahrscheinlich auch nicht mehr ändern.
„Entschuldige, aber steh‘ doch bitte nicht dumm in der Gegend rum“, wurde Izzy von oben herab angemeckert. Er blickte auf, musste seinen Hals ganz schön nach oben verbiegen, um dem Verursacher dieser unhöflichen Worte ins Gesicht sehen zu können. Dieser hatte broccoligrüne Haare, ebensolche Augen und eine Brille, die er unnötigerweise in eine korrekte Haltung stupste. Er war ausgesprochen gross, schien unter dem weissen Hemd, das er trug, recht sportlich gebaut zu sein und wirkte äusserst unsympathisch.
In voller Überzeugung, dass er es sowieso nicht verstehen würde, gestikulierte Izzy dem Jungen vor sich die Worte ins Gesicht "Ich stehe nicht dumm, sondern dekorativ in der Gegend rum!". Zufrieden mit sich und der Welt wollte er sich schon abwenden, seinen Weg in die Aula fortsetzen, als ihm peinlichst schnell bewusst wurde, dass der Grünhaarige ihm in Gebärdensprache antwortete. "Vielleicht wirklich dekorativ, aber gleichermassen äusserst unproduktiv."
Izzy fielen beinah die Augen aus dem Kopf. Er hätte nicht gedacht, dass der andere ihn verstehen und antworten konnte.
"Kannst du mich verstehen, wenn ich normal spreche?", wurde er durch Gestik vor seinem Gesicht gefragt. Lautlos seufzend gestikulierte er dem anderen, dass er ihm wohl kaum hätte antworten können, hätte er ihn nicht verstanden. Der Grünhaarige nickte verstehend, schien sich jedoch keineswegs zu genieren, oder peinlich berührt zu sein. Mit einem kurzen Blick auf die Uhr packte der Grünhaarige ihn ohne weitere Vorwarnung am Handgelenk.
„Du scheinst ziemlich verloren zu sein und ich denke, ich bin mir sicher, wo du hinwillst“, liess der Grünhaarige erklärend, aber recht desinteressiert verlauten, stiess sich die Brille auf die Nase.
„Und wie heisst mein Entführer?“, tippte Izzy dem Grünhaarigen mit Morsezeichen in die Handfläche, da er keine andere Möglichkeit sah, sich sonst verständigen zu können. Durch Gestik kam er mit nur einem Arm nicht weiter, sein Handy war mit nur einer Hand ebenfalls nur schwer zu bedienen. Also versuchte er es eben so. Und wie durch ein Wunder verstand der Grünhaarige auch das Morsealphabet. Er murmelte etwas, was sich stark nach „Midorima Shintarou“ anhörte und zog Izzy weiter.
Es ging wieder aus dem Gebäude hinaus, quer über den Schulhof und in Richtung des genau gegenüberliegenden Schulgebäudes. Er zog ihn recht sanft und trotzdem bestimmend eine Treppe hinauf und steuerte danach eine grosse Doppeltür an, die sich am Ende eines langen Ganges befand. Überall führten Nebengänge vom Hauptgang weg und einige Türen verleiteten dazu, zu prüfen, was sich hinter ihnen befand. Doch Midorima zog ihn erbarmungslos weiter.
Auf dem ganzen Weg tippte der Braunhaarige in die grosse Handfläche des Jungens und verführte ihn mit wenigen Worten zu ausführlichen Antworten auf seine Fragen. So machte er das immer. Obwohl er nicht sprechen konnte, so konnte er ebenso gut mit Worten spielen. Soweit er wusste, war dies der erste Grund gewesen, weshalb Kenneth ihn überhaupt als Brieffreund auserkoren hatte.
Apropos. Wo war Kenneth überhaupt? Wieso suchte sie ihn nicht? Schliesslich war er momentan als Mädchen unterwegs, da konnte vieles passieren. Auch wenn er nicht gerade schwach war. Es ging ihm eher ums Prinzip.
Noch bevor er zu Ende gedacht hatte, was für ein Miststück Ken doch war, öffnete der Grünhaarige die Doppeltür und stellte sich provokativ daneben. Anscheinend befand er dies als äusserst vorkommende Art, ein Mädchen in einen Raum zu verweisen.
Doch er wollte dem armen Midorima nicht vorwerfen, dass man ein Mädchen gefälligst anzulächeln hatte, und betrat galant den Raum. Oder eher gesagt den riesigen Saal.
Es erinnerte an eine Sporthalle, nur etwa dreimal so gross, auch eine Bühne war an der Nordwand angebracht. Oder war es Ost? Ach, fast vergessen. Izzy hatte kaum Orientierungssinn. Er konnte sich gerade noch so merken, wo links und rechts war – obwohl er manchmal sogar dabei Schwierigkeiten hatte.
Mitten im Raum standen fünf Studenten – so sahen sie jedenfalls aus. Alle in weisse Hemden und schwarze Jacketts gekleidet – in einer Reihe aufgestellt. Alles junge Männer, wie Izzy bemerkte. Daneben standen zwei Mädchen, die etwas älter aussahen. Diese redeten gerade relativ ausgelassen mit einem schwarzhaarigen Mann mittleren Alters. In angemessenem Abstand zu diesen fremden Personen standen seine Freundinnen, in seine Richtung starrend. Er sah, wie Yin kicherte, Amaya und Sky den Kopf schüttelten, Sash sich ein Stück Schokolade in den Mund schob und gleich daraufhin auch Kenneth die Tafel hinhielt, die sich sogleich munter grinsend ein Stückchen abbrach. Izzy hätte gelacht, als ihm auf einmal klar wurde, dass Kenneth ihn absichtlich nicht suchen gelassen hatte. Wahrscheinlich hatte sie von Anfang an gewusst, dass er sich verlaufen würde, hatte es wohl auch eingefädelt, dass Midorima auch in der Nähe sein würde. Dieses Biest.
„Izzy, Mädel, wo warst du denn?“, säuselte Yin, sah dabei ganz offensichtlich zu dem Grünhaarigen herüber, der sich zu den fünf anderen gesellte.
„Sie war weg? Hab‘ ich gar nicht mitgekriegt“, zuckte Sky mit den Schultern und ein kleines Lächeln umspielte ihre Lippen.
Ja, seine neu gewonnenen Freundinnen waren allesamt Miststücke. Und deshalb wusste er genau, dass sie zusammen eine Menge Spass haben würden.
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