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You're not perfect. You're awesome! [MMFF]

GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P16 Slash
Akashi Seijūro Aomine Daiki Kagami Taiga Kiyoshi Teppei Midorima Shintarō
29.11.2014
29.07.2017
50
97.385
11
Alle Kapitel
46 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
02.01.2015 1.396
 
Mittwoch, 3. Dezember 2014


Sie wusste, dass sie rot angelaufen war. Vielleicht würde sie keiner Tomate Konkurrenz machen, eher dezent, wahrscheinlich würde das niemandem auffallen, würde man sich nicht darauf achten. Und dadurch, dass sie den Kopf gesenkt hielt, würde man sich sowieso schwer tun, ihr Gesicht zu erkennen. Etwas Gutes hatte ihr Pony ja.
Und der Grund für ihr unnötiges Erröten war die Tatsache, dass sie gerade von einem jungen Mann aus dem schwarzen Fahrzeug, das sie ganz offensichtlich vom Flughafen zu der Schule gefahren hatte, gehoben und daraufhin viel zu sanft und sorgfältig in ihren Rollstuhl gesetzt wurde. Eigentlich war sie nicht der Typ Mädchen, der schnell errötete, kicherte oder gar herumalberte. Natürlich konnte sie lachen, war eigentlich sogar ziemlich humorvoll, aber halt auch nur mit engen Freunden – oder wenn sie alleine war. Dies hing eventuell mit ihrer Schüchternheit und ihrer dadurch entstandenen, distanzierten Art zusammen. Ach, selbstverständlich hing das damit zusammen.
Doch wenn ihr jemand so nah kam, dass dieser ihr direkt ins Gesicht sehen konnte und sie keine Distanz zwischen sich und jene Person bringen konnte, keine Ausweichmöglichkeit besass, war es ihr schon unangenehm, eine solche Nähe zu jemandem zu haben, den sie nicht einmal kannte. Es war ja schon anstrengend genug, überhaupt Nähe zu jemandem zu teilen, den sie auch kannte.
Vielleicht war es ihr aber auch nur unangenehm, weil sie es nicht mochte, sanft und auf eine besonders mitleidige Weise behandelt zu werde, nur weil sie im Rollstuhl sass. Sie konnte gut auf sich selbst aufpassen, so hatte sie sich doch nun schon zu Genüge daran gewöhnt. Also musste ihr auch niemand helfen, sich in ihren rädrigen Gefährten zu setzen.
Vielleicht schämte sie sich aber auch nur. Während alle anderen längst aus dem Wagen ausgestiegen waren, ihre Koffer gepackt hatten, musste sie sich der Scham aussetzen, Hilfe zu benötigen. Sie mochte hilfsbereite Menschen, bestand doch ebenso darauf, dass andere ihre Hilfe annahmen. Aber sie konnte es nicht leiden, wenn jemand meinte, man müsse ihr helfen, nur weil sie eben im Rollstuhl sass.
Durch ihre wirren Gedanken und viel zu beschäftigt damit, ihr Gesicht zu verbergen, kam ihr gar nicht in den Sinn zu fragen, weshalb sie eigentlich nicht mehr in ihrem Rollstuhl gesessen hatte, als sie aufgewacht war. Natürlich, es war nicht selten, dass Rollstuhlfahrer ihr Gefährt verlassen mussten, bestiegen sie ein Fahrzeug. Doch in London, als der kleine Bus sie alle zum Flughafen gebracht hatte, hatte sie ihren Platz im Rollstuhl auch nicht aufgeben müssen.
Kaum hatte sie sich versehen, sass sie schon wieder. Es war schneller gegangen, als sie befürchtet hatte.
Froh, endlich wieder den gewohnten Untergrund zu spüren, legte sie die Hände an die Speichen und rollte sich so vorwärts. Nicht dass noch jemand auf den Gedanken kam, er müsse sie schieben. Das war schon einige Male vorgekommen, als sie in der Stadt unterwegs war. Nicht wenige hatten den Eindruck, sie würden ihr einen Gefallen tun, wenn sie sie schieben würden. Und dies mochte sie fast noch weniger, als wie ein Ei behandelt zu werden. Als ob sie sich nicht selbst vorwärts bewegen konnte.
Schnell wandte sie sich an Ken-chan – diesen Namen hatte sie dem Earl aus genau dem Grund verliehen, weil sie genau wusste, wie sehr das Mädchen mit den bunten Haaren solche Anhängsel hasste -, die neben ihr herlief und ihr prompt ihren Koffer auf den Schoss plumpsen liess.
„Gott, was hast du da drin? Steine?“, murrte der Earl, schob sich Schokoladenherzen in den Mund. Verwundert, woher sie die Süssigkeiten schon wieder herhatte, schaute Amaya sie fragend an. Dadurch missverstand Ken-chan die Situation und schob noch ein „Dein Koffer ist schwer, okay.“ nach, als ob Amaya ihren Spruch mit den Steinen nicht verstanden hätte.
Leicht lächelnd schüttelte sie den Kopf, rollte einfach neben den anderen her. Da alle bis vorhin noch geschlafen hatten – ausser Kenneth natürlich -, war niemand so recht zum Sprechen aufgelegt. Daher liefen sie schweigsam nebeneinander her, ab und zu hörte man ein reissendes Geräusch, das von einer Tüte Gummibärchen oder einer Tafel Schokolade ausging.
Amaya sah sich um. Ihr fiel auf, dass sie sich mitten in der Stadt befanden. Überall schossen Hochhäuser mit leuchtenden Reklametafeln aus der Erde, die Autos rasten über die Strassen, die unzähligen Menschen gingen ihres Weges. Ihr war bewusst, dass sie sich längst in Japan befanden, erkannte die bekannte Umgebung. Auch wenn sie nicht in Tokio lebte, so waren ihr die japanischen Sitten durchaus bewusst. Auch die verrückten Kleiderstile, die sich auf den Strassen in der Stadt ausmachen liessen, wiesen auf Japan hin.
Auf einmal fühlte sie sich um einiges besser, endlich wieder in ihrem Heimatland zu sein. Auch fühlte sie sich wohler, weil sie sich jetzt kaum noch auf Englisch verständigen musste, konnte wieder ihre gewohnte Sprache aus den Reserven holen. Schliesslich war sie gebürtige Japanerin, das konnte sie auch zeigen.
Doch etwas an der Umgebung störte sie. Sie waren eindeutig in Tokio, die Privatschule befand sich dort, doch die Umgebung wechselte schnell von diesem städtischen, stressigen Flair in ein ruhigeres Viertel. Dabei waren sie kaum zehn Minuten gelaufen, erst einmal um eine Ecke bebogen.
Doch noch bevor sie den Mund öffnen konnte, um die Frage zu stellen, wohin sie denn genau gingen, kam ihr Ken-chan bevor.
„Ich denke, es wäre euch lieber, zuerst eure Koffer abzuladen, anstatt diese mit in die Schule zu schleppen“, zuckte der Earl mit den Schultern, schien dabei recht gelangweilt.
„Mensch, En, wann kommen wir denn endlich in dieser Schule an?“, murrte Sasha links neben Amaya, sie erkannte, dass die Frage auf Japanisch gestellt wurde.
„Nur keine Hektik. Wir sind verhältnismässig noch recht früh dran“, grinste Ken-chan kurz und hämisch.
Kenneth führte sie alle weiter. Keine zwei Minuten später standen sie in einem ruhigen Wohnviertel, in dem sogar der Wind stillzustehen schien. Hier reihten sich Haus für Haus aneinander, hübsche Zierblumen waren in den kleinen Vorgärten gepflanzt worden. Das Bild wirkte wie eine Buchseite aus einem Märchenbuch für kleine Kinder.
Kaum zu glauben, dass Ken-chan in diesem Viertel hauste.
„Seht ihr diese Häuserreihe dort?“, Kenny deutete auf eine Reihe kleiner Häuser, alle hellblau gestrichen mit gelben Fensterrähmen. Jedes der fünf Häuser sah exakt gleich aus.
„Jedem von euch gehört ab heute eines der Häuser“, liess Kenneth verlauten. Amaya merkte, dass jeder der Anwesenden kurz zusammenzuckte. Natürlich wirkten einige etwas empörter und entsetzter als andere – Yin schlug sich die Hand dramatisch vor den Mund und täuschte einen Ohnmachtsanfall vor, Izzy fächerte sich mit ihrem Handy Luft zu, Sasha und Sky-chan verzogen keine Miene. Amaya hingegen weitete etwas die Augen. Das konnte doch nicht Ken-chans Ernst sein?
„Aber wo ist denn deine Unterkunft?“, hörte Amaya eine roboterhafte Stimme fragen. Es musste unweigerlich von der braunhaarigen Iz-chan kommen, die rechts neben ihr stand. Oder eher von ihrem Handy. Jetzt fiel es erst auf. Es standen fünf kleine Häuschen nebeneinander, gegenüber und zu beiden Seiten standen natürlich auch noch Häuser, doch die waren alle in einer anderen Farbe gehalten.
Amaya blickte wieder zu Kenneth, die abweisend auf das Ende der Strasse deutete. Fast in der gleichen Sekunde fiel der Groschen. Dort, versteckt hinter einem grässlich roten Haus, stand unscheinbar ein etwa zweistöckiges Häuschen – somit besass es einen Stock weniger als die blauen Häuser -, das pechschwarz gefärbt war.
Yin verkniff sich ein Kichern, Izzy verzog die Mundwinkel zu einem Lächeln, Sasha schüttelte den Kopf und Skylar zeigte ebenfalls Andeutungen von einem zarten Lächeln. Amaya selbst fasste sich nur an die Stirn. Wie hatte sie dieses schwarze, unübersehbare Haus nur übersehen können?
„So, nun aber hopp in euer neues Zuhause und verstaut die Koffer. Vielleicht sollten wir tatsächlich mal in die Schule. Ich habe euch lange genug auf die Folter gespannt“, erwiderte Kenneth auf die ungläubigen Gesichter, als alle realisierten, dass sie von nun an wirklich hier wohnen würden.
Bevor Kenneth sich abwandte und ihren Weg zu ihrem etwas abseits stehenden Haus antrat, war sich Amaya sicher, dass Kenneth ihre beidseits gepiercten Lippen zu einem Grinsen verzogen hatte.

°-°-°-°-°


Guten Abend, meine Süssen,
Ich entschuldige mich für meine Abwesenheit, aber ich hatte derbe viel zu tun.
Und dann noch den Stapel an Manga, den ich noch lesen sollte.
Hach, ich versinke noch in Selbstmitleid.
So.
Das nächste Mal geht's dann wirklich in die Schule.
Aber ich finde eure Kommentare wirklich amüsant, wie ihr euch aufregt~
Einen schönen Abend noch,
Eure Kenneth C. E.
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