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You're not perfect. You're awesome! [MMFF]

GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P16 Slash
Akashi Seijūro Aomine Daiki Kagami Taiga Kiyoshi Teppei Midorima Shintarō
29.11.2014
29.07.2017
50
97.385
11
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
29.11.2014 1.301
 
Mittwoch, 3. Dezember 2014


Als sie aufwachte, erschrak Yin. Sie befand sich nicht mehr im Flugzeug, wo sie ursprünglich eingeschlafen war. Dies bemerkte sie schon, noch bevor sie die Augen öffnen musste. Der Sitz, auf dem sie sass, war weicher als im Flugzeug und das Fahrzeug ruckelte mehr, glitt nicht mehr ruhig und bewegungslos durch die Luft. Auch war es viel wärmer und gemütlicher. Und als sie die Augen öffnete, wusste sie auch weshalb. Über ihr war eine Decke ausgebreitet. Keine Bettdecke, aber eine kuschlige, flauschige Decke, in die sie überdeutlich eingewickelt wurde. Der Gurt, der sie umschlang, schnitt ihr unangenehm in die Haut, war wohl auch der Grund, weshalb sie überhaupt aufgewacht war. Sie sah sich etwas irritiert und gleichermassen neugierig um. Wo war sie?
Die realisierte relativ langsam, dass sie zwischen Sasha und Amaya eingepfercht sass. Letztere sass nicht mehr in ihrem Rollstuhl, war ebenfalls auf einen normalen Sitz gesetzt und angeschnallt worden, wie Yin bemerkte. Auch die beiden anderen Mädchen hatten ihre ganz eigene Decke, die sie umgaben. Eine Reihe vor ihr sassen Izzy, Skylar und Kenneth. Die Braunhaarige und die Blond-Weisshaarige schienen zu schlafen, bei Kenneth war sie sich nicht sicher, da sie sich zwar nicht bewegte, aber trotzdem wie immer im Schneidersitz und mit einem Buch auf dem Schoss dasass.
Was Yin aber wusste, war, dass sie sich in einem fahrenden Fahrzeug befanden. Vielleicht war es wieder ein kleiner Bus, wie er sie schon zum Flughafen in London transportiert hatte. Doch kaum hatte sie einen Blick nach draussen geworfen, was durch die getönten Scheiben gar nicht so leicht war, wurde ihr bewusst, dass sie sich nicht mehr in London befanden, geschweige denn im Flugzeug. Die Häuser waren höher, die Strassen befahrener, überall her blinkten ihr Leuchtreklamen- und Tafeln entgegen. Sogar durch die dunklen Scheiben konnte sie erkennen, wie viele Menschen sich auf den Strassen befanden. Also eindeutig Japan. Sie hatte schon einige Bilder und Videos von Japan gesehen, doch diese reichlich belebte Stadt war von nahem noch eindrücklicher.
Sie richtete sich ein wenig auf. Dabei fiel ihr auf, dass Sasha und Amaya noch schliefen. Oder schon wieder schliefen. Schliesslich wusste sie nicht, ob die anderen zwischenzeitlich aufgewacht waren und selbstständig vom Flugzeug ins Auto gestiegen waren. Vielleicht war sie ja die Einzige, die die ganze Zeit über geschlafen hatte.
Ihr rutschte die Decke etwas runter, sie streckte sich, wobei ihr rechter Arm etwas nachschliff und sie diesen nicht hoch heben konnte. Ihr war es egal, dass sie ihren Arm praktisch nicht mehr benutzen konnte. Sie war sogar dankbar dafür, dass ihr der Arm nicht zur Gänze fehlte, wie er es bei Sky tat. Aber es nervte sie trotzdem. Die Schmerzen, die auftraten, belastete sie ihren Arm, die anstrengenden Übungen um endlich vernünftig mit Links schreiben zu können und natürlich die Trauer, die in ihr aufkam, dachte sie an ihre treuen Hunde zurück, die bei diesem Unfall ums Leben kamen. Auch jetzt, fast zwei Jahre später, belastete der Unfall sie noch immer. Ihre Hunde, die loyalsten und treusten Gefährten, die sie jemals kennenlernen durfte, mussten ihr Leben hergeben. Sie befand es sogar als unfair, dass sie überlebt hatte, man jedoch nichts mehr für ihre Hunde hatte machen können. Noch heute gab sie sich die Schuld an dem Unfall, an dem Tod ihrer Gefährten.
Bei so vielen Gedanken auf einmal kniff Yin die Augen fest zusammen, bemerkte vorerst nicht, wie sich Kenneth von ihrem Sitz löste und sich zu ihr nach hinten beugte. Erst als diese zu sprechen begann, zuckte sie zusammen.
„Muss schwer sein, hm?“, liess Kenny verlauten, rückte ihre Krone zurecht, die ihr voller Absicht schräg auf dem Kopf sass, strich sich nebenbei einige grüne und blaue Strähnen aus dem Gesicht.
„W-was genau meinst du?“, versuchte Yin abzulenken, zwang sich ein Lächeln auf. Es fühlte sich schrecklich aufgesetzt an.
„Tu‘ nicht so scheinheilig. Denkst du wirklich, ich, eine angehende Psychiaterin, bemerke deine Gefühlsregungen nicht?“, verdrehte Kenneth ihrerseits nur die Augen, musterte ihren weisshaarigen Gast aufmerksam.
„Nun sag schon. Wie ist es, Schuld an einem Unfall zu sein, bei dem die geliebten Hunde starben?“, diese Frage erschreckte Yin, sagte jedoch nichts dazu, senkte den Blick auf ihre Hände. Diese knetete sie nervös.
„Das redest du dir doch ein, nicht wahr?“, fuhr Kenneth fort, stützte ihr Gesicht auf einer Hand ab, lehnte sich noch immer von ihrem Sitz aus zu Yin, „Dass du die Schuld daran trägst? Kommst damit nicht klar?“ Yin nickte, schluckte aufkommende Tränen hinunter. Was war mit Kenneth los? Weshalb sagte sie das, so locker, so lässig, als wäre es eine alltägliche Sache, wirkte dabei nicht mal beeindruckt? Und überhaupt… weshalb stiegen ihr bei diesen einfachen Worten sofort die Tränen in die Augen? Sie hatte den Unfall inzwischen doch verarbeitet, kam mittlerweile besser damit klar.
„Aber das stimmt nicht, musst du wissen.“
Jetzt horchte sie auf.
„Ich bin schuld daran, dass mir mein rechtes Bein vom Knie abwärts fehlt. Aber du hast keine Schuld am Tode deiner Hunde“, bildete Yin sich das nur ein, oder bekam die Stimme Kenneths einen weicheren Ton?
„Also mach dir keinen Kopf und schlaf noch ein bisschen. Wir werden erst in knapp einer Stunde in der Schule ankommen“, es klang eher wie ein Befehl als wie ein Vorschlag, geschweige denn eine Bitte. Deshalb hatte Yin auch keine andere Option, als sich wieder zurückzulehnen, die Augen zu schliessen und zu versuchen, wieder zu schlafen. Und dies gelang ihr auch relativ gut. Bis ihr etwas auffiel.
„Ken, sag mal, was meinst du mit schuld wegen deines Beines?“, und wie um die Frage zu unterstreichen, deutete auf Kenneth Prothese. Diese sah zwar echt aus, fühlte sich vermutlich auch so an, doch es war trotz allem noch immer eine Prothese.
„Das lass‘ mal meine Sorge sein“, damit drehte sich Kenneth wieder nach vorne, beendete somit auch das Gespräch. Yin war sich sicher, dass Kenneth kurz das Gesicht verzogen hatte, so, als ob ihr etwas Unangenehmes und Schmerzhaftes wieder eingefallen wäre. Oder vielleicht war sie auch einfach noch zu müde, um einen intelligenten Schluss zu ziehen.
Daher beliess Yin es dabei und lehnte sich erneut zurück, schloss entspannter als zuvor die Augen. Durch das Ruckeln und Wanken des Wagens, gemischt mit der leisen Musik, die vom Autoradio ausging, nickte sie kurz darauf wieder ein.
Doch das kurze Schläfchen war nicht entspannend. Eher aufwirbelnd, aufregend. Der Traum, der sie nicht zur Ruhe kommen liess, zeigte ihr nichts anderes als ein schwarzes Bild, das immer wieder von roten und orangen Punkten gestört wurde. Keine runden Punkte, eher oval, stechend und durchdringend. Sie bohrten sich in ihre Augen, liessen sie den Blick nicht abwenden. Dazu hörte sie eine bekannte, weibliche Stimme, die immer wieder dasselbe Wort wiederholte, nur konnte Yin es nicht verstehen, viel zu vernebelt schien alles zu sein. Sie konnte weder die Stimme identifizieren, noch die Bedeutung dieser augenähnlichen Punkte deuten. Sie konnte nichts mit dem Traum anfangen, er verwirrte sie. Trotzdem war sie neugierig und fasziniert, die Punkte hielten sie im Bann, liessen sie nicht los.
Doch kaum hatte sie ruckartig die Augen aufgerissen, wusste sie, dass dieser Traum etwas Wichtiges in ihrem Leben bedeutete, sie warnen wollte vor dem, was in Zukunft passieren würde. Etwas, was ihr Leben garantiert verändern würde. Doch was genau es war, musste sie erst noch herausfinden.

°-°-°-°-°


So, da habt ihr ein weiteres Kapitel.
Es tut mir leid, dass sie immer so kurz ausfallen, aber ich finde kurze Kapitel, die dafür schneller hintereinander kommen besser, als ellenlange, endlose Kapitel, die jeden Monat kommen.
Aber ich habe noch ein Geschichtsprojekt am Start, das ich noch aufnehmen muss, zudem habe ich sehr viele Bücher und Manga bekommen, die ich noch lesen muss.
Also erwartet nicht zu viel von mir. Ich bin auch nur ein Mensch.
Einen schönen Abend noch,
Eure Kenneth C. E.
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