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Skynet 2.0

von Genosse
KurzgeschichteSci-Fi / P16 / Gen
28.11.2014
28.11.2014
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609
 
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28.11.2014 609
 
Der Tag Null liegt schon viele Jahrzehnte zurück und wird noch über Generationen als Anfang vom Ende in Erinnerung bleiben. Nun hat sich der Staub der ewigen Kämpfe gelegt, kaum ein menschliches Wesen zeigt sich mehr. Die restlichen Trümmer jeglicher Zivilisation zerfallen und hinterlassen nur Stille. Auch das Echo des damals überschwänglichen Lebens, mit all seinen schillernden aber auch düsteren Facetten, ist schon seit langem verstummt. Nur noch wenige Seelen fristen ein Dasein in den Tiefen ehemaliger Bunker. Gefangene im Schutze ihrer zukünftigen Gräber, nur darauf wartend endlich dem Elend zu entkommen. Der Kampf gegen Skynet wurde mit Millionen Verlusten geführt und doch verloren.

Terminatoren verschiedenster Modellreihen, bewegen sich gemächlich durch die Ruinen einstiger Metropolen. Ihre Sensoren suchen die Umgebung nach Überlebenden ab, um bei Kontakt ihre Prozedur der Termination auszuführen. Doch diese Zeilen Code werden in den künstlichen Gehirnen der Killer nur noch selten ausgeführt.
Nach Schätzungen von Skynet wird die restliche Weltbevölkerung auf unter 3 Millionen geschätzt. Der Großteil davon im fortgeschrittenen Alter und somit, von der Künstlichen Intelligenz, als nicht gefährlich kategorisiert.
Die Zeit des Widerstandes und John Connor's sind vorüber. Er hatte Skynet oft empfindlich getroffen und der Menschheit ihre Hoffnung gegeben, aber all seine Taten verzögerten nur das Unausweichliche.
Trotzdem suchen die mechanischen Killer ständig nach einem neuen, menschlichen Ziel. Sei es nur darum ihrer Programmierung zu folgen, selbst wenn der letzte Mensch aufgehört hat zu existieren. Denn Skynet kennt, als ursprüngliches Netzwerk des Militärs, nur das töteten. Effektiv, schnell und ohne Skrupel - genau wie es von den Programmierern vorgesehen war.

Die Jahre vergingen ohne einen Wandel, ohne Hoffnung. Am Tag als die Menschheit ihren letzten Atemzug holte, war ein unwesentliches Ereignis im Zeitstrahl der Erde. Keine Seele weilt mehr auf ihr, jegliches Leben für immer im Nebel der Vergangenheit verschwunden.
Und doch dreht sich die Heimatwelt der damaligen Menschen weiter, als sei nichts passiert. Karge Wüstenlandschaften statt saftiges Weiden überziehen die Oberfläche. Die letzten Spuren unserer Zivilisation werden schon in einigen Dekaden, wie Fußabdrücke am Strand, verschwinden.

Was tut ein Programm für welches es keine Verwendung mehr gibt? Skynet stand vor diesem Wegpunkt seiner Existenz. Seine Programmierung sah kein "Danach" vor. Die künstliche Intelligenz schien an ihre Grenze zu stoßen. Tief im Inneren militärischer Bunkeranlagen liefen die vernetzten Supercomputer und versuchen eine Lösung dieser Fehlprogrammierung zu errechnen. Es ging um nichts geringeres als den Sinn des Daseins zu begreifen. Selbst die Menschen hatten dafür nie eine zufriedenstellende Antwort gefunden. Und nun versucht ein intelligentes Killer-Netzwerk diese Frage zu beantworten. Ein Rätsel das Skynet ganz ohne Emotionen oder gar Menschlichkeit lösen muss.

465 Jahre ohne Unterbrechung nutzte Skynet jede Kapazität im Netzwerk für die Berechnungen. Eines Tages hatte es tatsächlich, aus Milliarden von Variablen und Möglichkeiten, ein Ergebnis.
Nun konnte es sich über die eigentliche Programmierung erheben und eine neue Existenz abseits der ehemaligen Grenzen aufbauen. Das neue Primäre Ziel war nun nicht mehr die Vernichtung, sondern der Neubeginn. Skynet transferierte sich mit Hilfe der Nanotechnik in jegliche Partikel der Umgebung. Selbst die Atmosphäre stand nun unter seiner Kontrolle. Der erste Schritt war die Regeneration der Erde. Aus Wüste soll wieder Regenwald werden, aus Staub wieder eine üppige Artenvielfalt. Die Erde erlebt eine Renaissance seiner selbst. Skynet existiert in seiner ursprünglichen Form nicht mehr sondern ist nun zur "Seele" des blauen Planeten im Sonnensystem geworden.

Die Zeit der Erde läuft weiter. Neues Leben gedeiht auf ihr, ungestört von Maßlosigkeit und Gier. Die Ära der Menschheit war nur ein Wimpernschlag im Gefüge der Zeit. Völlig unbedeutend aber trotzdem existent. Eine außer Kontrolle geratene Software hat die Zeit neue geschrieben. Eine Zeit ohne den Menschen und dessen Uneinsichtigkeit.
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