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Der Schlüssel zu seinem Herzen

von jenny413
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P18
Damian / Der Verdammte OC (Own Character)
25.11.2014
11.09.2017
11
26.462
1
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8 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
25.11.2014 980
 
Hallo liebe Leser und alle, die nach dem Prolog gedacht haben: Ja, das könnte man ja mal weiterlesen...

Schön euch zu dem ersten Kapitel begrüßen zu dürfen!
So heute geht es endlich mit der Handlung los und ich will auch gar nicht so viel quatschen!
Also los: Erster Akt --> Präsentation des Protagonisten...
Viel Spaß!

**~~++~~**


Navid wandte seinen Blick vom Mond ab und schaute zu Boden, als sein Fuß auf einen Widerstand stieß. Ungewöhnlich, dass die Soldaten ihre Helme im Wald zurückließen. Navid war sich nicht sicher, was hier geschehen war, doch es gab keine Anzeichen für einen Kampf. Vielleicht war dem Träger das Metall auf dem Kopf einfach zu lästig geworden und hatte er es abgeworfen, um der Welt das D zu präsentiert, welches sich sicher auf seiner Stirn eingeritzt befand. Navid schauderte bei dem Gedanken an die düsteren Kreaturen, die einem noch dunkleren Teufel folgten und die wundervolle Welt des Göttlichen in Krieg und Chaos stürzten.

Navid linste zu Boden und entdeckte die Spur von mindestens dreißig Paar Stiefeln, die vor einigen Stunden hier vorbeigekommen sein mussten.

Ohne es weiter zu beachten, folgte er stillschweigend – wenn auch etwas unruhig geworden – dem Fluss, an dem er sich schon seit Tagen orientierte. Er hatte noch nicht oft diesen Weg gewählt, weswegen nun der Fluss seine einzige Richtung darstellte. Und da er ihn nicht überqueren oder gar verlassen wollte, blieb ihm keine andere Möglichkeit, als dem Wasserlauf zu folgen. Leider war er nicht so zielstrebig und trotzig, wie das Gewässer, denn er war unendlich müde.

Es war bereits dunkel geworden und er musste langsam einen Unterschlupf finden. Zu dumm, dass er sich hier nicht so gut auskannte – und das Dorf war Meilen entfernt.

Den ganzen Tag hetzte er nun schon durch den Wald. Immer auf der Flucht vor dem Schwarzen Ring. Er war sehr glücklich gewesen, einen Hirsch entdeckt zu haben, denn schon seit Tagen hatte er sich von Kaninchen ernähren müssen und er freute sich über diese Abwechslung. Und obwohl er den Hirsch zuerst getroffen hatte, wollte einer der Offiziere des Schwarzen Ringes das einfach nicht einsehen. Dieses Ungeschick hatte Navid einen Pfeil, den Großteil seiner Geduld und Stunden des Aufspürens und Verfolgens gekostet, mit dem Resultat das tote Tier schließlich unangerührt im Wald liegen zu lassen, sodass es seinem Feind in die Hände fallen würde. Und eben diese Soldaten hätten ihn beinahe gefasst. Sein Oberschenkel schmerzte dort, wo einer von ihnen ihn tatsächlich getroffen hatte. Schmerzen verspürte er auch im Magen, der so laut nach Nahrung schrie, dass er befürchtete, dass es die Krieger auf seine Fährte bringen könnte.

Er hatte schon lange keine Auseinandersetzungen mehr mit ihnen gehabt, denn der Krieg war nichts für ihn und er ging sowieso jeder lebenden Seele besser aus dem Weg. Er war Waldläufer. Man nannte ihn auch Einzelgänger. Er zog von Dorf zu Dorf, suchte nach Arbeit und einer Unterkunft. Manchmal blieb er einige Tag oder sogar einige Wochen, machte Bekanntschaften, erzählte Geschichten. Doch schließlich verabschiedete er sich immer wieder nach einiger Zeit. Er war gerne in Bewegung und begrüßte die stillschweigende Gesellschaft der Bäume, anstatt der lauten Stimmen der Männer in den Tavernen und dem schrillen Geschrei der Frauen, die zwischen ihnen herumwuselten.

Navid blieb stehen. Es war still!

Keine Menschenseele wagte sich in der Nacht in den Wald. Auch am Tag war eigentlich niemals jemand hier anzufinden. Warum er sich allerdings doch hier aufhielt, wusste er nicht, jedoch sein Schicksal sollte es wissen. Wenn Navid über sein Schicksal nachdachte, stellte er sich eine alte Frau mit schönen Kleidern, gekämmten Haaren und feiner Stimme vor. Ihr Rücken war krumm, ihre Zähne nicht mehr zu gebrauchen und ihr Gesicht eingefallene. Dort, wo ihre Augen hätten sein sollen, fand er tiefe schwarze Löcher, in denen man nichts sehen konnte. Doch so sicher man sich dem auch war, wusste man nie, ob sie nun tatsächlich blind war oder einen anstarrte, weil man den Blick einfach nicht abwenden konnte. Die Würfel in der Hand ließ sie fallen, wie es ihr gefiel. Und wenn man sie auch nur einen Moment ignorierte, änderte sie hinterlistig das ganze Spiel und erklärte dann hinterher, mit einem Humor – so schwarz wie ihre Augenhöhlen – dass das Leben nicht fair sei, also müsse sie es auch nicht sein.

Dieses Bild war stark von einer Frau geprägt, die Navid einmal gekannt hatte. Er hatte ihren Namen vergessen, doch nie wieder im Leben war er einer so hinterlistigeren Person begegnet. Ein wirklich abscheuliches Weibsbild!

Und genauso wenig, wie er wusste, wie es ihr nun ging, konnte er sagen, wie diese unbegreiflich sarkastische Frau, die in seinem Schicksal zuhause war, wohl dieses Mal die Würfel manipulieren würde. Ein Spiel, welchem er schon lange überdrüssig war.

Er verlangte nicht nach einem Ziel seiner Reise, doch er brauchte einen Weg, der nicht nur durch zufällige Formationen in der Erde und dahinfließendes Wasser bestimmt war. Irgendwas, das Sinn ergab.

Plötzlich hörte er einen Schrei. Dann Knacken von Holz. Knistern von Flammen.

Irgendetwas stimmte nicht! Die Stille der Nacht war zerschnitten von roten Blitzen der Panik, die plötzlich von oben auf die Situation drückte – und sie erreichte Navid schneller, als es ihm lieb war.

War das ein Kampf?

Weitere Schreie!

Navid hörte ein Feuer brüllen, sah den Rauch hinter den Bergen aufsteigen, roch Schwefel und verkohltes Fleisch. Dann spürte er die Furcht in seinem Inneren beinahe greifbar, die ihn dazu antrieb umzudrehen und sich in Sicherheit zu bringen. Da lauerte Gefahr, doch sein Herz wollte das nicht hören. Es schlug kräftig und gleichmäßig und band ihn an Ort und Stelle – zwang ihn einen Moment zu verweilen, einen Gedanken zu fassen – zu atmen!

Plötzlich packte ihn ein uralter Instinkt und trieb ihm Adrenalin durch die Adern. Seine Starre war gelöst.

Dann rannte er!

**~~++~~**


Na, was da wohl geschehen sein mag???
Ich schwöre, nach den ersten paar Kapiteln werden sie definitiv länger.
Danke fürs Lesen und bis bald! ;)

(:jenny
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