CatDog - Zwischen Feuer und Eis

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16 Slash
25.11.2014
25.11.2014
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Ich weiß gar nicht mehr, wie das alles überhaupt angefangen hat. Vor allem hätte ich nie gedacht, dass mir je etwas derartiges geschehen würde. Ich weiß, dass es falsch war. Ich weiß, dass das niemals hätte passieren dürfen. Aber jetzt ist es zu spät – ich kann nichts mehr ungeschehen machen. Dabei schien alles so perfekt, fast wie in einem Märchen. Aber es entwickelte sich langsam zu einem Horrorfilm. Alles wegen diesem einen Ausrutscher. Alles nur, weil ich mich nicht zurückhalten konnte. Wenn ich gewollt hätte, hätte ich es verhindern können. Ich hätte ihn aufhalten müssen, aber ich stand einfach regungslos da und ließ es passieren. Ohne ein Wort zu sagen. Ohne mich dagegen zu wehren. Natürlich war es ein schönes Erlebnis und ich würde lügen, wenn ich sagte, es hat mir nicht gefallen. Trotzdem war es falsch. Es war einfach nur falsch. Wie konnte ich mich nur von ihm dazu hinreißen lassen? Wie konnte ich diese Sache überhaupt so weit kommen lassen? Warum habe ich mich nicht dagegen gewehrt? Warum konnte ich ihm nicht einfach sagen, dass ich es nicht will? Naja, vermutlich wollte ich es in diesem Moment. Seit dieser Nacht hat sich mein ganzes Leben verändert. Nichts ist mehr so wie es war. Alles nur wegen diesem verdammten Verlangen nach Zuneigung. Wäre ich damals stark geblieben, dann wäre es nie so weit gekommen. Dann würde ich nach wie vor ein zufriedenes und ruhiges Leben führen. Ich würde noch immer eine glückliche Beziehung führen. Aber in dieser Nacht habe ich das alles aufgegeben. Alles für fünf Minuten Zärtlichkeit. Nicht nur, dass ich mein Zuhause verloren habe – viel schlimmer noch: Ich habe die einzigen beiden Personen, die mir je wirklich etwas bedeutet haben, verloren. Alles wegen ihm. Es ist alles nur seine Schuld. Wenn er mich nicht dazu überredet hätte, mit ihm zu schlafen, wäre das alles nicht passiert. Nein, was sage ich? Es ist keineswegs seine Schuld. Schließlich war ich doch derjenige, der sich hat verführen lassen. Ich war es, der es zugelassen hat. Ich bin schuld. Ich habe mich dazu hinreißen lassen, etwas derart unverzeihliches auszuprobieren. Ich habe mich dem Verlangen und der Lust hingegeben. Zwar war er es, der es vorgeschlagen hat, aber ich war derjenige, der sich darauf eingelassen hat. Dabei wusste ich genau, was ich aufs Spiel setze – und es war mir egal. Jedenfalls in diesem Moment. Erst am Morgen danach wurde mir bewusst, dass ich einen schwerwiegenden Fehler gemacht hatte. Natürlich war mir auch am Abend zuvor klar, dass es falsch ist, etwas mit dem Freund des eigenen Bruders anzufangen. Aber ich war so einsam, ich fühlte mich so leer. Und plötzlich war er da, hat mir zugehört, hat mich getröstet. Ich fühlte mich so sicher in seinem Arm. Er gab mir endlich wieder das, was ich bei meinem eigenen Freund schon lange Zeit vermisste. Da wurde ich einfach schwach. Dass das keine Entschuldigung oder gar Rechtfertigung für einen derartigen Fauxpas ist, das ist mir klar. Ich versuche auch nicht, eine Erklärung für das zu finden, was passiert ist, denn es gibt keine. Als mein Bruder damals davon erfahren hat, war er tief verletzt und enttäuscht. Seitdem herrscht zwischen uns Funkstille. Nichts wünsche ich mir mehr als ein allerletztes Mal mit ihm sprechen zu können. Ihn noch einmal zu umarmen und ihm zu sagen, wie sehr es mir Leid tut. Aber seit er von dieser Sache weiß, bin ich für ihn gestorben. Natürlich verstehe ich, dass er tief verletzt ist und nichts mehr mit mir zu tun haben will. Aber gleichzeitig wünsche ich mir nichts sehnlicher als ihn einmal noch zu sehen und ihm zu sagen, wie unendlich ich ihn liebe. Dabei wäre es nie so weit gekommen, wenn ich nicht diesen Fehler gemacht hätte.
Mein Name ist Dog und das ist die Geschichte, wie ich nicht nur meinen Partner, sondern auch meinen Bruder verloren habe.
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