Der Wind in den Bäumen

von Sulime
DrabbleSchmerz/Trost, Tragödie / P16 Slash
21.11.2014
21.11.2014
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Anmerkung: Dies ist ein Beitrag zum Wichtelprojekt „Classical Drabbles“ von AuctrixMundi. Ich habe die Vorgaben von tabi babo bekommen. Leider kannte ich mich in keinem der gewünschten Fandoms aus, weswegen ich mich einfach von dem wunderschönen und sehr traurigen Stück leiten ließ. Entstanden sind 200+100 Wörter zu zwei OCs von mir. Allerdings muss ich erwähnen, dass ich keine Expertin auf diesem Gebiet bin, weder was Slash, noch was den Ersten Weltkrieg angeht. Was die Vermischung von beidem angeht, habe ich aber recherchiert. Homosexualität wurde im Ersten Weltkrieg von der Heeresleitung weitestgehend geduldet, um die Truppenmoral nicht noch tiefer sinken zu lassen.

Ich hoffe, du bist nicht enttäuscht, tabi babo. Ich habe mir Mühe gegeben, die Vorgaben so gut, wie es mir möglich war, zu erfüllen.

Link zum Lied
Samuel Barber - Adagio for Strings Op 11 (A/N: Ich musste einen neuen Link verwenden, da das Video zu dem, welcher mir zugeschickt wurde, gesperrt wurde.)
Verarbeitung des Liedes:
Es wäre toll, wenn die Stimmung des Stücks eingefangen werden würde.
Drabbleform: 200 oder 300
Max. erwünschtes Rating: P16/Slash
Fandom
Naruto (Naruto oder Sasuke oder Hidan)
Shingeki no Kyojin (Eren oder Levi)
Maze Runner (Minho oder Newt)
Freie Arbeit
Sonstiges
Wie oben schon erwähnt, wäre es toll, die melancholische Stimmung des Stücks im Text wieder zu finden (:




Der Wind in den Bäumen

Ruhe. Für einen Moment herrscht eine zittrige, brüchige Stille. Das Zischen der Granaten hallt in meinen Ohren nach. Noch wollen sie nicht realisieren, dass der Lärm aufgehört hat.
    Ich presse mich mit dem Rücken gegen den Graben, den Kopf eingezogen. Sind wir wirklich nicht mehr unter Beschuss? Oder ist es nur eine Falle des Feindes? Ich merke kaum, wie heftig ich zittere.
    Eine Stimme, erst weit entfernt, dann nahe.
    „Johann.“
    Ich blinzele. Dann sehe ich dein Gesicht, den Schatten eines Lächelns unter dem Stahlhelm.
    „Denk an die Wiesen in der Heimat. Daran, wie die Bäume klingen, wenn der Wind darin rauscht.“
    Ich schlucke. Versuche, es mir mit aller Macht vorzustellen, einen klaren Gedanken zu behalten. Ich kann mich nicht konzentrieren. Die Heimat ist fern… doch du bist bei mir. Das Zittern lässt nach.
    „Glaubst du, wir werden sie wiedersehen?“, frage ich schwach. Du streckst eine Hand aus, legst sie auf meine, die das Gewehr noch immer fest umklammert hält.
    „Das werden wir. Ganz sicher.“
    Ich blicke in deine Augen und für einen Moment möchte ich nichts mehr, als daran zu glauben, dass es eine Zukunft jenseits dieses Grabens, jenseits dieser endlosen, verwüsteten Schlachtfelder gibt. Eine Zukunft für dich und mich.

***


Eine grüne Wiese liegt vor mir, gesprenkelt mit vereinzelten Farbtupfern. Mohnblumen. Sie erinnern mich an etwas, aber ich verscheuche den Gedanken sofort.
    In diesem Augenblick gibt es nur den Frieden und das leise Rauschen der Bäume, in denen der Wind spielt.
    Es gibt ein Leben nach den Schützengräben, ganz wie du gesagt hast. Ich bin hier, schließe die Augen, breite die Arme aus, während die Sonne mein Gesicht berührt. Alles scheint so unendlich friedlich, so frei, als gäbe es kein Unheil auf der Welt und nie wieder Krieg.
    Aber es ist nicht wirklich Frieden, denn du bist nicht mehr hier.
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