6 - Flying Doctors - Zeit der Angst

von mops1980
GeschichteAngst / P12
Dr. Chris Randall Dr. Tom Callaghan OC (Own Character)
20.11.2014
01.12.2014
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20.11.2014 691
 
Als Kelly an diesem Abend ihr Haus aufschloss, klingelte ihr Telefon. Sie meldete sich. Es war nur ein Stöhnen zu hören.
„Jetzt hören sie endlich mit diesem Unsinn auf!“, schrie sie in den Hörer und legte auf. Sie zitterte am ganzen Körper. Würde das jemals aufhören?
In ihrer Hand hielt sie die Post. Sie traute sich gar nicht, sie durchzusehen. Sie ging in die Küche und ließ sich auf einem der Stühle nieder.
Immer noch zitternd sah sie ihre Post durch. Ihr fiel ein brauner Umschlag in die Hände.
‚Oh nein, bitte nicht!’, dachte sie ängstlich. Mit zitternden Händen öffnete sie den Umschlag.

SGT. CARRUTHERS WIRD DIR NICHT HELFEN KÖNNEN! ICH KRIEGE DICH SO ODER SO!

Wieder ein Brief von ihrem Verfolger und wieder waren die Buchstaben aus Zeitungen ausgeschnitten. Außerdem war wieder ein Foto dabei, das sie und Tom zeigte, als sie das Polizeirevier verließen.
‚Er beobachtet jeden meiner Schritte!’, dachte sie voller Angst.
„Wann werde ich aus diesem Alptraum aufwachen?“, fragte sie in den Raum hinein. Eine Antwort blieb allerdings aus.

Kelly hatte ein langes Bad genommen. Jetzt fühlte sie sich ein wenig entspannter. Sie hatte sich gerade die Haare getrocknet und den Fön ausgeschaltet, als sie plötzlich Geräusche hörte.
Sie zog sich ihren Bademantel über. So plötzlich, wie sie die Geräusche gehört hatte, so plötzlich war es auch wieder ruhig. Viel zu ruhig.
Kelly bekam Angst, panische Angst. Waren da nicht Fußschritte im Flur zu hören? Knarrte da ein Dielenbrett?
Wie dem auch sei – sie hatte nicht die Absicht, sich wie ein verängstigtes Kaninchen hinter der Badezimmertür zu verstecken. Sie griff nach dem Fön und hielt ihn wie eine Keule in der Hand.
Dann holte sie tief Luft und stieß die Tür auf.

„Aaaaah!“ Tom stolperte zurück, als der Fön ihn mit voller Wucht an der Stirn traf. Weiße Punkte tanzten vor seinen Augen und er stützte sich Halt suchend an der Wand ab.
„Oh mein Gott!“, rief Kelly entsetzt und starrte auf den dünnen Faden Blut, der ihm aus einem Riss über dem rechten Auge lief. „Was hab ich getan?“
„Das hat man davon, wenn man seine Freundin überraschen will!“, meinte Tom und hob die Hand, um nach seiner Verletzung zu fühlen. Er zog die Finger blutverschmiert wieder zurück.
Kelly zog ihn ins Badezimmer, um sich die Wunde anzusehen. Jetzt war sie ganz die Krankenschwester. Tom setzte sich auf den Rand der Badewanne.
„Ich glaube, das sollte genäht werden.“, meinte sie.
„Klammerpflaster reicht denke ich auch. Ich habe nicht gerade Lust, Chris oder Geoff zu erklären, dass ich von meiner Freundin mit einem Fön niedergeschlagen wurde.“
„Okay, wenn du meinst. Aber ich denke mal du wirst morgen ein ganz schönes Veilchen haben. Das musst du dann schon erklären.“
Sie ging zum Erste-Hilfe-Schrank und holte die benötigten Utensilien heraus.
„Da wird mir schon irgendwas einfallen!“, meinte Tom nur.
Nach einigen Minuten hatte Kelly die Pflaster befestigt. Kelly seufzte auf.
„Hey, was ist los?“
„Was los ist? Ich hätte dich fast umgebracht!“ Kelly konnte kaum die Tränen zurückhalten.
„Hey, hey, ganz so schlimm ist es doch nicht!“ Tom stand auf und nahm Kelly in den Arm.
„Ich werde scheinbar langsam verrückt und reagiere völlig über!“
Tom führte sie ins Wohnzimmer, wo sie sich auf die Couch setzten.
„Deine Reaktion war völlig normal und verständlich. Ich hab den Brief gesehen. Ich hätte vermutlich genauso reagiert. Und außerdem bin ich doch selbst schuld. Ich wollte dich mit meiner vorzeitigen Rückkehr überraschen, aber ich hätte dich vielleicht doch anrufen sollen.“
Kelly hatte sich etwas beruhigt und sah ihn an.
„Warum bist du überhaupt schon wieder zurück? Ich dachte, ihr kommt erst morgen wieder?“, fragte sie und wischte sich die letzten Tränen von den Wangen.
„So war es eigentlich auch geplant. Aber wir hatten einen Notfall und ich bin mit dem Patienten geflogen. Geoff und Kate sind noch dort. Debbie holt sie morgen wieder ab.“
„Ach so.“, sagte Kelly. „Hast du eigentlich schon von der Sache mit Violet gehört?“, wechselte sie jetzt das Thema.
„Chris hat mir davon erzählt. Wie gut, dass sie so einen Heißhunger auf Eis hatte.“
Kelly lächelte. „Ja und sie hat’s jetzt nicht mal bekommen.“
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