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Die Abenteuer des Moglino

von Dagraiel
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12 / Gen
18.11.2014
02.07.2016
6
14.222
5
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18.11.2014 634
 
„Unzählige Mogrys saßen verängstigt in dem kalten und dunklen Raum. Die böse Hexe Moguella hatte sie dort eingesperrt, um ihnen den Bommel zu rauben und sich daraus einen besonders hübschen Mantel zu machen...“

Moglino schloss das dicke Geschichtenbuch. So etwas Grausames wollte er nicht lesen. Gab es denn keine anständigen Bücher in diesem Haus?
Er lehnte sich zurück und seufzte. Moglissa hätte ihm sicher ein Gutes empfehlen können, sie hatte sich mit so etwas ausgekannt. Sie war immer eine richtige Bücherliebhaberin gewesen. Die kleine Lesebrille auf der Nase und eine Kerze neben sich stehend, hatte sie Seite für Seite verschlungen und ihm anschließend von den spannenden Abenteuern berichtet. Er hatte immer da gesessen und sich vorgestellt, wie es wohl wäre, selbst durch die Länder zu ziehen. Sich größeren Gefahren, als einem leeren Gilbeutel zu stellen.

Die Geschichten über ferne Orte hatten ihn schon als er noch ein kleiner Mogry war fasziniert. Er hatte sich immer gesagt, eines Tages würde auch er in Büchern anderen von seinen Erlebnissen berichten.
Doch stattdessen hatte er in späteren Jahren immer ein ruhiges Leben geführt, seinen Bommel stets aus Ärger herausgehalten und sich ein entspanntes Leben zu Hause mit seiner Moglissa aufgebaut.

Er hatte sie damals bei einer Theateraufführung kennengelernt. Sie hatte neben ihm gestanden und die Vorstellung leise mit klugen Hintergrundinformationen und Kommentaren untermalt. Eigentlich hatten ihn solche Leute, die während eines Theaterstückes nicht ein paar Minuten den Bommel ruhig halten konnten immer gestört, doch sie sprach so schlaue und interessante Worte, dass er sich sogar über ihre Äußerungen gefreut hatte.
So kam es, dass er all seinen Mut zusammengefasst und die hübsche Mogry-Dame eingeladen hatte.
Auch sie schien ihn nett gefunden zu haben. Er konnte sich bis heute nicht recht erklären, warum eigentlich. Vielleicht hatte ihr seine Ungeschicklichkeit, welche einen deutlichen Gegensatz zu ihrer Raffinesse darstellte, gefallen.
So schnell wie sich die beiden gefunden und verliebt hatten, hatten sie sich auch ewige Treue geschworen. Es war immer wie in einem der vielen Romantik-Bücher, die sie im Haus hatten, gewesen.

Doch nur wenige Jahre folgen dahin, bis ihr Glück ein Ende nahm. Sie schien unzufrieden zu sein. Meckerte mehr als sich zu freuen und brachte immer seltener eines ihrer süß klingenden Kupos hervor.
Vor ein paar Tagen dann, beschwerte sie sich einmal mehr über seine Faulheit. Er sei „ein richtiger Langweiler“ geworden hatte sie gesagt und verschwand samt Gepäck aus dem Haus.
Einige Zeit hatte er noch geglaubt, sie würde jeden Moment zurückkehren, doch die Tage vergingen und er glaubte immer weniger daran, dass ihr hübsches Gesicht bald wieder in der Tür auftauchen würde.

Eigentlich war er sich nicht mal sicher, ob er sie überhaupt wieder da haben wollte. Sie hatte doch eh nur noch mit ihm gemeckert und schlechte Stimmung verbreitet. Sollte sie doch ihr Glück an anderer Stelle finden. Er war ja schon immer ganz gut alleine klargekommen, sagte er sich. Das würde er auch ohne Probleme wieder schaffen.

Moglino sah sich um. Die große Uhr an der Wand zeigte schon halb acht. „Zeit fürs Abendessen“, dachte sich der kleine Mogry und stand auf, um in der Speisekammer nach etwas geeignetem zum Kochen zu suchen.
Mit etwas Kraft öffnete er die dunkle Tür zur Vorratskammer, doch lediglich Kerzenschein erfüllte den leeren Raum.
Das konnte doch wohl nicht wahr sein, Moglissa war doch vor nicht all zu langer Zeit erst auf dem Markt gewesen.
Er stoppte erschrocken. War sie wirklich schon so lange weg?
Für einen Moment versuchte er sich zu erinnern, wie viele Tage es nun schon her war, doch er konnte sich nicht einmal mehr ins Gedächtnis rufen, wie er die letzten Tage verbracht hatte.
Also musste er wohl oder übel selbst noch einmal los, um etwas besorgen zugehen.
Er schnappte sich einen Jutebeutel und einige Gil und ging nach draußen.
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