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Plötzlich Fee - Winternacht - Alternate Ending

von Chemistry
KurzgeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Ashallayn "Ash" Darkmyr Tallyn Mab Meghan Chase Oberon Robin "Puck" Goodfellow
18.11.2014
11.02.2015
4
9.245
2
Alle Kapitel
37 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
11.02.2015 1.659
 
Hajooo. :o

Das letzte Kapitel ist ganz schön lange her, und heute bzw. gestern ist/war der Termin für das nächste, also will ich nicht viel um den heißen Brei reden. :D
Für alle, die meine andere FF nicht lesen:

an diesem Freitag um 20 Uhr findet auf Tammy's und meinem Plötzlich Fee Wiki ein Live-Chat statt!

Dort könnt ihr mit uns chatten, ungeklärte Fragen stellen und über alle Sorgen quatschen, die euch so bedrücken! :P
Weitere Info's dazu findet ihr hier: http://www.fanfiktion.de/s/5476335700033cae12b05423/17/Cold-As-Ice-Or-Hot-As-Fire-

Also dann, viel Spaß! c:

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Sommer und Winter


Meghans POV

Die Sonne, heiß auf meinem nackten Rücken, weckte mich am nächsten Morgen. Oder auch am späten Vormittag, vielleicht auch Nachmittag, ich wusste es nicht. Doch abgesehen von der Tageszeit war alles ganz klar: ich wusste, wo ich war - die gemütliche Hütte mit dem großen Doppelbett, blendendes Sonnenlicht, das durch das Fenster auf der anderen Seite des Zimmers strömte, gedämpft von den Wolken am Mittagshimmel.

Ich schlug die Augen nicht auf, ich war zu glücklich, um irgendwas zu verändern, wie klein es auch sein mochte. Nur das Rauschen der Bäume draußen und das knisternde Feuer im Kamin waren zu hören, unser Atem, unser Herzschlag in vollkommener Harmonie..

Irgendwie fühlte ich mich wohl, trotz der gleißenden Sonne, die auf meiner Haut brannte. Seine eigene war ebenso warm und glühte vor Hitze. Es fühlte sich angenehm und natürlich an, auf seiner Brust zu liegen, seine Arme um meinen Körper. Ich überlegte müßig, weshalb ich gestern Abend solche Sorgen gehabt hatte. Jetzt kamen mir diese Ängste albern vor.

Langsam fuhren seine Finger über mein Rückgrat, und ich wusste, dass er wusste, dass ich wach war. Entspannt ließ ich die Lider geschlossen und umfasste seinen Hals fester, schmiegte mich enger an ihn und seine Wärme. Er sagte nichts, seine Hand fuhr meinen Rücken hinauf und hinab, berührten mich kaum, während er Muster auf meine Haut zeichnete.

Alles war so perfekt. Ich hätte ewig so daliegen können, um diesen Moment niemals zu zerstören. Doch die Versuchung, in seine leuchtend grünen Augen zu schauen, die Erkenntnis darin zu sehen, dass wir körperlich genauso harmonierten wie geistlich, war ziemlich groß. Wohlig seufzend zwang ich mich dazu, den Kopf zu heben und in sein Gesicht zu sehen.

Er sah genauso aus, wie ich ihn mir nach einem solchen Erlebnis vorgestellt hatte. Kein verräterisches Funkeln in den Augen, kein spitzbübisches Grinsen auf den Lippen. Seine Haare standen wie wild in alle Richtungen ab, als hätte er einen Igel auf dem Kopf, und dieses Lächeln, das so voller Liebe war, raubte mir den Atem. Das war nicht der Puck, der seinem Gegenüber am liebsten einen Streich spielen wollte und sich gerne seinem König widersetzte. Das war der Puck, von dem ich schon immer wusste, dass er unter dieser Fassade versteckt war - so offen und verletzbar wie ein scheues Reh.

„Hey.“, flüsterte ich, und konnte mich nicht davon abbringen, durch sein zerzaustes Haar zu fahren. Er fing meine Hand auf, bevor ich sie zurückziehen konnte und hauchte einen Kuss auf die Innenfläche. Augenblicklich fing mein Herz wieder an zu rasen und mein Körper fing an zu zittern von der Wucht der Gefühle, die in meinem Bauch Fasching feierten. Puck bemerkte, wie ich erschauerte, und beugte sich vor, um mich zu küssen. Und zwar so zärtlich und hingebungsvoll, dass meine Liebe sofort wieder in Leidenschaft umschlug.

Eine Weile lagen wir einfach noch so da, fest umschlungen und zu faul, um irgendetwas anderes zu tun. Dann holte uns die Realität wieder ein und wir mussten wohl oder übel nach Arkadia zurück. Wie sich herausstellte, waren Puck und ich einen ganzen Tag verschollen gewesen. Mein Vater hatte Kriegsrat mit Mab gehalten und die beiden hatten einen Vertrag geschlossen, bei dem sie gemeinsam gegen die Armeen des Falschen Königs kämpfen würden. Außerdem hatte sich die Winterkönigin dazu bereit erklärt, ihren jüngsten Sohn aus der Verbannung zu holen, wenn ich - wie bereits beschlossen wurde - ins Eiserne Reich reisen und den Eisernen König töten würde. Allerdings hatten die Abgesandten, die den Winterprinzen finden sollten, nichts von ihm gesehen oder gehört.

Was auch der Grund war, warum Puck und ich uns bereit erklärten, nach ihm zu suchen. Puck meinte, es würde ziemlich gefährlich werden, da Ash, wenn er nicht gefunden werden wollte und ihn - durch Zufall oder nicht - doch jemand störte, bestimmt dafür sorgte, dass das nicht nochmal passierte. Aber ich konnte nicht anders, als es dennoch zu versuchen. Dafür gab es einfach zu viel, was zwischen uns stand und über das ich mit ihm reden musste. Angefangen bei all dem Wahnsinn mit seinem Erzfeind, mit dem ich nun offiziell zusammen war, bis hin zu dem Krieg mit den Eisernen Feen. Er musste einfach wissen, wie es um das Nimmernie stand.

Letztendlich fand Ash uns.

Puck und ich hatten einen Steig zu dem Waldstück hinter meinem Haus genommen und uns dort gemeinsam auf die Suche nach ihm gemacht. Am liebsten hätte ich meine Familie besucht und ihr berichtet, dass es mir gut ging und noch nicht wieder kommen konnte; dass ich erst noch einige Sachen erledigen musste, bevor ich wieder Teil dieser Familie sein durfte - wenn ich das denn noch wollte.. Aber zuerst mussten wir diesen Krieg beenden, und zwar gemeinsam. Sommer und Winter konnten nur dann eine Chance gegen den Falschen König haben, wenn sie zusammen arbeiten und sich nicht gegenseitig die Köpfe abrissen..

Von dem Wald hinter meinem Haus aus fing unsere Suche an, die erst endete, als wir tief im Unterholz auf einige Spuren von einem Kelpiefohlen stießen. Puck war durch die vielen Jahre der Jagd mit Ash zusammen sehr geschickt darin, den kaum sehbaren Abdrücken zu folgen. Sie führten uns zu einer Höhle, die Puck zufolge noch nicht lange leer war. Als wir Ashs Fußabdrücke entdeckten und ihnen ebenso folgen wollten, blieb Puck plötzlich ruckartig stehen und hielt mich mit zusammengekniffenen Augen zurück. Im Sonnenlicht funkelten sie verräterisch und jagten mir bis zu einem gewissen Grad sogar Angst ein, weil er so ernst aussah. Verwirrt wollte ich ihn fragen, was los war, doch da schubste er mich so heftig nach hinten, dass ich taumelte, und zog noch rechtzeitig seine Dolche.

Ein dunkler Schatten kam von irgendwo über uns angeflogen. Blaues Licht einer mir gut bekannten Klinge flammte auf und zischte auf Puck hinab, schnell und tödlich. Ich schrie auf, aber Puck war vorbereitet. Er wirbelte herum und fing den Angriff mit seinen Dolchen ab, sodass die Klingen kreischend aufeinander trafen und Funken sprühten. Über gekreuzte Waffen hinweg warfen sie sich feindselige Blicke zu. Ash setzte zum nächsten Hieb an, und Puck wich erneut aus. Irgendwie schaffte er es ihm einen Tritt zu verpassen und Abstand zu gewinnen. Bevor Ash allerdings erneut angreifen konnte, warf ich mich mit hochgerissenen Armen zwischen sie. „Sofort aufhören!“

Die beiden erstarrten auf der Stelle. Ich konnte die Mordlust in ihren Gesichtern sehen, und das versetzte mir einen Stich. „Sofort aufhören.“, wiederholte ich und nahm die Hände langsam herunter, nicht ohne ihre Klingen im Auge zu behalten. „Wir sind nicht hier, um zu kämpfen. Puck, bitte. Steck die Dolche weg.“ Zuerst sah es aus, als wollte er sich weigern. Dann seufzte er gereizt, ließ seine Waffen in ihren Scheiden verschwinden und verschränkte trotzig die Arme vor der Brust. Mit einem dankbaren Lächeln wendete ich mich Ash zu, und wäre beinahe einen Schritt zurückgewichen vor Schreck.

Die kalte und harte Miene des unnahbaren Winterprinzen schaute mich an. Ich konnte nur einen kurzen Einblick von Verunsicherung und Schmerz erhaschen, dann war er komplett in die Rolle von Mabs Lieblingssohn geschlüpft. Von dem Ash, wie ich ihn kannte, war nichts mehr zu erkennen. Und das quälte mich noch mehr. Ich hatte nicht gedacht, dass es so schwer werden würde. „Ash..“

„Verschwindet.“, sagte er mit ausdrucksloser Stimme. „Und zwar sofort. Bevor ich mich vergesse und dir und Goodfellow doch noch den Kopf abschneide. Ich gehöre nicht mehr zum Winterhof an und habe damit freien Willen. Ich kann handeln, wie es mir beliebt, und jetzt gerade stehen die Chancen gut, dass ich meinen Eid, Puck zu töten, sofort erfülle.“ Die Worte schmerzten, wie tausend Nadelstiche bohrten sie sich in mein Herz, aber ich hatte es nicht anders verdient. Wenn Herzschmerz für den Rest meines Lebens der Ausgleich für Ashs Leiden war, trug ich ihn gerne. „Bitte, Ash. Hör mich an.“, versuchte ich es erneut. „Das Nimmernie ist in Gefahr, und wir können dich zurück nach Hause holen, zum Winterhof.“

Ash zögerte, das konnte ich sehen. Also fügte ich noch hinzu: „Du musst mich nur anhören, dann wirst du mich nie wieder sehen. Das verspreche ich.“ Noch mehr verdienter Schmerz. „Ich möchte nur mit dir reden. Puck wird sich in dieser Sache komplett zurückhalten, stimmt’s?“ Ich warf ihm einen drohenden Blick zu, der verdeutlichen sollte, wie fest mein Entschluss stand. Puck verzog beleidigt das Gesicht, nickte jedoch. „Na gut. Spielen wir halt auf Friede-Freude-Eierkuchen. Ist ja nicht so, dass die Zeit drängt oder so.“ Gespielt gelangweilt ließ er sich ins Gras sinken, setzte sich in den Schneidersitz und machte eine wegwerfende Geste mit der Hand. „Fang schon an, Prinzessin. Ich halt die Klappe.“

Mit einem Seufzen wandte ich mich wieder Ash zu, der sich inzwischen dazu durchgerungen hatte, sein Schwert in die Scheide zu stecken. „Du musst nicht mal etwas sagen, Ash. Hör mir einfach nur zu.“ Diesmal versuchte ich so viel Überzeugung in meine Stimme zu legen, wie möglich. „Das Nimmernie stirbt, Ash. Sommer und Winter haben sich miteinander verbündet, um gegen das Eiserne Reich zu kämpfen, aber du weißt, wie unmöglich diese Aufgabe ist. Deshalb habe ich mich bereit erklärt, .. den Falschen König zu töten.“ Zum ersten Mal sah ich Verblüffung in seinen Augen aufblitzen, als ich Luft holte. „Ich habe mit meinem Vater gesprochen, der wiederum mit Mab geredet hat. Ich werde den Falschen König töten, wenn du nach Tir Na Nog zurückkehren darfst. Und sie hat eingewilligt.“
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