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Plötzlich Fee - Winternacht - Alternate Ending

von Chemistry
KurzgeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Ashallayn "Ash" Darkmyr Tallyn Mab Meghan Chase Oberon Robin "Puck" Goodfellow
18.11.2014
11.02.2015
4
9.245
2
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37 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
18.11.2014 2.745
 
Hey, Leutchens!

Ich weiß, sehr überraschend von mir - und vor allem in diesem OS - wieder hören zu lassen. Aber nach einiger Überlegung kam ich zu dem Schluss, dass ich als leibhafte Puck/Meghan Fanatikerin diese FF nicht einfach so stehen lassen durfte. Dieses Kapi hatte ich schon sehr lange fertig, konnte es jedoch nicht hochladen, da es Probleme mit dem Ändern des Status gab.. Sei's drum. Dadurch ist die Spannung höher. (:
Zuletzt noch: Ich habe mir überlegt, die Kapitel immer genau so enden zu lassen, dass man sich den Rest der Story selbst erschließen könnte, falls ich aus irgendeinem Grund nicht weiter schreiben sollte. Am Endes dieses Kapitels werdet ihr (hoffentlich) wissen, wie ich das meine. (:

Ich wünsche euch jetzt ganz viel Spaß - besonders den Team Puck-Fans unter uns!

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The Beginning Of The End


Pucks Sicht

„Na, was ist denn hier los?!“

Erschrocken wirbelte ich aus dem Schlaf hoch und wäre dabei beinahe vom Bett gefallen, wenn ich nicht so starr vor Schreck gewesen wäre. Im Halbdunkel des Raumes konnte ich eine gertenschlanke Gestalt ausmachen, die am Türrahmen stand und uns beobachtete. Ich blinzelte irritiert und brauchte einen Moment, bis ich erkannte, dass es Dame Weberin war, die mich wütend anfunkelte. Ihre schwarzen Haare schlängelten sich wie Schlangen um ihren Kopf.

„Hmm..?“, meldete sich eine verschlafende Stimme neben mir, und ich schaute verwirrt zu meiner rechten. Meghan lag auf dem Bauch, nur mit einem Nachthemd bekleidet und einer Hand auf meinem Bein, die von meiner Brust runter gerutscht war, nachdem ich so panisch aufgesprungen war.

Meghan? Was zum..? Und in der Sekunde strömten die Erinnerungen von gestern zurück. Die herzzerreißende Spannung auf den Feldern der ewigen Ernte, als Meghan strauchelte, der Zeitpunkt, in der sie sich für mich entschied und umdrehte, der wundervolle Kuss, als ich abends nach ihr sehen wollte, die friedliche Nacht, meine Prinzessin einfach nur in meinen Armen, das Bewusstsein, dass sie nun mein war..

Oh.

Oh oh.

Ich setzte eine Unschuldsmiene auf und hoffte, dass die Ruhestörerin mein rasendes Herz hinter meinen Rippen nicht hören konnte. So sehr ich an den wundervollen Abend mit meiner Prinzessin zurückdenken wollte, mein Image durfte darunter nicht leiden, sonst wären wir schneller das Gesprächsthema in Arkadia, als ich Sommernachtstraum sagen konnte. „Guten Morgen, Dame Weberin!“, begrüßte ich sie fröhlich und neckisch wie immer. „Wie schön dich zu sehen. Das letzte Mal, als ich dich gesehen habe, bist du vor Titanias Hundemeute geflüchtet.“ Ihr grimmiger Gesichtsausdruck ließ mich kichern. „Oder waren es doch nur Irrwische? Ich kann mich nicht erinnern.“

„Robin Goodfellow.“, zischte sie und ihre Augen wurden noch dunkler vor Hass. „Du kannst froh sein, dass wir uns im Gemach der Prinzessin befinden, sonst hätte ich dich längst in eine Stecknadel verwandelt, für das, was du mit meinen Haaren angestellt hast! Die Irrwische haben mich noch lange verfolgt, nachdem ich die Beeren ausgekämmt habe!“ Vor Empörung fauchte sie mich an, und ich sprang leichtfüßig vom Bett, um das Weite zu suchen. Das war genug Spaß für heute. „Hey, aber es war doch lustig oder?“, fragte ich grinsend. Da griff sie hinter ihren Rücken und warf eine messerscharfe Schere nach mir, der ich geschickt auswich und durch den Türrahmen huschte. „War schön dich wiederzusehen!“, rief ich noch, dann knallte die Tür mit so lautem Poltern zu, dass die Büsche der Hecke zitterten.

Mit einem breiten Grinsen im Gesicht wollte ich mich gerade in einen meiner vielen Privaträume zurückziehen, um etwas zu entspannen und in den Erinnerungen von gestern zu schwelgen, als urplötzlich zwei Lichte Ritter vor mir aufragten und sich mir in den Weg stellten. Ihre Gesichter waren reglos und verrieten keine ihrer Gefühle - wenn diese Ritter überhaupt welche hatten. Ich blieb abrupt stehen und versuchte halbwegs neugierig auszusehen, aber das Misstrauen siegte. Ich würde es doch wissen, wenn ich etwas angestellt hätte, oder?

Einer von ihnen nickte mir knapp kurz zu, was ich mit einem fetten Stirnrunzeln quittierte. Solche Höflichkeitsfloskeln gab es bei mir nicht. „König Oberon wünscht nach deiner Anwesenheit.“, sagte er nüchtern und drehte sich wieder um. Keine zwei Herzschläge waren beide Ritter wieder von der Hecke verschluckt und ich stand komplett verwirrt allein da. Was wollte die Majestät von Morgenmuffel um diese Uhrzeit von mir? Mich zum Frühstück einladen?

Bewusst lässig ging ich durch den Dornentunnel, schob die Rankenwand zur Seite und trat in den Thronsaal. Verwundert stellte ich fest, dass die Waldlichtung mit den bunten Blumen und Bäumen rundherum komplett leer war. Keine einzige Fee war da, ob Sidhe oder nicht. Einzig und allein Oberon saß auf seinem Thron und strahlte pure Macht aus, die in gewaltigen Energiewellen durch den ganzen Raum jagte. Seine Augen leuchteten wie glühender Bernstein, und der Ausdruck auf seinem schmalen Gesicht ließ selbst die Erde vor Angst beben. „Robin.“, murmelte er ernst. „Ich fürchte, wir müssen uns unterhalten.“ Oh Mann.

Wachsam lief ich näher, setzte ein sorgloses Lächeln auf und verschränkte die Hände hinter dem Kopf. Jeder andere hätte sich verbeugt, einen Kniefall gemacht oder geknickst, das Mindeste wäre wohl ein respektvolles Nicken gewesen, aber ich kannte den Lichten König schon so lange, dass solche Förmlichkeiten zwischen uns vollkommen zwecklos gewesen wären. Wenn ich irgendeine Art von Respektbezeugung darbot, würde Oberon sofort wissen, dass etwas im Busch war. Denn so gut, wie ich ihn kannte, so gut kannte der Sommerkönig mich. „Also Oberon. Was wollt Ihr von mir?“

„Robin.“, wiederholte er und warf mir einen betont geduldigen Blick zu. „Ich möchte mit dir über dich und Meghan sprechen. Über eure .. Beziehung.“ Eine kalte Faust schloss sich um meinen Magen und ich begann stoßweise zu atmen. Völlig überrumpelt starrte ich zu Oberon hoch. Er erwiderte meinen Blick gelassen und so ungerührt wie gewöhnlich. „Was.. Was wollt Ihr..?“ Ich konnte den Gedanken nicht einmal zu Ende bringen. „Warum glaubt Ihr..?“

„Glaubst du etwa, ich wäre derart unwissend im Hinblick auf die Vorgänge an meinem eigenen Hof? Ich weiß, dass du sie liebst.“, fuhr er unbeirrt fort. „Meine Tochter. Ich weiß, welche Gefühle du für sie hegst, Robin. Und ich habe dich rufen lassen, um dir zu sagen, dass ich es gutheiße. Liebe würde ich euch beide vereint sehen, als sie und den Sohn meiner Erzfeindin.“

Mir blieben die Worte im Halse stecken. All die Lässigkeit, die ich ausgestrahlt hatte, war bei jedem seiner Worte mehr verschwunden. Und letztendlich war sie ganz weg. „Ich.. Ihr.. Verdammt.“, fluchte ich und wandte mich ab. Ich ging ein paar Schritte auf und ab, vor dem wartenden Erlkönig, der so unbeweglich wie ein Fels in der Brandung da saß und mich dabei musterte. Sein heißer Blick brannte wie Feuer auf meiner Haut. Nach einer Weile unterbrach er mich mit seiner schneidenden Stimme, die mich zusammenzucken ließ. „Das ist noch nicht alles.“

Irritiert blieb ich stehen und verschränkte die Arme vor der Brust. „Ach? Noch ein paar Segenssprüche? Immer raus damit, Majestät.“ Oberon trommelte mit seinen Fingern auf seiner Armlehne. Die Pflanzen im Thronsaal begannen sich zu regen, ringelten und wanden sich. Die Macht, die er ausstrahlte, entlud sich in einem grünen Blitz am Himmel. „Es geht um das Eiserne Reich. Irgendjemand hat den Platz des alten Königs eingenommen. Das Sommerreich wird gezwungen sein, sich mit dem Winter zu verbünden, um seine Armeen aufzuhalten. Wir werden einige Vorbereitungen treffen müssen. Und ich brauche jemanden, der auf meine Tochter Acht gibt, solange unsere Truppen auf dem Schlachtfeld sind.“

Die Übelkeit, die sich in mir ausgebreitet hatte, war schlagartig vergessen. Der Lichte König fuhr jedoch fort, bevor ich etwas erwidern konnte. „Robin. Selbst nach all unseren Differenzen in der Vergangenheit sehe ich in dir immer noch den treuesten meiner Diener. Deshalb möchte ich, dass du als persönliche Leibwache auf meine Tochter aufpasst und ihr alles beibringst, was nötig ist, damit wir, wenn wir keine andere Wahl haben, sie erneut in das Eiserne Reich schicken können, um den Falschen König auszuschalten.“

Aha! Daher wehte also der Wind. Oberon wollte keinen seiner Krieger dem tödlichen Eisen im Giftgebiet aussetzen. Da riskierte er lieber das Leben seiner halb sterblichen Tochter, als Tausende in den Tod zu schicken. Tja, da hatte er sich aber geschnitten. Ich würde meine Prinzessin doch nicht im Kampf unterrichten und sie dann ohne Schutz zurücklassen! Immerhin hatte ich sie gerade erst für mich gewinnen können.. Das konnte nicht aufs Spiel setzen, nicht mal für meinen König. Den heftigen Schmerz des Verlustes konnte ich nicht ertragen. Nicht nochmal. „Das könnt Ihr nicht von mir verlangen..“, flüsterte ich, so gar nicht ich selbst. „Das.. Das kann ich nicht..“

„Robin Goodfellow.“, sprach der Erlkönig mit leichtem Befehlston in der Stimme. „Wir kennen uns seit Ewigkeiten. Ich vertraue dir mehr als sonst jemandem am Lichten Hof. Und doch frage ich mich manchmal, ob dir eigentlich noch bewusst ist, dass ich dein König bin. Du magst mein tiefstes Vertrauen besitzen, aber das bleibt nur so lange, wie du meinen Befehlen gehorchst. Deshalb werde ich dich, eben weil wir uns so lange kennen, nur noch ein einziges Mal darum bitten, meine Tochter erneut mit deinem Leben zu beschützen. Sonst werde ich es dir befehlen müssen.“

„Puck?“

Ich zuckte zusammen, als ich meinen Namen hinter mir hörte, und drehte mich langsam um. Meghan stand vor der Rankenwand, in einem bezaubernden blau-grünen Kleid aus Seide, was sich perfekt um ihre Rundungen schmiegte. Ihre blond-silbernen Haare fielen ihr glatt den Rücken herunter und betonten mit dem Outfit so ihre stechend blauen Augen, die mich liebevoll und zugleich argwöhnisch betrachteten. Sie schritt unsicher durch den Thronsaal, doch sie strahlte eine Aura aus, die ganz deutlich verkündete: ich bin eine Prinzessin.

Vor mir blieb sie stehen. Ich konnte mich nicht rühren, war völlig in ihrem Blick gefangen und überwältigt von ihrer Schönheit. Sanft legte sie eine Hand auf meine Wange, und meine Haut begann zu zwirbeln vor Hitze. Sie strich mit ihrem Daumen kurz darüber hinweg, schenkte mir ein kurzes Lächeln und wendete sich dann Oberon zu. Benommen schüttelte ich den Kopf und drehte mich wieder zu meinem König um.

Der Lichte König war nicht überrascht Meghan zu sehen, ganz im Gegensatz zu mir. Wie sollte mich denn jetzt verhalten? Wie immer? Wie ein Diener des Hofes? Waren wir nun zusammen? Besonders nach dem, was Oberon gesagt hatte? Ich war etwas überfordert. Ja, der große Robin Goodfellow war überfordert, sollten die anderen ruhig darüber lachen. Die Situation war ja auch mehr als schwierig.

„Tochter.“ Oberon nickte ihr knapp zu. „Was möchtest du mir mitteilen?“ Meine Prinzessin schaute mich kurz von der Seite an und wandte sich wieder ihrem Vater zu. „Ich habe euer Gespräch mitbekommen. Und ich bin bereit, mich von Puck unterrichten zu lassen, damit ich mich dem Falschen König stellen kann.“

„Was?“, fragte ich entsetzt. Fassungslos starrte ich sie an. „Bist du verrückt geworden, Meghan? Willst du dich jetzt schon freiwillig umbringen lassen? Das ist es nicht wert! Du bist viel zu wichtig für-“ Beinahe hätte ich ‚für mich‘ gesagt. „..für das Nimmernie und den Sommerhof! Das kannst du doch nicht ernsthaft in Betracht ziehen! Sag, dass das nicht wahr ist!“ Ohne Vorwarnung nahm sie meine geballte Hand und drückte sie fest. Meine Wut verpuffte schlagartig. „Puck.“, flüsterte sie. Entgeistert entdeckte ich eine Träne, die ihre Wange herunterlief. Am liebsten hätte ich sie weggeküsst vor Mitgefühl. „Ich.. Ich muss das tun. Ich glaube das ist meine Bestimmung. Das war sie schon immer..“

Mein Herz drohte erneut in tausend Splitter zu zerspringen. Mir fiel es schwer die Tränen zurückzuhalten, die in meine Augen traten und überliefen. Die Emotionen tobten unter der Oberfläche und wollten mich ertränken: die fast schon unmöglich starke Liebe zu ihr, der Schmerz des Verlusts, die Entrüstung über ihre Aussage, der Zorn gegenüber Oberon. Ich kniff die Lider so heftig zusammen, dass es schmerzte, und ließ ihre Hand los. „Nein.“, presste ich zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. „Das kannst du nicht tun. Das.. Das kann ich nicht zulassen, Prinzessin. Das werde ich nicht zulassen. Tut mir Leid.“

Die Erinnerungen droschen eiskalt auf mich und meinen Schädel ein. Wie Meghan ganz allein auf den Feldern der ewigen Ernte stand, umgeben von Gegnern, die sie ohne Erbarmen umbringen würden. Ich, der viel zu weit weg war, um sie zu beschützen.. Die Schreie von ihr, als Rowan mit seinem Wyvern angriff.. „Nein!“, brüllte ich über die Lichtung, und ich fühlte wie meine Magie mir entglitt, sich in meiner Umgebung entlud wie ein Blitz beim Gewitter. Die Pflanzen in meiner Nähe schauderten konsterniert, als sie meine geballte Kraft abkriegten. „Niemals!“ Keuchend raufte ich mir die Haare. „Niemals..“, flüsterte ich verzweifelt. Wie konnte mir Meghan das antun? Nach allem, was wir durchgemacht haben, wollte sie plötzlich die Heldin spielen? Wollte sie mich umbringen? Hatte sie den Verstand verloren?

„Puck..“ Meghan strich mit den Fingern über meine feuchte Wange, meinen Hals herunter zu meinem Rücken. Erst jetzt spürte ich, wie sehr ich zitterte. „Bitte. Ich muss das tun. Für das Nimmernie. Und für dich.“ Mein Magen fühlte sich an, als wären Eissplitter darin, die mich von innen nach außen zerfetzten. Meine Augen brannten höllisch, doch ich schaute ihr direkt ins Gesicht. „Das kannst nicht tun, Meghan. Nicht mal für mich..“

Und plötzlich lagen ihre weichen Lippen auf meinen, direkt vor ihrem Vater, der uns regungslos beobachtete. Ein Teil von mir weigerte sich, mich dem Kuss hinzugeben, aus Angst vor Oberon und dem darauffolgenden Schmerz, weil ich mich darauf einließ, sie zu unterrichten. Aber der mächtigere Teil von mir, der, der sich so lange danach gesehnt hatte und sie abgöttisch liebte, reagierte sofort. Der Thronsaal verschwand, meine Hände fuhren durch ihr Haar, drückten sie stärker an mich. Ich erwiderte den Kuss instinktiv, meine Lippen fügten sich makellos auf ihre, als wären sie wie füreinander geschaffen, einander perfekt ergänzt..

„Goodfellow.“, unterbrach uns der Erlkönig gedämpft. Widerwillig ließ ich von Meghan ab und blickte zu ihm auf. Ich wusste, dass das unangemessen gewesen war, doch ich konnte nicht anders. Alles in mir schrie nach meiner Prinzessin, wollte sie in die Arme schließen und nie wieder loslassen.. „Dann liege ich richtig mit der Annahme, dass du meine Tochter unterrichten und auf sie Acht geben wirst?“ In seinen Augen erkannte ich das erste Mal Etwas, was ich vorher noch nie gesehen hatte. Etwas, was man von ihm nie erwarten dürfte und könnte, nicht einmal bei mir.

Stolz.

Ich wechselte einen kurzen Blick mit Meghan, atmete tief durch und nickte. „Ja, Majestät. Ich verbürge mich vor ihr.“ Seine Mundwinkel zuckten ein klein wenig, der Hauch eines Lächelns. „Gut. Ich verlasse mich auf dich, Robin. Und nun geht, ich brauche etwas Zeit für mich, um mich auf das Treffen mit Mab vorzubereiten.“ Ich wollte schon umdrehen und gehen, da trat die Prinzessin noch einen Schritt vor. „Ich hätte noch eine Bitte, wenn du erlaubst.“

Perplex stoppte ich in meiner Bewegung und drehte mich wieder um. Der König musterte sie mit seinen Bernsteinaugen wachsam und reckte dann das Kinn in die Höhe. Ich kannte ihn gut genug, um zu wissen, dass es ihm nicht passte, sich jedoch nicht dagegen sträubte. „Sprich, Kind. Was verlangst du von mir?“ Meghan zögerte einen Moment. Sie schaute sehnsüchtig und schuldbewusst zu mir, bevor sie leise sagte: „Ich möchte, dass Ashs Verbannung aufgehoben wird.“

Mein Herz machte einen Satz. Es sprang so heftig gegen meine Rippen, dass ich nach Luft schnappen musste. Ash aus der Verbannung holen? Das konnte Oberon nicht. Nicht mal, wenn er es wollte. Mab hatte die Verbannung ausgesprochen, und nur sie konnte sie wieder aufheben. Und auch wenn ich Eisbubi vermisste.. In der jetzigen Situation wollte ich ihm nicht begegnen. Nicht so. Nicht nachdem ich ihm Meghan genommen hatte, so wie ich Ariella .. Mit einem Kopfschütteln schickte ich diese Gedanken gleich wieder fort. Darüber hatte ich nicht denken wollen.

Oberon sah etwas perplex aus, fing sich jedoch schnell wieder. „Tochter, selbst wenn ich den Winterprinzen aus seiner Verbannung holen will, kann ich dies nicht tun.“ .. Sagte ich doch. Er fuhr mit einem fremden Unterton in der Stimme fort. „Es liegt nicht in meiner Macht über sein Schicksal zu entscheiden. Das kann nur die Winterkönigin höchstpersönlich. Jedoch..“ Sein Blick wurde weich. „Könnte ich bei dem bevorstehenden Kriegsrat ein Wort mit der werten Mab sprechen. Mehr kann ich nicht für dich tun.“ Wow. Ich hatte Oberon schon lange nicht mehr so großzügig erlebt. Das letzte Mal war er so freundlich gewesen, als er Titania geheiratet hatte. Und das war schon ewig her. Meghan verbeugte sich tief. „Danke, Vater.“ Darauf nahm sie meine Hand und wir verließen in schnellem Schritt die Lichtung.
Irgendwas sagte mir, dass ich Eisbubi früher wiedersehen würde, als mir lieb war..
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