Plötzlich Fee - Winternacht - Alternate Ending

von Chemistry
KurzgeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P12
Ashallayn "Ash" Darkmyr Tallyn Mab Meghan Chase Oberon Robin "Puck" Goodfellow
18.11.2014
11.02.2015
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Plötzlich Fee – Winternacht – Alternate Ending


Meghan’s POV (Rückblick)

„Ash, warte!“

Ich schlug einen Haken um Oberon und rannte zu dem Steig. Die Feen zischten und fauchten und Puck rief, ich solle stehen bleiben, aber ich ignorierte sie alle. Als ich mich Mab näherte, verzogen sich ihre Lippen zu einem grausamen Lächeln und sie trat zurück, gab mir den Weg zu dem Steig frei.

„Meghan Chase!“ Oberons Stimme schnitt durch die Luft wie ein Peitschenknall. Ein Donnerschlag ließ den Boden erbeben.

Wenige Meter vor dem Tor kam ich stolpernd zum Stehen. Ich war so nah dran, dass ich die Straße, die dunklen Bürgersteige und die verschwommenen Schatten der Häuser im Regen erkennen konnte.

Die Stimme des Erlkönigs war unheilvoll ruhig und der Bernsteinton seiner Augen leuchtete intensiv durch den fallenden Schnee. „Die Gesetze unseres Volkes sind unumstößlich“, warnte er mich. „Sommer und Winter teilen viele Dinge, aber die Liebe gehört nicht dazu. Wenn du diese Wahl triffst, Tochter, werden die Steige sich auch für dich niemals wieder öffnen.“

Mir wurde flau im Magen. Das war’s also. Oberon würde mich ebenfalls aus dem Nimmernie verbannen. Einen Moment lang war ich kurz davor, ihm ins Gesicht zu lachen. Das hier war nicht mein Zuhause. Ich hatte nicht darum gebeten, eine Halbfee zu sein. Ich wollte nie in ihre Probleme verwickelt oder in ihre Welt gezogen werden. Sollten sie mich doch verbannen, was juckte mich das?

Mach dir nichts vor, dachte ich und mir schnürte es die Kehle zu. Du liebst diese Welt. Du hast alles riskiert, um sie zu retten. Kannst du dich einfach von ihr abwenden und vergessen, dass sie je existiert hat?

„Meghan.“ Puck trat vor und sah mich flehend an. „Tu das nicht. Diesmal kann ich dir nicht folgen. Bleib hier. Bei mir.“

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Meghan’s POV (Gegenwart)

Puck’s Worte hallten wie ein nie endendes Echo durch meinen Kopf.

„Bleib hier. Bei mir.“ ..

Schuldgefühle packten mich. Die Entscheidung zwischen Ash und ihm war immer klar gewesen - hatte ich zumindest gedacht. Doch jetzt, mit all den Blicken der entsetzten Sommer- und Winterfeen im Nacken, die mir eine unangenehme Gänsehaut verpassten, war ich mir nicht mehr so sicher, ob ich diesen großen Schritt auch wirklich gehen wollte.

Mein Blick wanderte über die angespannte Menge und blieb wieder bei meinem besten Freund hängen. Über sein Gesicht huschten verschiedene Emotionen: Fassungslosigkeit, Trauer, Hoffnung, Liebe.

Hör auf dich selbst zu belügen, Meghan, wisperte eine Stimme in meinem Kopf. Du liebst ihn.

.. Aber Ash liebe ich auch, schoss ich zurück.

Ich starrte Puck in die Augen. Das sonst so strahlende Grün seiner Iris wurde von einer dünnen Schicht Tränen überlagert, die sie stumpf wirken ließen und im Licht glitzerten. Seine roten Haare, die in alle möglichen Richtungen abstanden, wogen sich sanft im Wind, und sein prächtiger Schein, der normalerweise in allen Regenbogenfarben um ihn herum wirbelte, wirkte plötzlich eintönig und grau.

Ich liebte ihn, doch war es wirklich genug? Reichte die Liebe aus, um hier bei ihm zu bleiben?

In dieser Sekunde fiel mir ein Gespräch von uns ein, was nicht vor allzu langer Zeit zwischen uns geführt worden war, als wir beide uns von Ash in der Scheune getrennt hatten und Tir Na Nog verlassen wollten.

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„Ich kann ihn nicht vergessen. Er fehlt mir. Ich weiß, dass er der Feind ist und dass wir alle möglichen Regeln gebrochen haben, aber das ist mir egal. Ich vermisse ihn so sehr, Puck.“, schluchzte ich.

Puck seufzte, vielleicht mitfühlend oder auch verärgert, und zog mich an sich. Ich weinte mich an seiner Brust aus und ließ all die Gefühle raus, die sich in mir angestaut hatten, seit ich Ash im Thronsaal wiedergesehen hatte. Puck hielt mich fest, streichelte mir wie früher übers Haar und sagte nichts, bis die Tränen schließlich versiegten und ich nur noch leise in sein Hemd schniefte.

„Besser?“, murmelte er dann.

Ich nickte, löste mich von ihm und wischte mir über die Augen. Der Schmerz war noch da, aber jetzt war er erträglich. Ich wusste, dass es lange dauern würde, bis dieser Schmerz verschwand - wenn überhaupt je -, aber tief in meinem Herzen wusste ich auch, dass ich mich endgültig von Ash verabschiedet hatte. Vielleicht konnte ich ihn jetzt loslassen.

Puck trat hinter mich, legte mir die Hände auf die Schultern und lehnte sich vor. „Mir ist klar, dass es jetzt noch zu früh ist“, flüsterte er in mein Haar. „aber nur, damit du es weißt: Ich werde auf dich warten. Wenn du bereit bist, werde ich da sein. Vergiss das nicht, Prinzessin.“

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Damals war ich so überzeugt davon gewesen, Ash zu lieben, dass es mich blind gemacht hatte. Blind vor dem, was eigentlich wichtig war: DER Robin Goodfellow, den man aus ‚Shakespeares Sommernachtstraum‘ kannte, der großflächig nur als Streichemacher bekannt war und der von allen nur Puck genannt werden wollte, liebte mich. Bedingungslos und unwiderruflich, seit er von meinem Vater Oberon in die Menschenwelt geschickt wurde, um die Feenwelt vor mir geheim zu halten. Dass Ethan entführt werden würde und damit eine ganze Reihe von schrecklichen Dinge passierten, die dazu führten, dass ich letztendlich doch hierher kam, hätte keiner ahnen können.

Und nun stand ich hier, hin und her gerissen zwischen zwei Jungen, die ich nicht verlieren wollte - und konnte mich nicht entscheiden.

Die Zukunft mit Ash war zum Scheitern verurteilt. Schon von Anfang an war klar: das könnte niemals funktionieren. Sommer- und Winterfeen waren zu verschieden, einer von beiden würde alles aufgeben müssen, um mit dem anderen zusammen zu sein. Außerdem verboten es die Gesetze eine Beziehung zu einer Fee des Dunklen Hofes einzugehen. Ash wusste das. Er hatte die Regeln gebrochen, sich mit mir (einer zur Hälfte geborenen Sommerfee) eingelassen, hinterging seine Königin und Mutter und wurde zur Strafe aus dem Nimmernie verbannt.

Puck hingegen war, solange ich denken konnte, mein bester und einziger richtiger Freund. Wir sind durch dick und dünn gegangen, haben uns zusammen über unsere Mitschüler lustig gemacht, würden uns ohne zu zögern für den anderen opfern und waren Mitglieder des gleichen Hofes. Mittlerweile war er mehr als nur ein einfacher Freund, aber was war er genau?

„Triff deine Entscheidung, Missgeburt.“, riss mich Mab’s scharfe Stimme aus meinen Gedanken. „Entweder du schließt dich dem Exilanten an oder du bleibst im Nimmernie, um uns weiter ein nervtötender Dorn im Auge zu sein.“ Ein kalter Schauer fegte über das Feld.

Puck’s Schein loderte auf, züngelnde Flammen aus Hoffnung und Angst, die ich deutlich spüren und sehen konnte. Er trat zögernd noch einen Schritt auf mich zu und streckte mir seine Hand entgegen. „Bitte, Prinzessin.“

Ich schloss die Augen. Entscheide dich, Meghan. Du wusstest immer, dass einer von beiden früher oder später verletzt werden würde

Kurz ging ich nochmal alles durch, was wir durchgemacht hatten, all die Abenteuer, bei denen wir gerade so mit unserem Leben davon gekommen waren. Von der Entdeckung des Wechselbalges bei mir zu Hause bis hin zu Machinas Tod, der grausamen Zeit im Dunklen Hof, meiner Rettung durch Ash, das Wiedersehen mit Puck, der Kampf gegen Virus und ihre eisernen Feenkumpanen, Eisenpferds Tod und zuletzt die Schlacht hier auf dem Feld, bevor ich der Königin Mab das Jahreszeitenzepter wiedergab.

Mein Herzschlag beschleunigte sich und pumpte jede Menge Adrenalin durch meinen Körper, als ich an unsere Reise zu Leanansidhe zurück dachte und den Kuss von Puck und mir wieder verinnerlichte. Ich hatte gedacht, das Verlangen nach Ash hätte den Kuss zur Folge gehabt. Nun wurde mir klar, dass das nicht stimmte.

Ich hatte mich zu Goodfellow hingezogen gefühlt.

Schon immer war eine gewisse Anziehung zwischen uns gewesen - sonst wären wir nicht mal Freunde geworden. Doch jetzt, bei all dem Druck, der gerade auf mir lastete, fiel mir die Entscheidung viel leichter.

Wenn ich es einmal geschafft hatte, mich von Ash zu verabschieden, warum sollte es dann nicht nochmal klappen? Ich dachte an die vorherigen Male, bei denen der Winterprinz mir das Herz gebrochen hatte. Jedes Mal war ein größerer Teil von mir mit ihm gegangen, so oft hatte er sich von mir abgewandt und sich verabschiedet. So war die Lücke in meiner Brust zu einem riesigen schwarzen Loch angewachsen.

Im Gegensatz zu ihm war Puck immer an meiner Seite geblieben, hatte mich beschützt wie seinen Augapfel. Jedes Mal, wenn Ash gegangen war, hatte er mich wieder zusammengeflickt, mir das gegeben, was Mabs jüngster Sohn mir nie gegeben hatte: Wärme, Geborgenheit, Liebe, ein Zuhause.

Obwohl erst eine halbe Minute vergangen war, seit ich stehen geblieben war, sah ich jetzt klarer als je zuvor. Ich traf meine Entscheidung, auch wenn mir das noch eine Ewigkeit in Gedächtnis und Herz bleiben würde.

„Es tut mir so Leid, Ash..“, flüsterte ich verzweifelt. Mit einem Ruck drehte ich um und hechtete in Puck’s offene Arme, die mich fest umschlossen und an sich drückten. Sein unwiderstehlicher Duft nach Äpfeln und Laub umhüllte mich. Das Kribbeln in meinem Bauch verstärkte sich, und ich wusste: ich hatte mich richtig entschieden.

„So sei es.“, verkündete Oberon mit einer Autorität, die mich zusammenzucken ließ. Ein verächtliches Grollen ertönte hinter mir und dröhnte über das Feld wie ein Donnerhall. Auch ohne mich umzudrehen war klar, dass es niemand anderes als die wütende Winterkönigin sein konnte. Mit Sicherheit hatte sie gehofft, ich würde ihrem Narren von Sohn folgen, damit sie mich nicht mehr sehen musste. Sie hatte falsch gehofft.

„Du bist geblieben.“, murmelte Puck erleichtert und verursachte mir eine angenehme Gänsehaut. „Ich hatte so eine Angst, dass du dich umdrehst und mit ihm gehst..“

Mit einem kleinen Lächeln löste ich mich von ihm, um ihm einen Kuss auf die Wange zu geben. Überrascht beobachtete ich, wie sie sich ein wenig rosa verfärbten, nachdem meine Lippen seine weiche Haut streiften.

Der König des Sommerhofes trat einen Schritt vor und gab Mab mit einem Nicken zu verstehen, dass sie den Steig schließen sollte. Sie zog die Augen zu einem schmalen Schlitz, starrte mich hasserfüllt an - wenn Blicke töten könnten, wäre ich längst tot umgefallen - und schloss das Tor zur Menschenwelt mit einer Handbewegung. Die Ränder fingen an zu knirschen und zogen sich immer mehr zusammen, bis es mit einem leisen „Plopp“ verschwand.

Es war vorbei.

„Tochter“, wendete sich Oberon nun an mich. Unwillkürlich fing ich an zu zittern. „du hast die richtige Wahl getroffen. Wir werden die Sache später noch weiter besprechen, doch zunächst werden wir nach Arkadia zurückkehren, wo du und Goodfellow mir wohl einiges zu erklären habt.“

Puck und ich neigten gleichzeitig den Kopf, und die Feen um uns herum raunten verärgert. Sie fluchten und fauchten und verzogen ihre Gesichter zu grimmigen Mienen, aber es war mir egal.

Schon immer war mir bewusst gewesen (indirekt oder nicht), dass das Schicksal etwas Größeres für mich plante. Ich habe mich noch nie normal gefühlt. Und ich wollte es auch nicht sein. Mit Puck an meiner Seite würde ich alles überwinden, was sich mir in den Weg stellte. Dazu gehörte auch mit diesen dummen Feenkreaturen klar zu kommen.

Ein neuer Waffenstillstand zwischen Sommer und Winter wurde ausgehandelt und dann machten wir uns auf den Weg zum Lichten Hof. Puck wich den ganzen Weg nach Arkadia nicht von meiner Seite. Er hielt meine Hand, verschränkte unsere Finger und redete mit seinem Dauergrinsen genauso fröhlich wie früher auf mich ein. Ich war mit meinen Gedanken nur zur Hälfte da. Ash schwirrte mir ununterbrochen durch den Kopf und verursachte ein kleines Ziehen in meiner Brust. Mir war klar, es würde nicht einfach werden. Doch ich konnte es schaffen.

Endlich Zuhause ließ das Gespräch mit meinem sogenannten ‚Vater‘ nicht lange auf sich warten. Der Sommerkönig war trotz unserer Wiederbeschaffung des Zepters erbost. Ich konnte es ihm nicht verübeln. Durch den Vertrag, den ich damals mit Ash eingegangen war, hatte er mich vor unserem letzten Abenteuer versucht vom Dunklen Hof zu holen, aber Mab wusste natürlich von dem Bündnis zwischen ihrem Sohn und mir und hatte mich nicht gehen lassen. Ein Problem, was glücklicherweise verschwunden war, nachdem Ash mich aus Tir Na Nog brachte.

Wie schon erwartet bekam ich gewaltigen Ärger. Oberon‘s Predigt hatte die Erde unter meinen Füßen beben lassen und die Blütenblätter der Bäume um uns herum zu Fall gebracht. Alle adeligen Hofmitglieder waren nach den ersten beiden Minuten bereits aus dem Thronsaal geflüchtet, weil sie um ihr unsterbliches Leben bangten. Titania trug zu meinem Bedauern auch dazu bei, mir die Hölle heiß zu machen. Sie drohte das Versprechen einzulösen, was sie bei meiner ersten Ankunft im Nimmernie gegeben hatte - mich in ein Reh zu verwandeln. Puck ließen sie dabei gänzlich aus, was mich verwunderte. Erst als das Königspaar mit mir fertig war, schickten sie mich auf mein Gemach und fuhren mit ihm fort.

Ich sah Puck den ganzen Tag nicht. Auch beim Abendbrot, was mir nervigerweise auf’s Zimmer gebracht wurde, ließ er sich nicht blicken. Tansy, eine mir bekannte Satyr und Dienerin des Hofes, war so freundlich und leistete mir etwas Gesellschaft. Sie versorgte meine Wunden, wusch mich und meine Sachen und kämmte mein silber-blondes Haar, solange Robin weg blieb. Aber jedes Mal, wenn ich fragte, wo er sei, sagte sie, er hätte zu tun. Es war schwierig meine Traurigkeit deshalb zu verbergen. Immerhin hatte ich mich gegen Ash und für ihn entschieden, warum kam er dann nicht zu mir?

Nach Stunden des Wartens gab ich für heute auf. Mein Herz fühlte sich schwer und irgendwie furchtbar leblos an - vermutlich weil es zum Teil gebrochen war. Der Krampf in meiner Brust war auch noch da und trug zu meinem Unwohlsein bei. Außerdem war ich wegen der Schlacht schrecklich müde und ausgelaugt. Mein Denken war dank eines Trankes von Tansy benebelt und langsam und machte mich schläfrig. In diesem Moment wünschte ich mir Puck noch mehr an meine Seite. Er sollte mich wie früher in den Arm nehmen, mir über’s Haar streicheln und einfach für mich da sein, ganz wie in alten Zeiten. Aber gleich nachdem ich das gedacht hatte, wurde mir bewusst, dass nichts mehr so wie früher sein würde. Dafür war schon zu viel passiert. Und mit diesem Gedanken schlief ich letztendlich ein.

Ein zögerndes Klopfen an meiner Tür holte mich aus meiner Traumwelt in die Realität zurück. Ich blinzelte verwirrt, fragte mich, wer um diese Uhrzeit noch wach war, und setzte mich auf. Eine große, schlanke Gestalt stand im Türrahmen. Durch das grelle Licht, was durch den Türschlitz fiel, war es schwer genaue Umrisse zu erkennen. Die grünen Flammen des Kamins halfen mir jedoch dabei. Dank des Gegenlichtes konnte ich grüne, funkelnde Augen, spitze Ohren und ein Grinsen mit perfekten, weißen Zähnen im Gesicht des Jungen sehen, der mich betrachtete.

„Puck!“ Sofort war ich hellwach. Hektisch griff ich in der Dunkelheit nach meiner riesigen Decke und versuchte sie mit meinen Beinen weg zu strampeln, um zu ihm zu rennen. Ein Kichern neben mir ließ mich innehalten und zum Nachttisch schauen. Plötzlich stand er nicht mehr an der Tür, sondern mit verschränkten Armen an die Wand gelehnt. Er strahlte von innen nach außen heraus. „Hey Prinzessin.“

„Oh, Puck! Ich bin so froh, dass du da bist!“ Endlich schaffte ich es die Decke loszuwerden. Ich sprang vom Bett und rannte ihn förmlich um. Er schaffte es noch mich halbwegs aufzufangen, bevor wir rücklings zu Boden fielen und auf einem weichen Bärenfell landeten. Puck lachte. „Immer mit der Ruhe, Prinzessin. Wenn du so weitermachst, wirst du nicht mehr viel von mir haben.“ Vor Aufregung keuchte ich los und schmiss mich ihm erneut um den Hals. „Endlich bist du gekommen! Ich dachte schon Oberon hätte dich wieder in einen Raben verwandelt.“

„Na das soll er mal versuchen!“, schnaubte er, wieder ganz der Alte Puck. „Immerhin habe ich seiner Tochter mehrmals das Leben gerettet!“ Ich lächelte und kletterte von ihm herunter, damit wir uns auf das Bett setzen konnten. Wir machten es uns gemütlich und Puck erzählte mir von den Dingen, die passiert waren, seit ich den Thronsaal verlassen hatte. Titania hatte darauf bestanden, ihn für ein paar Jahrhunderte in ein Tier zu verwandeln, aber Oberon war - wie immer, wenn es um Puck ging -, nachsichtig und tat es nicht, weil sein Lieblingslakai eben dafür gesorgt hatte, dass ich lebend wieder an den Sommerhof zurückgekehrt war. Danach hatten sie ihn für irgendwelche königlichen Besorgungen nochmal in den Wilden Wald geschickt. Gott wusste, wieso, es war mir auch egal. Hauptsache war, dass er wieder hier war.

„In Ordnung, Prinzessin.“, sagte Puck, als er geendet hatte. „Ich werde dich jetzt schlafen lassen. Du brauchst deinen königlichen Schlaf. Wir können morgen noch weiter reden.“ Mit Schwung schwang er sich auf die Füße und schlenderte zur Tür. Verdutzt runzelte ich die Stirn. Wollte er mich jetzt etwa allein lassen? So spät in der Nacht? Er war doch gerade erst gekommen! „Warte!“, rief ich panisch. Er erstarrte verwirrt in seiner Bewegung und drehte sich wieder zu mir um, eine Augenbraue schoss in die Höhe. Bevor ich wirklich nachdenken konnte, fragte ich das Erstbeste, was mir in den Sinn kam. „Bleibst du bei mir? Heute Nacht?“

So etwas wie leichte Verwunderung blitzte in seinen Augen auf, doch als ich das nächste Mal hinsah, war es schon wieder verschwunden. Stattdessen wurde diese durch den sanften Ausdruck getaucht, den ich so an ihm liebte. Mein Lieblingslächeln suchte sich ihren Weg an die Oberfläche, und im nächsten Moment legte er sich zu mir und ich konnte mich an seine starke Brust kuscheln. So war es viel erträglicher. Sein Apfel-Aroma stieg mir wieder in die Nase. Und als er mit der Hand behutsam über meinen Rücken streichelte, hinterließ sie ein berauschendes Prickeln auf meiner Haut und in meinem Bauch. „Puck?“, flüsterte ich und krallte mich fester in seinen Kapuzenpulli.

„Hmm?“

„Ich liebe dich.“

Kurz versteifte er sich, als hätte er nicht erwartet, dass ich diese Worte aussprach. Keine Sekunde später war er noch entspannter als zuvor. Er strich mit den Fingern zärtlich über meine Wange und hob mein Kinn an. Unsere Blicke trafen sich, und er beugte sich langsam zu mir herunter. Ich schloss die Lider. Gleich darauf trafen seine weichen Lippen auf meine und mein Hirn setzte für heute aus. Ohne es zu wollen spürte ich, wie mein Schein anfing zu flackern und sich ausdehnte. Und ein kleiner Impuls in meiner Brust, als er auf Puck’s eigenen traf. Sie fügten sich perfekt zusammen, wie zwei fehlende Puzzleteile.

Spätestens nach dieser Verflechtung wusste ich von ganzem Herzen, dass ich meine bessere Hälfte endlich gefunden hatte.

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Hi ihr lieben Leser. (:

Ich habe mich mal an einen kleinen OS von Puck und Meghan rangewagt, weil ich der festen Überzeugung bin, dass die beiden ein viel süßeres Paar abgeben, als sie und der unwiderstehliche Winterprinz, der dauernd seine Meinung zu ihr ändert (sorry Ash-Fans xD). Wie dem auch sei, ich bin noch sehr neu in diesem Fandom (habe mir gerade den 4. Teil der Saga bestellt) und hoffe, dass es euch trotzdem gefallen hat.
Wer lieb ist, kann mir ja eine Review da lassen und seine Meinung dazu abgeben, ob das hier noch zu einer Story werden soll oder nicht. :P

Bis dahin - liebe Grüße!
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