Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Im Schatten einer Generation von Wundern

von lenne87
MitmachgeschichteAllgemein / P12 / Gen
17.11.2014
11.08.2015
27
146.536
6
Alle Kapitel
44 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
17.11.2014 9.250
 
[quote name="LittleSnow"]
Point of View: Yin Snow


Montag, 1. April

An diesem Tag wachte ich erst spät auf. Als ich aufstand blickte ich auf die Uhr. Es war erst Zehn Uhr. Ich seufzte, es würde wieder ein langweiliger Tag für mich werden. Als ich meinen Schrank öffnete und meine Schuluniform erblickte, geriet ich etwas aus der Fassung. Heute war der erste Schultag und ich kam zu spät?! Ich war immer pünktlich denn ich hasste Unpünktlichkeit. Also machte ich mich schnell fertig und rannte zur Schule. Dort angekommen bereute ich es, denn ich würde nun einen peinlichen Auftritt hinlegen.
Nun entschloss ich mich dafür wieder heim zu gehen und dann würde ich morgen einfach sagen, dass ich krank gewesen wäre. Somit hatte ich noch mehr Angst mich vorzustellen... So viele fremde Leute. Ich würde sicher sterben.
Abends im Bett fiel mir dann ein, das die Eröffnungszeremonie gewesen wäre und  mein zu spätes Erscheinen nicht aufgefallen wäre ....

Dienstag, 2. April

Ich wachte dieses mal mit einem Grummeln im Magen auf. Ich war sehr nervös und bekam nicht einmal etwas zu essen herunter. Also machte ich mir mein Essen für die Schule, zog mir meine Uniform an und machte mich viel zu früh auf den Weg zur Schule. Nein, ich würde garantiert nicht nochmal zu spät kommen! Dennoch ließ ich mir Zeit und kam zehn Minuten bevor der Unterricht anfangen würde an der Schule an. Ich wusste das ich  in der Klasse 10-B war und begab mich dorthin. Es war schlimm für mich und ich war schrecklich nervös. Am liebsten würde ich schreiend nach Hause rennen. Ich dachte an meine Teiko Mädels. Wenn Sasha mich nun so sehen würde, dann würde sie mir wohl ordentlich in den Hintern treten.
Der Klassenraum war bereits voll, aber da ich mich nicht hinein traute, wartete ich bis der Lehrer kam. Aber letzten Endes bereute ich diese Entscheidung. Nun musste ich mich nämlich vor der ganzen Klasse vorstellen. Ich schluckte schwer.
„Hallo, mein Name ist Yin Snow, 16 Jahre.“ , sagte ich knapp und hoffte, dass niemand meine Nervosität bemerken würde. Der Lehrer deutete auf den letzten freien Platz und ich bekam fast einen Herzinfarkt. Das gab es doch nicht. Mit gesenktem Haupt trottete ich an den mir zugewiesenen Platz und hoffte, dass die Zeit schnell vorbei gehen würde. Eigentlich schaute ich während dem Unterricht oft aus dem Fenster und träumte. Doch ich wagte es nicht. Denn neben mir saß … Ja … Akashi Seijuro. Zu meinem Unglück war er nun leider doch in meiner Klasse und ich riss mich zusammen, ihn nicht absichtlich zu provozieren. Ich wollte mich nicht gleich an meinem ersten Tag unbeliebt machen. Also spielte ich mit einer meiner weißen Strähnen und verfolgte mehr oder weniger den Unterricht. Nach gefühlten 100 Jahren hatten wir endlich 10 Minuten Pause, ich atmete schwer aus und blickte durch den Raum. Es hatten sich schon Gruppen gebildet. Manche Mädchen sammelten sich um einen Tisch, tuschelten und sahen in meine Richtung. Eine zeigte auf meine Wange. Genervt rollte ich mit den Augen. „Also wenn ihr schon nichts besseres zu tun habt und über mich redet, dann macht es nicht so offensichtlich oder woanders!“, herrschte ich sie an. Mein Ton überraschte selbst mich, doch solche eingebildeten Leute konnte ich einfach nicht leiden. Eines der Mädchen kam auf mich zu. Ich vermutete, dass sie wohl eine Art Anführerin oder so war und sich nun vor allen wichtig machen musste, indem sie mich blöd anmachen wollte. Na super.
Doch auf halben Weg machte sie Halt und ich stutzte. Neben mir erhob sich jemand und das Mädchen machte, dass sie schnellstmöglich auf ihren Platz kam.
Ich sehnte mich schon nach der Mittagspause, da ich mittlerweile ziemlichen Hunger bekommen hatte und hoffte, das niemand hörte wie mein Magen knurrte. Und wie es des öfteren so ist, passierte mir genau das, was ich nicht wollte. Mein Magen knurrte so laut, das mein Nebenan es auch mitbekommen hatte. Na ganz toll. Ich blickte Akashi an und versuchte Ruhe zu bewahren. Er erwiderte meinen Blick und was sah ich da? Amüsierte es ihn etwa?
In der Pause versuchte ich mein Essen nicht herunter zu schlingen. Erstmal würde das ziemlich scheiße aussehen und zum zweiten wollte ich nicht Akashi's Pausenclown sein. Natürlich verbrachte ich die Pause allein und ich dachte mir, dass ich mich niemals hier mit irgendwelchen Leuten anfreunden würde. Ich sah noch zwei weitere Mädchen die alleine saßen und am liebsten wäre ich aufgestanden und hätte mich zu ihnen gesetzt. Aber ich beherrschte mich, nahm mir ein Buch aus der Tasche und las den Rest der Pause.

Als der Unterricht zu Ende war, gingen die Schüler in die Club Aktivitäten über und ich machte mich auf die Suche nach dem Basketballclub.
Ich hoffte, das sie noch einen Point Guard gebrauchen konnten und betrat, mal wieder mit mulmigen Gefühl, die Sporthalle.
In der Halle liefen sich die Mädchen bereits ein. Außer eines und genau dieses kam auf mich zu.
„Was willst du denn hier?“, fragte sie mich freundlich und mir ging es schon gleich besser.
„Ich würde gern dem Basketballclub beitreten wenn es noch möglich ist.“, erwiderte ich mit einem Grinsen im Gesicht.
„Natürlich, ich bin der Coach, Akiko. Freut mich sehr.“, sagte sie und drehte sich dann um „Mädels!“, rief sie laut und ich zuckte ein wenig zusammen. „Kommt doch einmal her. Hier ist jemand der bei uns mit machen möchte.“ Nun kamen alle auf mich zu und das war mir schon sehr unangenehm. Ich ging einen Schritt zurück und lächelte gequält. „Ähh.. Hallo... Ich bin Yin Snow. Ich habe auch in der Teiko Mädchenmannschaft Basketball gespielt. Ich freue mich hier zu sein.“ gab ich ein wenig holprig von mir. Die Mädchen sahen mich an. Einige freundlich aber auch manche mit skeptischen Blicken.. Und manche.. Ja, manche starrten mich wieder an. Es nervte mich ungemein, doch ließ ich es mir nicht anmerken. „Mensch, ihr tut ja alle so als hätte ich was im Gesicht.“, gab ich nun belustigt von mich und ich begann mich einzulaufen. Die Mädchen lachten und taten es mir gleich. Gut, die erste Hürde war überwunden.
„Yin“, der Coach winkte mich zu sich. „Sag mal Liebes, welche Position hast du?“ Liebes? War das ihr Ernst? Die tat ja fast so als wäre sie meine Mutter.. In diesem Moment vermisste ich Kaoru. Sie war ein wirklich toller Coach und ich liebte es, wie sie uns trainierte und uns Strafen androhte, wenn wir uns keine Mühe gaben. Wir hatten immer so viel Spaß und hier auf der Rakuzan kam mir die ganze Freundlichkeit irgendwie künstlich vor.
„Point Guard.“, erwiderte ich knapp. Das ich eigentlich ein Point Forward war, verriet ich niemandem. Nur der Coach und der Kapitän der Teiko wussten Bescheid und das sollte vorerst auch so bleiben.
Nach dem Aufwärmen stellte Akiko, der Coach, mir die anderen vor.
„Das ist unser Power Forward Izanami.“, begann sie und dann zeigte sie auf ein anderes Mädchen, welches für normale Verhältnisse recht groß war. „Und diese riesige Dame ist unser Center, Maiko. Die daneben ist Umeko, unser Shooting Guard und natürlich unseren Small Forward Hana. Sie sind unsere Stammspieler.“ Ich nickte und sie fuhr fort „Mika, Mimi und Rinako sind unsere Auswechselspieler und diese reizende junge Dame ist die Managerin Hikari.“ Sie lächelte in die Runde und ich unterdrückte mir einfach mal jegliche Kommentare. Dieses scheinheilige Getue geht mir wirklich auf die Nerven. Dann stutze ich. Ich könnte schwören das diese Umeko in meine Klasse ging. Ich verwarf meine Gedanken und hoffte, das ich nun endlich spielen konnte.
„Ach Yin eins noch, bevor du spielst.“, fing Hikari an und ich bemerkte ihren abfälligen Unterton.
„Kannst du überhaupt Basketball spielen? Oder tust du einfach nur so, damit du zu uns gehörst?“ , sie lächelte Siegessicher. „Ich dachte du wärst die Managerin. Da ist es doch deine Aufgabe, Informationen zu sammeln oder nicht?“, gab ich zurück und achtete darauf, dass mein Ton nicht ganz so provokant klang. „Aber wenn du dazu nicht in der Lage bist, okay, dann beweise ich es dir.“
Hikari zog scharf die Luft ein und der Coach ging dazwischen. „Yin, ich denke du solltest gehen.“, wieder lächelte sie und mittlerweile hatte ich nichts dagegen, diesen kranken Ort zu verlassen. Also zuckte ich mit den Schultern, packte meine Sachen und ging aus der Halle raus auf den Sportplatz um dort ein paar Körbe zu werfen.
Nach einer Weile stoppte ich. „Wie lange willst du noch da rumstehen?“, fragte ich ohne mich umzudrehen. „Du spielst gar nicht so schlecht und wie hast du mich bemerkt?“, Maiko ging auf mich zu, nahm mir den Ball ab und ich hob eine Braue. „Was willst du?“, fragte ich sie, ohne auf ihre Frage einzugehen. „Wir wollten wissen wie du spielst.“, sie grinste und deutete mit dem Daumen hinter sich. Ich atmete genervt aus. „Wenn ich kein Basketball spielen könnte, dann wäre ich wohl nicht zu euch gekommen oder?“, sagte ich genervt, schnappte mir meinen Ball und ging weg. Ich hatte keine Lust mehr auf alle hier. Sie nervten ungemein. Ich hasste nervige Menschen. „Wo hast du gelernt so zu spielen?“ Dieses Mal war Hana diejenige die mich löchern wollte. Schön. „Auf der Teiko bei dem besten Coach den man haben konnte. Zufrieden?“ eigentlich war ich nie so schnippisch. Das war nicht meine Art. Aber irgendwie nervte mich alles ungemein und ich konnte damit irgendwie nicht umgehen. Ich hätte gern meine Mädels hier. Bei dem Gedanken traten mir Tränen in die Augen. Wie peinlich. Nun blickte ich in ein paar Augen, in denen ich Mitleid erkennen konnte. Jetzt hielten sie mich sicher für schwach. Ich war nicht schwach. Dennoch wandte ich mich ab und machte mich auf den Heimweg.
Als ich zu Hause war, war es schon nach Zehn. Ich war zu müde mir etwas zu kochen. Also zog ich mir meine Schlafsachen an und fiel ins Bett. Ich dachte noch ein meine Oma. Mist, ich hatte vergessen sie anzurufen, was aber auch gut war, denn sie würde mir wohl ordentlich die Leviten lesen wenn sie erfuhr, dass ich nur wenig gegessen hatte. Ich beschloss sie morgen anzurufen und schlief ein.


Mittwoch 3. April

„Yin was tust du da?“, vernahm ich eine Stimme und ich drehte mich um. Ich stand in der Küche und an meinem Esstisch saß Akashi Seijuro. „Naja weißt du, ich steh hier nur zum Spaß rum und unser Essen kocht sich von selbst.“ Ich lächelte mein Gegenüber an, ging auf ihn zu und er nahm meine Hand. Sie fühlte sich warm an und ich wollte sie ewig fest halten. „Yin, ich muss dir etwas erzählen.“, begann er und meine Augen weiteten sich vor Aufregung.

. . . . .

Ich erwachte durch das Klingeln meines Weckers. Sofort sprang ich auf und eilte in die Küche. Sie war leer. Was tat ich da eigentlich? Achja, ich hatte von Akashi geträumt. Der Traum hatte sich so echt angefühlt das ich dachte er wäre Wahr. Meine Hand, welche er ergriffen hatte, kribbelte leicht. So starrte ich eine gefühlte Ewigkeit auf meine Hand und machte mir nebenbei etwas zu Essen.
Als ich, bevor ich aus dem Haus ging, noch einmal in den Spiegel blickte stutze ich. Es interessierte mich doch sonst nicht wie ich aussah wenn ich zur Schule ging. Oh man. Ich schlug mir mit meiner Hand gegen die Stirn und machte mich auf den Weg zur Schule.
Dort angekommen wurde ich plötzlich ziemlich nervös als ich Akashi sah. Ich erinnerte mich an meinen Traum und war verwundert. Konnte dieser Mensch überhaupt so nett sein? Ich bezweifelte es, denn er behandelt andere immer sehr herablassend und das kotzte mich wirklich an.
In der ersten Stunde hatten wir Mathe und ich war beinahe am verzweifeln. Ich hasste dieses Fach wirklich. Am schlimmsten waren die Hausaufgaben die wir bis morgen aufbekommen hatten. Die würde ich nie schaffen. Ich beschloss in der Pause schon einmal damit zu beginnen. Also kramte ich mein Heft aus der Tasche, guckte mir die Aufgaben, aß nebenbei und hätte am liebsten geschrien. Ich blickte zu Akashi, der ebenfalls schon seine Hausaufgaben erledigte. Er schrieb die Gleichungen so runter, als würde er einen Aufsatz schreiben und gegen meinen Willen beneidete ich ihn. Er bemerkte meinen Blick und nun lag sein Blick unberührt auf mir. Schnell drehte ich mich von ihm weg, versuchte die Aufgaben zu lösen und ich fragte mich, ob ich blöd war. Was war das denn für eine Aktion von mir?
Ich bemerkte eine Bewegung und plötzlich saß Akashi neben mir. Er hatte seinen Stuhl an meinen Tisch gezogen und nun blickte er mit hochgezogenen Brauen auf mein Heft. „Was?“, funkelte ich ihn an und ich hatte nicht bemerkt wie still es in der Klasse geworden war. „Das ist falsch.“, erwiderte er trocken und sah mich an. „Ach, was du nicht sagst.“, zuckersüß lächelte ich ihn an und klappte mein Heft zu. „Kümmer dich gefälligst um deine eigenen Probleme, Akashi!“ fauchte ich, stand auf und verließ den Raum.
Ich stapfte wütend auf den Schulhof. Was bildete der sich überhaupt ein? Nur weil er so hyper intelligent ist meint der wohl auf andere herabschauen zu müssen. Irgendwann würde der Tag kommen an dem ich ihn mit Freude im Schwimmbecken ertränken würde!
Meine Chance ihm eins auszuwischen kam schneller als erwartet. Wir hatten Sport und da es draußen am schütten war und die Lehrerin für die Mädchen nicht da war, hatten wir gemeinsam Sport mit den Jungen in der großen Halle. Die Jungs spielten Basketball und die Mädchen sollten in einer Ecke ein paar Körbe werfen. Ich schnappte mir einen Ball und mein Blick ging suchend durch die Halle. Akashi stand mit dem Rücken zu mir gewandt und ich musste mich zusammenreißen nicht zu lachen. Ich holte einmal aus, schleuderte den Ball auf Akashi zu und ich war überrascht, als dieser doch tatsächlich seinen Kopf traf. Ich hob die Brauen als er sich langsam umdrehte. Theatralisch hielt ich mir die Hand vor den Mund und lief auf ihn zu. „Oh entschuldige, das war keine Absicht.“ Ich grinste ihn herausfordernd an und er hob eine Braue. „Macht es dir Spaß Menschen zu ärgern, die dich in einem Bruchteil einer Sekunde vernichten könnten?“
„Ja weißt du, ich neige ein wenig dazu meinen Verstand zu verlieren wenn ich arroganten Arschlöchern begegne.“ Er verzog seine Lippen zu einem amüsierten Lächeln. Aha, ich belustigte ihn scheinbar. Das ging mir wirklich gegen den Strich.
Akashi wandte sich von mir ab. Ich tat es ihm gleich und fing an ein paar Körbe zu werfen. Umeko gesellte sich zu mir. „Na, du scheinst es wohl wirklich schwer zu haben.“ stellte sie fest und ich beschloss, sie einfach zu ignorieren. „Mensch bist du verrückt? Einem Menschen wie Akashi solltest du aus dem Weg gehen und hoffen, dass er dich nicht bemerkt.“ Sie wirkte aufgebracht. „Und du? Bist du meine Mutter?“, fragte ich sie mit hochgezogenen Brauen und sie lachte. „Nein nein, ich mein ja nur.“ beschwichtigend hielt sie die Hände in die Luft und ich kicherte.
„Du scheinst es hier aber auch nicht leicht zu haben“
„Ja.“, pflichtete sie mir bei „Es ist einfach so, das mir die anderen Mädchen nicht in den Kragen passen. Sie sind schwach aber fühlen sich trotzdem toll und unwiderstehlich. Die würden hier nicht einmal einen Finger krumm machen wenn es um Arbeit ginge.“ angewidert verzog sie das Gesicht und ich Grinste in mich hinein. Das Mädchen war wohl doch nicht so ein Mauerblümchen wie ich zuerst dachte.
So redeten wir eine ganze Weile und verbrachten die Pausen zusammen. Die Mädels würden sicher stolz sein. Ich hatte endlich Anschluss gefunden.
Leider hatte sie kein Biologie mit mir, aber wir verabredeten uns trotzdem nach der Schule am Schultor.

Also ging ich seufzend zum Biologieraum. Eigentlich mochte ich dieses Fach aber manche Dinge musste ich einfach nicht haben. Als erstes hatte die Lehrerin gesagt, dass wir heute einen Frosch sezieren würden. Allein an dem Gedanken wurde mir übel. Als zweites kam dann noch die Sitzordnung. Die Lehrerin war der Ansicht, dass Jungs und Mädchen besser zusammen arbeiten sollten und hatte mich kurzerhand neben Akashi gesetzt. Schlimmer konnte es nun nicht mehr werden. Ich setzte mich an meinen Platz und betete, dass die schusselige Lehrerin die Frösche vergessen würde.
Leider hatte ich kein Glück. Sie kam und schmiss jedem von uns einen toten Frosch auf den Tisch. Ich bekam eine Gänsehaut und wäre am liebsten auf Akashi's Schoß gesprungen als unser Frosch vom Tisch auf mein Bein gerutscht war. Angewidert packte ich das tote Tier mit zwei Fingern, beförderte es auf den Tisch und sah  Akashi's amüsierten Blick. Ich verübelte es ihm nicht, denn ich glaube wenn es jemand anderes gewesen wäre dann hätte ich schon lachend auf dem Boden gelegen . Ich lächelte. Doch es verging mir gleich wieder als die Lehrerin mir ein Skalpell reichte. Ich schluckte. „Müssen wir das echt machen?“, fragte ich sie unsicher und sie lachte „Natürlich, Snow-san. Aber keine Sorge. Er merkt das nicht mehr. Der ist tot.“
Das half mir auch nicht wirklich. Ich fand es furchtbar wenn Lebewesen für so etwas sinnloses getötet wurden. Ich streckte Akashi das Messer entgegen und schloss die Augen.
„Hast du etwa Angst, Yin?“ fragte er rhetorisch, denn die Frage konnte er sich selbst beantworten. Trotzdem nickte ich leicht. „Stell dich nicht so an.“, herrschte er mich an und ich funkelte ihn an.
„Nimm mir endlich dieses scheiß Messer ab bevor ich gleich jemand anderes als den Frosch seziere!“ fauchte ich. Sein Blick lag weiterhin ausdruckslos auf mir. Dann legte er seine Hand auf meine und führte diese in Richtung Frosch. Ich wurde ziemlich nervös. Ich wollte diesen Frosch nicht aufschneiden. Innerlich entschuldigte ich mich bei dem toten Tier und da setzte Akashi mit meiner Hand schon zum Schnitt an. Ich schloss die Augen und wollte schreien. Es tat mir in der Seele weh.
In meinem Stamm werden tote Lebewesen geehrt, egal ob wichtig oder unwichtig. Uns wurde schon früh gelehrt, dass man einen toten Körper ruhen lassen und nicht damit rum experimentieren sollte.
Die Geister würden mich sicherlich bestrafen. Als ich die Augen öffnete, sah ich sämtliche Dinge  aus dem Schnitt herausquellen, die ich niemals in meinem Leben sehen wollte. Ich rutschte mit meinem Stuhl zurück und fing an zu weinen. Die Lehrerin kam zu mir geeilt „Snow-san, es ist doch alles gut. Der Frosch ist tot. Oder geht es dir nicht gut?“ fragte sie
Ich wollte ihr sagen das es mir nicht gut ging, doch da ich lügen hasste, beschloss ich ihr die Wahrheit zu erzählen.
„In meinem Stamm gilt es als Schande, ein totes Lebewesen zu entehren. Die Geister werden einen bestrafen wenn man es doch tut.“ erklärte ich kurz und blickte meine Lehrerin an. Sie glaubte mir kein Wort.
„Warum denkst du dir so eine Geschichte aus?“ sie klang erbost.
„Aber ich sagte Ihnen die Wahrheit.“, entgegnete ich fassungslos. „Lüg mich nicht an, Snow-san sonst bekommt ihr beide eine sechs! Und nun wasch dir diese dämliche Bemalung aus dem Gesicht!“, herrschte sie mich an, zeigte in Richtung Waschbecken und drückte mir Tücher in die Hand. War das ihr Ernst? Die Bemalung konnte man nicht abwaschen. Entschuldigend blickte ich zu Akashi, dann wieder zu meiner Lehrerin. „Ich denke mir sowas nicht aus. Aber wenn Sie wollen, dann geben sie mir eine sechs. Das ist mir egal. Aber abwaschen kann ich es nicht.“, stellte ich klar, ging zum Waschbecken, machte ein Tuch nass und zeigte es ihr. „D-Du machst es nur nicht richtig.“, sagte sie. Scheinbar mochte sie es nicht wenn sie im Unrecht war. Ich atmete hörbar aus, machte noch ein Tuch nass, reichte es Akashi und setzte mich so neben ihn das er mit den Tuch über meine Bemalung gehen konnte. Ich war überrascht das er es wirklich ohne ein Wort zu sagen machte. Ich hatte erwartet das er nun meine rechte Wange malträtieren würde aber das tat er nicht. Vorsichtig aber bestimmt strich er mit dem Tuch über meine Wange. Er hielt inne und blickte zu der Lehrerin. „Vielleicht sollten Sie einsehen das Sie im Unrecht sind.“ Akashi erhob sich und ging zum Waschbecken um sich die Hände zu waschen. Aha, da kam der Egosack wieder zu Vorschein. Aber das war mir egal, denn ich durfte unseren Frosch begraben gehen. Als ich fertig war faltete ich meine Hände und wollte für das Tier beten. Da setzte sich Akashi neben mich und faltete die Hände.
„Verspottest du mich und meinen Stamm?“, fragte ich ihn „Ich bete.“ entgegnete er kühl wie immer.
Ich zuckte mit den Schultern und tat es ihm gleich. Ich hoffte die Geister würden mir verzeihen.
Ein Stechen durchzog meinen Körper und  ich verkrampfte mich. „Was wird das wenn es fertig ist?“, fragte Akashi mit hochgezogenen Brauen. Ich bekam keine Antwort heraus. Ich schmeckte Blut in meinem Mund. „Die Geister bestrafen mich.“, ich lächelte gequält.
„Baka“ sagte er tonlos wie immer, nahm mein Kinn zwischen Daumen und Zeigefinger. Zwang mich ihn anzusehen.“Mund auf.“, herrschte er mich an. Ich verdrehte die Augen, gehorchte aber.
„Du hast dir wohl ziemlich auf die Zunge gebissen, als du wie ein kleines Kind zurück gesprungen bist und hast es jetzt erst bemerkt.“, Stellte er fest. Ich nickte und schloss meinen Mund wieder.
„Akashi du kannst mich jetzt los lassen.“, sofort ließ er von mir ab, stand auf und ließ mich allein.

Meine Zunge tat ziemlich weh. Also beschloss ich mir auf dem Heimweg ein Eis zu kaufen.
Zufrieden mit dem Gedanken traf ich mich nach der Schule mit Umeko. Da wir in die Selbe Richtung mussten gingen wir ein Stück zusammen und ich war froh das sie da war. Wäre ich noch länger allein geblieben dann hätte ich mich wohl vom nächstbesten Teppichrand gestürzt.
Umeko und ich verabschiedeten uns und wollten uns morgen wieder an der Ecke treffen, an der sich unsere Wege trennte. Ich winkte ihr noch nach bevor ich mich auf den Weg zum Lebensmittelgeschäft machte. Ich kaufte mir mein Eis und wollte mich gerade auf den Heimweg machen. Aber ich stoppte. Wohin der Weg wohl in die andere Richtung führte? Meine Neugier siegte, wie üblich. Also ging ich in die andere Richtung und fand mich schließlich in einer hübschen Gegend wieder. Neugierig ging ich weiter. Bog mal hier, mal da ab. Irgendwann kam ich zum stehen, blickte mich um und seufzte. Ich hatte mich verlaufen . . . „Na ganz toll.“, sagte ich eher zu mir selbst, drehte mich um und stieß mit jemanden zusammen. Ich fiel in eine Pfütze. Genervt blickte ich zu der Person herauf, welche mich umgestoßen hatte. „Es tut mir so schrecklich Leid!“ Es war ein Mädchen mit langem schwarzen Haar und grauen Augen. Ich stand auf. „Kein Problem.“, ich machte Anstalten zu gehen. „Yin Snow?“, fragte sie vorsichtig. „Ja und wer will das wissen?“, ich drehte mich um und erkannte sie. Das war doch Hana, der Small Forward der Rakuzan. „Ach du bist es.“
Sie lächelte mich an. „Na gut, wenn das geklärt ist würde ich gern nach Hause. Wie du siehst bin ich durchnässt.“ wieder lachte sie nur. War sie dämlich?
„Wie ich weiß, wohnst du gar nicht hier in der Gegend. Komm mit zu mir.“
Bevor ich etwas erwidern konnte, packte sie mich am Arm und schleifte mich hinter sich her. Genervt ließ ich es über mich ergehen. Wir hielten vor einem schicken kleinen Haus.
„Meine Eltern sind zurzeit nicht da. Bleib doch heute bei mir.“
„Äh, wir kennen uns nicht und nein danke, ich will einfach nur heim.“
„Ach komm schon.“
„Nein.“, entgegnete ich bestimmt. Ich sah enttäuschung in ihren Augen und irgendwie tat sie mir leid. „Ein anderes Mal können wir das gerne machen.“, fügte ich schnell hinzu. In der Hoffnung, sie würde es akzeptieren. „Okay!“ sie strahlte und ich machte mich - mehr oder weniger – schnellstmöglich auf den Heimweg.
Als ich zu Hause war, fiel ich todmüde in mein Bett. Ich hatte schon wieder nichts anständiges gegessen. Ich dachte über die heutigen Ereignisse nach und schmunzelte. Hah, vielleicht hatte Akashi doch eine freundliche Seite, die nur sehr selten und indirekt zum Vorschein kam. Ich lächelte und beschloss meinen Vermutungen auf den Grund zu gehen. Zufrieden mit diesem Gedanken schlief ich ein.


Donnerstag, 4. April

Ich erwachte an diesem Tag schon bevor mein Wecker klingelte. Also stand ich auf, ging duschen und zog meine Schuluniform an.
Gut gelaunt verließ ich meine Wohnung und machte mich auf den Weg zur Schule. Umeko stand schon an unserem Treffpunkt und ich winkte ihr zu.
„Guten morgen.“ Ich lächelte sie an.
„Guten morgen Yin, äh.. Alles in Ordnung mit dir?“, fragte Umeko vorsichtig.
„Ja wieso?“, ich tätschelte ihre Schulter und schob sie in Richtung Schule. Am Schultor erwartete uns Hana, die uns winkte.
„Guten Morgen!“, rief sie uns von weitem zu und Umeko verzog das Gesicht. „Ich versteh nicht wieso man am frühen Morgen so gut gelaunt sein kein.“
Ich kicherte „Ah, da ist also jemand ein Morgenmuffel?“ ich stupste Umeko sacht in die Seite und wir machten uns auf den Weg in unsere Klasse. Mit Hana verabredeten wir uns nach der Schule, da wir in unterschiedliche Klassen gingen.
Ich setzte mich auf meinen Platz und holte meine Sachen aus der Tasche. Der Lehrer kam zwar noch nicht aber ich wollte mich schon einmal auf die Stunde vorbereiten.Obwohl ich das eigentlich nicht musste. Wir hatten Englisch und da diese Sprache eine meiner Muttersprachen ist, war ich in dem Fach sehr gut.
Während der Lehrer redete blickte ich aus dem Fenster. Erst jetzt fiel mir auf, das Akashi gar nicht da war. War er etwa krank?

In der Mittagspause ging ich ein wenig an die frische Luft und hielt nach einer Weile vor der Sporthalle. Ich blickte hinein und sah ein paar Jungs die trainierten. Neugierig ging ich ein wenig in die Halle.
„Na Kleines, hast du dich verlaufen?“, ein Riese mit dunkel gebräunter Haut kam auf mich zu. Obwohl sein Ton recht ruppig klang, wirkte er doch freundlich.
„Ich wollte nicht stören.“ Ich lächelte ihm freundlich zu, doch wie es scheint, hatte er es nicht ganz so mit Frauen. „Ach keineswegs.“ er packte mich am Arm. „Komm, amüsieren wir uns ein bisschen.“
Mir wurde übel als ich den Unterton bemerkte. Männer sind manchmal wirklich wiederlich.
„Nebuya, lass sie.“, vernahm ich eine mir wohl bekannte Stimme. Sofort ließ er von mir ab.
„Such dir wen anders zum spielen. Das hier ..“ Akashi zog mich an sich „Ist mein Spielzeug.“ Er lächelte scheinheilig und mir fiel beinahe die Kinnlade auf den Boden. „Wie bitte?!“ fauchte ich ihn an. Aber ohne eine Antwort zu erhalten, schob Akashi mich aus der Halle.
„Was willst du hier?“, er klang genervt und ich verspürte eine gewisse Genugtuung.
„Ach, ich dachte ich stalke dich ein bisschen.“, ich zwinkerte ihm zu und ging wieder zur Klasse zurück. Eigentlich wollte ich ihn fragen was er dort in der Halle tat aber ich unterdrückte meine Neugier.
Nach der Schule hatte ich Umeko und Hana versprochen mit zum Training zu gehen.. Also stapfte ich zur Halle. Die anderen beäugten mich kritisch als ich mit den anderen die Halle betrat. Dann kam aber Akiko, der Coach auf mich zu. „Yin, wir hätten dich gern im Team.“ ihre Stimme klang ernst und ich hatte eigentlich keine Lust diesem Team beizutreten. Aber um meiner Teiko Mädchen Willen, nickte ich „Ich freue mich das ich dabei sein darf.“
Nun grinsten auch die anderen Mädchen. Scheinheilig versteht sich.
Ich hoffte mich würde jetzt irgendwas von den Weibern retten. In diesem Moment klingelte mein Handy. Ich schaute auf das Display und stutzte.
„Hallo Mama.“, meldete ich mich knapp. Was wollte die denn?
„Hallo Yin, mein kleines Schneeflöcken. Wie geht es dir?“ Echt jetzt? „Mama, das scheinheilige Getue kannst du dir sonst wohin stecken. Was willst du?“ Ich ging aus der Halle. Meine privaten Geschichten hatten die anderen nicht zu interessieren. Meine Mutter seufzte. „Ich wollte dich daran erinnern das du uns bald mal einen Jungen nach Hause bringen sollst.“ Ihre Stimme klang ernst.
„Bitte was soll ich?“
„Du weißt doch, das du nun in einem Alter bist in dem du dir einen Mann suchen sollst. Einer, der für dich sorgen und dich im Notfall beschützen kann.“ Sie klang schwärmend.
„Äh Mama, wir sind hier nicht in Alaska. Ich bin 16 Jahre alt und da denke ich sicherlich noch nicht ans Heiraten! Bist du noch ganz bei Sinnen?“ meckerte ich sie an und ehe ich noch weiter etwas sagen konnte, fiel sie mir ins Wort. „Junge Dame, die frühe Auswahl unseres Partners ist eine Tradition. Ich habe alles vorbereitet. Du wirst demnächst hier her kommen und dir deinen Mann aussuchen. Ende der Diskussion!“ Ihre Stimmlage duldete keinen Widerspruch. Missmutig legte ich auf. Mein Tag war gelaufen. Einen Ehemann aussuchen. Mit 16! Die sind doch alle krank im Kopf. Wahrscheinlich würden sie mich zwingen den Sohn des Stammesoberhauptes zu heiraten. Das fehlte mir gerade noch. Ich ließ mich auf den Boden sinken und legte mein Kinn auf meine Knie.
„Yin alles in Ordnung?“ Maiko, der Center, setzte sich neben mich. Ich lächelte gequält.
„Ach, nur Mütter und komische Traditionen.“
Sie schaute mich fragend an „Du kommst aus einem Stamm in Alaska richtig?“ ich nickte.
„Also habt ihr da auch so uralte Traditionen?“ Wieder nickte ich. Ich hatte keine Lust großartig darüber zu sprechen. Ich verabschiedete mich von den Mädchen und ging wieder Richtung Schulgebäude. Akashi und ich waren heute mit der Reinigung der Toiletten dran. Wobei ich bezweifelte, das er so etwas machen würde.
Jedoch erwartete er mich am Eingang. Er lehnte an einer Mauer, seine Arme waren vor der Brust verschränkt. Er blickte mich durchdringend an „Du kommst zu spät.“ tadelte er mich. „Entschuldige, mir kam was dazwischen.“ murmelte ich und ging an ihm vorbei.
„Heute mal keine Sticheleien?“ Ich könnte schwören das etwas Neugierde in seiner Stimme schwang. „Ist mir nicht nach.“ Ich hielt ihm die Putzsachen entgegen und machte mich auf den Weg in die Mädchentoiletten. Konnte die Schule keinen Hausmeister einstellen?!
Wütend schrubbte ich die Toiletten und dachte darüber nach, wie es wäre wenn ich nach Hause käme. Pf, ich würde mir keinen Mann aussuchen. Die waren doch sowieso alle unfähig.
„Als ob.“ murmelte ich vor mich hin „Die Alte spinnt doch!“
Ich fluchte noch eine Weile vor mich hin, bis ich inne hielt. „Macht es dir Spaß mir bei der Arbeit zu zusehen?“
„Ich bin schon längst fertig und hatte mich gefragt wo du bleibst.“ gab er tonlos von sich. „Aber scheinbar hast du sehr viel Spaß dabei. Vielleicht machst du bei mir zu Hause weiter.“ Er lächelte abfällig. Ich verzog das Gesicht und bewarf ihn mit einem nassen Tuch. Geschickt fing er es auf. „Vorsicht Akashi, damit habe ich gerade Scheiße vom Toilettenrand gewischt.“
Sofort ließ er es fallen und ich fing lauthals an zu lachen. „Findest du das etwa lustig?“ Er klang nicht sehr begeistert. Ich zeigte mit meinem Finger auf ihn „Du hättest mal dein Gesicht sehen sollen. Ich hätte nie gedacht das du in dem Fall so leicht aus dem Konzept zu bringen bist.“ Mittlerweile hatte ich Tränen in den Augen vor Lachen. Das verging mir aber sofort als mein Handy wieder klingelte. Dieses mal war es mein Vater und mir graute es davor, was er zu sagen hatte.
„Ja?“, sagte ich vorsichtig als ich den Anruf entgegen nahm.
„Yin du dummes Ding. Hör gefälligst wenn deine Mutter dir was sagt!“ Er schrie beinahe in den Hörer. Ich verzog den Mund und hielt mir das Handy ein Stück vom Ohr weg. Man konnte ihn auch so gut verstehen, so laut wie er sprach. „Sei froh das uns gerade hunderte Kilometer trennen, junge Dame! Respektiere deine Mutter gefälligst.“  
„Ja.“, gab ich kleinlaut von mir und ich merkte wie ich mich immer kleiner machte. Ich hatte das Gefühl mein Vater würde vor mir stehen und mir jeden Moment einen drüber hauen.
„So und nun zum eigentlichen Thema. Kota hat heute bei mir um deine Hand angehalten. Tja und wenn du dann demnächst vorbei schaust werden wir das Formelle klären. Er wird der passende Ehemann für dich und lehrt dich respektvoll anderen gegenüber zu sein. Meinetwegen kann er sämtliche Methoden einsetzten. Hauptsache es fruchtet! So das wars. Ich soll dich noch schön von deinem Zukünftigen grüßen! Jetzt kann ich es kaum erwarten bis du endlich 18 wirst.“ Sein Ton war schneidend und herablassend, außer, wenn er von Kota sprach. Da schwang eine Spur von Stolz in seiner Stimme. Er legte einfach auf.
„Kota, ja?“, sagte ich eher zu mir selbst und lehnte mich an die Wand. Akashi, der die Worte meines Vaters selbstredend auch gehört hatte, sagte zum Glück nichts dazu. Wieso auch. Warum sollte er sich mit den Problemen anderer befassen? Ich stand auf und begann das Putzzeug weg zu bringen. Wortlos gingen Akashi und ich nebeneinander her, aus der Schule heraus.
Vor dem Schultor wartete eine Limousine. Aha, der Kaiser wurde also durch die Gegend kutschiert. Akashi blieb stehen als ein älterer Mann aus dem Wagen stieg. „Akashi-sama.“ er verbeugte sich leicht „Wollen sie Ihre Freundin mitnehmen? Ich hatte ja keine Ahnung.“ Ich hob die Brauen und Akashi's Miene blieb ausdruckslos wie immer. „Sie ist nicht meine Freundin und wir nehmen sie ganz bestimmt nicht mit.“ sagte er trocken und stieg in den Wagen ein. Der alte Mann blickte mich entschuldigend an.
Ich verbeugte mich leicht „Machen Sie sich keine Gedanken, alter Herr, selbst wenn dieser junge Mann der letzte auf dieser Welt wäre, wäre ich die Letzte die ihn nehmen würde, glauben Sie mir.“ Ich wusste, das Akashi das auch hören würde. Stolz drehte ich mich um und trat den Heimweg an. Nun dachte ich wieder an die Situation, die mir bevorstehen würde.
Kota... Eigentlich wäre er der Letzte gewesen den ich als Mann gewählt hätte. Da wäre mir sogar ein arroganter Akashi lieber.. Nun da ich alleine war, konnte ich meinen Tränen freien Lauf lassen. Ich beneidete die anderen Mädchen, die sich um so etwas keine Gedanken machen brauchten. Ich hasste es, das ich aus einem Stamm mit Traditionen kam. Ich frug mich was das alles sollte und ging mir geistesabwesend etwas Schokolade und Orangensaft kaufen.
Zu Hause angekommen ließ ich mich auf mein Bett fallen. Ach, ich wollte Oma ja noch anrufen. Also schnappte ich mir mein Telefon und rief bei meiner Oma an. Der Anruf wurde umgeleitet, was mich stutzen ließ. „Ohayo?“, meldete sich eine mir Fremde Stimme. „Ohayo, mein Name ist Yin Snow, ich wollte eigentlich mit meiner Oma sprechen.“ sagte ich vorsichtig.
Eine Weile war Stille in der Leitung. Diese Stille machte mir eine Riesige Angst. „Oh.“, kam es dann von der Frau. „Wissen Sie, Ihre Oma hatte einen Schlaganfall und ist nun bei mir in Behandlung. Ihr geht es sehr schlecht. Kann ich mich bei Ihnen melden wenn irgendwas ist?“
Mir fiel fast das Telefon aus der Hand „K-Klar.“ stotterte ich und gab ihr meine Handynummer.
Ich müsste morgen mit den Lehrern sprechen, das ich einen Anruf erwarten würde.
Ich ging duschen, setzte mich auf mein Sofa und blieb lange dort sitzen. Der Tag war wirklich gelaufen. Später als ich ins Bett ging, betete ich zu den Geistern das sie über meine Oma wachen sollten. Für sie war die Zeit noch nicht gekommen.
Ich konnte nicht schlafen. Mittlerweile war es schon ein Uhr Nachts. Ich stand auf, zog mir meine Jacke an und verließ meine Wohnung. Ich wusste nicht wohin ich ging. Ich ging einfach dorthin, wohin meine Beine mich trugen.
Erst als es heller wurde, machte ich mich auf den Heimweg. Meine Füße und Beine taten mir weh. Als ich zu mir herunter blickte, sah ich, das ich barfuß losgegangen war. Ich hatte doch tatsächlich nur meine Jacke über meinen Schlafanzug gezogen. Ich schlug mir mit der Hand gegen den Kopf. Meine Beine waren von der Kälte gerötet. Von meinen Füßen wollte ich mal gar nicht sprechen. Nur gut, das mich niemand gesehen hatte.


Freitag, 5. April

Ich schlich wortwörtlich zur Schule. Ich würde nie wieder so einen Ausflug mitten in der Nacht machen. „Süße du siehst furchtbar aus.“, sagte Hana und strich mir eine meiner weißen Strähnen aus dem Gesicht, die aus meinem wirren Zopf gerutscht war.
Vor dem Unterricht sprach ich mit meiner Lehrerin. Ich erzählte ihr, das meine Oma im Krankenhaus war und ich daher einen wichtigen Anruf erhalten würde und ich müsste da unbedingt dran gehen. Sie schaute mich mitleidig an und nachdem sie mir die Erlaubnis gegeben hatte schickte sie mich auf meinen Platz. Ich ignorierte die Blicke der anderen. Ich wusste das ich ziemlich scheiße aussah aber das war mir unter den Umständen egal. Mit dem Kopf auf dem Tisch wartete ich also ab bis mein Handy klingeln würde. Natürlich hoffte ich, das es das nicht tun würde.
Ich bekam noch am Rande mit, wie die Lehrerin und eine Hausaufgabe sagte. Merken konnte ich sie mir allerdings nicht. Umeko reichte mir in der Pause einen Zettel. „Hier bitte“
„Danke“ ich nahm den Zettel entgegen und steckte ihn in mein Notizheft. Dann legte ich wieder meinen Kopf auf den Tisch und Umeko strich mir sanft durchs Haar. „Es wird schon alles gut werden.“ versuchte sie mich aufzuheitern. Ich hatte ihr von meinen gestrigen Ereignissen erzählt.
Jetzt wünschte ich mir Sasha oder Luca herbei.. Oder eher beide. Sie hatten mich mit ihrer groben, dennoch indirekt nett gemeinten Art oft aufgeheitert und abgelenkt ohne das ich in Tränen ausbrach. Bei dem Gedanken an meine Teiko Mädels beruhigte ich mich wieder. In dem Moment klingelte mein Handy und ich stürmte aus der Klasse. Die Krankenschwester erzählte mir, dass es meiner Oma wieder gut ginge und ich müsste mir keine Sorgen machen.
Beruhigt ging ich in den Unterricht. Wir hatten leider Mathe und ich hatte die Hausaufgaben nicht gemacht. Zu meinem Unglück nahm der Lehrer mich auch noch dran. Ich versuchte mit meinen Ansätzen irgendwas dahin zu stottern und ich merkte schon das ich besser aufgeben sollte. Natürlich bekam ich für die Aktion eine sechs.  Die Woche fing ja überhaupt nicht gut an.
„Snow-san, bitte komm nachher in mein Büro.“, forderte der Lehrer mich nach der Stunde auf. Na ganz toll.
Der restliche Unterricht verlief mehr oder weniger gut. Durch meinen nächtlichen Ausflug war ich ziemlich müde und ich hatte das Gefühl, dass meine Beine jeden Moment versagten. Also schleppte ich mich zum Lehrerzimmer um mir dort eine Standpauke von meinem Mathelehrer anzuhören.
„Snow-san.“ seine Stimme war ernst „Ich finde du solltest dir eine Nachhilfe für Mathematik suchen.“ Ich nickte bloß und ich vermutete das dies kein freundlicher Vorschlag sondern eine ernstgemeinte Aufforderung war.
„Hm, ich bin leider auch keine Leuchte in Mathe.“ Umeko überlegte. Man sah förmlich wie ihr Kopf vom vielen Denken rauchte und ich unterdrückte ein Kichern. Ich blickte zu Akashi und fragte mich ob er mir helfen könnte. Aber ich verwarf meinen Gedanken schnell wieder. Akashi und anderen helfen? Niemals.

Später beim Training fragte ich die Mädchen der Rakuzan Basketballmannschaft, ob einer von ihnen gut ihn Mathe wäre.
„Ich bin die Beste in Mathe.“ Hana zwinkerte mir zu. Gut, dann habe ich mein Matheproblem schon einmal gelöst.
Nach der Schule ging ich also mit zu Hana und wir lernten eine gefühlte Ewigkeit den Stoff für Mathematik. Es war schon dunkel als ich mich langsam auf den Heimweg machte.
Jetzt fiel mir auf, wie müde und hungrig ich eigentlich war. Ich hatte heute nur einen Apfel gegessen. Ich versuchte mich mit Mühe nach Hause zu schleppen. „Nur nicht aufgeben Snow!“, motivierte ich mich selbst, in der Hoffnung es würde funktionieren.
„Im Moment führst du ja viele Selbstgespräche.“ ich zuckte zusammen, als mir Akashi gegenüber stand. Er lehnte an einem Baum und... Ach, irgendwann brachte ich den Idioten um. Er schien sich mal wieder über meine Umstände zu amüsieren. „Das alles natürlich nur zu Ihrer Belustigung, Akashi-sama.“ ich verbeugte mich leicht vor ihm und bereute dies sofort. Da ich zu geschwächt war, fiel ich vorne rüber, direkt vor seine Füße. Genervt verdrehte ich die Augen. Tolle Aktion Snow.
„Ich wusste das du mir zu Füßen liegst, Yin.“ er lächelte scheinheilig und stieg über mich hinweg. „Geht es noch eine Spur herablassender?“ fragte ich ihn. Ironisch versteht sich. Aber er ignorierte mich mal wieder. Ich rappelte mich auf und ging meines Weges. Mehr oder weniger. „Was willst du?“ ich verzog das Gesicht als Akashi neben mir her ging. „Wenn du gleich lieber im Dreck schlafen willst als zu Hause in deinem Bett, dann geh ich wieder.“ Er durchbohrte mich mit seinem Blick. Seine verschiedenfarbigen Augen waren wirklich unheimlich. Vor allem in der Dunkelheit.
„Na gut wenn es unbedingt sein muss, dann komm mit.“ antwortete ich patzig. Ich konnte ihm ja nicht zeigen, wie froh ich in Wirklichkeit darüber war, das er mich begleitete. Ein bisschen fürchtete ich mich in der Dunkelheit und ich konnte kaum noch laufen.
Nach einer gefühlten Ewigkeit – Die wir selbstverständlich schweigend verbracht hatten – waren wir endlich bei mir zu Hause angekommen. „Danke.“ sagte ich mit einem Lächeln im Gesicht. Er nickte und ging dann wieder.
Schnell schloss ich die Tür zu meiner Wohnung auf und quälte mich aus meinen Schuhen. „Heilige Scheiße!“ fluchte ich. Ich hatte das Gefühl mir würden die Füße abfallen. Schnell legte ich mich ins Bett und schrieb Hana eine Nachricht.

22:30
Bin gut angekommen. Akashi hat mich nach Hause gebracht <.<
Yin
             

                                                                                                       22:31 >>Hana<<
                                                                                                      Bitte was hat er gemacht?! Schön  
                                                                                                      das du heile angekommen bist! xx

Ich musste Lachen, da ich mir ihr Gesicht nur zu gut vorstellen konnte.

22:33
Ja, er hat es wirklich gemacht und ich musste ihn nicht einmal
darum bitten. Vielleicht hat er ja doch eine nette Seite ;-)


                                                                                                        22:35  >>Hana<<
                                                                                                        Das bezweifle ich. Akashi und  
                                                                                                        nett? NIEMALS!

Ich legte mein Handy bei Seite. Ich war erschöpft und dachte über Hana's Worte nach. Jeder Mensch hatte eine nette Seite, dachte ich bei mir. Die nette Seite von ihm würde ich auch finden. Er hat mich nach Hause gebracht. Ich lächelte und kuschelte mich in meine Decke. Okay, das reicht nun Snow. Dann leuchtete mein Handy. Verwirrt schaute ich auf die Nummer. Die kannte ich garnicht.

22:40 >>Unbekannt<<
Lass das nicht zur Gewohnheit werden!

Äh, okay alles klar. Ich zuckte mit den Schultern und schlief ein.


Samstag, 6. April

Mein Wecker klingelte und ich sprang sofort auf. Genervt ließ ich mich dann doch wieder ins Bett fallen. Heute war schließlich Samstag. Also schlief ich noch ziemlich lange.

Ich wurde von meinem Handy geweckt. Eine Nachricht von Umeko.

9:25 >>Umeko<<
Aufstehen Schlafmütze! Wir treffen uns doch später in der Stadt.
Schon vergessen?


                                                                                             9:27
                                                                                            Bin ja schon wach! 12 Uhr war das ?!

9:29 >> Umeko<<
Ja, komm nicht zu spät!


Ich stand auf, machte mir etwas zu Essen und rief meine Oma an. Ich erzählte ihr von der Geschichte mit meinen Eltern und das ich Kota heiraten würde. Ich konnte mir ihr Gesicht gut vorstellen. Es lief dunkelrot an wenn sie wütend war. Aber sie konnte dagegen auch nichts unternehmen. Nach einer halben Stunde verabschiedeten wir uns und ich zog mich an.
„Vielleicht musst du einfach einen Jungen mitnehmen, wenn du wieder nach Alaska gehst.“, wiederholte ich die Worte meiner Oma. Wer sollte schon freiwillig mit nach Alaska kommen nur um mit mir meine bevorstehende Hochzeit zu verhindern?

Um halb zwölf machte ich mich dann auf den Weg zum vereinbarten Treffpunkt. Später saßen wir alle in einem Café und besprachen unser Vorgehen. Wir würden am Inter High teilnehmen. Dort würde ich auch auf meine Teiko Mädels treffen. Ich freute mich darauf, nur das Schlimme war, das wir nun Gegner sein würden.
Der vorgeschlagene Trainingsplan war gut, aber nicht ausreichend. Also beschloss ich nach dem regulären Training noch ein wenig von dem Training von der Teiko zu übernehmen. Zufrieden lauschte ich den Gesprächen der anderen und nippte an meinem Kakao.
„Und Yin, gibt es bei dir etwas Neues?“, fragte Hana als wir uns auf den Weg zu meiner Wohnung machten. „Nunja, mir hatte gestern Abend eine Nummer geschrieben die ich nicht kenne.“ Ich zeigte ihr die Nachricht. „Komisch.“ Sie durchsuchte ihre Nummern „Ne, kenn' ich auch nicht.“ sagte sie schließlich und ich zuckte mit den Schultern.
Bei mir angekommen, packte ich schnell die nötigsten Dinge zusammen die ich brauchte. Ich würde bei Hana schlafen. Ihre Eltern waren ständig auf Geschäftsreise und Hana hasste es, wenn sie ständig allein war. Ich dachte an die Worte von Umeko. „Pass auf, die tut nur so nett. In Wirklichkeit ist sie ganz dicke mit Hikari. Ich hab da ein schlechtes Gefühl.“ Ich hatte das aber nur abgewinkt.

Bei ihr angekommen, kochten wir uns etwas zu Essen, setzten uns bei ihr auf das Sofa und schauten uns nebenbei einen Film an. Es war schon sehr spät geworden doch es klingelte an der Tür und Hikari stand vor dieser. Sie hatte einen gruseligen Ausdruck im Gesicht. Ich trat ein paar Schritte zurück als sie auf mich zu kam.
„Du hast dich zwischen uns gedrängt!“, brüllte sie mich an. Schockiert riss ich die Augen auf „Du hast es nicht verdient für die Rakuzan zu spielen! Und wieso spricht Akashi-sama mit dir? Du bist so klein und so hässlich! Was will er also von dir?!“ Tränen rannten ihr über die Wangen.
Ich bemühte mich wirklich ernst zu bleiben. Aber dieses 'Akashi-sama' war schon wirklich lächerlich.
„Hikari-san, beruhige dich.“ beschwichtigend hob ich die Hände. „Er redet ja nicht wirklich mit mir. Er mag es nur mich bloß zu stellen und ich weiß wirklich nicht was daran toll sein soll.“
Ihr Blick lag hasserfüllt auf mir. „Yin-san?“ Hana schaute mich ebenfalls an. „Ich glaube es ist besser wenn du jetzt gehst.“ flüsterte sie mir zu und ich verstand die Welt nicht mehr. Hana brachte Hikari zum Sofa und reichte mir meine Tasche. „Bis morgen zum Training.“ sagte sie und schob mich aus der Tür.
Was war das denn bitte? Schnell schreib ich Umeko eine Sms

00:38
Hattest Recht. Ich hätte zu Hause bleiben sollen.
Da hat sie wohl ihr wahres Gesicht gezeigt. Tut mir
Leid, das ich dir nicht geglaubt habe.

                                                                                         00:40 >> Umeko<<
                                                                                         Kein Problem! Magst du zu mir kommen?

Ich hatte Angst. Es war spät, dunkel und ich wusste nicht genau wo ich war. Ich hätte mir den Weg merken sollen. Also geisterte ich durch die Gegend. Mein Handy vibrierte.

00:56 >>Unbekannt<<
Hör auf hier rum zu geistern und komm zu mir.
Du stehst vor meinem Haus.

Das war wirklich unheimlich. Ich blickte das Haus an, welches unmittelbar vor mir lag. Als ob ich jetzt dahin gehen würde. Ich kenne die Person sicher nicht. Ängstlich wich ich ein paar Schritte zurück als ein Licht draußen anging. Die Tür öffnete sich und ich wäre am liebsten schreiend weg gelaufen, bis ich die Person erkannte die in der offenen Tür stand. Ich hob die Brauen. Auch wenn ich ihn nicht sah, wusste ich das er mich kritisch beäugte.
„Warum läufst du hier draußen rum?“ fragte Akashi und kam auf mich zu. Er trug eine Jogginghose und ein T-Shirt. Er sah ganz normal aus …
„Du weißt doch alles. Warum fragst du dann?“ sagte ich. Dann wurde ich am Handgelenk gepackt und ins Haus gezogen. „Akashi, ich will nach Hause.“ knurrte ich. Er schnitt mir mir einer Handbewegung das Wort ab.
„Auf gar keinen Fall.“, sagte er bestimmt und stellte sich mir in den Weg.
„Komm schon, du kannst mich nicht leiden und ich dich genauso wenig. Also geh mir aus dem Weg und lass mich nach Hause!“
Überraschenderweise machte er mir den Weg frei und ich öffnete die Tür. Es hatte angefangen zu regnen.
„Kannst du irgendwie hellsehen?“, fragte ich wirklich interessiert.
„Ich bin zwar ein Wunderkind aber nein. Hellsehen kann ich sicher nicht.“ Er schob mich in die Küche und gab mir etwas zu trinken.
Ich fühlte mich sehr unwohl. Schweigend saßen wir uns gegenüber und plötzlich schien das Glas in meiner Hand ziemlich interessant zu sein. Mein Handy klingelte. „Umeko“, sagte ich kurz bevor ich dran ging.
„Yin wo bist du?“, sie klang besorgt. Akashi nahm mir mein Handy weg. „Sie ist bei mir.“ sagte er, eiskalt wie immer und legte dann auf.
„Was soll das??“, meckerte ich. „Du bist wirklich unfreundlich!“
„Ach, was du nicht sagst.“ Er lächelte in sich hinein und beugte sich zu mir runter.
„Aber wie du siehst, bin ich zu dir gerade recht freundlich oder nicht?“
Er hatte recht aber ich wollte sicher nicht den ganzen Abend hier verbringen. Ich versuchte noch ein wenig mit Akashi zu diskutieren, verlor diese Diskussion aber. Keine Ahnung wieso er darauf bestand  das ich bei ihm bleiben sollte aber den Gefallen würde ich ihm nicht tun. Ich nutzte also meine schnellen Reflexe, sprang in meine Schuhe, schnappte mir meine Sachen und flüchtete aus dem großen Haus.
Unterwegs traf ich Hikari „Was hast du bei ihm gemacht?“ wieder klang sie aufgebracht. Sie ging langsam auf mich zu. „Hikari-chan, geh nach Hause.“ sagte ich freundlich „Ich begleite dich auch wenn du magst.“ Ich ging auf sie zu und nahm sie in den Arm. Sie zitterte am ganzen Körper und ich strich ihr sanft über den Kopf. Es sah sicher komisch aus, da ich kleiner als sie war aber das war mir egal. „Ich bin so eifersüchtig.“ gestand sie unter Tränen. „All' meine Annäherungsversuche schlägt er ab und du.. Du brauchst ihn nur zu provozieren und schon hast du seine Aufmerksamkeit. Ich versteh das nicht.“ Ich sagte darauf nichts. Ich zog sie nur hinter mich her und beschloss sie mit zu mir zu nehmen. Unterwegs rief ich Umeko an und erzählte ihr was passiert ist und sie machte sich auf den Weg zu meiner Wohnung.
Nach einer Weile saßen wir zusammengekuschelt bei mir auf dem Sofa. Hikari entschuldigte sich gefühlte 100 Millionen Mal bei mir. Ich war nicht böse auf sie. Manchmal war die Liebe tückisch.
….

Sonntag, 7 April

Ich ging zusammen mit Umeko und Hikari zum Training. Die Ereignisse des gestrigen Tages sind in Vergessenheit geraten. Auch Hana entschuldigte sich bei mir für ihr blödes Verhalten und ich verzieh ihr. Jeder verdiente eine zweite Chance.
Akiko's Training war hart aber man konnte es gut aushalten. Wenn es so gut weiterginge, dann würden wir im Inter High gut abschneiden.
Als wir Pause machten, betraten einige Jungen die Halle. „Haut ab, wir trainieren jetzt hier.“ Ich erkannte die Stimme sofort. Das war doch dieser Nebuya. „Wie du siehst sind wir aber noch nicht fertig!“ fauchte ich ihn an. Das Ergebnis war aber anders als erwartet. Er baute sich in seiner vollen Größe vor mir auf. Dabei musste ich schon den Kopf in den Nacken legen um ihn anzusehen. „Hast du was gesagt, kleiner Giftzwerg?“ spottete er und ich wurde richtig wütend. Izanami, der Power Forward legte mir eine Hand auf die Schulter. Auch sie blickte zu dem Riesen hoch. „Du hast sie gehört. Wir sind noch nicht fertig. Entweder ihr wartet oder..“ sie deutete mit dem Daumen hinter sich „Oder ihr verschwindet da hinten in die Ecke.“
Nebuya schnaubte wütend, ging einen Schritt vor und stieß uns um.
„Nebuya, was hatte ich dir zu meinem Spielzeug gesagt?“ Akashi stand neben ihm und ja, wenn Blicke töten könnten dann wäre der Riese auf der Stelle tot umgefallen. Dieser trottete  nun an uns vorbei zu der anderen Seite der Halle. Akashi wollte ihm nachgehen, da hielt ich ihm am Shirt fest.
„Hör mal zu du aufgeblasener Idiot. Bezeichnest du mich noch einmal als dein Spielzeug dann raucht es aber gewaltig!“ drohte ich ihm. Unbeeindruckt davon ging er einfach weiter und da ich ihn noch fest hielt, zog er mich hinter sich her. Ich ließ ihn los. Er war kräftiger als er aussah.

Akiko beendete das Training und ich machte mich schleunigst auf den Heimweg. Dort angekommen schmiss ich meine Sachen in die Ecke. Was fällt ihm ein. Spielzeug.
Ich beschloss meine Oma anzurufen. Als ich nach meinem Handy griff sah ich, das ich eine Nachricht bekommen hatte.

14:32 >>Akashi Seijuro<<
Ich bezeichne dich als mein Spielzeug wenn und wann
es mir passt, meine kleine Yin.


Ich kochte vor Wut. Ich konnte mir sein gehässiges Gesicht richtig gut vorstellen. Irgendwann würde ich den Kerl von einer Treppe schubsen.

Nach dem Telefonat mit  meiner Oma machte ich es mir gemütlich und machte mein Laptop an um mit meinen Teiko Mädels zu schreiben.
[/quote]
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast