Silber - Willkommen im Reich der Träume

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18
Grayson Spencer Henry Harper Olivia "Liv" Silber Secrecy
16.11.2014
24.09.2018
4
6482
 
Alle Kapitel
18 Reviews
Dieses Kapitel
6 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
LIV
Ich saß auf dem Stuhl vor meinem Schminktisch in meinem Zimmer und ließ mir von Lottie die Haare für den Herbstball machen. Geschminkt war ich schon. Und dank meiner Mom, Lottie und Mia trug ich jetzt ein blaues Kleid mit Herzausschnitt (Link zum Kleid beigefügt http://g01.a.alicdn.com/kf/HTB1HlBFMXXXXXc9XpXXq6xXFXXXV/Blau-pink-Champagne-Quinceanera-Kleider-2016-Mit-einer-Jacke-s&uuml%3B&szlig%3Be-16-Prinzessin-Kleider-Sleeveless-Ballkleid-Korsett.jpg ).
„Muss das wirklich sein?“, seufzte ich.
„Ja, muss es!“, antworteten Mom und Lottie wie aus einem Mund.
Genervt rollte ich mit den Augen.
Als Lottie schließlich damit fertig war, meine Haare zu flechten, stecken und zu locken (Link zur Frisur http://images.gutefrage.net/media/fragen/bilder/ball---haare---hilfe/0_big.jpg ), stand ich auf und betrachtete mich noch einmal im Spiegel, während es klingelte und Ernest die Tür öffnete.
Alle im Raum – das hieß: Mom, Lottie und Mia – versicherten mir, dass ich großartig aussah.
Seufzend nickte ich. Wie gern würde ich diesen Abend mit Henry verbringen, aber da er mit Grayson in Schottland aufs College ging, war das leider nicht möglich.
Also ging ich nach unten. Am oberen Absatz der Treppe jedoch blieb ich stehen, und starrte ungläubig den Besuch an, der kaum merklich die Luft scharf einzog, als er mich sah. Ich fasste es nicht! Wie kam er hierher? Und warum? Er musste doch auf dem College sein!
„H-Henry?“, stammelte ich. Er erwiderte lächelnd: „Hallo, mein Käsemädchen.“
Als ich mich dann endlich fing, ging ich langsam die Treppe zu ihm runter. Seine Augen funkelten.
„Was machst du hier?“, sah ich ihn überrascht an.
„Na, ich kann doch mein Käsemädchen nicht allein auf diesen blöden Schulball gehen lassen. Du sieht wunderschön aus.“, grinste er und strich mir eine einzelne lose Strähne neben meinem Auge hinters Ohr, wo sie aber sofort wieder hinter weg rutschte.
„Der ist nicht blöd!“, hörte ich plötzlich eine Stimme hinter Henry in der Tür, und erschrak leicht. „Florence? Grayson? W-was tut ihr denn hier?“ Verwirrt blinzelte ich sie an.
„Naja, wir dachten, wenn Henry zum Herbstball herkommt, kommen wir mit und besuchen euch übers Wochenende.“, lächelte Grayson mich an, und umarmte mich kurz. „Du siehst toll aus.“
„Danke.“, lächelte ich zurück.
Auch Mia, Lottie, Mom und Ernest umarmten die beiden Zwillinge.
Mit einem Blick auf die Uhr, sagte ich: „Ich muss los.“
Alle nickten und Mom zwang Henry und mir noch ein paar Fotos auf.
Als Henry und ich dann endlich auf dem Weg zum Schulball waren, ließ ich mir alles über Schottland und das College von ihm erzählen, obwohl er nur über mich reden wollte.
Ich sprach nämlich nicht gerne über mich selbst.
Statt beim offiziellen Tanz mitzumachen, stellten wir uns hinter einer dieser Säulen des Ballsaals und küssten uns leidenschaftlich. Das hatten wir uns vor 3 Jahren – unser beider 1. Herbstball; seiner, weil er solche Veranstaltungen normalerweise sausen ließ, und meiner, weil ich erst seit 3 Jahren auf diese Schule ging – zur Tradition gemacht.
Ich vergrub meine Hand in seinem Haar und schmiegte mich an ihn, während er durch mein Haar strich und mich leicht an die Säule drängte.
Ich hielt die Augen geschlossen und genoss den Moment. Wir beide zogen den Kuss soweit in die Länge wie möglich – in vollem Bewusstsein, dass Secrecy wohl mal wieder darüber in ihrem Blog schreiben würde.
Irgendwann aber mussten wir uns aufgrund von Luftmangel voneinander lösen. Ich sah in seine funkelnden Augen und sah darin dasselbe Verlangen, dass auch ich auf meinen Lippen, meiner Haut und auch in meinem Unterleib spürte.
Ich spürte wie er meine Wange streichelte und schmiegte diese in seine Hand. Lächelnd begann er meinen Hals zu küssen, und kleine Knutschflecken zu hinterlassen.
„Henry!“, vorwurfsvoll doch zärtlich zog ich ihn dafür leicht an den Haaren. "Ich will nicht die nächsten 2 Wochen mit einem Schal rumlaufen müssen!“
„Dann tu’s nicht.“, erwiderte er bloß grinsend und machte sich daran, einen kleinen Knutschfleck nach dem Anderen auf meinem Hals zu hinterlassen.
Nachsichtig seufzend legte ich den Kopf schräg und ließ ihn gewähren.
Irgendwann begann mein Magen aber zu knurren und er löst sich von mir. „Lass uns was essen gehen. Ich meine nicht vom Buffet hier, lass uns in irgendein Restaurant oder sonst wo hingehen.“
„Okay.“, nickend stimmte ich zu. „Aber ich muss vorher noch mal aufs Klo.“
„Okay. Ich warte draußen, ja?!“
„Okay.“
Also machte ich mich auf den Weg zu den Mädchentoilletten. Und als ich kurz darauf wieder raus kam und den Flur zum Haupteingang betrat, setzte mein Herz , bei der Szene, die sich mir bot, ein paar Schläge aus.
Ich schluckte fest und drehte mich auf dem Absatz um, nur um in Persephones erschrockenes Gesicht zu blicken. Na super! In spätestens 5 Minuten, wusste die ganze Schule davon!
Da auch, schien Henry endlich aufzutauen. Er schob das Mädchen, welches er gerade noch geküsst hatte von sich und kam auf uns zu. „Liv.“
Ich drehte mich zu ihm um und schlug ihm mit meiner Faust ins Gesicht. Dann – ohne mich noch einmal umzusehen – raffte ich mein Kleid und lief raus. Ich lief die Treppen vor dem Haupteingang runter und auf ein Taxi zu, dass gerade vor dem Schultor parkte.
„Liv!“, Henry lief mir nach, aber ich achtete gar nicht auf ihn. „Liv, warte doch! Ich kann dir das erklären!“
Ich öffnete die Wagentür eines Taxis, setzte mich rein und schloss die Tür wieder mit einem Knall. Dann blaffte ich den Taxifahrer an, er solle mich zum Park bringen, in dessen Nähe wir wohnten und kauerte mich auf der Rückbank zusammen. Doch die Tränen wollten nicht kommen.
Dort angekommen stieg ich aus und bezahlte den Mann, der mich besorgt musterte, jedoch nichts sagte – wofür ich ihm sehr dankbar war. Dann zog ich die verdammten hochhackigen Schuhe aus und machte mich auf den Heimweg. Doch auch jetzt wollten die Tränen einfach nicht kommen.

Zuhause angekommen, setzte ich mich neben Freddy, dem Fürchterlichen Freddy, der eine Mischung aus Adler und Löwe war, und wie immer  - wie auch anders, er ist schließlich aus Stein – vor der Haustür saß. Ich lehnte mich an ihn, konnte noch immer nicht weinen. Dennoch wollte ich so nicht vor meine Familie treten. Für Florence wäre das wahrscheinlich ein gefundenes Fressen, sie würde sich über mich lustig machen. Also blieb ich einfach, in der Hoffnung mich schnell zu beruhigen, neben Freddy sitzen.
Ich musste jedoch mit der Zeit eingeschlafen sein, denn irgendwann hörte ich Buttercup, Mias und meinen Hund, bellen, und Grayson, der mich hoch hob und in mein Zimmer brachte.
„Spinnst du? Es ist saukalt draußen, du hättest erfrieren können!“ Dann konnte ich auch die anderen Bewohner dieses Hauses, sowie Lottie und Charles hören, aber im Augenblick konnte ich mich nur an Graysons Stimme festhalten, die mich jetzt anwies das Kleid, das ich trug und welches er gerade für mich öffnete, auszuziehen. Er musste mich festhalten, da ich mich kaum auf den Beinen halten konnte, doch ich rührte mich nicht. Ich lehnte mich einfach an ihn, und schaltete alles ab. Ich spürte Lotties Finger, die mir eine Decke über die Schulter legten und mir das Kleid vorsichtig auszogen, während weitere Hände mir vorsichtig die Spangen aus den Haaren zogen, und Grayson weiterhin meine Stütze spielte und mich dann ins Bett legte, wo er mir auch die Schuhe auszog. Dann deckte mich irgendjemand mit einer weiteren Decke zu.
Jemand setzte sich neben mich und streichelte meine Wange. Da erst spürte ich heiße Tränen aus meinen Augenwinkeln über meine Schläfen in meine Haare rollen.
Und dann fiel ich in einen tiefen traumlosen Schlaf, der nicht lange traumlos bleiben wollte. Denn schon bald, fing ich an schlecht zu träumen, und weinte mir im Schlaf die Seele aus dem Leib.

TITTLE-TATTLEBLOG

O.M.G.!!!

Nein, ihr habt ganz richtig gesehen: Jasper Grant ist doch tatsächlich mit PERSEPHONE PORTER-PEREGRIN zum Herbstball erschienen!!! Dass wir das noch mal erleben durften! Mal ganz im Ernst, Persephone, wie hast du das gemacht? Und ja, auch auf Facebook, haben beide ihren Beziehungsstatus als „vergeben“ an den jeweils anderen angegeben. Ich meine HALLOHO!
Du musst mir bei Gelegenheit echt mal verraten, wie du das hinbekommen hast! Und, wie du das für dich behalten konntest, schließlich bist du doch auch sonst immer so eine Tratschtante – denn bis ich die beiden heute Abend auf dem Fotopodest zusammen stehen gesehen habe, habe auch ich davon nichts gewusst! Was mich noch stutziger macht.
Aber was mich leider mehr interessiert – sorry, Persephone, Jasper – ist, was sich heute auf dem Schulflur ereignet hat. Denn Henry Harper hat den weiten Weg von Schottland hierher gemacht, um Liv Silber zum Herbstball zu begleiten, sie haben noch - wie jedes Jahr - während des offiziellen Tanzes hinter einer der Säulen rumgeknutscht. Als sie sich dann aber verdrücken wollten und Liv zu ihm auf den Flur kam – ehrlich Liv, du hast mein vollstes Mitgefühl, obwohl ich nicht verstehe, wie Henry dir das hat antun können – stand er doch tatsächlich mit Isabelle bei den Spinden, und hat mit ihr rumgeknutscht!!
Informationen zufolge soll Liv dannn, nachdem sie mit dem Taxi heim fuhr – hab selbst gesehen, wie sie eingestiegen ist, und Henry ihr nachlief – später dann auf den Treppen vor der Haustür neben dem Fürchterlichen Freddy (Steinfigur vor der Haustür der Spencers) gelegen haben, bis Grayson, der seine Familie übers Wochenende besuchen wollte, sie dann reingeholt und ins Bett gesteckt hat.
Also ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber für mich stinkt das, und mich würde es nicht wundern, wenn Liv sich dafür Montag und Dienstag schulfrei nehmen würde – ehrlich Liv, wir würden das alle verstehen.
Also Liv ruh dich aus, ess viiiieeel Schokolade und Eis und sieh dir ein paar DVDs an und hör dir irgendwelche Liebesschnulzen an. Das wird wieder.

Wir sehen uns
Eure Secrecy

P.S. Henry Harper! Wie konntest du nur? *böse anstarr*


LIV
Ich rannte den Korridor in meinem Ballkleid runter und versuchte eine Tür nach der anderen zu öffnen, doch sie waren alle verschlossen. Ich rüttelte mehrmals an einer Tür, doch keine sprang auf. Zwar wusste ich nicht, wovor ich davonlief, doch ich wusste, dass ich dem – wer oder was auch immer es war - nicht begegnen wollte.
Schließlich stand ich vor Henrys Tür, die sofort aufsprang. Ich sah die Aufschrift „Dream on.“ Und zögerte einzutreten. Dann aber spürte ich wieder diesen kalten Windzug und meine Angst steigerte sich fast ins Unermessliche – zumindest dachte ich das, damals konnte ich ja noch nicht wissen, dass es noch etwas schlimmeres gab. Ohne mit der Wimper zu zucken, sprang ich in Henrys Traum und knallte die Tür hinter mir zu.
Als ich mich umdrehte, wünschte ich mir, ich wäre einfach weiter gelaufen – obwohl ich mir in diesen Schuhen wahrscheinlich schon Blasen gelaufen hatte.
Ich stand wieder auf dem Schulflur und sah Henry da stehen, wie er mit diesem Mädchen rummachte. Mir wurde schrecklich übel. Wie hatte er mir das nur antun können? Ein zweites Mal! Gut, das eine Mal war im Traum, und es war nicht echt, es war bloß, um etwas Familiäres zu klären, aber trotzdem!
Und mit einem Mal wurde ich schlagartig wach. Ich saß aufrecht im Bett, keuchte und zuckte heftig zusammen, als mich warme Hände berührten, und eine Stimme, mich zu beruhigen versuchte. „Es ist alles gut, Liv.“
Erst da erkannte ich Grayson in der Dunkelheit. „W-Was ist passiert?“
„Du bist auf der Treppe neben Freddy eingeschlafen. Du hättest erfrieren können!“, sah er mich vorwurfsvoll an.
„T.Tut mir leid.“
Er seufzte: „Schon okay.“, und strich über meine Wange. „Wie fühlst du dich?“
„Scheiße.“
„Kann ich mir denken.“, er zögerte. „Hör mal, ich hab mit Henry gesprochen und…“
„Nein!“, wehrte ich ab. „Ich will nicht drüber reden. Ich will weder mit ihm noch über ihn reden. Und ich will ihn schon gar nicht wieder sehen.“
Er seufzte. „Liv.“
„Nein!“
„Na schön, aber bitte denk noch mal darüber nach, bevor wir übermorgen wieder abfliegen.“
„Mal sehen. Wie spät ist es?“
„2 Uhr nachts.“
Jetzt seufzte ich. „Warum sitzt du dann hier?“
„Du bist meine Schwester.“
„Egal. Du musst müde sein, geh schlafen.“
Bestimmt schüttelte er den Kopf. „Ich bleibe bei dir.“
Wieder seufzte ich. „Na schön, dann komm wenigstens her.“, ich klopfte neben mir aufs Bett, woraufhin er mich leicht verstört anblickte. „Liv, ich bin nicht sicher, ob ..“
Doch, da ich ihn ziemlich traurig ansah, kam er nicht weiter. Stattdessen seufzte er und legte sich zu mir, damit ich mich an ihn kuscheln und in seinen Armen wieder einschlafen konnte. Und diesmal sollte ich besser schlafen.
Review schreiben