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Wo die Liebe hinfällt - Azura und Agron

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Agron Lucretia Publius Varinius Quintus Batiatus
15.11.2014
29.07.2018
6
12.422
6
Alle Kapitel
20 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
15.11.2014 1.944
 
Ich wünsche allen viel Spaß mit meiner Geschichte über den hinreißenden Agron, der in diesem Fall nicht auf dasselbe Geschlecht steht. Fehler können auftreten, da immer etwas übersehen wird, Entschuldigung dafür. :-)
Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir Reviews hinterlasst und mir sagt, wie euch meine Geschichte gefällt.

Hier ein von mir bearbeitetes Foto zur Geschichte: http://s14.directupload.net/images/141115/f52xzmxs.jpg

Disclaimer: Die Charaktere (außer Azura) und die Schauplätze gehören nicht mir, sondern Starz Entertainment und Steven DeKnight, ebenso die einigen Original-Zitate aus der Serie.


Mein Name ist Azura, ich bin Römerin und in absehbarer Zeit die Frau von Prätor Publius Varinius. Ich liebe ihn nicht, doch ist er ein Mann hoher Stellung, und deswegen zwingt mich mein Vater zu dieser Ehe.
Eines Tages werden ich und drei weitere Freundinnen von Ilithyia zu Lucretia in das Haus Batiatus in Capua eingeladen. Dort erfahren wir, dass Ilithyia, Frau des Gaius Claudius Glaber, seit kurzem ihren eigenen Gladiator besitzt. Die Neugier in mir wird geweckt, und so bitte ich danach, den Gladiatoren bei ihrer Ausbildung zusehen zu dürfen. Ich gehe auf den Balkon, um die Männer zu begutachten, und schon ist es um mich geschehen ...


Das Haus Batiatus

Auf dem langen Wege zu dem Ludus des Lanistas Quintus Lentulus Batiatus und seiner Frau Lucretia war Cecilia unaufhörlich damit beschäftig, über diese herzuziehen, denn sie verkehrte normalerweise nur mit ihresgleichen, was auch immer dies bedeuten mochte. Es nervte mich tierisch. Ihre Arroganz war wahrlich nicht zu übertreffen. Licinia, die Nichte des reichen Marcus Licinius Crassus, schien aufgeregt zu sein, da sie auf ein Zusammentreffen mit dem ersten Kämpfer Capuas, dem Regenbringer Spartacus hoffte. Sie mochte die Spiele ganz besonders, mehr noch die Bestien, die dort kämpften.
Ich glaubte, sie hatte ein Auge auf den wilden Thraker geworfen, da sie uns davon erzählte, dass sie sich vorgestellt hatte, wie er seine schmutzigen, mit Blut befleckten Hände auf ihren nackten Leib legen würde, und sie hatte es genossen. Sie wollte seinen marmornen  Körper aus der Nähe betrachten.
Ungeduldig spielte Licinia mit ihrer blonden Locke, jene auf ihrer linken Schulter lag, während sie sich ausgelassen mit Emilia unterhielt, die penibel an ihren edlen Kleidern herumzupfte, damit diese perfekt saßen.  Ich enthielt mich des Ganzen und grübelte vor mich hin.  
War dem nicht so, dass Mann und Frau aus Liebe heirateten und nicht wegen des Geldes oder politisch-geschäftlicher Vorteile? Dennoch, ich konnte meinem Vater nicht böse sein, er sorgte sich nur um mein Wohl (und vermutlich auch ein wenig um seines).
Ich solle den besten Mann der ganzen Republik bekommen, denn nur dieser wäre gut genug für seine Tochter, sagte er stets. Der Prätor Publius Varinius schien die perfekte Wahl zu sein. Ich konnte mich nicht beklagen; der hochrangige Römer war ein großgewachsener Mann mit blondem Haar, strahlend blauen Augen und einem schlanken Körperbau. Zudem wurde ihm zugesprochen, dass er eines Tages das Amt des Konsuls einnehmen wird, und somit wäre er einer der ranghöchsten Politiker der Republik. Viele hielten ihn für gutaussehend, und demzufolge wurde er von vielen Frauen begehrt. Ich sollte mich also glücklich schätzen, dass ausgerechnet ich, die 21 jährige, mit vollem, rabenschwarzem Haar gesegnete,  zart gebräunte Azura, seine Auserwählte war.
Endlich erreichten wir die Gladiatorenschule am Rande des Berges. Atemberaubend. Der Ausblick von hier oben war wahrhaftig augenfesselnd. Ich hatte eine Aussicht über ganz Capua.
Ilithyia empfing uns bereits mit offenen Armen und stellte uns Lucretia vor.  Ilithyia  war eine hübsche blonde Frau, stets elegant gekleidet und mit auffälligem, opulentem Schmuck behangen, so auch heute. Lucretia besaß hellblondes Haar und trug ein dunkelrotes Kleid mit goldenen Verzierungen, welches ebenso fein aussah.  
Sie gewährte uns einen knappen Einblick in den unteren Teil, den Ludus, der ausschließlich die Gladiatoren beherbergte. Die Räume und Zellen jener bekamen wir nicht zu Gesicht, vielleicht war dies auch besser so. Es wäre mir unwohl ergangen als Frau in unmittelbarer Nähe der ungestümen Tiere.
Über dem Ludus befand sich die Villa mit den Wohnräumen des Ehepaares und ihren Sklaven. Hier war alles prunkvoll und mit Liebe zur Feinheit eingerichtet. Unzählige Kerzen brachten eine wohlige Atmosphäre, in der doch so ungewohnten Umgebung. Noch nie hatte ich eine Gladiatorenschule besucht oder mit Leuten, die in solch einer lebten, verkehrt.
Derzeitig war ich ebenfalls aufgeregt. Ich war schlichtweg fasziniert und neugierig über das Leben hier im Ludus.
»Ich danke euch, dass ihr an diesem Abend zu uns kommt, ins Haus des Batiatus. Tatsächlich hat Ilithyia so gut über euch gesprochen, dass mir scheint, ich wäre unter alten Freundinnen«, sagte Lucretia.
»Ach, da sind wir im Nachteil, Ilithyia hat vergessen zu erwähnen, dass sie mit der Frau des guten Batiatus bekannt ist«, antwortete die braunhaarige Emilia daraufhin.
Ilithyia kicherte: »Ich bin sicher, ich habe es erwähnt!«, und schlug leicht mit ihrem Handrücken auf Emilias Oberarm.  
»Sie ist ein richtiges Biest, falls du es noch nicht weißt«, kommentierte Licinia mit heimtückischem Grinsen.
»Darum lieben wir sie so …«, warf Cecilia mit ihrer eingebildeten Stimme ein.
Lucretia schmunzelte: »Ich liebe sie mit der Zeit mehr und mehr.«
Mal wieder enthielt ich mich eines Kommentares, denn für mich waren dies keine richtigen Freundinnen, sondern verlogene Biester. Was sie am besten konnten, war Lästern, sie waren hinterhältig und redeten andauernd schlecht über Ilithyia, wenn sie nicht anwesend war. Ich wollte nicht zu ihnen gehören, doch sollte ich mich integrieren und wohlhabende Freunde gewinnen, um mein Ansehen zu steigern. Doch erstens: war ich das Küken unter ihnen und fühlte mich fehl am Platze und zweitens: konnte ich nicht so wunderbar über andere Leute herziehen wie sie.  
Während die anderen den Unsinn aus ihren Mündern sprudeln ließen und sich gegenseitig beschämten, begutachtete ich weiterhin Lucretias Heim.
»Ich würde hier verrückt werden, umgeben von all diesen Tieren hier auf diesem Berg … Würdest du es nicht vorziehen, in der Stadt zu leben, umgeben von echten Menschen?«, brachte die rothaarige Cecilia zum Ausdruck.
Alle starrten auf Lucretia und waren gespannt auf ihre Antwort. »Ich finde die Lage hier ganz vorzüglich. Ich brauche nur auf meinen Balkon zu treten und ganz Capua liegt mir zu Füßen.«
»Gut gesagt«, meinte Licinia.  
»Aber du bist nicht gelangweilt? Hier oben, ganz allein, und nichts als Sklaven und Wilde. Nicht mal Kinder, um sich zu beschäftigen«, kommentierte Emilia mit einem angewiderten Gesichtsausdruck. Die Frau des Batiatus schluckte hart. Cecilia und Emilia wussten einfach nicht, wann es Zeit war, die Klappe zu halten. Sie brachten andere offensichtlich gerne in Verlegenheit.
Ich hingegen stellte mir ein Leben mit diesen kampfbesessenen Wilden sehr aufregend vor, wenn auch ein wenig  beängstigend, da sie doch in unmittelbarer Nähe lebten. Was wäre, wenn mal einer von ihnen durchdrehte?
»Langeweile? Unmöglich bei so vielen Zerstreuungen«, sagte Ilithyia mit einem werbenden Unterton.
»Ich habe ständig viel zu tun. Jeder Tag bringt neue Gelegenheiten mit sich. Gestern haben hier wieder sechs Barbaren mit ihren Übungen begonnen. Und einer von ihnen kämpft  zum Ruhme unserer lieben Ilithyia«, erzählte Lucretia.
Ein allgemeines Erstaunen entfloh aus unseren Mündern.
»Ilithyia! Claudius hat dir das erlaubt?«, fragte Licinia mit großen Augen.
Die Blondine schmunzelte: »Er weiß es nicht …«
Die Frauen kicherten vor sich hin. Auch ich staunte nicht schlecht. Einen eigenen Gladiator? War so etwas überhaupt möglich?
»Er wird dich töten, wenn er davon erfährt«, kritisierte Cecilia.
»Und ich töte die Erste, die ihm etwas sagt, Cecilia!«, fletschte sie die Zähne.
Licinia leckte sich die Lippen entlang: »Mmhh … ein eigener Gladiator. Können wir ihn sehen?«
»Natürlich ist er noch kein Gladiator. Er muss erst den letzten Test bestehen, bevor er sich das Zeichen von Batiatus verdient«, erklärte Lucretia.
»Aha … nur ein eigener Sklave also«, belächelte Cecilia sie. Sie konnte es einfach nicht lassen, dieses hochnäsige Miststück. Ilithyia funkelte sie daraufhin böse an. Ich konnte förmlich die Blitze aus ihren Augen schießen sehen.
»Ich würde ihnen gerne bei den Übungen zusehen. Könnten wir hinaus auf den Balkon?«, warf ich mit neugierigem Blick ein.
»Die Gladiatoren sind zu dieser Zeit nicht mehr auf dem Übungsgelände, sie verweilen bereits in ihren Zellen«, antwortete die Herrin des Hauses.
Enttäuscht sah ich zu Boden. Gern hätte ich sie nah und doch in sicherer Entfernung beobachtet.
»Wenn ihr wollt«, fing Lucretia aufmunternd an, »könnt ihr eine Privatvorstellung haben!« Meine Augen weiteten sich.
»Ich würde aber gerne einen richtigen Gladiator sehen«, sagte Emilia schmutzig.
»Jaaa … den Besten!«, Licinias blaue Augen funkelten vor Verlangen, »lass Spartacus holen!« Da war der Moment, auf den sie vermutlich ewig gewartet hatte. Die Chance, dem Regenbringer ganz nah zu sein. Ich hingegen, hatte ein wenig Angst davor. Vor ihm. Noch nie war ich einem Gladiator nah gewesen.
»Spartacus … zeig uns ihn unbedingt«, grinste Cecilia.
Und somit ließ Lucretia den ersten Kämpfer zu uns bringen.
Während sich Licinia sofort an ihn ranschmiss, ihn an die starke Brust tätschelte und ihn als Mars betitelte, betrachtete ich ihn aus sicherer Distanz. Seine Haut war glatt, aber mit Narben geziert. Sein Gesicht war ausdruckslos.
Er hatte nur einige Wörter gesprochen, und schon schien Licinia verzaubert zu sein. Mit ihren langen Wimpern blickte sie ihn an und musterte jede noch so kleine Stelle seines muskulösen Körpers.  Die Muskeln waren wie von einem Künstler gezeichnet. Sie schienen so perfekt. Gern hätte ich sie für einen kurzen Moment berührt, jedoch blieb ich weiterhin auf Abstand.
Sie redeten über das Blut eines Gladiatoren, es solle göttlich sein und stärkende Substanzen enthalten. Kurz daraufhin nahm Ilithyia ein Messer und schnitt Spartacus in die Brust. Verachtende Blicke tauschten die zwei aus.
Als Licinia ihn als Gott betitelte, nannte die Frau des Glaber ihn einen »Thrakischen Hund« und sein Verrat solle Rom entehrt haben. Spartacus‘ Brust hob und senkte sich schnell und stoßweise. Dann sagte er, dass Gaius Claudius Glaber wehrlose Frauen und Kinder in Stich gelassen habe, diese dann vergewaltigt und getötet worden wären.
Die Frauen waren schockiert und missbilligten ihn, ich dagegen nicht.
Ja, ich war Römerin. Ja, wir besaßen Sklaven. Ja, ich guckte mir die Kämpfe an. Und dennoch war ich gegen das Töten hilfloser, unschuldiger Menschen. War es seine Familie, die dabei ums Leben gekommen war? Hatte er deswegen diesen brennenden Hass in seinen Augen, als er von Glaber sprach? Und war Ilithyia aus diesem Grund so verachtend zu ihm? Für mich waren Gladiatoren beharrlich nur wilde Tiere gewesen, ohne Schmerz, ohne Gefühle, die bloß nach Blut lechzten. Doch jetzt sah ich das Leid in seinen Augen.
Gab es also Gladiatoren, die doch normale Menschen wie wir waren?  Denen der Ruhm in der Arena nicht alles bedeutete?
Spartacus‘ Schmerz hatte sich auf mich übertragen, ich konnte ihn regelrecht fühlen.
»Wäre er mein Sklave, würde ich ihn kreuzigen lassen!«, schrie Ilithyia erbarmungslos. Die anderen drei blickten sie hochnäsig an, kicherten und meinten, dass Spartacus nur die Wahrheit über ihren Mann sprach. Letztlich verabschiedeten sie sich von Lucretia und Ilithyia, jene beleidigt zürnte.
Ich sagte erst Ilithyia auf Wiedersehen und ging dann zu Lucretia.
»Der Abend hat mir sehr gefallen, wir müssen das unbedingt wiederholen«, lächelte ich.
»Ja … gerne«, antwortete sie und lächelte schwach.
Ich wollte gehen und entfernte mich ein kleines Stück von ihr, doch dann blieb ich stehen. Mein Inneres befahl mir, meinen Wünschen nachzugehen. Da war etwas tief mir, dass nach mehr verlang. Und so schritt ich zu ihr zurück. »Lucretia?«
»Ja?«
»Könnte … könnte ich am morgigen Tage dir abermals einen Besuch abstatten? Wie gesagt, ich würde gerne von deinem Balkon aus den Gladiatoren bei ihrer Ausbildung zusehen.« Meine dunkelbraunen Augen funkelten vor Vorfreude. Bitte sage ja, dachte ich.  
Kurz schielte sie zu Ilithyia rüber, die jedoch war weiterhin mit ihren aufgebrachten Gedanken beschäftigt. »Aber natürlich. Du bist hier stets willkommen. Ilithyias Freunde sind auch meine.«
»Ich danke dir.« Ich verabschiedete mich und glitt leichtfüßig vor Freude zu den anderen, die vor dem Ausgang auf mich warteten.
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