Die Reise des Dam // Jouney Of Dam

GeschichteMystery, Freundschaft / P12
Fewjar
15.11.2014
09.05.2015
13
5749
 
Alle Kapitel
9 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Hej!
Das hier ist ein kleines Experiment.
Ich habe vor einiger Zeit angefangen, aus Jouney of Dam ein Theaterstück zu schreiben und mir Gedanken über die Reaktionen von Felix und Jako gemacht.
Hier seht ihr das Ergebnis!
Viel Spaß beim Lesen!
______________________________

"Oh Gott, bist du genauso aufgeregt wie ich?". Felix und Jako betreten den pompösen Theatersaal. Er ist in etwa zur Hälfte gefüllt, doch die Schlange vor den Kassenhäuschen ist noch lang.
"Obwohl ich nicht so übertrieben am Herumzappeln bin wie du..." Felix grinst Jako an "...habe ich das Gefühl, wesentlich nervöser zu sein.".
Nachdem die Beiden ein paar Leute - unter anderem den Regisseur des Theaterstücks - mit einen Handschlag begrüßt haben, machen sie sich auf den Weg zu ihren reservierten Plätzen.
Heute wird die Premierevorstellung zu dem Theaterstück "Die Reise Des Dam" stattfinden und weder Felix noch Jako haben eine Ahnung, was sie erwartet. Es wurde ihnen verboten, bei den Proben dabei zu sein, geschweige denn, etwas zum Skript oder Bühnenbild beizutragen. Besonders Jako hat dies gestört, doch mittlerweile scheint er sich damit abgefunden zu haben.
Weitere mehr oder weniger wichtige Personen kommen und begrüßen die Beiden, doch als sich der Saal pünktlich um 21 Uhr abdunkelt sitzt jeder auf seinem Platz. Die Vorstellung ist ausverkauft.

Es ist stockdunkel im Berliner Musiktheater. Man kann nur schemenhaft erkennen, wie sich der schwere Vorhang öffnet und auch auf der Bühne herrscht die Finsternis. Ein einzelner Lichtkegel wandert über die schwarz angemalten Holzwände und bleibt urplötzlich stehen, als sie auf eine Person trifft. Streicher beginnen, eine etwas abgewandelte Version der Melodie zu spielen, die Felix und Jako vor drei Jahren geschrieben haben. Die Person beobachtet selbstsicher und mit einem Blick aus Stahl das Publikum. Der Mann ist genauso schwarz gekleidet wie das Bühnenbild und schreitet nun langsam auf den Rand der Bühne zu. Dort angekommen bleibt er erneut stehen und schaut fast überheblich in die Menge.
"Viele Wesen dieser Welt fragten mich..." begann er, als er erneut anfing den Bühnenrand zu flanieren "...wie ich wohl Wahnsinn definieren würde. Nein, sogar genauer!" sein Blick scheint jemanden durchbohren zu wollen "Was ist Wahnsinn? Was ich dazu sagte, wollt ihr sicher wissen?". Sein starrer Blick wird kurz durch ein Lächeln unterbrochen. "Ich sagte... ja, ich antwortete..." er bleibt in der Mitte der Bühne stehen "Der Mensch.".
Urplötzlich wird aus der sanften Streichermelodie ein hektisches, fast schon unmelodisches, lautes Durcheinander. "Wieso?!" schreit der schwarzgekleidete Mann. "Er ist so verblendet, so voller Irrsinn und Widerspruch, so naiv, so überaus undurchdacht, so unersättlich, so oberflächlich, verrückt und unberechenbar...". Erst bei den letzten Worten wird seine Stimme wieder leiser und man merkt, wie das Publikum erschrocken aufatmet. Selbst Jako, der die Geschichte eigentlich kennen sollte, bemerkt, wie sich seine Hände in die Lehnen des Sessels gekrallt haben.
Erst, als die ruhigen Streicher wieder erklingen, löst er diese Verkrampfung.
Der Mann auf der Bühne beginnt erneut, auf und ab zu schreiten. Auf seinem Gesicht liegt ein Grinsen. "Ihr fordert ein Beispiel? Nun, dann hört die Geschichte von meinem Freund Dam hier."
Ein etwas rundlicher Kerl in Jogginghose und Fila-Shirt stolpert auf die Bühne. Er scheint weder den Mann, noch das Publikum zu sehen. Dennoch schaut er sich suchend und verwirrt um.
"Begleitet ihn." fährt die schwarzgekleidete Person fort. "Begleitet seine Gedanken, seine Gefühlswelt."
Sein Blick fällt auf den Kerl in Jogginghose, der immer noch konfus durch die Gegend taumelt.
"Seht, wie der zerbricht"
In diesem Moment stolpert der rundliche Mann.
"wie sein Leben zu Scherben zerfällt und er unter diesen Trümmern begraben liegt. Sein einziger Wille auf das nackte Überleben gerichtet."
Er rappelt sich wieder auf, doch scheint nun gefunden zu haben, was er sucht
"Beobachtet ihn auf seiner Reise durch Tod und Tugend."
und humpelt zielgerichtet auf den Ausgang zu.
"Durch Verleumdung und Verführung, bis hin zum wahren Kern des Lebens."
durch den er letzten endes verschwindet.
"Versteht die Metamorphose..." fährt der Erzählende unbeirrt fort "...die seine kümmerliche Seele wandelt zu etwas Anderem, etwas Lebenswertem. Und dann werdet ihr auch verstehen, warum ich den Menschen als Wahnsinn bezeichne."

Mit diesen Worten schließt sich der Vorhang und durch die Menge geht ein leises Raunen.

______________________________
Vielen Dank fürs Lesen!
Wenn ihr Verbesserungsvorschläge habt, oder Stellen anders interpretiert habt als ich, lasst es mich gerne wissen!
Ich freue mich über jede Review :3
LG WhereApesEatSpiders
Review schreiben