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Das Gift Von Dorst II - Der Anfang War Nur Ein Vorgeschmack

Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Astrid Hofferson Hicks der Hüne
12.11.2014
17.08.2019
103
192.793
25
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16.06.2019 1.117
 
Kapitel 95: Hintergangen

Astrid stand an der Klippe und blickte in die Richtung aus der die feindlichen Schiffe kamen. Sie waren nur am entferntem Horizont zu erkennen, doch schon jetzt erkannte man die hohe Zahl der Schiffe.
Skyla bewegte sich an ihrem Rücken.
Im Gegensatz zu früher durchfuhr Astrid Panik.
Sie hatte keine Angst vor dem Kampf.
Sie hatte keine Angst verletzt zu werden.
Sie hatte Angst um Skyla.
Heidrun trat neben sie.
„Ich denke damit hat keiner gerechnet.“, meinte die schwarzhaarige.
„Nein. Wir hatten alle geglaubt, dass Johann entweder uns oder die Beschützer des Flügels angreift. Nicht, dass er beide angreift.“
„Wir sollten dich und die Kleine in Sicherheit bringen.“, meinte Heidrun schließlich mit einem mitleidigem und besorgtem Ton.
Astrid fuhr zu ihr herum:
„Was? Mich verstecken? Vergiss es.“
„Hicks wird Recht haben. Johann ist auf Rache aus. Und um ihn am besten zu treffen wird er dir und Skyla etwas antun wollen.“
„Das glaube ich auch. Aber ich werde mich deswegen nicht verstecken. Das würdest du auch nicht tun. Wir sind Kriegerinnen. Fliehen ist keine Option.“
„Ich weiß. Aber es wird schwer ihn und seine Flotte aufzuhalten. Es sind zu viele. Wie willst du sicher stellen, dass sie dir und Skyla nichts antun?“
„Johann wird mir und Skyla nichts antun. Jedenfalls noch nicht. Er wird uns vor Hicks Augen etwas antun wollen damit er leidet.“
„Und wie willst du verhindern, dass sie euch erwischen?“
Astrid lächelte sie an:
„Wir sind zwar Kriegerinnen, aber wir sind auch clever. Uns wird schon was einfallen.“
Und plötzlich kam ihr die Idee.
Astrid blickte Heidrun an und sah ihn ihren grünen Augen, dass sie die gleiche Idee hatte.

*

Dafür, dass der Feind in der Überzahl war hielten sie schon lange durch. Johann´s Männer fielen in das Dorf ein doch die sturen Bewohner gaben ihre Heimat nicht ohne Kampf auf. Auch wenn sie die doppelte Mannzahl waren.
Obwohl es furchtbar war, so genoss Astrid es zu kämpfen. Nach all den Monaten fühlte sie sich endlich wieder stark und lebendig.
Und obwohl sie Skyla am Rücken trug behinderte das Baby sie kaum.
Astrid konnte sich zwar selber verteidigen, dennoch begleitete Akaya sie. Die dunkelhaarige war ihre Rückendeckung. Schließlich sollte Skyla in ihrem Tragetuch nicht verletzt werden. Und eins hatte Astrid in der letzten halbe Stunde gelernt: Wenn man umzingelt war hatte es einen enormen Vorteil jemanden hinter seinem Rücken stehen zu haben der darauf achtet, dass kein Schwert oder Axt das Bündel an ihrem Rücken traf.
Die beiden Frauen arbeiteten sich durch die Feinde und sie schlugen einige zu Boden.
Doch gerade als Astrid dachte sie hätten eine Chance die Eindringlinge zu überwältigen, traf etwas ihre Hüfte.
Sie blickte hinab und erkannte einen kleinen Pfeil der sich in ihre Hüfte gebohrt hatte.
Sie zog ihn wütend heraus und augenblicklich stieg ihr ein seltsamer und beißender Geruch in die Nase. Panik durchfuhr sie. Mit irgendwas musste der Pfeil eingerieben worden sein.
„Astrid!“, hörte sie Akaya´s Stimme.
Die Welt wurde dumpf und verschwamm. Ihr wurde schwindlig und das zwang sie hinunter auf ein Knie. Astrid packte instinktiv die Axt fester während sie sich mit der anderen Hand am Boden abstützte.
Als Astrid nach rechts Richtung Schütze blickte erkannte sie Johann der gehässig lächelte.
Er ließ das Rohr durch das er den Pfeil geschossen hatte fallen und kam auf sie zu.
„Fräulein Astrid.“, höhnte er, „Eine lange Zeit ist´s her. Sowohl unsere letzte Begegnung als auch das du ein Fräulein warst.“
Bevor Astrid etwas erwidern konnte, traten schwarze Stiefel in ihr Blickfeld.
„Kein Schritt weiter, elendiger Verräter.“, drohte Akaya.
„Akaya.“, Johann schien überrascht, „Ich hätte euch nicht auf der anderen Seite erwartet nach dem was ich euch vorgelogen habe.“
„Ich bin eine Grimborn. So schnell führt man mich nicht hinter´s Licht. Natürlich habe ich die Wahrheit heraus gefunden.“
„So so. Aber nun sag mir liebes Kind; seit wann ist eine Grimborn der Wachhund der Haddock´s? Findest du nicht auch, dass das unter eurer Würde ist?“
„Was willst du mir  von Würde erzählen? Du kennst schließlich nicht die Bedeutung..“, feuerte Akaya zurück.
„Ich habe Ivar auch schon gesehen. Ihr beiden solltet euch um eure eigenen Angelegenheiten kümmern.“
„Das hier wurde zu unserer Angelegenheit als ihr mich belogen habt.“
„Trete zur Seite, Kind! Ich habe keine Zeit für das zweizüngige Grimborn - Gerede! Ich bin hier um mir Hicks Hure und Bastard zu holen!“
Akaya grinste nur.
„Dann müsst ihr zuerst an dem Wachhund der Hure vorbei.“
Damit schlug sie auf Johann ein.
Astrid´s Atem ging schneller und flacher. Sie versuchte sich langsam aufzurichten, doch vor Schwindel fiel sie wieder auf ein Knie zurück.
Sie blickte auf und sah einen kurzen Moment dem beeindruckenden Kampf zwischen Johann und Akaya zu. Johann hatte es wirklich nicht leicht mit Akaya als Gegnerin.
Sie versuchte erneut aufzustehen und gerade als sie stand und Akaya zur Hilfe kommen wollte, packte sie jemand.
Johann stieß einen Laut aus als Akaya ihn trat und er taumelte. Akaya traf ihn am Oberarm und trat ihn erneut und er ging zu Boden.
Astrid stieß einen Laut aus als ihr Angreifer sie fortzerren wollte.
Akaya drehte sich um und rannte auf sie zu und mit einem Kampfschrei schlitzte sie dem Angreifer die Kehle auf. Das Blut befleckte sowohl Akaya als auch Astrid.
Akaya packte sie am Arm:
„Wir müssen weg.“, sie sah Astrid in die Augen, ein zweifelnder Gesichtsausdruck legte sich auf ihr Gesicht. Dann kniete sie sich vor Astrid hinunter und roch an der Wunde an Astrid´s Hüfte.
Dann stand sie wieder auf und sah erneut in Astrid´s Augen:
„Das ist Drachenwurz, gemischt mit einem Betäubungsmittel. Wir müssen dich und Skyla aus der Gefahrenzone schaffen. Los jetzt!“
Sie nahm Astrid am Arm und zog sie neben sich her.
Und aus dem nichts blieb sie sofort wieder stehen, drehte sich um und sprang hinter Astrid und durch den Verlust von Akaya´s Halt ging Astrid wieder zu Boden.
Doch sie war nicht die einzige.
Mit Horror musste Astrid mit ansehen wie Akaya vor sie sprang, ihr Schwert nicht mehr rechtzeitig gezogen bekam und Johanns Schwert durch ihre Haut und Muskeln fuhr.
Doch Astrid hatte noch nicht einmal soviel Beherrschung über ihren Körper, dass sie etwas schreien oder rufen können.
Akaya ging vor Astrid zu Boden.
Sie sah Astrid noch an und Astrid sah sie an.
Doch in Akaya´s Ausdruck lag kein Schmerz. Es lag etwas anderes darin.
Verwunderung.
Verwunderung darüber, dass Johann sie geschlagen hatte.
Gleichzeitig Wut aus dem selben Grund.
Und bevor ihr Gesicht ausdruckslos wurde, trat Resignation in ihre Züge.
Dann wurde ihr Körper leblos.
Und Astrid war zutiefst getroffen.
Johann packte sie und zerrte sie auf die Beine.
„Nachdem diese Göre beiseite geschafft wurde werden wir drei jetzt eine kleine Reise unternehmen.“
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