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Das Gift Von Dorst II - Der Anfang War Nur Ein Vorgeschmack

Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Astrid Hofferson Hicks der Hüne
12.11.2014
17.08.2019
103
192.793
25
Alle Kapitel
308 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
17.09.2015 1.895
 
Danke für die Reviews :) Ich werde sie nächste Woche beantworten, da ich jetzt im Kurzurlaub bin.
Wollte euch aber nicht ohne neues Kapitel zurück lassen ;)

Würde mich über Reviews freuen!

LG

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Kapitel 44: Nicht Nur Du Und Ich, Sondern Ein Wir


Astrid fand Ida in den Ställen bei Wirbelwind.
„Hey Ida.“, grüßte sie ihre jüngste Schülerin.
Das Mädchen war gerade dabei ihre Drachin zu putzen, als sie sich zu ihrer Lehrmeisterin umdrehte.
„Hi Astrid.“
Das Mädchen war immer noch schüchtern, aber sie strahlte eine völlig andere aus, als die die Astrid kannte.
Lebensfreude.
„Ich wollte mit dir über dein weiteres Leben hier auf Berk sprechen.“
Gebannt lauschte Ida.
„Weißt du...eigentlich fühle ich mich verpflichtet, dich aufzunehmen. Schließlich...schließlich ist es überwiegend meine Schuld, dass du kein Zuhause mehr hast.“
Ida runzelte fragend die Stirn.
„Das einzige, woran du Schuld bist ist meine Freiheit. Und mein Glück. Zu mehr nicht.“, Idas Blick fiel auf Astrids gewölbten Bauch, „Und ich möchte nicht, dass du denkst du muss dich um mich kümmern. Er braucht dich viel mehr als ich.“, damit deutete sie auf Astrid Bauch. Traurig fügte sie hinzu, „Außerdem musst du erst einmal überleben. Du bist krank und dann kann ich nicht von dir erwarten, dass du dich auch noch um mich kümmerst. Du musst dich erst einmal um dich und dein Baby kümmern.“
Diese erwachsene Aussage überraschte Astrid. Für ein gerade mal 11 jähriges Mädchen hatte sie ihren Standpunkt souverän dargelegt und realistisch begründet.
Astrid lächelte.
„Zu dem Schluss sind auch die anderen gekommen.“, dann fuhr sie fort, „Es hat sich jemand gemeldet, der dich gerne aufnehmen würde und dir ein zuhause schenken würde. Wenn du gerne möchtest, kannst du bei Lena wohnen. Sie ist eine gütige junge Frau. Du wirst bei ihr gut aufgehoben sein und nicht nur sie, sondern wir alle, werden für dich da sein. Was hältst du davon?“
Idas Ausdruck war mehr als aussagekräftig.
Das Mädchen strahlte und Freudentränen standen ihr in den Augen.
Astrid schrak zurück als Ida mit ein paar schnellen Schritten bei ihr war und die Arme um sie schlang.
„Huch...Ida...“, sagte sie überrascht.
„Danke...“, hauchte das Mädchen, „Ihr seit jetzt schon mehr Familie als ich bis her in meinem ganzen Leben hatte.“
Astrid strich dem Mädchen über das dunkelblonde Haar.
„Schon in Ordnung, Ida.“
Ida löste sich und die beiden sahen sich an.
Astrid lächelte:
„Dann werde ich mal Lena Bescheid geben.“
Ida nickte begeistert und als Astrid sich weg drehte und ging hörte sie noch, wie Ida mit voller Begeisterung zu Wirbelwind sagte:
„Hast du das gehört, Süße? Endlich werde ich da sein, wo man mich auch haben möchte!“
Auch wenn Lena jetzt das meiste für Ida tat, so fühlte Astrid sich dennoch stolz, Ida so glücklich gemacht zu haben.
Sie blickte auf die kleine Wölbung hinab und strich sanft und liebevoll darüber:
„Vielleicht werde ich ja doch eine gute Mutter sein – was meinst du?“


*


Abends trafen sie sich alle etwas abseits des Dorfes am Lagerfeuer. Lena hatte, hauptsächlich für Ida, eine Art süßen Brotteig gemacht den das junge Mädchen nun an einem Stock über die Flamme hielt und den Gesprächen der Älteren lauschte.
Sie war eindeutig zufrieden.
Sie unterhielten sich einige Zeit bis Lena plötzlich fragte:
„Hey. Wann fliegt ihr noch gleich nach Dorst?“
„Übermorgen.“, antwortete Astrid.
Lena lächelte verschmitzt.
„Okay. Ihr werdet dieses mal nicht alleine fliegen.“
Astrid und Hicks sahen sich fragend an.
„Hast du etwa vor mitzukommen, Lena?“, fragte Astrid.
„Nicht, dass wir da was gegen hätten.“, ergänzte Hicks sofort.
„Wir alle werden euch begleiten.“
Jetzt waren sie völlig überrascht.
„Warum?“, fragte Hicks.
„Ich habe mit Haudrauf gesprochen und wir sind uns einig, dass ihr beide mal ein paar Tage Abstand braucht von Berk...“
„Ehrlich gesagt könnten wir alle etwas Erholung vertragen.“, fügt Fischbein hinzu.
Astrid sah erstaunt Jana an:
„Kommst du etwa auch mit? Ist es dann für dich nicht...doppelt so schwer danach wieder mit nach Berk zu kommen?“
Jana lächelte.
„Das mag zwar sein, dennoch möchte ich gerne meinen Bruder wieder sehen. Ich vermisse ihn ziemlich.“, jetzt lächelte sie etwas verschmitzter und frecher, „Und ich muss mal wieder schönes Wetter haben. So schön wie es hier ist: Euer Wetter ist grausam.“
Ein schmunzeln ging durch die Runde über Janas ehrliche Aussage.
Jana lächelte weiter und schüttelte mit dem Kopf:
„Nein, jetzt mal im ernst: Wie haltet ihr das euer ganzes Leben lang aus?“
Astrid lachte:
„Gegenfrage: Wie hältst du es dein ganzes Leben in so eine Hitze aus?“
Jana lachte.
„Auch wieder wahr.“
„Und wer spielt den Leuten hier auf Berk solange Streiche während wir weg sind?“, fragte Taffnuss.
„Ja. Wie sieht es mit einer Vertretung aus?“, fügte Raffnuss hinzu.
„Bei Thor. Mehr von euch würde ich nicht aushalten. Zwei sind schon zwei zu viel von euch Schafsköpfe.“, meinte Rotzbacke.
„Ich denke wenn Haudrauf und Grobian das Dorf übernehmen“, begann Lena, sah dann Astrid an, „Ach und Valka kümmert sich übrigens in der Zeit um die Akademie, sollten wir sie so gut wie möglich entlasten und keinen Ersatz für euch beschaffen.“, Lena lächelte, „Und ich dachte es ist nicht nur für euch und für uns mal eine gute Art um zu entspannen, sondern auch eine gute Gelegenheit Ida zu zeigen wo ich herkomme.“
Ida sah überrascht auf:
„Ich darf auch mit?“, fragte sie.
Jana lachte:
„Hast du etwa gedacht wir lassen dich allein zurück?“
Ida zuckte mit den Schultern.
„Ich muss mich erst daran gewöhnen, dass ich erwünscht bin.“
„Das bekommen wir schon hin.“, lächelte Lena.
„Hey, was ist eigentlich aus den Zeiten geworden, in denen wir uns nicht ausstehen konnten?“, fragte Rotzbacke.
So brach eine neue Diskussion aus.


*


Es wurde später Abend als Lena aufstand und zu Ida sagte:
„Na komm. Es wird Zeit für´s Bett.“
Ohne zu murren stand Ida auf, wünschte zusammen mit Lena allen eine gute Nacht und die beiden gingen.
Kaum zehn Minuten später, spürte Hicks, dass Astrid sich an seiner Seite etwas verkrampfte.
Er lehnte sich zu ihr hinunter, legte einen Arm und sie und flüsterte ihr ins Ohr:
„Sollen wir auch nach Hause?“
Er hatte festgestellt, dass es in solchen Situationen in denen er merkte, dass es ihr nicht gut ging, schlauer war nicht zu fragen ob sie nach Hause möchte, sondern den Vorschlag zu machen ob sie beide nach Hause gehen sollen. Somit fühlte sie sich nicht der Grund zu sein warum sie immer eher gehen mussten.
Und es gab nicht den Anschein, dass sie schwach wäre.
Sie nickte.
Er half ihr auf – ihre Wunde schmerzte immer noch – und beide verabschiedeten sich von den anderen.
Jana rief ihnen noch gutmütig ein:
„Ruhige Nacht!“ hinterher.
Auf der Hälfte des Weges wurde sie langsamer und als sie dreiviertel des Weges geschafft hatten blieb sie stehen.
Sie krümmte sich leicht und schlang einen Arm um ihren Leib.
Er stützte sie da er Angst hatte, dass ihre Beine nachgeben würden. Er wusste, dass die Stichwunde an ihrem Rücken ihr mehr Schwierigkeiten machte als sie es zugeben wollte.
Aber dass die  15cm tiefe Wunde die der Dolch geschlagen hatte noch Schmerzen bereitete war ja wohl normal.
„Geht´s?“, fragte er als er spürte, dass sie leicht schwankte.
Sie nickte.
„Ja. Nur...es geht auf die Nacht zu...“, trotz allem war sie Astrid und sie gab ungern Schmerz und Schwäche preis.
Deswegen sagte er sanft:
„Ja...ich weiß.“
Er wartete noch eine halbe Minute, bis Astrid sagte:
„Okay...“, damit ging sie langsam wieder los.

Endlich kamen sie an ihrem Haus an. Er half ihr nach oben und als sie sich auf das Bett setzte seufzte sie erschöpft.
Sie beschwerte sich noch nicht einmal als er begann ihre Schulterpanzerung und ihre Fellkapuze zu lösen. Anschließend zog er ihre Stiefel aus, kniete sich vor ihr und nahm ihre Hände in seine.
Geduldig wartete er und schwieg.
Es hatte sich in den letzten Monaten erwiesen besser geduldig mit ihr zu sein und ihr kleine, liebevolle und unterstützende Gesten zu geben als andauernd zu fragen ob es ihr gut ginge.
Sie hielt den Blick gesenkt und sah auf ihre Hände die in seinen lagen. Sein Daumen strich beruhigenden und tröstenden über ihren Handrücken.
Er sagte nichts. Er fragte nichts. Er gab ihr einfach das Gefühl für sie da zu sein.
Dann hob sie ein wenig den Blick und fand schnell seine grünen Augen.
Sie versuchte zu lächeln:
„Geschafft.“, sagte sie leise, schon was flüsternd.
Er versuchte ebenfalls zu lächeln.
„Ich hol dir mal deine Schlafsachen.“, damit stand er auf und holte das besagte.
Als er die Sachen neben sie legte, begann Astrid sich umzuziehen was Hicks ihr gleich tat.
Sie legte sich vorsichtig und bedacht auf ihre Verletzung in das Bett. Als er sie so ansah wusste er natürlich, dass der heute Tag für sie zu viel gewesen war. Aber er verstand sie. Er legte sich neben sie, legte die Decken über sie um ihr seine Körperwärme zu spenden was sie dankend annahm, da sie sich sofort an ihn kuschelte. Er fröstelte kurz von ihrer Kälte, was jedoch bald wieder verschwand. Er löschte die Kerze und drückte sie vorsichtig an sich. Um ihr weitere Wärme zu spenden strich er ihr über den Oberarm.
„Was hältst du davon?“, fragte Astrid plötzlich.
„Wovon?“, fragte er.
„Davon, dass wir ein paar Tage mit alle Mann auf Dorst bleiben?“
Er zuckte mit den Schultern.
„Eigentlich müsste ich ein schlechtes Gewissen haben, weil mein Vater und Grobian schon wieder für mich einspringen müssen, aber...“
Astrid lächelte:
„Dein Vater hat Lena gern. Und er weiß ihre guten Absichten zu schätzen. Und ich denke...er tut das gerne für dich...nach all dem was passiert ist...“, sie strich über eine Wunde die er bei seinem Sturz erlitten hatte.
„Ja...ich denke das wird es sein.“, er machte eine Pause und fügte zögernd hinzu, „Und...es ist vielleicht eine gute Möglichkeit um als Gruppe wieder etwas zusammen zu rücken...so wie früher als wir noch alles zusammen gemacht haben.“
Sie fuhr sanfte Kreise auf seiner Brust
„Wir sind keine Kinder mehr Hicks.“
Er strich ihr über den Rücken.
„Ich weiß.“, stimmte er ihr etwas wehklagend hinzu.
Sie hatte recht. So vieles hatte sich verändert.
Und noch so vieles stand vor ihnen...
„Was hältst du denn davon?“, fragte er sie um auf andere Gedanken zu kommen.
Sie ließ sich etwas Zeit mit der Antwort.
„Ich finde es lieb von ihnen. Vielleicht würde ein bisschen Abstand und etwas Sonne uns alle etwas gut tun. Außerdem ist es ein guter Neustart für Ida. Und Jana -“
„Du redest nur über die anderen.“, unterbrach er sie sanft, „Möchtest du es denn für dich selber?“
Sie nahm den Kopf von seiner Brust und stützte sich auf einen Ellbogen um ihn ansehen zu können.
Ein paar Augenblicke wurde er von ihren schönen blauen Augen gemustert, dann lächelte sie und strich ihm durchs Haar.
„Ja. Ich denke ein bisschen Abstand von den Dörflern, von diesem Ort und ein bisschen Sonne und Wärme könnte mir gut tun. Außerdem...“, jetzt lächelte sie, „Ist es Ewigkeiten her, dass wir ein paar Tage etwas zusammen unternommen haben.“
Ohne das sie es sagen musste, hörte er noch etwas anderes aus ihren Worten und ihrem Gesichtsausdruck:
´Lass uns die Zeit nutzen, die wir noch haben.´
Er küsste sie und sie vertieften den Kuss für eine Minute, bis sie ihren Kopf wieder auf seine Brust legte, er sie mit einem „Komm her“ vorsichtig an sich zog und sie aneinander gekuschelt einschliefen.
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