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Das Gift Von Dorst II - Der Anfang War Nur Ein Vorgeschmack

Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Astrid Hofferson Hicks der Hüne
12.11.2014
17.08.2019
103
192.793
25
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1 Review
 
21.08.2015 1.737
 
Kapitel 42: Die Liebe Einer Mutter


Hicks hatte Ida für diese Nacht in seines und Astrids Bett verfrachtet.
Er würde diese Nacht sowieso nicht in diesem Bett schlafen sondern an Astrids Krankenbett wachen.
Gisela kam nach zwei Stunden wieder und ließ Hicks Bericht erstatten wie genau der Besuch bei Idas Eltern und anschließend das Gespräch mit Ida verlaufen sei.
Währenddessen versorgte sie die Wunde an Astrid´s Rücken. Hicks half ihr dabei, in dem er Astrid auf die Seite lagerte und festhielt, damit die Heilerin an die Wunde kam.
Als sie mit der Wundversorgung fertig waren, legte er sie wieder auf den Rücken.
Gisela lobte ihn für seine Entscheidung.
Er hätte alles richtig gemacht und als Oberhaupt richtig gehandelt.
Schließlich setzte sie sich neben ihn und verband seine geschwollenen Handknöchel und das Handgelenk seiner linken Hand.
Gisela lächelte als Hicks – auf ihre Nachfrage hin – erzählte dass die Verletzungen von dem festen Schlag waren, den er Idas Vater gegeben hatte.
„Ich muss sagen, dass du mich überrascht hast.“
„Wie meinst du das?“
„Ich denke da sind Grobian, Haudrauf und ich uns einig. Du warst nicht du selbst. Dieses wütende, hasserfüllte...ich hätte nicht gedacht, dass du so eine Seite hast.“
„Ich weiß auch nicht...allein der Gedanke, dass Astrid wegen diesen -“
„Shhh...ich weiß.“, sie lächelte, „Aber das zeigt, wie sehr du sie liebst. Du hast aus Liebe gehandelt. Schon seltsam dass ein Mensch nur aus Liebe eine solche Wut und einen solchen Hass entwickeln kann.“, sie beendete den Verband und sagte, „So. Ich werde mich jetzt wieder ins Bett legen. Ich nehme an du bleibst den Rest der Nacht hier?“
Hicks nickte und lächelte leicht:
„Mein Bett ist eh besetzt.“
Gisela lächelte warm.
„Gut. Wenn etwas ist mach mich ruhig wach. Achte ein bisschen auf ihre Körpertemperatur. Nicht, dass sie Fieber bekommt. Wenn du etwas zu essen oder zu trinken brauchst – steht alles in der Küche. Fühl´ dich wie zuhause. Gute Nacht.“, damit ging sie.
„Nacht.“
Er wartete ein wenig, bis er Astrid mit dem Rücken seines Zeigefingers über die Wange strich:
„Diese Frau überrascht mich immer wieder. Du bist in guten Händen, Milady.“

*

Ein sanftes rütteln an der Schulter machte Hicks wach.
Sein Kopf lag auf seinen verschränkten Armen die auf der Behandlungsliege lagen.
Offensichtlich war er eingeschlafen.
Er sah hoch zu dem, der ihn geweckt hatte und erkannte seine Mutter.
„Morgen mein Sohn.“, sagte sie sanft und setzte sich neben ihn.
Sie drückte ihm eine Tasse mit dampfenden Tee in die gesunde Hand.
„Morgen, Mom. Wie war deine Erkundungstour? Du warst ziemlich lange weg.“
Sie nickte.
„Ja. Länger als es eigentlich werden sollte. Aber ich habe unterwegs ein Nest mit frisch geschlüpften Naddern gefunden deren Mutter getötet wurde.“, sie machte eine Pause und strich ihm schließlich über die Narbe an seiner Schulter die ihm von dem Sturz geblieben war, „Dein Vater hat mir erzählt, was passiert ist.“
„Möchtest du mir jetzt die gleiche Standpauke halten wie er und Astrid?“
Valka lächelte leicht.
„Nein. Ich denke von den beiden reicht es.“, sie blickte auf Astrid, „Das Haus von Idas Eltern ist verlassen und ausgeräumt. Offensichtlich sind sie abgereist.“, berichtete Valka woraus Hicks schloss, dass Haudrauf ihr die Sache mit Idas Eltern, Ida selbst und Astrid erzählt haben musste.
„Das will hoffen für sie.“, sagte er und die Wut kam zurück.
Valka stand auf, ging zu dem Kopfende von Astrid und strich ihr ein paar Strähnen aus der Stirn.
„Wie geht es ihr?“
„Gisela sagt der Dolch hat wichtige Nerven und die Wirbelsäule verfehlt. Fruchtblase und Gebärmutter sind ebenfalls unverletzt geblieben.“
„Gut...gut...“
Hicks zögerte.
„Ich...ich hoffe, dass das ihren Zustand nicht noch verschlechtert...oder dass das Gift die Wunde bei der Heilung beeinträchtigt.“
Valka legte ihm eine Hand auf die Schulter.
„Gisela ist eine gute Heilerin.“
„Ich weiß.“
Sie schwiegen eine ganze Zeit, bis Hicks fragte:
„Mom? Bist du auch der Meinung, dass Astrid sich...falsch entschieden hat?“
Valka lächelte traurig.
„Dann sind dir endlich mal die Blicke der Dörfler mit denen sie Astrid würdigen aufgefallen?“
Er zuckte mit den Schultern.
Valka sah ihn mit mütterlichen Blick an.
„Hicks...natürlich sehen die Dörfler das aus einem völlig anderen Blickwinkel wie du und ich. Dennoch ist der Blickwinkel von Astrid noch mal ein völlig anderer. Die Dörfler sehen, dass weder Astrid noch das Kind überleben wird. Und da sie wissen, dass du keine Frau außer Astrid lieben und nehmen wirst, fürchten sie das du keinen Nachfolger hast. In ihren Augen ist es egoistisch von Astrid das zu riskieren nur weil sie unbedingt dieses vergiftete Kind haben will.“
„Du redest, als wärst du ihrer Meinung.“, meinte Hicks.
Valka zögerte kurz.
„So darfst du es nicht sehen.“
Er sah sie mit gerunzelter Stirn an.
„Wie soll ich es denn dann sehen?“
Sie legte ihm beruhigend eine Hand auf die Schulter.
„Ich liebe dich, mein Sohn. Und ich weiß wie sehr du Astrid liebst. Sie riskiert ihr Leben. Und sollte sie diesen Kampf verlieren, dann...“, sie strich ihm über die Wange, „dann wirst du nie wieder derselbe sein. Du wirst unglücklich sein.“
Trotz der Worte sah Hicks sie misstrauisch und ungläubig an:
„Du verurteilst sie also auch?!“
Valka lächelte traurig.
„Nein. Denn ich bin ebenfalls Mutter. Ich weiß, wie sehr man sein Kind liebt, auch wenn es noch nicht geboren ist. Man ist in einer Art rosarote Blase. Auch wenn alles verloren scheint, so hat man immer noch Hoffnung und die Liebe zu seinem Kind. Womit ich zu Astrids Blickwinkel komme.“, sie machte eine Pause, „Sie liebt dich. Sie liebt dieses Kind. Selbst wenn es ihr so schadet. Denn für sie ist es ein Teil von ihr. Und auch wenn ich die Dörfler verstehe, und ich mir Sorgen um dich und auch Astrid mache, so kann ich Astrid auch nachvollziehen.“
Hicks nickte.
„Ja...das kommt dem was Astrid mir geschildert hat nahe.“
Valka lächelte.
Er sah sie an:
„Tut mir Leid, dass ich dich verurteilt habe.“
„Schon in Ordnung mein Sohn. Ich kann mir vorstellen, was du im Moment durchmachst und das ab und zu die Gefühle mit einem durchgehen ist normal.“

 
*


Ein entsetzlicher Schmerz in ihrem Lendenbereich.
Ein paar Bilder in ihrem Kopf.
Dunkelheit.
Eine Hand von hinten.
Zwei die sich um ihren Hals legten.
Ohnezahn der an gesprintet kam.
Das Gefühl zu schwimmen verblasste langsam und sie spürte, dass sie lag.
Etwas warmes hielt ihre Hand.
Etwas sanftes.
Warmes.
Eine vertraute Stimme:
„Astrid?“
Etwas weiches dass über ihre Wange strich.
Sie öffnete langsam die Augen und sah in das besorgte aber auch erleichterte Gesicht ihres Mannes.
„Hicks?“
„Thor sei dank du bist wach.“, sagte er erleichtert und drückte sanft ihre Hand.
„Hicks was...“
„Du wurdest hinterrücks angegriffen. Sie haben dir ein Dolch in den Rücken gestochen und dich zu Boden getreten.“, berichtete er mit einer unbekannten Wut in der Stimme.
„Wer?“
„Idas Eltern.“
Sie spürte ihren kalten Unterleib und ihr lief es eiskalt den Rücken hinunter.
Augenblicklich legte sie ihre Hand auf ihren Unterleib – wobei sie merkte, dass sie unter der Decke kein Shirt trug – und sah Hicks verängstigt an:
„Ist...ist er etwa...“, sie brachte es einfach nicht über die Lippen.
Ihr Baby durfte nicht tot sein.
Nicht wegen solchen Menschen.
Hicks strich ihr beruhigend übers Haar.
„Es geht ihm gut. Der Dolch hat die Fruchtblase und Gebärmutter nicht verletzt. Deine Wirbelsäule und wichtige Nerven ebenfalls nicht. Zu unserem Glück waren keine anatomischen Hirne am Werk.“
Dennoch trat Wut in Astrids Körper.
„Wo sind sie? Ich werde sie -“
Hicks unterbrach sie:
„Ich habe mich darum gekümmert.“
Sie sah ihn erstaunt und fragend an.
„Ich habe sie verbannt. Und ihnen gedroht, wenn sie noch einmal einen Fuß auf die Insel setzten weniger gnädig zu sein.“, letzteres sagte er mit ungewohnt bedrohlicher Stimme.
Astrid schien irritiert über seinen Ton.
Doch dann verstand sie.
Sie hätte, wenn diese Menschen ihn beinahe tödlich verletzt hätten, nicht anders gehandelt.
Dafür liebten sie sich zu sehr als in Kauf zu nehmen ohne den anderen zu leben.
Plötzlich kam Astrid etwas in den Kopf was sie niederschmetterte.
„Dann ist Ida wohl mit ihnen gegangen.“, meinte sie traurig mit gesenktem Blick.
Jetzt lächelte er.
„Nein. Sie nimmt gerade unser Bett in Beschlag.“
Sie sah ihn überrascht an.
„Ich weiß wie sehr du an dem Mädchen hängst...und sie hat es zuhause nicht gut gehabt...somit habe ich deine Bitte, sie ihren Eltern zu entnehmen, aufgegriffen.“, ein Ausdruck von Schadenfreude glitt auf sein Gesicht, „Und das Gesicht ihrer Eltern war es ebenfalls wert.“
Astrid starrte ihn ein paar Momente geschockt an.
Dann sagte sie:
„Manchmal überraschst du mich doch noch.“
Er lächelte.
„Wenigstens wird es mit mir nicht langweilig.“
Sie lächelte ebenfalls, wollte sich aufrichten, doch etwas stach in ihre Lendenwirbel.
„Bleib liegen. Die Wunde ist noch frisch.“, bat Hicks sie.
Astrid tat wie geheißen und sagte schließlich:
„Würdest du dich zu mir hinunter lehnen?“
Er nickte und kam ihrer Bitte nach.
Sie hob ihren nackten Arm unter der Decke hervor und legte sie in seinen Nacken. Sie wollte mit der anderen seine Hand ergreifen, doch spürte etwas anderes.
Sie blickte auf die bandagierte Hand.
„Was ist passiert?“, fragte sie besorgt und strich vorsichtig über den schneeweißen Verband.
Hicks lächelte leicht:
„Sagen wir...das Gespräch ist etwas aus dem Ruder gelaufen...“
Sie sah ihn fragend an.
Ernst erwiderte er:
„Niemand beleidigt derart die Frau, die ich so sehr liebe.“
Astrid zählte eins und eins zusammen und sah ihn überrascht an.
„Ja...“, schmunzelte er als er ihren Gesichtsausdruck sah, „Idas Eltern waren genauso überrascht.“
Sie schwieg kurz, dann sagte sie während sie ihm mit den Daumen über die Wange strich:
„Das ist eine der Eigenschaften die ich an dir so liebe.“, sie lächelte, „Du beschützt die, die du liebst mit allem was du hast – und meist sogar noch mehr.“
Er lächelte etwas bitter:
„So hast du meine Rachsucht aber schön umschrieben.“
Sie blieb ernst:
„Das war keine Rachsucht, Hicks. Das war dein Beschützerinstinkt. Du willst mich als deine Frau beschützen; du wolltest Ida, die eine der Kinder deines Dorfes ist, schützen. Das bist du. Mit welchen Mitteln spielt keine Rolle. Du hast gehandelt als liebender Ehemann und beschützendes Oberhaupt. Du solltest stolz auf dich sein.“
Er lächelte:
„Du klingst wie Gisela.“
Astrid lächelte.
„Siehst du. Also muss doch was dran sein.“, ihre Hand legte sich in seinen Nacken und strich sanft darüber, „Und jetzt komm her.“, damit zog sie ihn an sich und legte ihre Lippen auf seine.
Sanft und liebevoll liebkosen sich ihre Lippen.
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