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Das Gift Von Dorst II - Der Anfang War Nur Ein Vorgeschmack

Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Astrid Hofferson Hicks der Hüne
12.11.2014
17.08.2019
103
192.793
25
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17.08.2019 2.182
 
Kapitel 99: Alles Kommt Ans Licht I


Berk kam in Sicht.
Fischbein hatte ein Schlachtfeld verlassen und kam in ein neues.
Doch allem Anschein war die Schlacht auf Berk schon vorbei.
Fast alle Häuser waren zerstört und Rauch stieg von ihnen auf.
„Oh nein...“, hauchte Fischbein.
Er landete und die Panik in ihm brach aus.
Mit Astrid auf dem Arm und Fleischklops hinter sich lief er durch das Dorf.
Keiner zu sehen.
„Lena?!“, rief er doch als Antwort kam nur unerträgliche Ruhe.
Kaum vorstellbar aber seine Panik wuchs weiter und ihm wurde schlecht.
Die große Halle war das einzige Gebäude dass unversehrt war.
Er öffnete die Tür und blieb in der Tür stehen.
Die Berkianer die auf der Insel geblieben waren befanden sich alle in der großen Halle und schienen sich von dem Kampf zu erholen. Einige unterhielten sich hitzig, andere saßen auf den Bänken andere saßen auf dem Boden gegen die Wand gelehnt. Einige wurden medizinisch versorgt wieder andere weinten.
Wikinger die weinten.
Das könnte nur eins bedeuten.
Gänsehaut und ein Klumpen im Bauch bildeten sich.
Und plötzlich erkannte Fischbein einen jungen Mann mit braunem Haar und Lorbeerkranz auf dem Kopf vor einem kleinen Mädchen hocken.
Es war König Taylor der da vor dem kleinen Mädchen kniete, ihr einen Apfel gab und mit ihr sprach.
Eine kleine Frau kam herbeigeeilt und kniete sich zu den beiden um die Hand des Mädchens zu verbinden.
Jana.
Plötzlich hörte Fischbein auch die Stimmen von Mayne und Christian.
Und dann fiel ihm ein Stein vom Herzen als er blondes Haar mit einem kurzem Zopf erkannte.
Zeitgleich sah sie hoch und braune Augen trafen seine.
„Fischbein!“, rief Lena erleichtert und sprintete auf ihn zu.
Sie wäre ihm um den Hals gefallen wenn er nicht Astrid auf dem Arm gehabt hätte.
Doch Lenas Freude ihn wieder zu sehen schwand als sie Astrids Zustand erblickte.
Sie blieb vor ihn geschockt stehen.
„Oh Gott...“, hauchte sie, drehte sich um und rief:
„Gisela! Ingrid! Gianna!“
Ingrid, Astrids Mutter, wäre am liebsten mitgeflogen um ihre Tochter zu retten, doch sie wollte ihre Enkelin beschützen. So war sie mit auf Berk geblieben.
Die drei kamen angelaufen und bevor Fischbein sich versah hatten die Frauen Astrid aus seinem Arm entrissen und mit hektischen Worten davon getragen.
Lena und Fischbein blickten ihnen hinterher.
Dann warf Lena ihre Arme um ihn und er hielt sie.
Einen Moment genossen die diese Nähe und die Tatsache beide noch am Leben zu sein. Doch dann fragte Fischbein:
„Was ist passiert?“
„Sie haben uns überrascht. Hicks und Heidrun waren im Unrecht. Sie kamen um Skyla zu holen.“
Erneuter Schweißausbrüche von Fischbein:
„Wo ist sie?“
Sie lösten sich und Lena blickte in eine Richtung. Fischbein folgte ihrem Blick und er sah Mayne ein Bündel auf und ab Wippen. Er sah mitgenommen und müde aus und er hatte ein paar Schürfwunden.
„Und was machen die Dorster hier?“
Lena lächelte verlegen und wurde rot:
„Ich hatte sie zu unserer Hochzeit eingeladen und hatte ihnen angeboten etwas eher zu kommen - sie kamen zum Glück zum passenden Zeitpunkt.“
Erst jetzt sah Fischbein die Wunde an Lenas Schläfe. Besorgt strich er darüber.
Mir einen entschuldigendem Lächeln sagte sie:
„Wie du weißt ist deine zukünftige Frau keine Kämpferin.“
Schuldgefühle tragen ihn.
„Liebling...es tut mir so leid. Ich...ich bin nie da um dich zu beschützen.“
Sie legte ihm eine Hand auf die Wange und strich darüber:
„Doch du beschützt mich. Nur an einem anderen Ort. Das hier war nur eine Nachhut...sozusagen. Würdet ihr nicht da draußen an der Front kämpfen und sie nicht da draußen aufhalten würden sie hier einfallen. Also beschützt du mich vor ihnen damit sie nicht hier einfallen.“, sie stellte sich auf die Zehenspitzen und küsste ihm auf die Wange mit einem Lächeln, „Mein Ritter ohne Furcht und Tadel.“

*

Fischbein hatte Mayne mit Skyla abgelöst.
Also saß er nun da. Skyla trank ihre Milch doch nach nur wenigen Schlücken hörte sie auf.
„Bitte kleine...ich weiß du bist schlau und merkst dass es nicht Mama Milch ist aber trotzdem musst du es trinken damit du groß und stark wirst.“
Er bemühte sich doch Skyla schubste immer wieder die Flasche weg.
Er seufzte traurig. Jemand setzte sich neben ihn und sagte sanft:
„Soll ich dir helfen, Onkel?“
Er erkannte sofort Lena´s Stimme. Er sah sie an und sie streckte ihm die Arme entgegen. Er legte Skyla in die Arme seiner zukünftigen Frau und sie nahm ihm auch die Flasche ab.
Lena blickte auf das Baby hinab und sprach mit ihr. Sie stieß erneut die Flasche weg, doch als Lena begann ihren Bauch zu streicheln mit zwei Fingern begann sie zu trinken.
„Geht doch...“, wisperte Lena zufrieden.
Fischbein sah sie erstaunt an. Lena lächelte entschuldigend:
„Ich musste ein bisschen herum experimentieren aber so langsam kenne ich mich mit ihr aus.“
Sie schwiegen kurz, dann begann Lena traurig:
„Lief es wie geplant?“
„Bis zu dem Punkt wo ich noch dort war ja. Kurz nachdem ich mit Astrid Richtung Heimat geflogen bin haben sie angegriffen.“
„Hoffentlich bringen sie dieses Schwein zur Strecke.“, sagte Lena und der Hass in ihrer Stimme war Fischbein fremd.
Sie sah seine Überraschung und fuhr fort:
„Er ist Schuld...erst hetzt er Akaya gegen uns auf, dann entführt er Astrid um sie...zu töten...“, sie sah ihn an, „So ein Mensch hat das Leben und Gnade nicht verdient, Fischbein. Außerdem habe ich Angst...jemand wie er wird nicht locker lassen...er wird uns immer wieder angreifen.“
„Du hast Recht. Ich wünschte nur ich wäre bei den anderen um ihnen zu helfen...“
„Du würdest es nicht schaffen. Selbst wenn du direkt nach dem du Astrid hier abgeliefert hast losgeflogen wärst wäre wahrscheinlich schon alles vorbei bist du mal da bist. Fleischklops ist ein süßes Mädchen, aber leider ist sie dafür nicht die schnellste.“
Fischbein atmete tief ein und aus.
Sie hatte ja recht...
„Mach dir keine Vorwürfe.“, sagte Lena sanft und blickte auf Skyla, „Findest du nicht auch, das dein Onkel mit der Befreiung und dem nach Hause bringen deiner Mutter eine große Aufgabe hatte und die auch sehr gut gemacht hat?“
Skyla gurgelte und quietschte.
Fischbein musste lächeln, legte einen Arm um Lena und sie legte ihren Kopf an seine Schulter.

*

Hicks wäre am liebsten zu Heidrun geeilt, aber dann wäre Johann entkommen. Außerdem sah er, wie seine Eltern auf die Stelle zuflogen aus der ihr Schrei gekommen war.
Ein ganz kleiner Teil seines Hirns fragte sich, warum Johann Heidrun ausgewählt hatte, doch dieser kleine Teil wurde nach kurzer Zeit von Wut überrollt, so wie auch der Rest. Mit einem wütendem Knurren zückte er sein Feuerschwert und machte einen Satz auf Johann zu. Da Johann diese Reaktion erwartet hatte konnte er den Schlag mit seinem Schwert parieren.
Der Kampf war ähnlich dem, den sie in dem Berg der Berserkerinsel vor so vielen Jahren ausgetragen hatten um das Ei des Königs der Drachen. Dennoch gab es kleine aber feine Unterschiede. Einer dieser Unterschiede war, dass Hicks mit all der Wut und dem Hass auf Johann kämpfte der sich über die letzten Wochen und Monate aufgebaut hatte. Zum anderem war er größer und stärker als letztes mal. Als er damals gegen Johann gekämpft hatte war es eigentlich kein fairer Kampf gewesen. Damals war Hicks noch nicht erwachsen gewesen, im Gegensatz zu Johann.
Johann war zwar immer noch ein guter Kämpfer und vor alldem erfahren, dennoch war sein Körper älter während Hicks in den besten Jahren war. Dennoch hatte Hicks es nicht leicht gegen ihn. Immer wieder musste sowohl Hicks als auch Johann Schläge einstecken. Es schien als könnte der Kampf zwischen ihnen niemals enden.
Doch dann hinterging Johann ihn, er verlor den Halt und fiel zu Boden. Johann hielt ihm das Schwert an die Kehle.
„Wisst Ihr, eigentlich zu Schade, dass ich Euch jetzt töten muss. Ich hätte zu gerne gesehen wie Ihr Fräulein Heidrun beim sterben zuseht. Das wäre ein Schauspiel geworden...“, schwärmte er, „Ihr habt zwar deine Hure von Frau gerettet, dafür aber das Leben eines anderen Familienmitglieds nach Walhalla geschickt.“
Hicks runzelte die Stirn.
Was meinte er?
Johann lachte.
„Euer Leben lang wurdet Ihr belogen. Zu schade, dass ich nicht mehr euer Gesicht sehe wenn ihr die Wahrheit erfahrt.“
„Wie immer redest du um den heißen Brei herum.“, meinte Hicks, „Was für eine Wahrheit?“
Johann lächelte:
„Ohne euch wird die Welt einen Quälgeist weniger haben.“
Doch anstatt zu antworten holte er mit den Schwert aus zum tödlichen Schlag.
Doch bevor er nach vorn preschen konnte, änderte sich sein Gesichtsausdruck.
Er war erstarrt und überrascht.
Genauso wie Hicks starrte er auf den Pfeil der aus seiner Seite ragte.
Johann sah in die Richtung des Schützen, so wie auch Hicks.
Ivar stand auf der Reling des Schiffes und lächelte ihn über den Bogen an.
Als er begann zu sprechen war seine Stimme ruhig aber tadelnd, so als würde er mit einem Kind sprechen:
„Findest du nicht auch, du hast genug Leuten etwas getan?“
Er sprang von der Reling, Johanns Gesicht wurde wutverzerrt und er ging erneut in Kampfposition:
„Gimborn...“, knurrte er wütend, „Einer lästiger als der andere.“
Ivar lachte kurz auf:
„Lästig? Das sagt mir Johann der Händler der alle mit seinen ausgedachten Geschichten langweilt und nicht locker lässt. Die Welt wird ohne dich eine Lästigkeit weniger sein.“
Johann lächelte ihn gehässig an:
„Ihr seit hier um Akaya zu rächen. Ihr Gesichtsausdruck als ich ihr das Schwert ihren Balch durchstoßen habe ähnelte dem ihres Vaters als ich das gleiche bei ihm tat. Und es wird nicht der letzte Grimborn sein die ich töte.“
„Wir sind etwas unkonventionell“, gab Ivar zu, „aber kein Grund uns gleich alle auszulöschen. Außerdem ist Akaya nicht tot.“
„Noch nicht.“, lächelte Johann.
Ivar seufzte:
„Dann muss ich dir also wirklich noch mehr weh tun.“
Johann sprintete vor – so gut wie es der Pfeil in seiner Seite zu ließ. Ivar zückte sein Schwert und lächelte sogar als er gegen Johanns Schlag parierte.
Während Hicks sich aufrichtete fragte er sich, warum Johann den Pfeil nicht raus zog, bis es ihm klar wurde. Würde er den Pfeil heraus ziehen wäre der Blutverlust zu hoch.
Ivar hatte Johann vollkommen im Griff, es sah aus als würde er mit dem vermeidlichen Händler nur spielen. Also hob Hicks sein Schwert auf und griff Johann ebenfalls an.
Doch trotz der Überlegenheit von Ivar hielt der alte Mann die beiden in Schacht – trotz Verletzung. Er stieß Hicks den Fuß in den Bauch während er Ivar´s Schlag abhielt. Doch dann traf Ivar´s Faust sein Kinn und das ließ Johann wanken. Die Zeit nutzte Hicks um ihm die Beine unterm Körper hinweg zu ziehen und Ivar hielt dem am Boden liegendem Johann das Schwert unter die Kehle. Normalerweise bettelten die am Boden liegenden Opfer um Gnade, doch bei Johann war das nicht der Fall.
Er sah die beiden hasserfüllt an.
Ivar sah Hicks an:
„Er gehört dir.“
„So viel zu deinem Plan, Johann.“, meinte Hicks.
Johann spuckte Blut, doch das hinderte ihn nicht daran zu sagen:
„Wenn König Dantos damals präzise gearbeitet hätte, hätte ich nicht diese Maßnahmen ergreifen müssen und es wäre uns allen einiges erspart geblieben.“
In Hicks brodelte Wut:
„König Dantos?!“
„Glaubst du wirklich, das wäre alles Zufall gewesen?“, er lachte leise.
Ein blutiges Lachen.
„König Dantos war ein Tyrann und ein mordlüstender Mensch. Wir haben uns gut ergänzt. Es konnte ja keiner ahnen, dass seine blöde Heilerin es schafft Astrid zu retten. Wenn man es genau sieht, ist all das hier und das Leid der Menschen in der letzten Zeit deine Schuld. Hättest du sie damals sterben lassen wäre das alles nicht passiert.“
„Du...du hast dafür gesorgt, dass Astrid mit Corotoxin vergiftet wird...“, sagte Hicks gefährlich ruhig.
Johann lächelte.
Ich wusste nicht, dass sie schwanger war. Ich bin gespannt wie lange euer Bastard mit dem Gift in sich noch lebt. Aber das war – wie sagt man? Die Kirsche auf der Sahnehaube.“
Und dann ragte ihm das Flammenschwert im Oberschenkel.
Er riss die Augen auf , sah nach unten wo sein Bein am Schiffsboden fixiert war und wie seine Kleider Feuer fingen. Er schrie während immer mehr seiner Kleidung Feuer fing und somit auch seine Haut verbrannte. Irgendwann kam das Feuer an seinem Gesicht an, verbrannte seinen Bart, seine Haare, sein Gesicht.
Er erlitt drei Minuten Höllen Qualen während am am lebendigen Leibe verbannte.
Und dennoch hatte Hicks das Gefühl, dass diese drei Minuten furchtbare Qual nicht genug gewesen waren.
Irgendwann verstummten die Schreie, doch Ivar und Hicks sahen noch so lange zu, bis auch das letzte Stück dieses Mistkerls verbrannt war.
Es war still.
Auch wenn das nicht genug Qual für Johann gewesen war, so wurde Hicks von einer Befriedigung erfüllt, für die man sich eigentlich schämen musste.
Ivar durchbrach die Stille. Er schüttelte den Kopf und sah auf die Überreste von Johann.
„So ein gerissener und intelligenter Mann und seine letzten Worte waren etwas über ein Obststück auf aufgeschlagener ungesäuerter Rohmilch.“
Das entlockte Hicks ein Lächeln.
Wo er Recht hatte...
Hicks blickte sich um. Die Schlacht war zu Ende. Hier und da waren Rufe, Schreie und Stimmen.
Dann fiel es Hicks wieder ein:
„Heidrun...“, damit sprintete er los und Ivar folgte ihm.
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