Dreaming of the Edge

GeschichteMystery, Fantasy / P12
Davina Claire Elijah Mikaelson Hayley Marshall Marcel Gerard Niklaus Mikaelson Rebekah Mikaelson
11.11.2014
30.01.2015
4
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Dreaming of the Edge


Prolog




„Alles ist ein Rätsel und der Schlüssel zu diesem Rätsel ist ein weiteres Rätsel.“

- Ralph Waldo Emerson




Es war der Nebel, der die kleine Straße in eine düstere, enge Gasse verwandelte. Schwer waberte er auf dem Boden, nahm ihn komplett ein und fing das flackernde Licht der Straßenlaternen in sich auf. Dabei konnte man erahnen, wie schön die Straße sein musste, wenn die Sonne schien und die kleinen Balkone in helles, reines Licht tauchen würde. Doch in dieser Nacht war davon nichts zu sehen. Eine Stille lag über dem Gebiet. Nur gelegentlich hörte man wie der Wind an den Häuserwänden entlangpfiff oder eine Katze in den Mülleimern in den abzweigenden Gassen wühlte. Die Schritte der jungen Frau, jedoch, hörte man nicht, während sie durch den Nebel lief. Sie war zierlich, nicht sonderlich groß und trug eine Art Umhang, dessen Kapuze ihr tief ins Gesicht gezogen war. Ihr Blick war nach unten gerichtet. So, dass man nicht ausmachen konnte, ob er auf dem Boden oder auf dem Bündel in ihren Armen lag, dass sie mit beiden Armen umschlang und an ihre Brust presste. Obwohl ihre Hände leicht zitterten, war ihr Gang bestimmt.

Sie wurde erst langsamer, als sie das Gebäude am Ende der Straße im Blick hatte. Es war ein großes Haus. So hell bemalt, dass es selbst durch die Dunkelheit zu leuchten schien. Ornamente umrahmten die unzähligen Fenster und die große Tür am Eingang, vor dessen Stufen die junge Frau stehen blieb. Erst hier hob sie ihren Blick, der nervös über das Haus glitt. Langsam ließ sie das Bündel in ihren Armen auf die erste Stufe nieder und schob den weißen Stoff ein wenig zur Seite.

Es war ein Säugling von vielleicht 6 Monaten, der darunter zum Vorschein kam; mit rosigen Wangen, heller Haut und dunklen Wimpern, die, durch die geschlossenen Augen, auf der dünnen Haut oberhalb der Wangen lagen. Er sah gesund aus. Erst bei näherer Betrachtung vermisste man das Heben und Senken des Brustkorbs. Das Baby atmete nicht.

Die junge Frau ging in die Knie vor dem Säugling. Eine Haltung, die fast aussah als würde sie das Kind anbeten. Sie legte ihre zitternde Hand auf seine Stirn und schloss die Augen. Eine dunkle Stimme drang aus ihrem Mund, die leise einen Spruch in einer unbekannten Sprache aufsagte. Das Zittern ihrer Hand wurde stärker. Begleitend dazu, begann der Nebel um sie herum sich zu bewegen. Er wurde schneller, bildete Kreise und stieg in die Luft, während der Wind durch ihn hindurch blies, stärker wurde und durch die Straße eine Art Klagelied sang. All das verschwand in dem Augenblick, als das letzte Wort die Lippen der Frau verließ. Ihre Augen öffneten sich - die Iris benebelt vor Anstrengung.

„Lebe unwissend.“ Flüsterte sie ein letztes Mal, ehe sie die Hand von der Stirn hob.

Der Säugling keuchte, als die Luft zum ersten Mal seine Lungen füllte. Er öffnete seine Augen, die hilfesuchend und angsterfüllt umherwanderten. Doch niemand war da.

Er fing an zu schreien.
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