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Shiki - Satoko (frei erfundener Chara)

von Sherly98
KurzgeschichteAllgemein / P6
Seishin Muroi Toshio Ozaki
10.11.2014
10.11.2014
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Mein Name ist Satoko Takajama, ich bin zehn Jahre alt und gerade nach Sotoba gezogen. Gerade sehe ich mich etwas um. Na ja, was heißt sehen? Ich bin blind. Und ich bin mit meiner Mutter unterwegs. Gerade gehen wir durch die Straßen von Sotoba. Meine Mutter erzählt mir, was sie sieht.
“Und hier ist eine Bibliothek - ah, hallo, Seishin!”
Eine Stimme antwortet:
“Mikako?”
“Richtig. Satoko, das ist Seishin. Ich habe dir von ihm erzählt. Seishin, das ist meine Tochter Satoko.”
Ich lächele und strecke eine Hand aus. Jemand nimmt sie.
“Hallo, Satoko-chan.”
“Hallo.”
Meine Mutter und Muroi-san unterhalten sich etwas und wir gehen weiter. Meine Mutter hat früher in Sotoba gelebt und ist zum Studieren nach Kamakura gezogen. Muroi-san erzählt gerade etwas über eine Villa hier in dem Dorf.
“... und es sind immer noch keine Leute eingezogen. Ich frage mich, ob überhaupt jemand mal in die Villa einziehen werden.”
Meine Mutter lacht.
“Das frage ich mich auch. Kanemasa hat in ihr gewohnt, richtig?”
“Ja, richtig.”
Ich bin verwirrt.
“Wer ist Kanemasa?”
Muroi-san sagt:
“Kanemasa hat früher hier in dem Dorf gelebt. Er war sehr reich und sehr mächtig. Dank ihm ist dieses Dorf entstanden.”
Ich lächele.
“Aha.”
Nach etwa einer Stunde kenne ich mich in Sotoba aus und wir gehen nach Hause. Ich sage:
“Muroi-san ist nett.”
Meine Mutter sagt:
“Ja, ist er. Satoko-chan, ich muss ab morgen arbeiten. Du musst ja nicht zur Schule.”
Ich lächele. Stimmt, denn ich bin hochbegabt.
“Das ist in Ordnung, ich kenne mich jetzt hier aus.”
“Gut.”

Am nächsten Tag wache ich früh auf. Mein Wecker sagt mir:
“Es ist acht Uhr dreißig.”
“Gut… aufstehen.”
Ich ziehe mir die Sachen an, die meine Mutter mir hingelegt hat, und gehe etwas raus. In der Nähe der Ozaki-Klinik höre ich zwei Stimmen. Die Eine ist unverkennbar Muroi-sans, die andere Stimme kenne ich noch nicht. Muroi-san sagt gerade:
“Du hast keine Schuld, Toshio. Du konntest nichts mehr tun.”
Die andere Stimme klingt wütend und aufgeregt.
“Ich hätte früher da sein sollen! Dann hätte ich es noch schaffen können!”
“Toshio… selbst, wenn du früher da gewesen wärst, hättest du es nicht mehr geschafft… Matonoha-san hat einfach zu spät angerufen… oh! Hallo, Satoko-chan.”
Ich lächele.
“Hallo. Ich bin bei der Klinik, richtig?”
“Ja, richtig.”
Muroi-san kommt zu mir, das erkenne ich daran, dass seine Stimme näher klingt.
“Möchtest du dich vielleicht etwas zu uns setzen?”
Ich nicke und greife in der Luft.
“Könnten Sie mir bitte Ihren Arm leihen?”
“Natürlich.”
Dann berührt meine Hand einen Arm. Ich fasse zu und Muroi-san hakt sich bei mir ein. Dann bringt er mich zu einer Art Bank.
“Vorsicht, Stufe… gut.”
Ich setze mich und spüre, wie Muroi-san sich neben mich setzt. Der andere Mann sagt:
“Hallo. Ich bin Toshio Ozaki, der Arzt hier.”
Ich lächele.
“Hallo. Satoko Takajama.”
Dann fühle ich über den Tisch… und habe prompt einen Splitter in der Hand.
“Nh… autsch…”
“Satoko-chan?”
“Ich glaube, ich habe einen Splitter in der Hand…”
Sensei nimmt meine Hand.
“Stimmt… wartet hier, ich hole etwas.”
Ich höre, wie er verschwindet, und seufze.
“Na klasse…”
“Ehm… Satoko-chan?”
Muroi-san ist plötzlich nervös.
“Ich würde gerne wissen… ob du… wie lange du…”
Ich lächele, denn ich kenne diese Frage schon.
“Wie lange ich schon blind bin?”
“Ja.”
Muroi-san klingt erleichtert.
“Genau.”
“Seit etwa einem Jahr.”
“Oh…”
Ich lächele, denn ich weiß, was jetzt kommt.
“Und…”
“Und es war ein Unfall. Ich hab Splitter in die Augen bekommen.”
Sensei kommt wieder und verarztet meine Hand.
“Ich habe mit Freunden gespielt und bin ausgerutscht. Dann habe ich eine Glasflasche fallen gelassen und bin in die Scherben gefallen.”
“Oh… das ist…”
Ich lächele.
“Ich sage immer <Das ist schief gegangen.>.”
Dann zucke ich zusammen, denn Sensei hat den Splitter herausgezogen.
“Danke, Sensei.”
“Kein Problem.”
Ich drehe den Kopf zu Muroi-san.
“Aber ich habe schnell gelernt, damit umzugehen.”
Muroi-san streichelt kurz über meine Haare.
“Das ist gut.”
Ich lächele. Sensei fragt mich:
“Siehst du noch etwas? Oder gar nichts mehr?”
“Gar nichts mehr.”
Ich lächele sanft.
“Ich bin komplett blind.”
“Ich verstehe.”
Wir unterhalten uns noch etwas und nach einer Weile mache ich mich auf den Weg nach Hause. Es war ein wunderschöner Tag.
 
 
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