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"Stirb, L Lawliet!"

von Nijey
Kurzbeschreibung
KurzgeschichteThriller, Angst / P16 / Gen
L
09.11.2014
09.11.2014
1
1.640
 
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Hallo, es ist nett das ihr euch in einen meiner Albträume verirrt habt.
Da es für mich selbst der reine Horror war, bin ich mir bei der Einstufung des Alters und dem Genre nicht ganz so sicher, es währe also nett wenn ihr mir ein kurzes Review da lassen könntet, falls ihr meint das ich es vielleicht anders einstufen sollte oder sonstiges.

Also dann viel spaß beim Lesen.
Liebe Grüße
Nijey

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Ich hörte wie Watari leise den Teewagen in mein Zimmer herein rollte, den Kaffee in eine Tasse goss und mehrere Zuckerwürfel in diesem unter rühren auflöste. Watari wusste wie viele Würfel Zucker in den Kaffee mussten damit er mir schmeckte.
Langsam schlug ich die Augen auf und schaute müde blinzelnd in Wataris Richtung. Dieser drehte sich zu mir um und erwiderte meinen Blick mit seinen stechend rot glühenden Augen. Augenblicklich war ich hell wach und starrte den grauhaarigen alten Mann, mit seinen sonst eigentlich so grauen Augen, an. Dessen Gestalt veränderte sich immer stärker. Die gerade Haltung wich einem gekrümmten Rücken mit leicht gebeugten Knien, die grau weißen Haare wurden zunehmend schwärzer und strubbeliger. Der ordentliche Anzug wurde durch ein weißes Shirt und eine labberige ausgewaschene Jeans ersetzt.
Panik stieg in mir auf, die mit jeder Sekunde immer mehr Nahrung fand und wuchs.
„Guten Morgen, Ryuzaki.“, hörte ich Wataris sanfte Stimme. „Möchten sie einen Kaffee?“
Nur langsam entspannte ich mich bei dem warmen und beruhigenden Klang seiner Worte. Noch immer hafteten meine Augen auf der anderen Person im Zimmer und von jetzt auf gleich verschwand der Fremde und Watari stand wieder an seiner Stelle.
Müde nickte ich und wartete darauf dass Watari mir meinen Kaffee brachte. Es dauerte auch nicht lange bis Watari neben mir stand und die schwarze Zuckerbrühe vor mir auf den Tisch stellte. Noch etwas  träge griff ich nach der Tasse und lies mich anschließend zurück in den Sessel sinken. „Ich hoffe er schmeckt ihnen. Ich habe ihn etwas verändert.“, meinte Watari und ich setzte nach einem kurzen Nicken die Tasse an meinem Mund an.
Wie vom Blitz getroffen erstarrte ich und hielt die Tasse verkrampft fest. Die süße geleeartige nach erdbeerschmeckende Masse breitete sich auf meiner Zunge aus. Nur langsam entfernte ich das Porzellan von meinen Lippen und schaute in dessen Hohlraum hinein.
In die blutrot wirkende Geleemasse.
„Schmeckt es dir nicht?“, wurde ich von einer, mir nur zu vertrauten, Stimme leicht gekränkt neben mir gefragt.
Wie in Zeitlupe schaute ich zur Seite und somit direkt in die stechend roten Augen.
In einer Bewegung nahm er mir die Kaffeetasse aus der Hand und drückte mich in den Sessel hinein. Augenblicklich verschwand das Zimmer, dessen Inhalt und der Sessel in meinem Rücken.
Immer weiter drückte Beyond mich nach hinten in das schwarze nichts, bis ich mit dem Rücken auf ein Bett prallte. Erschrocken japste ich nach Luft und bevor ich überhaupt realisierte was da genau mit mir geschah, sammelte er meine Hände ein, führte sie über meinem Kopf zusammen und kurz darauf ertönte das Klicken einrastender Handschellen.
Kühl schmiegte sich das Metall an meine Handgelenke.
Hastig riss ich den Kopf in den Nacken und schaute mit immer größer werdenden Augen auf meine gefesselten Hände.
Erneut stieg die Panik in mir auf und ich zog ungläubig an meinen eisernen Fesseln. Im selben Moment jedoch lenkte er meine Aufmerksamkeit wieder auf sich zurück.
Seine roten Augen fokussierten mich belustigt, doch anstatt etwas zu sagen, wie ich es eigentlich von ihm erwartet hätte, stand er von mir auf und entfernte sich von dem Bett, auf einen neuen Teewagen zu. Doch auf diesem standen nicht, wie zuvor bei Watari, Kuchen, Kannen, Gebäcke, Zucker und sonstiges, sondern lediglich eine Kanne, eine Tasse und mehrere Gläser Erdbeermarmelade.
Als ob sich Beyond mit Schallgeschwindigkeit bewegen würde, stand er im nächsten Augenblick am Wagen und keine Sekunde später, mit einer dampfenden Teetasse in der Hand, wieder bei mir am Bett. Ohne jeglichen Kommentar stellte er die Tasse auf meinem, durch die mittlerweile flache angstverratende Atmung, zitterndem Bauch ab und verschwand auch sofort wieder.
Durch sein plötzliches auftauchen erschrak ich mich und rang ihm somit ein zufriedenes Grinsen ab. Aber noch immer sprach er kein Wort und das jagte mir mehr Angst ein als sein für ihn mehr oder weniger typisches Verhalten. Kaum realisierte ich sein Grinsen verschwand er auch schonwieder.
Immer stärker begann mein Bauch vor Angst zu zittern, so dass die Tasse verräterisch ins Wackeln geriet und das nahende Unheil verkündete.
Dieses lies auch nicht lange auf sich warten.
Ich sah wie sie umkippte und unbewusst zog ich den Bauch ein, um dem heißen Tee zu entkommen, brachte die Tasse so aber nur noch schneller zu fall. Der rote Tee in ihr ergoss sich auf meinem Shirt und färbte dieses in binnen von Sekunden dunkelrot. Obwohl der Tee bis vor kurzem noch gedampft hatte war die dickflüssige Substanz nicht wärmer als mein eigener Körper.
Sofort stand Beyond neben mir und stellte die Tasse neben mir auf dem Bett ab, das sich, dort wo es von der Tasse berührt wurde, augenblicklich rot färbte. Er tauchte seine Finger in das Rot auf meinem Bauch und ich zuckte schmerzhaft zusammen. Der Schmerz glich einer offenen Stichwunde in die er drückte. Wortlos schaute er in mein Gesicht und zeichnete mit seinen Fingern irgendwelche Formen auf meinen Bauch.
Genießerisch grinste er als ich schmerzerfüllt die Zähne zusammen biss und versuchte mich aus den Fesseln zu befreien.
Als er schließlich seine Finger in meinen Bauch stach, schrie ich laut auf und starrte mit schockgeweiteten Augen in seine rot glühenden.
Er zog seine rotgetränkten Finger zurück und ließ von mir ab, so dass ich mich einiger Maßen entspannen konnte und um meine Selbstbeherrschung kämpfen konnte. Nur langsam ließ der Schmerz nach und die Pause die er mir gab war viel zu kurz.
Kurz blitzten seine Augen auf und ich sog, nichts Gutes ahnend, die Luft ein, als er sich mir wieder zu wand.
Es dauerte keinen Wimpernschlag, da befanden sich seine Hände an meinem Kehlkopf.
Im selben Moment wie er zudrückte kniff ich die Augen zusammen und biss die Zähne aufeinander. Seine Finger, begleitet von einer schmierigen Flüssigkeit, suchten sich einen Weg hinauf zu meinem Gesicht, wo er mir zärtlich und mit liebevollem Ausdruck in den Augen über die Wange strich.
Hecktisch und mit panisch aufgerissenen schwarzen Augen atmete ich ein und aus.
Erst jetzt nahm ich den Geruch von Blut war, der mittlerweile überall an meinem Körper haftete.
Unruhig schaute ich in das Gesicht über mir, das sich sekündlich immer weiter zu einer wütenden Fratze verzog und mich schließlich wutschnaubend mit glühend roten Augen fixierte.
Seine Hände fanden den Weg zurück zu meinem Hals, wo sie kräftiger als zuvor zu drückten. Aus einem Instinkt heraus zog ich an den Handschellen um den Druck auf meinem Hals zu verringern, schnappte hilflos nach Luft. Das Klirren der Tasse ertönte, als sie auf dem Boden aufschlug und dort in abertausend Teile zersprang.
Egal was ich versuchte und egal wie stark ich mich auch wehrte, es war sinnlos.
Der Griff um meinen Hals lockerte sich nicht ein bisschen, sondern schnürte mir nur noch stärker die Luft ab.
„Stirb, L Lawliet!“, flüsterte mir eine Stimme ins Ohr und im selben Moment in dem ich sie wahr nahm, tauchte neben mir das Gesicht des Braunhaarigen und der dazu gehörige Körper auf, den ich seit Anfang des Falls verdächtigte Kira zu sein. „Stirb und erlöse die Welt von deiner Existenz.“

Ein lauter Schrei zerriss die Stille, mein Schrei…
Mit weit aufgerissenen Augen starrte ich geradeaus auf die Bildschirme, der Überwachungskameras in Lights Zimmer.
„Ryuzaki? Ist mit ihnen alles in Ordnung?“, fragte Watari und schaute mich besorgt an. Auch Herr Yagamis Blick lag beunruhigt auf mir.
„Chef?!“, laut stürmte Matsuda von den anderen begleitet in den Raum hinein. Als ihre Blicke auf mich fielen stutzten sie verwundert.
„Ryuzaki?“, fragte mich Herr Yagami und lenkte somit meine Aufmerksamkeit wieder auf ihn. Es dauerte einen Moment bis ich mich wieder unter Kontrolle hatte und verstand was alle von mir wollten.
Mit einem Griff nach der Gabel erklärte ich: „Sie können weiter machen, es ist alles in bester Ordnung.“, und schob mir ein Stück der Erdbeertorte in den Mund. Sie musterten mich noch einen kurzen Augenblick, bevor sie zurück in den benachbarten Raum gingen um dort ihre Bewachung der Familie des Stellvertretenden Generaldirektors fort zu setzten.
Wieder fast auf der Höhe schaute ich auf die Monitore und streckte die Gabel wieder Richtung Erdbeerkuchen aus. Kurz wanderte mein Blick hinunter zu dem Teller und blieb schließlich an meinem Handgelenk hängen. Die wundgescheuerten Striemen ließen mir das Blut in den Andern gefrieren.
Sofort blickte ich hoch zu einem der Bildschirme.
Light saß auf seinem Schreibtischstuhl und schaute lächelnd in eine der Kameras. „Dein Bauch.“, formte er lautlos mit den Lippen.
Fassungslos fiel mir die Gabel aus der Hand und landete scheppernd auf dem Tellerrand. Reglos blieb ich einige Sekunden wie versteinert sitzen, bevor ich fast aus dem Sessel sprang, in das Badezimmer hechtete, dort die Tür zu schlug und sie schwer atmend verschloss.
Unruhig schaute ich mir durch den Spiegel hindurch in die Augen, bevor ich mit zitternden Fingern mein Shirt auszog. Als ich mich nun im Spiegel betrachtete weiteten sich meine Augen erneut vor Schock. Das Blut sickerte langsam aus den vielen Schnittwunden heraus. Sie waren nicht all zu tief aber es würden trotz allem gut sichtbare Narben zurück bleiben. Immer deutlicher konnte ich die Buchstaben auf meinem Bauch erkennen und als ich lass was dort stand ließ ich fassungslos und völlig schockiert mein Shirt zu Boden fallen.
„I love Kira.“
Immer wieder lass ich die Worte, in der Hoffnung das diese nur Fantasiegespinste seien.
Doch je häufiger ich sie lass und schließlich über die Wunden strich, wurde mir umso deutlicher bewusst, dass es alles war, aber kein Trugbild meines eigenen Gehirns, das versuchte mir einen schlechten Streich zu spielen.
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