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Elektroshocker

GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Abigail "Fetch" Walker Brooke Augustine Delsin Rowe
09.11.2014
09.11.2014
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Ein dreckiges Loch, dieses Curdun Cay-Gefängnis. In Toiletten wurde so gut wie gar kein Geld gesteckt, jedenfalls kam es mir gerade so vor. Aber da meine Hände gefesselt und nicht zu benutzen sind, ist einem ja so ziemlich klar, wie das ganze hier funktioniert. Eine Schande war es, dass ich überhaupt gefesselt war, wer würde es schon mögen, gefesselt zu werden, ohne, dass man etwas verbrochen hatte.

Dass ich immer noch in diesem Drecksloch saß, hatte ich drei Conduits zu verdanken. Sie waren die ersten, die überhaupt die Chance bekommen hatten, aus diesem Ort der Schande herauszukommen. Nicht einmal dem allerersten Truck war es gelungen an seinem Ziel anzukommen, ohne, dass er von drei Conduits, die offenbar nur an sich selber dachten, anstatt Rücksicht auf die anderen zu nehmen und ihnen eine Chance aus diesem Gefängnis und somit aus den Händen von Brooke Augustine, das schlechteste, was Seattle passieren konnte, herauszukommen.

Ich hatte gedacht, genau das wäre meine Chance gewesen. Sie hätten das D.U.P für eine Zeit abgelenkt, und ich wäre inzwischen geflüchtet, aber nein - ich war immer noch hier.

...


Meine Trainingseinheit in der Arena hatte ich heute bereits überstanden, es war nicht so, dass es mir schwer fiel, viel mehr war ich unterfordert. Mit fünfzehn Jahren  hatte ich meine Kräfte bekommen und konnte sie damals noch nicht voll ausnutzen, mit der Zeit wurde ich besser, indem ich großen Jungs, die mich immer nur als das kleine Mädchen, das nicht auf sich selbst aufpassen konnte (das behaupteten sie übrigens nur, weil ich nicht wirklich groß war)sahen, den Arsch versohlte. Es stimmte, ich war schwach und klein gewesen, jetzt bin ich immer noch klein, aber keineswegs mehr schwach.

Ich saß allein (wie es sich gehörte) in meiner Zelle und überlegte, ob es überhaupt einen Weg hieraus gab. Irgendwann würde sich einer finden, aber die Frage war hier nur ,wann'? Eins war klar: Ich würde mich nicht kampflos ausliefern lassen, nein, so war ich nicht, ich würde kämpfen, kämpfen für meine Freiheit. Aber bis dahin würde sicher noch eine gewisse Zeit vergehen müssen.

Die gewisse Zeit stellte sich als einen Monat heraus; wir alle hörten von einem Conduit, namens Delsin Rowe, der es wohl geschafft haben sollte, ihr zu entwischen, aber ob das alles stimmte... dabei war ich mir noch nicht ganz sicher.

Eine Woche später bestätigte sich das Gerücht. Ihm war es tatsächlich gelungen und wir wussten, die Chance war da! Damals hatte ich keine Ahnung, was für eine Art Conduit er war, einer, der Kräfte von anderen aufnehmen konnte. Auf die schlaue Idee, dass er auch meine übernehmen wollte, war ich noch nicht gekommen, erstmal musste ich hier schließlich herauskommen.

Noch eine Woche später.

Es war ein ganz normaler Morgen, ich hatte gerade mein Sparmenü zu mir genommen, als ich eine Gruppe Conduits unmittelbar in meiner Nähe bemerkte. Wieder dieser Name, Delsin Rowe. Es schien ein neues Gerücht über ihn und seine Taten zu geben.
Ich zögerte nicht lange, stand von meinem Posten auf und näherte mich ihnen.

,,Er hat's tatsächlich geschafft", hörte ich jemanden sagen.
,,Würde den Kerl gerne mal kennen lernen", darauf eine andere.
,,Er hat 'ne Freundin, hab gehört das soll Fetch sein" Dann lachten sie wieder, dieses mal lauter. Kaum einer hatte mich bemerkt. Erst als Dean, ein besonders beliebter Conduit nah an mir vorbei ging und sich dem Kreis anschloss, drehten sich die anderen um und bemerkten mich, wie ich allein in der Ecke stand und sie wie eine Verrückte anstarrte.

Ich war nicht wirklich beliebt hier, sie hassten mich, um genau zu sein. Eigentlich waren es bloß deren 'Anführer', die mich nicht leiden konnten, die anderen schlossen sich bloß an, schienen mich aber trotzdem zu verabscheuen. Manchmal hörte ich sie über mich reden, sie mochten mich einfach nicht, mir war das eigentlich egal, nur wenn es mir zu viel wurde, ging ich einfach weg. Ja... hier gab es auch Gruppen, Außenseiter und
die Beliebten. Naja, wie es aussah, würde es bald einen Ausweg geben.

,,Wen haben wir denn da?", sagte Dean und drehte sich zu mir um.
,,Könnte ich meine Kräfte benutzen, hätte ich dich schon längst umgebracht", sagte ich und seufzte, sodass sie es hören konnten. Wieder lachten sie, drehten sich aber glücklicherweise wieder weg und setzen ihr Gespräch fort. Ich hörte noch etwas wie ,Bald sind wir hier endlich raus' und ,Dann zeigen wir ihr's', aber ich machte mir keine weiteren Sorgen.
 
 
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