Where Fortune Will Lead Us

von - Leela -
GeschichteAbenteuer / P12
Kong sr. Spenser sr. Tracy Zero
08.11.2014
08.11.2014
1
1446
 
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
 
Diese Geschichte ist dem Projekt »Road Trip« von »jazzalice« gewidmet.

Anm. d. Aut.: Um Verwechslungen zu vermeiden: Wir machen einen Zeitsprung zurück in die Jugend der Väter von Eddy und Jake! ^^

Have Fun!

________________________________________________________________________________________________________


Schicksalshafte Begegnung

Spenser stellte den Koffer am Straßenrand ab und nahm demoralisiert darauf Platz. Das hatte er nun davon! Dies war der vierte Job in dieser Woche, aus dem er rausgeflogen war.
      Er hatte es sich so einfach vorgestellt, als er gesagt hatte, er würde sein Leben in die Hand nehmen. Keine Ausbildung, keine Wohnung, kein Cent in der Tasche. Und die Predigten seines Vaters, er solle etwas vernünftiges aus seinem Leben machen, war er leid! Warum bildete sein alter Herr sich ein, daß man nur etwas aus seinem Leben machen konnte, wenn man seinen Lebensstil verfolgte? Er war nicht der Typ, eine klischeehafte Ausbildung durchzuziehen, um dann in einem langweiligen, kleinbürgerlichen Job zu enden!
      Als er vor gut zwei Wochen gegangen war, hatte er seinem Vater beweisen wollen, daß er all das nicht brauchte. Sein Vater hatte es gelassen genommen und mit einer lapidaren Geste auf die Haustür gewiesen. Und jetzt saß er hier, mit nicht mehr als einen abgebrochenen Musikstudium in der Tasche, und dem Hotel im Hintergrund, in welchem sein Charme die verärgerten Hotelgäste auch nicht mehr hatte besänftigen können, nachdem er mehrere Zimmer doppelt belegt hatte. Langsam zweifelte er selbst, daß er es je zu etwas bringen würde. Wahrscheinlich hatte sein Vater sogar Recht. Aber er würde nicht klein beigeben und nach Hause zurückkehren, so viel war klar! Wie, wußte er noch nicht, aber er würde nicht reumütig bei seinem Vater angekrochen kommen, und ihm noch den Triumph und die Genugtuung überlassen! – Doch, wo sollte er jetzt hin…?
      Noch in seine Gedanken hinein hielt plötzlich ein Auto vor ihm – ein weißer 1929er Whippet. Das Verdeck war runtergeklappt. „Kann ich dich ein Stück mitnehmen, Partner?“
      Spenser mußte erst mal schalten, daß er gemeint war und sah perplex auf. Den Fahrer kannte er nicht. Doch vielleicht war das nicht die schlechteste Idee. Unterwegs würde ihm schon etwas einfallen, wie er jetzt weitermachen wollte; und vielleicht hatte der Fremde ja sogar eine gute Idee. Sympathisch sah der junge Mann mit dem Hut und der legeren Kleidung jedenfalls aus. „Ja! Wenn es keine Umstände macht…“
      Der Typ mit dem gelben Nummernshirt nickte in Richtung Beifahrersitz. „Spring rein!“
      Das ließ sich Spenser nicht zwei Mal sagen. Er sprang auf, nahm seinen Koffer - sein ganzes Hab und Gut - und hievte ihn auf den Rücksitz, bevor er sich zu seinem unwillkürlichen Gastgeber in das Auto gesellte. „Vielen Dank! Das ist ein Wink des Schicksals!“ bedankte sich Spenser, als der andere den Whippet startete.
      „Kein Problem! Du sahst aus, als könntest du eine Mitfahrgelegenheit gebrauchen. – Wo soll es denn hingehen?“
      „Wenn ich das wüßte!“ ließ sich der dunkelhaarige junge Mann resigniert vernehmen, während er gedankenverloren auf die Straße starrte, die unter ihnen dahinrauschte.
      Er bekam einen erstaunten Seitenblick. „Kein Ziel?“
      „Kein Ziel, kein Job, keine Bleibe, kein Geld, keine Hoffnung!“ brachte Spenser es auf den Punkt. „Ich kann nicht einmal etwas zum Sprit dazugeben. Aber ich könnte den Wagen waschen, wenn Sie es möchten!“
      „Jetzt mal nicht so förmlich, Kumpel!“ hakte der andere ein und gab ihm beim Fahren die Hand. „Jack Kong.“
      „Eddie Spenser.“ stellte er sich nun auch vor, während er die Geste erwiderte. „Wohin fährst du denn?“ erkundigte er sich.
      „Dorthin, wo mich meine Intuition hinführt!“ war die tiefgründige Antwort. Jack Kong konnte den konsternierten Blick seines Begleiters förmlich auf sich liegen spüren. Ohne den Blick von der Straße zu wenden griff er hinter sich in eine Tasche, die zwischen Fahrersitz und Rücksitz eingeklemmt stand, und gab Spenser kurz darauf einen Flyer.
      Der junge Student überflog den Werbezettel und stockte verblüfft. „»Kongs reisende Handelsvertretung für Bedarf gegen Ungeziefer aller Art«?“ Er sah den jüngeren neben sich erstaunt an. „Und das funktioniert?“
      „Das wird sich rausstellen. Ich habe die Firma gerade erst gegründet!“
      Der junge Mann fiel von einer Überraschung in die nächste. „Äh, darf ich mal fragen, was du bisher gemacht hast?“
      „Nichts!“ gab Kong leichthin zurück. „Deswegen habe ich mir dies hier ja überlegt!“
      „Und das hier ist deine erste Tour?“ schlußfolgerte der Mann in dem graublauen Anzug. Dieser und die Krawatte, die er trug, waren das einzige hochwertige, was ihm von zu Hause geblieben war; gesponsert von seinem Vater in der Hoffnung, daß er vielleicht Bankkaufmann oder etwas ähnliches werden würde. Er hatte gehofft, damit auf seine Weise einen seriösen aufregenden Job zu bekommen. Wer hatte auch schon damit gerechnet, daß er jetzt neben einem unerfahrenen Ungezieferbekämpfer sitzen würde, der gerade vermutlich genauso am Ende der Nahrungskette stand, wie er selbst?
      „Das hier ist mehr als das!“ erklärte Kong enthusiastisch. „Ich habe mir vorgenommen, nicht eher nach Hause zurückzukehren, bis der Kofferraum leer ist!“
      Ein merkwürdiges Gefühl erfaßte Spenser. „Wieviel ist denn in dem Kofferraum?“ erkundigte er sich, einer bösen Ahnung folgend.
      „Oh, da ist schon einiges an Material drin! Mausefallen, Insektenspray, Fliegenfallen, ein kleines Sortiment fleischfressender Pflanzen…“
      Neben Kong schnappte Spenser geschockt nach Luft.
      Kong lachte. „Na gut, die fleischfressenden Pflanzen kommen das nächste Mal mit ins Sortiment. Aber ich habe wirklich vor, nicht eher Ruhe zu geben, bis ich das ganze Zeug an den Mann gebracht habe. Es war teuer genug, sich das Startkapital und die erste Ware zuzulegen. Geld für eine Hotelübernachtung habe ich jedenfalls dabei, wenn es darauf ankommt. Im Zweifel fahre ich eben morgen wieder zurück.“
      Spenser ließ die angehaltene Luft entweichen. „Mutig!“ kommentierte er.
      „Ohne Mut kommt man zu nichts!“ war die treffende Antwort.
      Das Prinzip kam Spenser vage bekannt vor. Er musterte den Fahrer von der Seite her. „Du brauchst nicht zufällig einen Partner in deiner Firma, oder?“
      Kong warf seinem Beifahrer einen schnellen Blick zu. Auch wenn der mittellose Student kaum etwas beizusteuern hatte, einen seriösen Eindruck machte er. „Kannst du verkaufen?“
      Spenser stockte überrascht. „Ja, ich denke schon!“
      „Dann bist du dabei!“
      So schnell konnte es gehen! Heute morgen noch hatte er darum gebettelt, seinen Job im Hotel nicht zu verlieren, und jetzt war er der Co-Partner eines Ungeziefermittelhandelsvertreters. Er hatte noch keine Vorstellung, wo ihn die Reise hinführen würde, doch die Herausforderung nahm er gerne an. Jetzt begann der Teil des Lebens, auf den er förmlich gewartet hatte, um seinem Vater zu beweisen, daß nicht nur ein Weg zum Erfolg führte. Und er kam nicht umhin, eine unbändige Freude in sich zu spüren.
      Kong selbst schien es gelassen zu nehmen. Wahrscheinlich gehörte er ohnehin zu den bodenständigeren Menschen, die sich nie aus der Ruhe bringen ließen, trotz der kuriosen Geschäftsidee. Ein bißchen erinnerte der Jüngere Spenser sogar an seinen Vater, doch auf eine angenehme Weise. Er würde sehen, wie gut die beiden miteinander auskamen. Im Augenblick schien es jedenfalls so, als hätte tatsächlich das Schicksal sie zusammengeführt.
      Das erste Ziel auf Kongs Route war eine Gegend außerhalb der Stadt. Diese steuerte das neu gefundene Team nun an. Und so ließen sie Milwaukee hinter sich.
Review schreiben