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Aqua sanat - Wasser heilt

Kurzbeschreibung
GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
06.11.2014
25.03.2020
52
102.011
7
Alle Kapitel
136 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
15.03.2015 2.934
 
Holla die Waldfee (oder so ähnlich) ♡
Hier ein Kapitel an euch, meine Weltbeste Leserschaft! Ich hoffe es gefällt euch und ich bitte um eure Review!! :D
Das Kap ist mal wieder etwas länger und im Mittelteil bin ich nicht so zufrieden, da dürft ihr gerne kritisieren ! (Ihr dürft auch woanders kritisieren ^^)
Naja... Also schreibt mir Reviews und ansonsten...
Viel Spaß beim lesen ♥


Still schweigend schauten wir den dunkel gekleideten Männern hinterher, die schließlich im mathematisch-naturwissenschaftlichen Gebäude verschwanden.
Ein Mord! Scheinbar mitten am Tag und uns Schülern wurde nichts davon erzählt... Sofort fragte ich mich, wen man umgebracht hatte. Sie kamen aus Walhalla also musste es ein Mädchen sein, wahrscheinlich eine Walküre oder eine Amazone. Da schlimmste an der ganzen Sache war aber, dass welche von ihnen hier waren. Irgendwo liefen gerade Schnitter herum und rieben sich zufrieden die Hände.
„Lasst uns gehen. Irgendwohin wo es sicherer ist...“, murmelte Sam und wand sich unter Ruby's Beinen frei. Die Walküre griff nach ihrer Tasche und marschierte auch schon los.
„Kommt jetzt!“, rief sie, jetzt ungeduldiger, und Ruby und ich sprangen mit unseren Sachen auf und liefen Sam hinterher.
„Was sollen wir jetzt machen?“, fragte ich und blickte mich immer wieder um. Zu groß war meine Angst hinter einem Baum könntejemand lauern.
„Wir gehen jetzt zu mir und dann gleich ganz normal in den Unterricht. Auf jeden Fall treffen wir uns heute noch mit den anderen um ihnen davon zu erzählen, wir können nämlich auf jeden Fall davon ausgehen, dass Ilias dahinter steckt. Außerdem müssen wir rauskriegen, wen man umgebracht hat“, entschied Sam und öffnete die Tür vom Nysa.
Schnell erklommen wir die Stufen in den ersten Stock, wo auch ich mein Zimmer hatte und Sam führte uns zu einer Tür am Ende des Ganges. Unsere Mienen waren verhärtet, unsere Schritte angespannt und sogar Ruby sah sehr ernst aus. Sam schloss die Tür auf und ließ uns eintreten.
Das Zimmer der Walküre war genauso wie ich es mir vorgestellt hatte. Dunkelgraue Wände, ein schwarzes Metallbett, schwarze Holzmöbel und dunkle Vorhänge. Von der Decke hing ein Kronleuchter und mir fielen die vielen Bücher auf. Eine ganze Wand war mit Bücherregalen vollgestellt und dann gab es noch ein DVD-Regal, zudem mehrere Statuen von dem Kriegsgott Ares, dem Gott dem sie diente.
„Fühlt euch wie zu Hause..., aber lasst meine Sachen in Ruhe“, erklärte Sam und warf sich auf ihr Bett.
„Liebe Worte...“, meinte Ruby seufzend und setzte sich auf einen dunkelroten Holzstuhl und schwieg. Genau wir Sam und ich.

Es war sterbenslangweilig gewesen, aber das schien ja heute alles zu sein... bis auf den Mord natürlich. Ich saß wieder im Unterricht und lauschte dem Matheunterricht von Professor Neith. Die Professorin schien geradezu begeistert von ihren Integralen und sprang an der Tafel herum, als würde sie ihren Lebtag nichts anderes tun. Ich folgte jeder ihrer Bewegungen mit meinen Augen, aber ihr Herumgehüpfe machte das Aufpassen wirklich sehr schwer.
Irgendwann erlöste mich der Gong von meinen Qualen und mit ein paar wenigen Handgriffen hatte ich mein Schulmaterial in meiner Tasche verstaut und sie mir über die Schulter geworfen. Offiziell war mein Schultag jetzt zu Ende, doch ich musste ja noch in den Biolaboren aushelfen und später hatte ich auch das erste Mal seit Wochen wieder Schwimmtraining, außerdem hatte Samantha um halb sieben ein Treffen in der Bibliothek einberufen.
Mathematik hatte ich nur mit Aaron und leider war der ziemlich mit Willow beschäftigt, weshalb ich möglichst unauffällig hinter den beiden her schlich. Dem Wikinger hatte ich noch nichts von dem Mord erzählt, Ruby hatte darauf bestanden es zu verkünden, ich glaubte sie hatte eine kleine Schwäche für Tratsch, genau wie Maar. Wenn man vom Teufel sprach... Ich sah ihre goldblonden Haare schon von weitem und grinsend fing sie mich ab.
„Bereit für den Unkrautgarten?“, fragte sie mich etwas zu euphorisch.
„Mmmmhhhh...“, machte ich und rief Aaron noch ein „Ciao!“ hinterher, ehe ich mich bei Maar unterhakte und wir uns in Richtung der Biolabore aufmachten.
„Was ist denn mit dir los?“, fragte meine beste Freundin und kniff mich aufmunternd in die Seite.
„Heute ist schon ganz schön viel passiert...“, sagte ich leise und blickte auf meine schwarzen Turnschuhe.
„Ich weiß...“, seufzte Maar und zog mich enger an sich. Wie immer roch sie ganz wunderbar nach Blumen und diese Gewohnheit hatte etwas tröstliches.
„Was weißt du denn genau?“, fragte ich skeptisch. Hatte ihr doch schon jemand etwas von dem Mord erzählt?
„Das mit Adam... Ich hab Selina vorhin getroffen, sie war ganz aufgelöst. Metis hat sie in die Obhut des Protektorats übergeben, die sind jetzt mit ihr ans Meer, sie hatte wohl schon Entzugserscheinungen.“ Bei den letzten Worten kicherte die Huldra und auch ich musste grinsen, denn ich kannte dieses Gefühl nur zu gut.
„Weißt du, langsam wird mir einfach alles zu viel...“, sagte ich nach einer langen Pause und Maar hielt an.
„Ich weiß.... Und ich kenne etwas, dass vielleicht ein klein wenig hilft“, meinte die Huldra und ihre smaragdgrünen Augen glitzerten. Sie kam zu mir und nahm mich fest in den Arm.
Ich weiß es klingt albern, aber es half wirklich sehr! Wir verharrten bestimmt mehrere Minuten so vor den Biolaboren, als jemand die Tür aufriss und rief: „Hier steckt ihr also!“ Ich löste mich von Maar und sah zu der grinsenden Quinn die in der offenen Türe stand. Die Schamanin war in weite Gewänder gehüllt und hatte sich die Dreads zu einem riesigen Dutt aufgetürmt, der in etwa so groß wie ihr Kopf war. Darum hatte sie sich ein Tuch gewickelt und sah tatsächlich wie eine Medizinfrau aus.
„Ich warte schon seit 10 Minuten auf euch! Kommt schon“, sprach die junge Schamanin, machte eine einladende Handbewegung und glitt zurück in ihr Refugium. Maar und ich folgten ihr schweigend.
„Also ihr müsst den Setzlingen, die die Frischlinge heute gepflanzt haben, beim Wachsen zuschauen und dann...-“, erklärte Quinn und führte uns in einen abgetrennten Bereich, bevor sie unterbrochen wurde.
„Moment was? Wir gucken Grünzeug beim Wachsen zu?“, fragte Maar ungläubig. Vor uns waren zwei lange Reihen Tische aufgebaut auf denen sich kleine Töpfe mit irgendwelchen Büschen befanden.
„Jep, Allium nigrum oder besser Schwarz-Lauch. Ziemlich coole Pflänzchen, wenn man sie bewässert wachsen sie sofort vor deinen Augen“, meinte Quinn stolz und grinste. Skeptisch warf ich einen Blick auf die Kübel. Im Grunde sah es aus, als wüchse da nur Gras, aber ich erkannte vereinzelte Stängel mit Knospen in jedem Topf.
„Und warum müssen die beim Wachsen beaufsichtigt werden?“ Mir war ernsthaft nicht klar was das bringen sollte.
„Wir sind scharf auf die Blüten und die müssen geschnitten werden sobald sie sich geöffnet haben. Keine Sekunde früher sonst kann man die in die Tonne kloppen“, sagte Quinn und reichte Maar und mir jeweils eine Gießkanne und eine Gartenschere.
„Viel Spaß euch, ich bin beim Kräuter-Tresor falls ihr mich braucht.“
Quinn war keine Sekunde weg, da stöhnte ich. Laut.
„Das hab ich genau gehört Sirene! Heb' dir das für deinen Spartaner auf!“, rief Quinn und Maar begann zu kichern.
„Jetzt sag' mir nicht, dir macht es Spaß dem Grünzeug zuzugucken...“, grummelte ich und befüllte meine Kanne mit Wasser.
„Es gibt weitaus schlimmeres... Zum Beispiel den Tag mit Ruby in der Leichenhalle zu verbringen“, antwortete sie grinsend, schnappte sich einen kleinen Holzhocker und setzte sich vor den ersten Topf. Ich holte mir einen Klappstuhl und setzte mich neben meine Freundin.
„Hast du ne Ahnung wie viel Wasser die brauchen?“, fragte ich und beäugte die Halme vor meiner Nase.
„Ich würde sagen ein guter Schuss darf es schon sein“, sagte Maar und mir klappte der Kiefer runter, als sie beinahe die halbe Gießkanne über dem Töpfchen ausleerte.
Der Effekt ließ auch nicht lange auf sich warten. Erst wurde der kleine Stängel immer länger und dann immer dicker und das alles wurde auch immer schneller. Maar und ich hockten mit staunenden Gesichtern vor diesem komischen Lauch der jetzt bestimmt einen Meter hoch war und dessen Knospe wuchs und langsam begann sich zu öffnen. Wir sprangen auf, bereit die Blüte abzuschneiden und in dem Moment war ich echt froh, dass Maar ein ganzes Stück größer als ich war, denn für mich lag diese in unerreichbarer Höhe. Irgendwann war die Knospe fast offen, als mich etwas ins Stocken brachte.
„Ähhh Maar? Sollen wir die große Blüte abschneiden oder jede einzelne Kleine?“, fragte ich und mein Blick ruhte auf den weißen sternenförmigen Einzelblüten mit einem schwarzen Kreis in der Mitte. Die große Blüte war ein Ball aus vielen kleinen und ich war ernsthaft überfordert.
„Ich hab keine Ahnung...“, zweifelte Maar und schnitt rasch die nun vollständig geöffnete Blume ab. Sie hielt sie mir hin und ich nahm das Grünzeug entgegen. Zu meinem Erstaunen stank die Blume regelrecht und ich rümpfte die Nase.
„Wir fragen am besten Quinn“, entschied Maar und ging auch schon los. Wie ein braver Hund folgte ich ihr natürlich.
Selbst wenn wir nicht mehr gewusste hätten, wo der Tresor mit den ach so exklusiven Kräutern war, die Protektoratsmitglieder die sich um den Raum versammelt hatten und in dessen Mitte Quinn stand, hätte man nicht übersehen können. Was war heute eigentlich nur los?
„...Wenn ich es Ihnen doch sage, ich habe keine Ahnung ob etwas fehlt. Ich archiviere die gelagerten Mittel nicht. Hier gehen jeden Tag zig Schüler und Lehrer ein und aus und wenn die etwas bestimmtes brauchen kriegen die das auch, da verliert man den Überblick. Außerdem sehen Sie doch was hier drinnen los ist, so viele Kräuter haben Sie doch bestimmt noch nie auf einmal gesehen“, schnaubte Quinn und sie redete so laut, dass Maar und ich mithören konnten. Die dunkle Haut der Schamanin kaschierte ja so einiges, aber die Röte die ihr vor Wut ins Gesicht gestiegen war, sah man sehr gut.
„Ja Miss, aber bitte versuchen sie sich nochmal zu erinnern. Für die Ermittlungen wäre das sehr hilfreich.“ Ein hochgewachsener junger Mann hielt ein Klemmbrett in der Hand und versuchte nun Quinn zu beruhigen, als er uns entdeckte. Wir gingen die letzten drei Meter zu dem Trupp und richteten uns an Quinn.
„Ähhh, wir wollten nur fragen, ob wir die einzelnen Blüten abschneiden sollen oder die ganze Kugel“, sagte Maar und deutete auf die Blume in meinen Handflächen.
„Also ihr braucht...-“, begann Quinn wurde aber unterbrochen.
„Wer sind Sie? Zu den Laboren haben gerade nur Befugte Eintritt! Wie sind Sie hier reingekommen? Und was haben Sie heute zwischen zwölf und dreizehn Uhr gemacht?“ Seine Stimme war tief und forsch und mit kalten, blauen Augen musterte er mich und Maar.
„Die beiden arbeiten hier, aber sie können ihre Schicht ja jetzt beenden, wenn sie so unbefugt sind. Ich bringe sie zur Tür.“ Im Stillen dankte ich Quinn für ihre Rettung auf zwei Ebenen. Ich wurde vom Dienst verschont und musste diesem Heini nicht Rede und Antwort stehen. Die Blume legte ich beiseite und ließ mich von Quinn zum Ausgang schieben.
„Was machen die hier?“, fragte ich die Schamanin, deren Gesicht sich verdüsterte.
„Du meinst neben dem Rumschnüffeln in meinem geliebten Labor? Heute wurde im Tresor eingebrochen. Keine Fußspuren oder Fingerabdrücke, weshalb die Spaten von einem Ninja oder so ausgehen. Das Problem ist, dass wir nicht wissen was gestohlen wurde oder ob überhaupt etwas fehlt, aber ein paar von den Sachen da drinnen können echt Schaden anrichten. Naja, und weil wir nicht wissen was weg ist können die auch kein Motiv erstellen und hängen in einer Sackgasse. Das ist ein Scheiß... Ihr könnt von Glück sagen, dass das nicht euer Problem ist, die machen den Laden hier wahrscheinlich für die nächste Zeit dicht.“
Quinn klang unglaublich traurig und mir wurde bewusst wie sehr sie die Biolabore lieben musste. Was mir aber am meisten Sorgen machte war, dass der Einbruch parallel zum Mord stattgefunden haben musste.

„So in diesem Halbjahr hat Ilias uns ja verlassen, aber wir haben auch Neuzugänge in unserem Team. Willow Finnley und Lydia Kingsley. Setzt euch Mädchen, dann können wir anfangen“, verkündete Trainer Lir und schob Willow und Lydia in die Richtung der Bank auf der ich und mein Team saßen.
Die beiden Walküren bedeckten nur ein paar Schüre und die gierigen Blicke meiner überwiegend männlichen Teamkollegen entgingen ihnen nicht. Selbstgefällig stolzierten sie an mir vorbei und setzten sich ans Ende der Bank. Was zur Hölle wollten die denn jetzt im Schwimmteam? Das konnte doch nur ein schlechter Scherz sein, die würden doch flennen wenn ihnen die Mascara runter lief und soviel wie die beiden trugen, würde das heute früher oder später definitiv passieren. Waterproof hin oder her.
„Lena? Hast du mir zugehört?“ Oh verdammt! Lir sah mich grinsend an. Ich saß als Letzte noch auf der Bank und schnell ging ich den anderen hinterher, einige waren sogar schon im Becken.
„Zwölf Bahnen einschwimmen, Lena!“, rief Lir mir hinterher und mit einem gekonnten Köpper sprang ich ins Wasser. Es dauerte nicht lange, da hatte ich Willow und Lydia eingeholt, die etwas unbeholfen durch das gechlorte Wasser paddelten und ihre Köpfe gen Himmel reckten um ihr Gesicht vor dem Wasser zu schützen. Ich verdrehte die Augen und schwamm mit ein paar kräftigen Zügen an ihnen vorbei. Wenn die jetzt immer in meinem Team schwimmen wollten, würden wir keinen einzigen Wettkampf mehr gewinnen.
Das Schwimmtraining verlief ansonsten recht ruhig, es gab nur einen kleinen Aussetzer von Lydia, die sich beschwerte, dass ich genetische Vorteile hatte und weil mir klar war, dass die Walküre nicht mein Aussehen meinen konnte schoss urplötzlich eine Fontäne aus dem Becken und in das geschminkte Gesicht des Flittchens. Alle Vorwürfe wehrte ich natürlich ab.
Jetzt stand ich in der kleinen Einzelkabine und schälte mich aus meinem schwarzen Trainingsbikini, als ich recht unfreiwillig ein Gespräch zwischen zwei gewissen Walküren mithören konnte.
„Es hätte mal lieber die Sirene erwischen sollen statt Penelope. Ich meine die war wenigstens zu etwas gut. Ein Weichei, aber dafür kein Miststück“, flüsterte Lydia verachtend. Da wurde ich hellhörig.
„Ja, vor allem sah Penelope besser aus“, kicherte Willow. Von was für einer Penelope sprachen die eigentlich? Ich schnaubte leise, zog mir meine restlichen Klamotten über, band mir die feuchten Locken hoch, öffnete die Tür und schmiss diese dann geräuschvoll zu. Die erstickten Quicker der Walküren hörte ich nur noch nebenbei, so sehr rauschte das Blut in meinen Ohren. Mein Handy vibrierte in meiner Schwimmtasche und hastig kramte ich es hervor, während ich auf den Ausgang zusteuerte.
„Ja?“, meldete ich mich und klemmte das Handy zwischen meine Schulter und mein Ohr um meine Tasche wieder zu schließen.
„Hey, ich bin's!“
„Maar! Was gibt’s?“
„Ich wollte nur sagen, dass ich schon in der Bibliothek bin. Du musst mich also nicht mehr abholen.“
„Okay, alles klar. Bis dann.“ Ich legte auf und warf einen Blick auf die Uhr. Ich hatte noch eine halbe Stunde Zeit, genug um mich umzuziehen. Mit schnellen Schritten trat ich raus in die kühle Abendluft und wollte nach links abbiegen, als sich eine Hand um meinen Arm legte.
„Lena! Warte!“ Ich drehte mich um und erblickte Ryan der mich anlächelte und dann einen Arm um meine Taille schlang und mich an sich zog.
„Klingt es verrückt, wenn ich sage, dass ich dich vermisst habe?“, fragte er und strich mir vorsichtig über die Wange. Ich grinste.
„Ein bisschen, also lass mich bloß los, du Stalker“, antwortete ich und gab ihm einen Klaps auf die muskulöse Brust. Er ließ sich davon nicht wirklich beeindrucken, was ja auch kein Wunder war, stattdessen versuchte er mich zu küssen, aber um ihn zu ärgern wich ich ihm aus und stieß ihn weg.
„Kommst du mit zu mir? Ich will mich noch fertig machen, meine Haare sind noch ganz nass.“

Geschniegelt und gestriegelt gingen Ryan und ich in die Bibliothek. Wir waren fünf Minuten zu früh, aber Maar war ja da und besser zu früh als zu spät. Ryan war ganz aufgekratzt und seine Lippen fanden immer wieder den Weg zu meiner Haut, was beim Gehen echt lästig war. Immer wenn er mich küsste brannte mein Körper und mir wurde kurz schwummerig und irgendwann wurde es so schlimm, dass ich ihm ein einstweiliges Verbot erteilen musste.
Als wir durch die Bibliothek traten war diese schon gespenstisch leer, was aber kein Wunder war. Um diese Zeit waren die meisten Schüler mit ihren Arbeiten fertig und genossen ihre Freizeit.
„Maar?“, rief ich und ihr Name hallte durch den riesigen Saal. Ich bekam keine Antwort, das Einzige was ich vernahm war ein kurzes, leises Wimmern.
„Maaaaaaar?“, rief ich wieder und schleifte Ryan mit in die Richtung aus der ich das Geräusch gehört hatte.
„Lena, warte“, flüsterte mein Freund und nestelte an seinem Rucksack herum. Er zog ein römisches Kurzschwert hervor, welches er mir gab und angelte auch noch nach einem Dolch.
„Was soll das?“, zischte ich und betrachtete ungläubig die Waffe in meinen Händen.
„Vorsichtsmaßnahme“, grummelte Ryan und ging dann voran. Wir schritten an den vielen Regalreihen vorbei und warfen in jede einen Blick, als ich wieder dieses Wimmern hörte und schließlich wusste ich auch wo es herkam. Es kam definitiv aus der Reihe über der die Statue von Artemis thronte. Langsam schwante mir Böses.
Ich gab Ryan ein Handzeichen und er verstand. Wir schlichen uns an das Regal und lugten vorsichtig hinter dem dunklen Holz hervor und was sich mir da bot, ließ mich erschaudern.
Adam saß mit angewinkelten Beinen und starrem Blick auf dem Boden, schaukelte sich vor und zurück und wimmerte vor sich hin. Neben ihn lag eine schwarzer Dreizack, den Adam fest umklammert hielt. Doch das war noch nicht das Schlimmste!
Sein Blick hing an Maar, meiner besten Freundin, die rücklings auf dem Boden vor den Augen ihrer Göttin lag und unter der sich ein roter Blutteppich gebildet hatte.
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