Aqua sanat - Wasser heilt

GeschichteRomanze, Fantasy / P16 Slash
06.11.2014
25.03.2020
52
102.011
7
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06.11.2014 1.844
 
Hey ihr Lieben *-*
Also um allgemeine Verwirrung vorzubeugen: Ich habe Lena einem Makeover unterzogen, allerdings nur an ihren Haaren. Ich hatte lange überlegt und mich für rot entscheiden, obwohl es mir nicht so gefiel. Dann wurde ich noch von der lieben Robin, vielen Dank nochmal, darauf aufmerksam gemacht, dass es ziemlich unrealistisch ist in Verbindung mit der gebräunten Haut. Deshalb hat Lena jetzt dunkle Locken, alles andere bleibt aber so :)
Viel Spaß beim lesen <3


Ich stand vor dem Spiegel in meinem Zimmer. Gleich wollte ich mich mit Ilias treffen, aber vorher musste ich noch meine Tasche packen. Ich war grade gut gelaunt vom Mittagessen gekommen. Es hatte Pizza gegeben, zwar mit exotischen Belag aber immerhin. Nun versuchte ich meine dunklen Locken irgendwie in einen Pferdeschwanz zusammen zu binden, scheiterte aber mal wieder kläglich. Egal es musste auch mit offenen Haaren gehen. Ich schnappte mir meinen hellblauen Lieblingsbikini und warf ihn zusammen mit einem Handtuch in meine Tasche. Während ich mich auf den Weg zum Schwimmbad machte schaute ich auf mein Handy und las die Nachricht die Maar mir geschickt hatte. Es ging im wesentlichen darum, dass Ginger Kennedy, das ultimative Flittchen der Schule und eine Walküre mit hitzigem Temperament, sich an Bojar rangemacht hatte. Schlampe.
Als ich ankam hielt ich direkt auf die Umkleiden zu und als ich fertig war und in die Schwimmhalle trat, war Ilias auch schon da. Oh er war so gutaussehend. Mit einem strahlenden Lächeln winkte er mich zu sich und als wir uns gegenüberstanden musterte er mich. „Gut siehst du aus, Lena. War das Mittagessen so lecker.“ Gott! Ich wurde rot. „Es war zu köstlich, da musste ich mir einfach den Bauch vollschlagen.“ Ilias lachte und ich stimmte ein. „Wollen wir?“ Er nickte Richtung Becken. „Na klar, aber ich bin noch nicht aufgewärmt.“ „Ich auch nicht, aber ich bezweifle, dass du mit mir gemächlich durchs Becken schwimmst.“ Er hatte Recht. Wenn ich in meiner Freizeit schwamm, benutze ich meine Flosse, nur beim offiziellen Training und bei Wettkämpfen war mir so etwas natürlich verboten, also nickte ich und sprang kopfüber ins Wasser. Ich konzentrierte mich und spürte das angenehme Prickeln in meinen Beinen während ich zusah wie meine Beine in einem silbernen Glühen miteinander verschmelzten. Es war witzig, wie Ilias wie immer fasziniert zusah und erfüllte mich ein wenig mit Stolz. Ich sah an mir hinunter. Wo vorher meine Beine gewesen waren, befand sich nun eine lange, starke, silberne Flosse mit einzelnen türkis schimmernden Schuppen. Es sah schon ziemlich magisch aus selbst für Mythos und ich musste lächeln. „Wir sehen uns in 10 Minuten“, rief ich Ilias noch zu bevor ich untertauchte und mit kräftigen Flossenschlägen durch das Wasser sauste. Die Bahnen auf Mythos waren Gott sei Dank länger als normalerweise, sonst hätte ich mir wohl ständig den Kopf gestoßen. Nach mehreren Minuten wurde es mir langweilig und ich fühlte mich aufgewärmt, also tauchte ich hinab auf den Boden und beobachtete die Schwimmer über mir. Ich richtete meinen Blick ans andere Ende des Beckens und wollte grade los schwimmen, als ein Räuspern erklang. Ich sah mich um. Die Schwimmer waren weg, dafür stand mir gegenüber ein großer Mann. Jawohl er stand im Wasser und ich erkannte ihn sofort, immerhin war ich ihm schon persönlich begegnet. „Poseidon“, sagte ich und war froh, dass die Toga, die seinen Lendenbereich umschwebte, nicht weiß und somit durchsichtig unter Wasser war. „Helena. Wie geht es dir?“ „Äh gut.“, sagte ich etwas verwirrt. „Wieso besuchst du mich?“ Der Gott trat näher und ich beobachtete ihn genau. Er hatte schwarze Haare und einen Vollbart und auf seiner breiten Brust prangte ein Dreizack. Poseidon war einer der großen drei neben Hades und Zeus und gehörte zudem noch zu den 12 mächtigsten olympischen Göttern. Man musste ihm also mit Ehrfurcht begegnen und hohe Ansprüche hatte er auch, doch leider war so etwas gar nicht meine Art und ich hatte das Gefühl, ich war nicht der Champion den er sich vorgestellt hatte.
„Ich habe eine Aufgabe für dich, Helena. Du weißt von den Artefakten und von Loki's Gefängnis. Leider ist es den Schnittern vergangene Nacht gelungen ein weiteres Siegel zu brechen.“ Erschrocken riss ich die Augen auf. Poseidon fuhr fort. „Als nächstes werden die Schnitter wahrscheinlich das Artefakt suchen, dass Nikes Champion versteckt hat, doch ich denke es wird nicht lange dauern bis sie es haben. Ihr Champion hat sich von Nike losgesagt und ihre Nachfolgerin ist noch längst nicht bereit. Sie ist noch ein Kind.“ Ich nickte, wusste aber nicht worauf er hinaus wollte. Ich hatte von ihr gehört. Grace Frost, Nikes Champion, war vor Jahren auf Mythos gewesen. „Weißt du was ich dir damit sagen möchte?“ Zur Antwort schüttelte ich den Kopf. Der Gott wurde ungeduldig ich sah es ihm an. Poseidon war keiner dieser super entspannten Götter, er war impulsiv! „Helena, du musst für mich den Zwölfgötteraltar finden, den dein Vater versteckte bevor er starb.“ Was hatte mein Vater damit zu tun? „Ich verstehe nicht...“ antwortete ich deshalb. Poseidon schüttelte den Kopf. „Du bist seine Tochter und du wirst ihn ganz bestimmt finden. Helena du bist mein Champion.“ Damit beugte er sich vorn über und drückte seine Lippen auf meine Stirn. Ich schloss die Augen und ich fühlte eine unbestimmte Macht in mir aufkeimen.  
Als ich die Augen öffnete war Poseidon weg und die Kraft die ich eben gespürt hatte war auch fort. Meine Lungen fühlten sich auf einmal schrecklich eng an und ich schoss mit einem kräftigen Schlag meiner Flosse an die Oberfläche. Kaum war ich aufgetaucht hörte ich Ilias nach mir rufen. Ich entdeckte ihn am Beckenrand und in wenigen Sekunden war ich zu ihm gepeitscht.
„Wo zur Hölle warst du? Ich dachte schon fast du wärst ertrunken!“ Er hatte sich ernsthaft Sorgen gemacht, ich sah es in seinen Augen. „Ich … ich bin einfach getaucht. Ilias für mich ist es fast unmöglich zu ertrinken!“ Ich lachte doch Ilias schaute mich immer noch mit gerunzelter Stirn an. „Ja aber nur fast unmöglich! Irgendwie geht es bestimmt. Egal, wollen wir?“ Ich nickte, doch ich hatte ein schlechtes Gewissen, darüber dass er sich Sorgen gemacht hatte, allerdings konnte ich ja schlecht von Poseidons Erscheinung erzählen. Ilias wusste nichts von meinem Champion-Dasein. Abgesehen von meiner Mom und Maar wusste es niemand.
Ilias stieß sich vom Becken ab und ich glitt gemächlich neben ihm her. Wenn es mir zu langweilig wurde schoss ich ein paar Meter voraus, damit er sich mehr anstrengte. Nach einer Weile entdeckte ich Willow Finnley und ihr Gefolge von Walkürenzicken. Dieses bestand üblicherweise aus Candy Wilson und Lydia Kingsley, die ihr folgten wohin sie auch gingen und an ihren Lippen hingen wie willenlose Zombies. Natürlich waren alle drei in Bikinis gehüllt die aus kaum mehr bestanden als ein paar Schnüren. Sie waren auf dem Weg in eine der Saunen um zu entspannen oder einen Typen aufzureißen, indem sie sich nackt auszogen, wie sonst auch immer. In der Sauna war so etwas legitim und besonders für Lydia typisch! Nach Ginger war sie das Schulflittchen Nummer Zwei! Ich verdrehte unwillkürlich die Augen wobei mein Blick an einer Gruppe Jungen hängen blieb. Normalerweise war die Schwimmhalle fast leer, aber ausgerechnet heute herrschte hier Betrieb wie auf einem Bahnhof. An der Leiter stand doch tatsächlich  Ryan und beobachtete mich. Das konnte doch nicht wahr sein! Hinter ihm standen sein bester Freund Flynn Thompson, seines Zeichens ebenfalls Spartaner, und Austin Young, ein Römer. Ungewöhnlich normalerweise hingen Spartaner nur mit ihresgleichen ab.
Plötzlich hatte ich überhaupt keine Lust mehr, vor allem nicht bei so vielen Zuschauern. Auch Ilias schien keinen Spaß mehr zu haben. Wir guckten uns an und verstanden. Bei guten Freunden ist es ganz einfach, sie verstehen sich ohne Worte. Mit einer aggressiven Bewegung meiner Flosse preschte ich zum Ende des Beckens nahe der Leiter und hielt mich am Beckenrand fest während ich meine ganze Konzentration dazu verwendete meine Beine zurück zu verwandeln. Als meine Flosse begann silbern zu glühen entspannte ich mich und lies sie sich verwandeln. Aus dem Augenwinkel konnte ich beobachten wie Ryan mich akribisch beobachtete. Inzwischen war Ilias bei mir angekommen und zusammen stiegen wir aus dem Wasser. Ich war ehrlich gesagt erschöpft. Das Gespräch mit Poseidon hatte mich das ganze Training nicht losgelassen und so ging ich nachdenklich in Richtung der Duschen, als mich jemand am Arm festhielt. Erschrocken drehte ich mich um, doch es war nur Ryan.
„Entschuldige, ich wollte dich nicht erschrecken.“sagte der Spartaner. „Hast du aber!“, blaffte ich ihn an. Ich hatte jetzt nicht den Nerv mich auch noch mit Ryan auseinander zusetzten. Ich hatte schon genug Probleme und außerdem hatte ich das Gefühl, dass er heute morgen mit mir geflirtet hatte und das wollte ich auf gar keinen Fall. Niemals! Na gut, es gefiel mir schon, mal ehrlich welchem Mädchen gefällt es nicht, wenn ein wirklich äußerst attraktiver Junge mit einem flirtet, aber Ryan war ein Spartaner und neben ihrer Kampflust waren sie auch für einen gewissen Frauenverschleiß bekannt.
„Ich weiß. Tut mir leid, eigentlich wollte ich fragen ob ich dir mal beim Training zugucken darf..“Er schaute geniert auf den Boden und mir fiel die Kinnlade runter. Ich schüttele den Kopf um klar denken zu können. „Wieso willst du das?“, fragte ich und bestaunte seinen Körper. Seine aschgrauen Augen mit den beinahe schwarzen Haaren und der gestählte Körper! Er sah zum anbeißen aus. „Ich habe dich eben..., naja also so als halben Fisch gesehen und du hast mich beeindruckt. Also wie du durchs Wasser geschwommen bist, das war... es sah sehr schön aus.“ Ryan räusperte sich und ich riss meinen Blick von seinen Bauchmuskeln los und wurde rot. „Halber Fisch? Wie reizend.“ Ich musste lachen. „Tut mir leid Ryan, also ich meine natürlich kannst du zugucken, aber beim Training schwimme ich ohne Flosse.“ „Oh, na dann... mmhh, wir könnten an den Capilano Lake. Das ist nicht weit, höchstens ne halbe Stunde.“ „Was?“ Ich starrte ihn ungläubig an und er schenkte mir ein umwerfendes Grinsen. „Wir könnten am Wochenende hin fahren, mein Dad hat da ein Ferienhaus, wir könnten sogar dort übernachten. Sie es wie einen Ausflug oder Kurztrip.“ Ich konnte es nicht fassen. Das war die einfallsloste Ausrede mich um eine Verabredung zu bitten die ich je gehört hatte. Er wollte mich beim schwimmen beobachten. Na klar!
„Ich weiß nicht. Mit dir alleine? Meine Mum erlaubt sowas bestimmt nicht...“ Okay das war nun eine billige Ausrede meinerseits. „Wir können deine Freunde mitnehmen. Maarla und Ilias.“ Er schaute rüber zu Ilias der bei Flynn und Austin stand und sich mit ihnen unterhielt. „Sie heißt Maarja. Ich könnte beide mal fragen, aber jetzt muss ich los. Es war überraschend dich hier zu treffen.“ Ich runzelte die Stirn und sah Ryan skeptisch an. „Von nun an werde ich öfter hier sein.“ antwortete dieser, lächelte, drehte sich um und ging.
Ilias registrierte, dass unser Gespräch beendet war und kam auf mich zu. Er legte einen Arm und mich. „Neue Freunde?“ fragte er. „Ich weiß nicht recht... ich erzähl es dir später in Ordnung?“, sagte ich, machte mich los und duschte ausgiebig um einen klaren Kopf zu bekommen.
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