Aqua sanat - Wasser heilt

GeschichteRomanze, Fantasy / P16 Slash
06.11.2014
25.03.2020
52
102.011
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06.11.2014 1.407
 
So ein Mist! Ich hätte mir denken können, dass ich das Frühstück verpasse, wenn ich auf Maar warten muss. Dabei war ich selber heute morgen so schnell fertig geworden. Und nun stand ich bei Maar untergehakt vor der fast leeren Cafeteria. Ich guckte sie durch zusammengekniffene Augen an.
„Was? Du isst doch sowieso morgens kaum was“ sagte sie.
„Ja aber das bisschen was ich esse brauche ich dann doch um bis zum Mittag durchzuhalten Maarja!“
Ich machte mich los und ging zu den Servierwägen um was essbares aufzutreiben. Maar hatte recht, ich aß morgens nicht viel, jedenfalls im Vergleich zu den anderen Mythos Schülern, die Hummer in sich hineinstopften als wäre es ein Wettkampf. Aber das Essen hier war auch schrecklich schick. Ich war an Müsli und Brot zum Frühstück gewöhnt oder vielleicht mal ein Omelett am Sonntag, denn meine Mom hatte nie etwas von diesem teuren Essen gehalten. Wie alle anderen schwamm auch ich in Geld, aber meine Mom hatte mir beigebracht es für sinnvolle Zwecke auszugeben wie zum Beispiel den Schutz der Weltmeere oder den ein oder anderen netten Familienurlaub.
Ich sah mich um. Das einzigste was noch in Betrieb war, schien die Getränkestation zu sein. Genervt schlurfte ich auf sie zu und holte mir ein Glas Orangensaft um wenigstens ein paar Vitamine zu bekommen. Als ich mein Glas an den Mund ansetze und mich umdrehte stieß ich gegen eine Wand aus reiner Muskelmasse. Verdammt! Jetzt hatte ich weder was zu essen noch zu trinken und obendrein jemandem Saft auf die Klamotten geschüttet. Fluchend blickte ich hoch zu dem tropfnassen Unglücksraben und blickte in aschgraue Augen. Na toll, ich musste ja ausgerechnet dem Spartaner von Mythos Saft über die Designerklamotten spritzen, der gewissermaßen der Inbegriff eines Spartanern war. Ryan Mahone war so ziemlich der tödlichste Krieger hier, obwohl er erst im dritten Jahr war also einem über mir, und ich hatte ihn bestimmt mächtig verärgert.
„Kannst du nicht aufpassen du Zwerg?“
Wo er Recht hatte, hatte er recht. Ich war wirklich winzig, doch ich ließ mich nicht einschüchtern. Nicht heute bei meiner miesen Laune.
„Na im Hinterkopf hab ich schließlich keine Augen du Idiot. Du hättest mir ja wohl zuerst ausweichen müssen!“ Auf seine düstere Miene legte sich ein überraschter Ausdruck, doch so schnell wie er gekommen war verschwand er wieder.
„Halt still ich mach dich sauber“, murmelte ich während ich meine flache Hand über seine Brust hielt und zusah wie der Saft begann unter meinen Fingern zu verdampfen. Das Verschüttete vom Boden beförderte ich zurück in mein Glas, wobei ich meinen Zeigefinger benutze um die Flüssigkeit durch die Luft zu dirigieren. Bei meinen Klamotten tat ich dasselbe. Ryan schaute mir mit  großen Augen zu und ich musste einfach grinsen. „Was bist du denn für eine? Ich hätte gedacht du wärst eine Amazone oder so.“ Er schaute abwechselnd mich und mein Glas an.
„Nein, ich bin eine Sirene, Spartaner.“ sagte ich und stellte das Glas ab. Ich konnte es nun ja nicht mehr trinken obwohl hier war alles so sauber, man könnte gut und gern vom Fußboden essen beziehungsweise trinken. Er grinste. Warum grinste er und rannte nicht schreiend weg wie alle anderen, aus Angst ich könnte nur einen Ton pfeifen und sein Kopf würde explodieren?
„Ist es so offensichtlich, dass ich ein Spartaner bin?“
„Naja jeder kennt dich, also von dem her... ja ziemlich.“ Ich lachte. Okay was war gerade mit mir los? Spartaner waren so ziemlich das Letzte! Arrogante Super-Krieger mit einem ausgeprägten Killer-Instinkt.
„Eine Meerjungfrau also, hmm was kannst du da so?“, fragte er und sah mich erwartungsvoll an.
„Bezeichne mich niemals als Meerjungfrau hörst du? Meerjungfrauen sind verlorene Frauen auf der Suche nach der wahren Liebe. Dumme einfältige Wesen die gemächlich im Meer dümpeln. Ich dagegen habe magisch Kräfte, wie du ja bereits gesehen hast und sitze nicht verzweifelt auf einem Stein!“
Nun grinste Ryan noch breiter.
„In Ordnung, dürfte ich trotzdem deinen Namen erfahren, Sirene?“
„Ähh klar.. ich heiße Helena Barker. Aber eigentlich nennen mich alle Lena.“
„Die schöne Helena.“
„Was?“ fragt ich, ziemlich einfältig, Ryan musterte mich und sprach dann weiter.
„Na Helena, die schönste Frau im alten Griechenland. Jeder Mann der sie sah, wollte sie zur Frau“, erklärte er.
„Achso ja, mir gefällt der Name eigentlich nicht sonderlich.“ Ryan blickte mir in die Augen.
„Wieso? Du hast ihn verdient, schöne Helena.“ Ich wurde auf der Stelle feuerrot. Glücklicherweise klingelte es in diesem Augenblick zur ersten Stunde und ich stieß erleichtert Luft aus.
„Wiedersehen Ryan!“ sagte ich und drängelte mich an ihm vorbei.
„Bis bald. Und das nächste Mal brauchst du mir deinen Saft nicht überzuschütten um mich in ein Gespräch zu verwickeln, schöne Helena.“ Wieder stieg mir die Röte ins Gesicht und ich eilte hinaus auf den Flur.
Maar stand eng umschlungen mit Bojar an einer Wand und sie küssten sich heftig. Ich räusperte mich und beide starrten mich an.
„Morgen Bojar.“ sagte ich. Diese Knutsch-Szenarien waren nichts Neues für mich, doch er und Maar schienen sich zu schämen. Bojar erwiderte meinen Gruß und wir machten uns auf den Weg zum ersten Kurs. Mythengeschichte bei Professor Metis, der Schulleiterin. „Warum hast du solange gebraucht? Hast du doch noch was Essbares gefunden?“ fragte Maar mich.
„Nein ich hab mir was zu trinken geholt, wurde dabei aber von Ryan Mahone gestört.“ grummelte ich.
„Was?“ Maar hielt mich am Arm fest und drehte mich zu ihr. Sie konnte Spartaner einfach nicht leiden. Ihre Hände begannen in einem Goldton zu glühen. Es gehörte zu ihrer Magie und war wie bei einer Walküre so etwas wie eine Aura. Sie taten das immer, wenn Maar aufgeregt, sauer oder ungeduldig war. Ich tippte auf ersteres.
„Ist doch nichts dabei, immerhin hab ich ihm Saft über den Körper gekippt.“
„Lena...“
„Er war einfach nur nett!“ entgegnete ich scharf. Ich weiß nicht wieso, aber es war mir unangenehm über Ryan zu sprechen, vor allem, da ich doch auf Ilias stand.
Wenn man vom Teufel sprach. Ich dreht mich wieder Richtung Klassenzimmer und sah Ilias uns entgegen kommen. Natürlich war er in Begleitung von Dalia Morrison. Ich biss die Zähne zusammen und versuchte die Tatsache zu ignorieren, dass Ilias seinen Arm um ihre Taille gelegt hatte. Maar sah mich von der Seite an, sprach aber kein Wort und zog mich auch schon zu dem glücklichen Paar.
„Morgen ihr beiden.“ Maar guckte lächelnd in die Runde.
„Hi Maar“, gurrte Dalia und mit dem Blick immer noch auf sie gerichtet sagte sie etwas steif „Lena“ und nickte mir dann zu.
Ich tat es ihr gleich und Ilias löste sich von Dalia um mich zu umarmen.
„Alles klar?“, fragte er und runzelte die Stirn, während er mich von oben ansah. Ich wusste nicht was ich sagen sollte, immerhin war er mein bester Freund, aber selbst er würde sich nicht freuen, dass mir seine Freundin ein Dorn im Auge war also nickte ich nur.
„Ja, ich bin nur hungrig.“ Er lachte und legte seinen Arm um meine Schulter. Auch ich musste lächeln.
„Wir gehen zum Unterricht. Bis nachher Süße!“ verabschiedete sich Ilias von Dalia und wir gingen zum Unterricht.
Um es zusammen zu fassen: Es war wie immer sterbenslangweilig.
Mythengeschichte war nicht so mein Fach, aber ich gab mir Mühe. Dafür war Ilias umso engagierter. Wir nahmen zur Zeit nordische Götter durch, allen voran natürlich Loki, und das war einfach Ilias' Thema. Er war ein Wikinger mit kurzen braunen Haaren, grünen Augen und einem niedlichen Grübchen neben dem Mundwinkel wenn er lachte.
Als die Stunde endlich vorüber war und ich mir meine Rucksack schnappte um aufzustehen hielt Ilias mich am Arm fest.
„Hast du heute Mittag schon was vor?“, fragte er mich.
„Ich wollte vielleicht in die Bibliothek der Altertümer um was für die Hausaufgaben rauszusuchen. Wieso?“
„Ich hatte vorgehabt im Schwimmbad zu trainieren und ich brauch jemand der mich anspornt.“ Er grinste. Ich war die beste Schwimmerin der ganzen Schule und führte selbstverständlich auch die Mädchenmannschaft an und im Schwimmbad hatte ich auch Ilias kennen gelernt, denn er schwamm für das Jungenteam.
„Na klar. Hört sich gut an! Wollen wir uns dort drinnen treffen?“ Ich guckte ihn fragend an.
„Ja so wie immer dachte ich.“ Er lächelte und ich starrte fasziniert auf sein Grübchen. „Also nach der letzten Stunde? Danach können wir zusammen in die Bibliothek ich treffe mich dort dann mit Dalia.“
„In Ordnung“, gab ich zurück. „Ich muss jetzt zu Naturwissenschaft mit Maar. Wir sehen uns dann.“ Mit diesen Worten verließ ich den Raum.
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