Klage alter Zeit

von Nairalin
DrabbleMystery / P12
Elrond
06.11.2014
06.11.2014
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Huhu,

hier ist mein Wichtelgeschenk für allosaurus  zum Wichteln Classical Drabbles von AuctrixMundi.
Ich hoffe, es gefällt dir!

Vorgabe:
Link zum Lied: Johann Sebastian Bach: Toccata und Fuge in D-Moll
Verarbeitung des Liedes: Soll keine bestimmte Szene werden, darf aber entsprechend der Musik gerne dramatisch werden :D
Drabbleform: 300 oder 333

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Aría sah sich scheu um, das rotblonde Haar zu einem losen Zopf zusammengefasst. Es war ein düsterer Ort und ihre Mutter hatte ihr eigentlich verboten herzukommen.

Doch die Ruinen des alten Hafens hatten sie nahezu magisch angezogen. Eine Energie war an diesem Ort, wie sie nirgendwo zu finden war. Allerdings war es auch die Musik, die sie hier hörte, die sie immer wieder herlockte. Einst hatten hier Menschen aus Westernis gelebt, hatte Papa immer erzählt, die Augen voller Sehnsucht und Stolz. Er stammte von ihnen ab und sie auch, da sie seine Tochter war.

Mutter hatte immer geschnaubt und die Augen gerollt, wenn er von den alten Tagen sprach. Groß wären die Menschen gewesen und talentiert. Musik gewaltig wie das Meer, über das sie gekommen waren, hatten sie komponiert. Begonnen hatte alles mit Tar-Minyatur, dem Weisesten und Erhabensten. Und Papa hatte ihr eine Melodie gesummt, die Aría seit einigen Tagen auch im Hafen hörte.

Plötzlich knackte etwas und sie zuckte erschrocken zusammen. Mutter hatte gesagt, der Ort sei verflucht. Sie schluckte und duckte sich hinter eine Säule. Eine riesige Gestalt durchquerte die Gasse und ging auf das Musikhaus zu. Vorsichtig schlich sie ihm nach und sah, wie er sich an die Orgel setzte. Eine Harfe erkannte sie auf seinem Rücken, auch wenn diese gewaltig im Vergleich zu Papas wirkte. Schwarzes Haar fiel in Wellen über seine breiten Schultern.

Nervös biss sie sich auf die Lippe und hockte sich hinter eine Bank, sodass er sie nicht sehen konnte.

Und dann spielte er und der Raum dröhnte unter der Gewalt der Orgelklänge. Schnell und klar waren die Töne und bereitete ihr fast Kopfschmerzen. Doch dieses Mal war das Lied anders und ergriff ihr Herz. Tränen begannen über ihr Gesicht zu rinnen.

Dann war es vorbei.

Scheu sah Aría hinter der Bank hervor und erschrak fast zu Tode als sich graue Augen, so intensiv wie die Nebel, in ihre bohrten. Ein bitteres Lächeln hatte er auf den Lippen und ging an ihr vorbei, hinaus ins Freie.
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