Mondlicht erleuchtet die Schatten der Vergangenheit

von Arzani92
DrabbleFamilie, Schmerz/Trost / P12
Angelina Johnson Fred & George Weasley Fred Weasley jr.
05.11.2014
05.11.2014
1
656
 
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
 
***Anspieltipp: Yiruma - Moonlight

- 1 Jahr nach der großen Schlacht -

Weiß schimmert der Marmor auf dem mit Blumen übersätem Grab. Vor ihm stehen mehrere Gestalten, fast alle mit feuerrotem Haar, wie der Mann, der unter der Erde liegt. Das Mondlicht erhellt die Szene, denn obwohl sie schon lange hätten gehen können sind sie immer noch da. Seit Stunden schon trauern sie, die Familie, die ihren geliebten Sohn und Bruder verloren hat. Damals in der Schlacht, die ihrer aller Leben drastisch verändert hat. Gestorben ist er, für eine bessere Welt. Für eine Welt, in der ihre Kinder in Frieden und ohne Angst vor einem Namen leben können. Eine Welt ohne ihn …

- 10 Jahre nach der großen Schlacht -

„Mama … Papa?“, schallt es durch den Raum. Ein Junge erscheint im Blickfeld des jungen Paares und lächelt sie an, das Gesicht zu einem Grinsen verzogen. Seine Augen funkeln und seine Haare schimmern rot im Licht der Lampe. Wie die seines Vaters.
„Was denn, Schatz?“, fragt die Mutter liebevoll, streckt die Arme aus und wuschelt ihrem Sohn durch die Frisur.
„Gehen wir heute Onkel Fred besuchen?“
„Ja Schatz, gehen wir.“, kommt es als Antwort und kurz, nur für einen Bruchteil, schimmert der Schmerz in den Augen des Mannes, der wieder an seinen größten Verlust erinnert wird. Dem Verlust um seinen Zwilling.

Lange sind seine Frau und sein Sohn schon gegangen, doch er steht immer noch hier und betrachtet den weißen Marmor. Er funkelt im hellen Licht des Mondes und zeigt ihm, dass es inzwischen zehn Jahre her ist, dass er seinen Bruder verloren hat. Er weiß, dass heute viele seiner Familie hier waren, einige hat er getroffen, andere nicht. Doch die Blumen lassen ihn wissen, dass niemand vergessen hat, was damals passiert ist.
Eine leise Träne wandert über seine Wange und zeigt ihm, dass die Trauer immer noch nicht gewichen ist. Damals, wie heute. Er weiß, sie wird nicht vergehen.
Doch das Lächeln seines Sohnes gibt ihm ein kleines bisschen Hoffnung wieder. Die Fragen, die er stellt, erinnern ihn an die vielen Stunden, die sie mit Lachen verbracht haben und die Geschichten, die er hören will, zeigen ihm, wie viel von seinem Bruder auch in seinem Sohn steckt. Er sieht es jeden Tag.
Er wird nie vergessen was damals passiert ist. Er hat seine zweite Hälfte verloren und nichts und niemand kann sie ihm zurück geben. Doch das Mondlicht schimmert weiter, lässt die Buchstaben auf dem Grabstein glitzern und durch die Tränen hindurch versteht er den Grund. Das Privileg zu leben.
Wörter: 2x100, 1x200


Ist es nicht wunderbar, an diesem Tag zu sein?
Es ist ein Privileg, erachte es nicht als klein.
- Das Privileg zu Sein (Samuel Harfst)



-----------------------------------------------
Mein Beitrag zum Wichteln: Classical Drabbles für Kate Forsythe zu dem oben genannten Lied von Yiruma.
Ein bisschen traurig, aber das ist das Lied ja auch :)
Ich hoffe es gefällt dir Kate und allen anderen Lesen natürlich auch.
lg Arzani
Review schreiben